Meine Tante wurde verbrannt

In meinem Artikel Wir sind Familie habe ich in positiver Stimmung etwas übersehen, was ich aber unbedingt hätte erwähnen müssen: Meine Tante ist feuerbestattet worden. Ich hatte zwar ihren öffentlic…
alfredus
Nicht unbedingt Unsinn ... ! Die Propleme und Situationen sind vielfältig, so dass man kein einheitliches Bild zeichnen kann. Selbst in der Verwandtschaft werden immer mehr dem Feuer übergeben. Meistens sind die Hinterbliebenen überfordert und dem Bestatter ausgeliefert. Und trotzdem sollte ein " lieber Mensch " nicht verbrannt werden, denn es ist eine christliche Kultur, die sich bewusst vom …More
Nicht unbedingt Unsinn ... ! Die Propleme und Situationen sind vielfältig, so dass man kein einheitliches Bild zeichnen kann. Selbst in der Verwandtschaft werden immer mehr dem Feuer übergeben. Meistens sind die Hinterbliebenen überfordert und dem Bestatter ausgeliefert. Und trotzdem sollte ein " lieber Mensch " nicht verbrannt werden, denn es ist eine christliche Kultur, die sich bewusst vom Heidentum unterscheidet. Oft ist der Glaube entscheident und wer keinen Glauben hat, dem ist die Art und Weise wie er beerdigt wird egal. Und dennoch muss jeder für sich entscheiden : Feuer-oder Erdbestattung ... !
vir probatus
Die Hinterbliebenen sind keinem "Bestatter ausgeliefert" sondern, wie immer und überall ihren eigenen finanziellen Möglichkeiten.
Und die lassen oft sehr wenig Spielraum.
Tina 13
Die Bestattungskosten und die Gebühren sind einfach zu hoch. Das Abkassieren ist leider sehr in Mode gekommen. 😷😷😷
sudetus
also wenn ich so einen Unsinn wie den Kommentar von Lutrina lese , frage ich mich ob das noch Katholiken sind, die sowas von sich geben !!!
Lutrina
Da ich weder Familie noch Angehörige habe, noch mir jahrzehntelange Grabpflege durch einen Gärtner leisten kann, kommt für mich überhaupt nichts anderes infrage als eine anonyme Feuerbestattung.
Mir wäre es darüber hinaus auch zutiefst unangenehm anderen auf Jahrzehnte mit der Grabpflege zu belästigen.
viatorem
@Nachtkerzl

Wenn jemand es ausdrücklich wünscht ,von den Würmern und Ameisen zerfressesn , sprich zersetzt zu werden, dem sollte natürlich ,sein Wille erfüllt werden!
Lutrina
@Nachtkerzl: nein, anonyme Rasengräber gibt es sehr selten in Deutschland.
Und auch dort muß für Jahrzehnte eine Gebühr entrichtet werden.
rose3
2m unter der Erde gibt es keine Würmer mehr!
Turbata
Danke für die Erklärung! Ich bin auch rein gefühlsmäßig total gegen diese Art des Abschieds, aber es ist mittlerweile Mode, und hat auch bei vielen ganz Gläubigen nichts mit Glaubensfragen zu tun. Es ist einfach ein rein weltlicher Hintergrund: Geldersparnis; Sorgen, wer pflegt das Grab usw. Das hat jetzt auch nichts mit Freimaurerei zu tun usw. - Ich denke, man sollte es einfach "schlucken", …More
Danke für die Erklärung! Ich bin auch rein gefühlsmäßig total gegen diese Art des Abschieds, aber es ist mittlerweile Mode, und hat auch bei vielen ganz Gläubigen nichts mit Glaubensfragen zu tun. Es ist einfach ein rein weltlicher Hintergrund: Geldersparnis; Sorgen, wer pflegt das Grab usw. Das hat jetzt auch nichts mit Freimaurerei zu tun usw. - Ich denke, man sollte es einfach "schlucken", wenn man es nicht verhindern kann. - Gott nimmt die Herzen an, die an ihn glauben und ihn lieben, egal, wie sie bestattet werden. - Aber es tut mir weh, dass diese Art: Urne, Friedwald usw. immer mehr zunimmt! 😫
Severin
Feuerbestattung, im Licht des Fortschritts ?

Bis 1963 war die Feuerbestattung von der Katholischen Kirche nach dem damals geltenden Kirchenrecht mit der Strafe der Exkommunizierung belegt. Dies galt nicht bei Epidemien, Katastrophen usw. , um Seuchen vorzubeugen. Die Konsequenzen waren: Keine kirchliche Beerdigung, keine Totenmesse, jährliche Gedächtnismesse usw.
Der hauptsächliche Grund für …More
Feuerbestattung, im Licht des Fortschritts ?

Bis 1963 war die Feuerbestattung von der Katholischen Kirche nach dem damals geltenden Kirchenrecht mit der Strafe der Exkommunizierung belegt. Dies galt nicht bei Epidemien, Katastrophen usw. , um Seuchen vorzubeugen. Die Konsequenzen waren: Keine kirchliche Beerdigung, keine Totenmesse, jährliche Gedächtnismesse usw.
Der hauptsächliche Grund für diese strikte Haltung war, dass freimaurerische Zirkel im 19. Jahrhundert unter dem Scheinvorwand einer hygienischeren Feuerbestattung es verstanden, den Glauben an die Auferstehung zu untergraben.
Verfechter der Feuerbestattung, die sich auch in Feuerbestattungsvereinen zusammenfanden, waren zumeist Atheisten, die suggerieren wollten, dass mit der Vernichtung der Leiche es kein Weiterleben nach dem Tode geben kann.
Sollte dieser Grund bei einer Feuerbestattung auch heute noch vorliegen, ist für diesen Fall ein kirchliches Begräbnis nach wie vor nicht möglich.

Die Kirche legt aber nach dem gültigen Kirchenrecht weiterhin ausdrücklich Wert darauf, dass die Gläubigen die klassische Erdbestattung bevorzugen.
So heißt es in CIC 1983 §3:
“Nachdrücklich empfiehlt die Kirche, dass die fromme Gewohnheit beibehalten wird, den Leichnam Verstorbener zu beerdigen…“
Um dies besser nachzuvollziehen, ist eine kurze historische Betrachtungsweise hilfreich:

Ursprünglich war die Erdbestattung bei allen Völkern der Erde üblich. Ausgrabungen von Archäologen belegen dies. Erst in der Dekadenzphase ehemaliger Hochkulturen kam die Leichenverbrennung auf. Auch die Juden und die benachbarten semitischen Völker beerdigten ihre Verstorbenen.
Ungefähr 300 Schriftstellen des Alten Testaments bezeugen dies. Als eine große Strafe galt bei den Juden die Verweigerung der Beerdigung (5. Mos. 28,26). Eine Feuerbestattung gab es nicht, oder nur bei schweren Verbrechen als zusätzliche Strafe. Einzelne Leichname wurden nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes verbrannt, z. B. bei der Pest ( Amos 6,10) , um Epedemien zu verhindern.
Die hochkultivierten Ägypter und nordamerikanischen Indianer pflegten ihre Leichen einzubalsamieren; man denke an die Mumien.
Bei den Juden galt es als verdienstvoll, Tote zu begraben, erst recht wenn die Umstände schwierig waren. ( Tob. 1,18 und andere Stellen ).
Auch heute noch zählt zu den von der Kirche festgelegten Werken der Barm -
herzigkeit das Begraben der Toten.
Von Mose lesen wir, dass der Herr ihn selbst begrub im Tal im Lande Moab (5. Mos. 34,6f).
Mehrer Stellen des A.T. berichten auch von Leichenverbrennungen, allerdings auf Grund schwerer Strafen für große Verbrechen.
Auch die junge Kirche wich nicht von der bisherigen Beerdigungskultur der Juden, die bis dahin der einzige Träger des göttlichen Offenbarungsgutes waren, ab. So lesen wir, dass gottesfürchtige Männer den Erzmärtyrer Stephanus begruben.
Nach einem Martyrium waren die Christen sehr bemüht und begaben sich oft in Lebensgefahr, um die Gebeine der Blutzeugen zu sichern. Entweder zum Begräbnis oder zur Reliquienverehrung.
Mit der leibhaften Auferstehung unseres Heilandes Jesus Christus hat der Tod eine viel tiefere Bedeutung erlangt. Die Verstorbenen wurden Entschlafene oder Ruhende genannt. Das Grab wurde Ruhestätte genannt. Die griechische und römische Antike hatte für den Glauben der Auferstehung der Toten kein Verständnis.
Um das Jahr 200 rät Tertullian jungen Männern, die Christen sind ab, der römischen Armee beizutreten, weil gefallene römische Soldaten in der Ferne verbrannt wurden.
In dem Maße wie Europa missioniert wurde, verschwanden auch die Leichenverbrennungen.
Dass Bewusstsein, die Toten zu ehren und ihrer zu gedenken, setzte sich durch.
Auch Jesus Christus ließ sich nicht verbrennen, sondern in ein Grab legen. Um tote Pilger in der Erde zu begraben, kaufte sogar der damalige Hohe Rat von dem Verräterlohn des Judas extra einen Acker.
Nur für die schlimmsten Verbrechen sah man die Verbrennung der Leichen vor.
Erst in der Zeit der französischen Revolution wurden aus Hass gegen Gott und seine Kirche die Leichenverbrennungen eingeführt.
Freimaurerische Kreise gründeten dann im 19. Jh. die so genannten
Feuerbestattungsvereine.
Auf Grund der Notwendigkeit, die vorher ja nicht bestand, erklärte die katholische Kirche 1886 die Feuerbestattung für verboten, 1892 wurde dies mit der Strafe der Exkommunizierung belegt.

Die Pietät verlangt, dass wir die Toten ehren. Wenn sich die Menschen daran gewöhnen, die Leichen ihrer Verstorbenen gewaltsam zu zerstören, besteht die Gefahr, die Achtung vor den Lebenden zu verlieren.
Teilnehmer von Feuerbestattungen geben zum Ausdruck, dass bei der Verbrennung keine Ergriffenheit und Andacht aufkommen kann, wie sie beim Hinabgleiten des Sarges ins Grab aufkommt.
Wer beim Grabe steht, empfindet Leid. Wer beim Krematorium steht, empfindet kein Leid eher Entsetzen, auch wenn der Verstorbene einem noch so nahe war.
Nicht wenige befiel früher Abscheu, wenn sie durch die Schaugläser den Verbrennungsvorgang sahen.
Aus diesem Grund ist es heute in der Regel nicht mehr möglich, den eigentlichen Verbrennungsvorgang als Hinterbliebener beobachten zu können.
Wie Augenzeugen berichteten, bietet die Leiche im Feuerofen einen entsetzlichen Anblick, selbst dann, wenn der Ofen auf höchste Temperaturen erhitzt worden ist. Sobald der Sarg im Ofen ist, zerfällt er und die Leiche wird nackt bloßgelegt. Der Verstorbene richtet sich durch die hohen Temperaturen auf, streckt die Gliedmaßen aus und verfällt in heftigsten Zuckungen und Krümmungen, die alle Momente wechseln. Die nichtverbrannten Knochen und der Schädel werden anschließend in einem Mahlwerk zermahlen und der Asche beigefügt. Wie kann man z.B. mit den Schädeln seiner lieben verstorbenen Eltern, an denen man als Kind aufschaute und liebkoste so umgehen ?
Es handelt sich im Grunde genommen um die Zerstörung einer Leiche.

Das Grab, versehen mit christlichen Sprüchen und der Friedhof ist für uns doch oft eine stille Predigt über die Vergänglichkeit unseres Lebens und des Weiterlebens nach dem Tode.
Wer besucht nicht gerne die Grabstätte seiner Lieben und wird mächtig zum Gebet für sie hingeführt ?

Hier schöpft man die lebendige Hoffnung mit ihnen dereinst wieder zusammen zu sein.
Das Grab entspricht auch mehr unseren christlichen Empfindungen. Als Schlaf gilt für uns Christen der Tod. Die Heilige Schrift nennt die Toten Schlafende (1. Kor. 15,18), weil sie dereinst von den Toten auferstehen werden. Der Friedhof ist also eine Schlaf – oder Ruhestätte des Friedens.
Dieser Schlaf wird wohl eher durch das Begraben als durch Verbrennen versinnbildlicht. Durch das Versenken des Sarges in die Erde bekunden wir, dass unser Leib dem Samenkorn gleicht, wovon Jesus spricht ( 1. Kor. 15,42 ), das in die Erde gelegt keimt und aufgeht.

Ein schöner Friedhofsspruch lautet:

Hier ruht die Saat,
die Gott gesät,
der Leib der künftig aufersteht,
vergänglich wird er ausgestreut,
hier keimt er zur Unsterblichkeit

Als Christen achten wir unsere, der Gottheit ähnlichen Seele und auch ihr Gefäß, den Leib (Origines).
Die gewaltsame Zerstörung der Leichen widerstrebt auch unseren gesunden Empfindungen, denn die Liebe sucht zu erhalten und nicht zu zerstören. Das langsame Verwesen im Grabe entspricht auch mehr dem langsamen Erlöschen unserer Trauer.
Auch heutzutage ist bei den Juden und Moslems nur ein Begräbnis in der Erde möglich.
Warum soll man eine Beerdigungsform wählen, die Gott missfällt und möglicherweise unsere Nachkommen nur mit verständnislosem Kopfschütteln quittieren ?

Noch viel wichtiger als eine würdige Bestattung des Leichnams ist doch, dass man zu Lebzeiten in der heiligmachenden Gnade verscheidet, versöhnt mit Gott und seiner heiligen Kirche. Niemand weiß, wie viel Zeit Gott in seiner Barmherzigkeit uns Sündern hierfür noch lässt!

Ich danke Dir, Herr Jesus Christ,
dass Du für mich gestorben bist.
Ach lass Dein Blut und Deine Pein
an mir doch nicht verloren sein.
Turbata
Sehr wertvolle, ausführliche Gedanken. Es wäre schon gut, wenn dieses mal zum Predigt-Thema gemacht würde, aber ich fürchte, da fehlt den meisten der Mut.
Eugenia-Sarto
@Severin Herzlichen Dank für diesen langen grossartigen Kommentar und die Mühe, die Sie sich damit gemacht haben. Das Thema ist sehr wichtig. Sind Sie damit einverstanden, wenn ich Teile davon copiere für einen Artikel?
Severin
Kopieren, veröffentlichen, als Traktat ausdrucken und in Kirchen im Schriftenstand.... usw.
Solange Sie nichts besseres gefunden haben, machen Sie regen Gebrauch davon.
alfredus
Feuerbestattung ist zur " Mode " geworden ... ! Sie entspricht unserer Mentalität, nur weg mit dem Verstorbenen, denn er stört uns in unserem Frieden. Es sind inzwischen schon ca. siebzig % die sich verbrennen lassen. Die fehlende Grabpflege wird meistens als Grund genannt, denn die jüngere Generation hat hierfür keinen Sinn. Aber oft ist es auch der Verlust des Glaubens der den Ausschlag gibt. …More
Feuerbestattung ist zur " Mode " geworden ... ! Sie entspricht unserer Mentalität, nur weg mit dem Verstorbenen, denn er stört uns in unserem Frieden. Es sind inzwischen schon ca. siebzig % die sich verbrennen lassen. Die fehlende Grabpflege wird meistens als Grund genannt, denn die jüngere Generation hat hierfür keinen Sinn. Aber oft ist es auch der Verlust des Glaubens der den Ausschlag gibt. Vor dem Konzil war die Feuerbestattung streng verboten, heute sprechen schon sogar Priester davon, sich verbrennen zu lassen.
Turbata
Ja, die Argumente für Feuerbestattung sind manchmal - nicht immer - Scheinargumente, vor allem, wenn es um das Thema "fehlendes Geld" geht.
viatorem
@Turbata
Nicht nur fehlendes Geld, auch fehlende würdevolle Grabpflege, die niemand mehr macht, weil niemand mehr da ist, der das machen könnte oder wollte. Niemand will, dass sein Erdbestattungsgrab irgendwann aussieht ,wie ein verwahrloster Kartoffelacker.

Ich habe mich für eine Bestattung im Friedwald entschieden.
Asche zur Erde .
Turbata
Ja, dies geschieht immer öfter aus vielerlei Gründen! Aber Hauptsache, der Herr schenkt uns die Auferstehung!
viatorem
@Turbata

ja, die ewige Heimat ist nicht an ein Körperskelett gebunden.

Wir werden auferstehen!

Weil unsere Seele unsterblich ist.
Turbata
Bitten wir, dass der Dreifaltige Gott uns die Auferstehung mit Leib und Seele gewährt und uns in Seine Arme nimmt, damit wir Anteil erhalten an Seiner unvorstellbaren Herrlichkeit! Das ist mir das Allerwichtigste.
Salzburger
Leider GOTTes "ist sie einige Wochen vor ihrem Tod in eine Art Umnachtung gefallen"!
Lieber am Ende bewußt bestialische Schmerzen ertragen müssen, als nicht mehr an unser Ziel denken zu können!
Eugenia-Sarto
Ob das eine Überinterpretation ist, kann niemand beweisen. Ich halte es eher für eine Warnung Gottes für die Hinterbliebenen, dass Feuerbestattung nicht gottgewollt ist.
Moselanus
Das würde zu einer Überlastung der Sirenen führen.
sedisvakanz
Gott tut so etwas nachgewiesenermaßen auch nur in Einzelfällen, @Moselanus, deshalb kommt es zu keiner Überlastung der Sirenen.
ER wusste aber, dass da einer ist, der versteht...
Deshalb halte ich diese Interpretation für durchaus möglich.
Moselanus
Das ist eine Überinterpretation. Zumal ich davon ausgehe, dass Ihre Tante auch persönlich aufgrund ihrer katholischen Haltung nicht hätte verbrannt werden wollen, hätte sie darauf Einfluss nehmen können.