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Heilwasser
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Die wandelbare Seele als Abbild des unwandelbaren Gottes

Die wandelbare Seele als Abbild des unwandelbaren Gottes

Vgl. Augustinus, De Trinitate, 6. Buch.

Um den Begriff der Wandelbarkeit besser zu verstehen, müssen
wir erst einmal wissen, dass es nur Gott eigen ist, unwandelbar
zu sein, die Geschöpfe jedoch sind wandelbar. Gott ist drei-
einig und sein Wesen ist unwandelbar. Vater, Sohn und Geist
sind eins, d.h. in totaler Einheit. Das Einende ist der Geist
(„Gott ist Geist“), der die Liebe ist („Gott ist die Liebe“).
Der Personunterschied ergibt sich nur aus der Beziehung
der Liebe zueinander: Der Liebende, der Geliebte, die Liebe.

Wie das göttliche Wesen aber die Liebe ist, so ist es auch
die Güte, die Weisheit, die Größe, die Macht, die Seligkeit
usw. und dies in Unwandelbarkeit. Was das bedeutet, ersehen
wir aus der Seele des Menschen, welche ein Abbild Gottes
in gewisser Weise schon ist und ein vollkommenes Abbild
Gottes werden soll. Die Seele ist von Anfang an mit beson-
deren abbildlichen Fähigkeiten ausgestattet wie denken,
fühlen, reden, tun, was sie durch den Leib vollbringt. Und
die drei theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe
werden ihr in der Taufe eingegossen. Die anderen Tugenden
bauen auf diesen dreien auf und müssen ständig erbeten
und geübt werden. Und dabei stellt man fest, dass der
Mensch in manchen Tugenden Fortschritte gemacht hat,
in anderen nicht, d.h. das Maß ist überall anders. Man ist
vielleicht demütig, aber noch nicht klug und wenn klug,
dann nur einmal, ein anderes mal wieder nicht, man ist
vielleicht oft fleißig, aber nicht immer, ein anderer wie-
derum ist vielleicht meist träge und nur selten fleißig, je-
mand hat vielleicht viel Liebe, aber zieht gern seinen eige-
nen Willen vor, ein anderer glaubt so sehr, dass er Berge
versetzen kann, aber bildet sich dann selber was drauf ein.
Dass jemand mehrere Tugenden gleichzeitig in einem hohen
Maße besitzt, wäre ein Zeichen von fortschreitender Heili-
gung.

Auf das rechte Maß kommt es an und das sollte hoch an-
gesetzt sein. Wie wir leicht ersehen, gleicht der Mensch in
dieser Hinsicht eher einem Schilfrohr, das vom Wind der
Prüfungen schnell hin- und hergetrieben wird, wie es Johannes
der Täufer nicht war.

Bei Gott, dem Dreieinigen, ist es anders: Er ist das, was
Er immer ist, unwandelbar. Er ist immer allmächtig,
allwissend, allgewaltig, immer liebend, immer gütig,
barmherzig, weise, schön, selig, gerecht, heilig und dies
im höchsten Maße. Das ändert sich nie, weil sein Wesen
unwandelbar ist, während der Mensch sich vom unwandel-
baren Gott wandeln lassen muss, hin zu immer mehr Fes-
tigkeit und Treue in allen Tugenden.

Wäre die Seele jetzt schon unwandelbar im höchsten
Maße aller Tugenden, wäre sie Gott, der allein un-
wandelbar ist. Darum ist sie natürlich nur geschöpfliches
Abbild Gottes, ausgestattet mit der Gnade Gottes, nicht
mit der Gottheit selbst.

Möge jede Seele den Lebenswandel anstreben, der dem
Willen des Himmlischen Vaters immer mehr entspricht,
indem man sich in jeder Heiligen Tridentinischen Opfer-
messe n. Pius V. wandeln lässt. Man legt sich und sein
ganzes Leben zusammen mit der Priesterhostie auf die
Patene und lässt sich und sein ganzes Leben beim hoch-
heiligen Wunder der Wandlung mitwandeln. Dann wird
nicht nur die Hostie zu Christus, sondern auch unser
Lebenswandel Christi Lebenswandel immer ähnlicher.

Ambulate in Christo!

Wandelt in Christus, dann wird seine Liebe euch
verwandeln in eine Tugendwiese!


vitae
Großartig! Vergelt's Gott fürs Einstellen!
Heilwasser
Segne es Gott! 😍