Aus Freiburg schreibt Alfred Döblin ,,1904 an Else Lasker-Schüler: „Ich werde vielleicht noch einmal sehr gläubig werden […] Ich bin gestern zum Hochamt im Münster gewesen, nachmittags bin ich noch …More
Aus Freiburg schreibt Alfred Döblin ,,1904 an Else Lasker-Schüler: „Ich werde vielleicht noch einmal sehr gläubig werden […] Ich bin gestern zum Hochamt im Münster gewesen, nachmittags bin ich noch einmal in das dunkle leere Gewölbe zurückgekehrt […] Das Beste, was wir können, ist beten.“ Ähnlich erging es ihm auf seiner eindrücklichen „Reise in Polen“ (1925), auf der er Spuren des osteuropäischen Judentums nachgehen wollte, in der Krakauer Marienkirche unter dem Kreuz von Veit Stoß: „Leid ist in der Welt, Schmerz, menschlich-tierisches ringendes Gefühl ist in der Welt. Das ist der tote Mann oben, Christus. Seine Wunden, seine Hinrichtung, seine durchbohrten Knochen. Entsetzen geht von ihm aus. Zu ihm beten sie. Zu ihm, nicht zu den Säulen, den Pfeilern, den bunten Farben.“ Walter Muschg hat in seinen Essays „Die Zerstörung der deutschen Literatur“ (1960/2009) die lebenslange Bekehrung Döblins unter dem Titel „Ein Flüchtling“ aufgegriffen und seine Bedeutung erkannt. Christen können …More
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marthe2010
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Der Dichter und das Kreuz

Mehr als nur der Autor von „Berlin Alexanderplatz“: Alfred Döblin.dpa Foto: Foto: Günter Grass nannte ihn „meinen Lehrer“, er gehört mit Kafka, …