Gloria.tv And Coronavirus: Huge Amount Of Traffic, Standstill in Donations
Professor Georg May über die Entwicklung der "ungläubigen Theologie " der letzten 3oo Jahre. InterviewMore
Professor Georg May über die Entwicklung der "ungläubigen Theologie " der letzten 3oo Jahre.
Interview
xn--akademie-fr-das-leben-iic.de

300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie – Akademie für das Leben

Der Journalist und Publizist Martin Lohmann im Gespräch mit Prof. Dr. Georg May. In der Kirche kriselt es. In manchen Fragen sind Gläubige zum Teil …
Ich kann das Buch "Athanasius und die Kirche unserer Zeit" von Bischof Dr. Graber (www.sarto.de/product_info.php) auf's Wärmste empfehlen. Dieses Buch hat mir mehr geholfen als die spröde wissenschaftliche Auflistung von Prof. May auf 1118 (!) Seiten: "Angesichts der fortschreitenden Selbstauflösung der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum hat sich der Sarto Verlag für eine Neuauflage …More
Ich kann das Buch "Athanasius und die Kirche unserer Zeit" von Bischof Dr. Graber (www.sarto.de/product_info.php) auf's Wärmste empfehlen. Dieses Buch hat mir mehr geholfen als die spröde wissenschaftliche Auflistung von Prof. May auf 1118 (!) Seiten: "Angesichts der fortschreitenden Selbstauflösung der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum hat sich der Sarto Verlag für eine Neuauflage dieser tiefgreifenden Analyse des ehemaligen Regensburger Oberhirten entschieden. Sie wurde bereits 1973 veröffentlicht, hat aber bis heute nichts von ihrer Kraft verloren, die wahren Hintergründe für die zunehmend erschütternde Entwicklung aufzuzeigen, die unsere Kirche in besonders tragischer Weise heimsucht. Bischof Graber belegt: Der tiefgreifende Verlust der Glaubenspraxis unter den Gläubigen ist das Ergebnis eines schon lang geplanten Umsturzplans von Feinden im Innern der Kirche, vor denen schon der hl. Papst Pius X. gewarnt hat. - Ist diese Entwicklung noch aufzuhalten? Wer sind diese Feinde? Erfahren Sie mehr über die geistesgeschichtlichen Vorläufer des Linkskatholizismus, der aktuell die Speerspitze der kirchlichen Zerstörung bildet! ,,Ihr wollt Kinder des Lichtes sein, aber ihr möchtet die Kindschaft der Welt nicht gern aufgeben. Ihr solltet an die Buße glauben, aber ihr glaubt an das Glück der neuen Zeit. Ihr solltet von Gnade sprechen, aber ihr sprecht lieber vom menschlichen Fortschritt. Ihr solltet Gott verkünden, aber ihr predigt lieber den Menschen und die Menschheit. Ihr heißt euch nach Christus, aber ihr solltet euch lieber nach Pilatus nennen." Hl. Kirchenlehrer Athanasius von Alexandrien (295-373)" (Zitat Sarto Verlag).
Nachdem ich das Buch von Prof. May im Laufe des vergangenen Jahres komplett gelesen hatte, habe ich es enttäuscht weggelegt. Nicht nur ist es über weite Strecken in einem unerträglichen Lapidarstil geschrieben, sondern es wird auch in den meisten Fällen weder Freund noch Feind wirklich gerecht. Bei vielen Theologen, die Prof. May vorstellt, beschränkt er sich hinsichtlich der von ihnen …More
Nachdem ich das Buch von Prof. May im Laufe des vergangenen Jahres komplett gelesen hatte, habe ich es enttäuscht weggelegt. Nicht nur ist es über weite Strecken in einem unerträglichen Lapidarstil geschrieben, sondern es wird auch in den meisten Fällen weder Freund noch Feind wirklich gerecht. Bei vielen Theologen, die Prof. May vorstellt, beschränkt er sich hinsichtlich der von ihnen verfassten Werke auf ein bloßes title-dropping, was darauf hindeuten dürfte, dass er nur weniges davon näher angeschaut oder gar studiert hat.

So mancher unbescholtene Kirchenmann, wie z. B. Odilo Rottmanner OSB, kommt bei Prof. May schlecht weg, während er grundsätzlich Theologen, die seine Lehrer waren oder mit denen er anderweitig in gutem Kontakt stand, schont, was sie theologisch auch immer vertreten haben mögen.

Mein Fazit: Der selbstgewählte Stoff scheint den Autor heillos überfordert zu haben. 300 Jahre Theologiegeschichte zu behandeln ist ja in der Tat eine riesige Herausforderung, noch dazu für einen Nichthistoriker wie Prof. May. Am störendsten aber finde ich neben der unverhohlenen Parteilichkeit, die einem Wissenschaftler nie gut ansteht (obwohl sie weit verbreitet ist), das ständige moralische Abqualizieren derjenigen Personen, die aus seiner Sicht nicht oder doch nicht genügend katholisch sind.
Daher kann ich das Buch nicht und schon gar nicht uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen!
Moselanus
Ich fand das Buch auch schlecht und bin froh, dafür kein Geld ausgegeben zu haben.
M.RAPHAEL
Die Gläubigen sind die Avantgarde der Menschheit, das Beste, das überhaupt möglich ist. Das ist wirklich wahr. Vielen Dank.
Leider kommen ausgerechnet die Geist-Christologie und deren Vertreter, wie Walter Kasper, in seiner Liste nicht vor. Man gebe doch in die Suchmachine "Google" einmal den Suchbegriff "Spirit Christology" ein, oder "christologie selon l'Esprit".
Fügen Sie es gern hinzu.
Das ist nicht mein Buch!
Aber ohne die Geist-Christologie sind weder das Konzil, noch die Liturgiereform, noch der neue Weltkatechismus zu verstehen.
Wenn Sie kurz gefasst das Wesentliche hier berichten würden, könnte es so manchen nützlich sein.
Hier ein Beitrag von Prof. Karl-Heinz Menke in der Festschrift zum 80. Geburtstag von Walter Kasper: "Das heterogene Phänomen der Geist-Christologie"; books.google.co.uk/…/Mein_Herr_und_m…=onepage&q=Karl-Heinz%20Menke%20Geist-Christologie&f=false
@Santiago74 ;

Was ist Geist-Christologie?

Der britische Theologe Hershel Odell Bryant1 hat in einer Doktorarbeit an der Universiät Bangor in Wales versucht, eine Definition der Geist–Christologie zu liefern. Er unterscheidet dabei zwischen

pneumatischer Inspiration durch den Heiligen Geist,
pneumatischer Inkarnation
und pneumatischer Vermittlung.

Pneumatische Inspiration ist ein gegen die …More
@Santiago74 ;

Was ist Geist-Christologie?

Der britische Theologe Hershel Odell Bryant1 hat in einer Doktorarbeit an der Universiät Bangor in Wales versucht, eine Definition der Geist–Christologie zu liefern. Er unterscheidet dabei zwischen

pneumatischer Inspiration durch den Heiligen Geist,
pneumatischer Inkarnation
und pneumatischer Vermittlung.

Pneumatische Inspiration ist ein gegen die Menschwerdung Gottes gerichtetes System, welches Jesus von Nazareth einseitig von den Vorbildern der Propheten des Alten Bundes aus verstehen will. Es steht z. B. für den Häretiker Photinus im 4. Jahrhundert: Jesus, „ein reiner Mensch“, soll für seine messianische Mission mit dem Heiligen Geist während der Taufe im Jordan gesalbt worden sein, weil ER den Geist vorher nicht besessen habe.
Es ist tatsächlich reiner Adoptianismus und entspricht dem, was der reformiert-evangelische Prof. Hans-Joachim Kraus2 propagierte, weil diese Sicht der Dinge für den Dialog mit dem Judentum angeblich unabdingbar sei.

Pneumatische Inkarnation steht dagegen laut Bryant für ein System, welches ebenfalls leicht als irrgläubig zu entlarven ist. Vertreter dieser Spielart konnten nicht klar unterscheiden, wer eigentlich Mensch wurde, der Sohn oder der Heilige Geist. Zudem sahen sie, wie schon der heilige Bonaventura3 an dieser Auffassung kritisierte, den Hl. Geist als „ontologischen Klebstoff“ (glutinum) zwischen der menschlichen Natur und der Gottheit des Sohnes an. Doch wenn man zwei Holzleisten verleimt, ist die Leimschicht den jeweiligen Holzleisten näher, als die Holzleisten einander, weil sich ja die Leimschicht zwischen ihnen befindet. Zudem setzt dieses Modell nicht nur eine menschliche Natur voraus, die der Sohn Gottes annimmt, sondern geradezu eine vollständige Person. Die Einheit wäre dann aber nur akzidentell, und er wäre nicht dem Sein nach ein Christus, also kein Sohn Gottes, der die menschliche Natur annimmt und ihr dadurch erst sein eigenes, ungeschaffenes Dasein verleiht. Das Modell der pneumatischen Inkarnation ist also nestorianisch!

Die dritte Möglichkeit, die Bryant vorschlägt, die der pneumatischen Vermittlung, entpuppt sich als reiner Etikettenschwindel, weil ganz unklar bleibt, worin sie sich von der pneumatischen Inkarnation unterscheiden soll. Aber genau sie wird uns als der wahrhaft orthodoxe Kompromiß vorgeschlagen. Die einen, die sie vertreten, zeigen im Verlauf der Darstellung ihrer Ansichten, daß sie mehr oder weniger offen die monströse Theorie der „trinitarischen Umkehrung“ propagieren. Der Sohn soll schon innergöttlich aus dem Vater und dem Heiligen Geist hervorgehen, den sie mit der göttlichen Lebenskraft sowie der aktiven und erzeugenden Potenz gleichsetzen. Gott, strotzend vor Lebenskraft, zeuge in eben dieser Lebenskraft, die sein „Geist“ ist, seinen Sohn. Schon die Scholastik kannte eine solche Lebenskraft und nannte sie „potentia activa“, wie z. B. Thomas von Aquin in seiner Summe gegen die Heiden; jedoch wollte sie diese nur rein gedanklich von der Natur Gottes unterscheiden, weil man ja sonst jedes göttliche Attribut zur Person erheben könnte. Beten wir etwa die göttliche Allmacht als eigene Person an? Thomas setzt die „potentia activa“ mit der „potentia generativa“, dem Zeugungsvermögen Gottes gleich4 und unterscheidet sie nur begrifflich. Das Zeugungs–Vermögen ist ein der Person des Vaters zukommendes, rein gedankliches Attribut, welches sich aber weder sachlich noch virtuell von ihm unterscheidet. Kraft dieses rein gedanklichen Attributes zeugt der Vater den Sohn. Anders hingegen sehen es die Vertreter der Geist-Christologie: ihnen zufolge ginge der Geist vom Vater ‚in den‘ Sohn aus und „assistierte“ bei der Zeugung des Sohnes. Der Sohn wäre ein „durchleitender Kanal“, der den Heiligen Geist bloß empfinge und weiterschenkte, ohne ihn aus sich zu haben. [Kopler, Leopold; Die Lehre von Gott dem Einen und Dreieinigen, Linz 1933].

1 Hershel Odell Bryant, Spirit Christology in the Christian Tradition – From the Patristic Period to the Rise of Pentecostalism in the Twentieth Century. Arbeit zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophie an der Universität von Bangor, Wales. 21. Oktober 2013.
2 Hans-Joachim Kraus (* 17. Dezember 1918 in Essen; † 14. November 2000 ebenda) war ein deutscher reformierter Theologe. Kraus wurde durch seine historischen Arbeiten zur historisch-kritischen Bibelwissenschaft und sein Engagement im jüdisch-christlichen Dialog bekannt. Kraus war von seiner Prägung und seiner theologischen Profession her ein Grenzgänger: alttestamentlicher Systematiker, biblisch-systematisch orientierter Alttestamentler, Historiker der alttestamentlichen Bibelwissenschaft. In seinen systematischen Arbeiten verband er Ansätze der Theologie Karl Barths mit Erkenntnissen der alttestamentlichen Wissenschaft. Seine theologische Positionierung im Rahmen der Geist-Christologie und seine Funktion als Moderator des Reformierten Bundes (1982–1990) führten zu seinem öffentlichen Engagement, aber auch zu einem Eklat, bei welchem einige Professoren aus der Bewegung des Reformierten Bundes austraten: Kraus engagierte sich für die Aussöhnung zwischen Juden und Christen und begründete 1961 mit anderen christlichen Theologen und dem Rabbiner Robert Raphael Geis die Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen (AGJC) beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin. Kraus war erster Vorsitzender der AGJC.
3 Bonaventura, Opera Omnia III d. 2 art. 3 q. 3, Quelle: vollständig geladen von
„DocumentaCatholicaOmnia.eu“.
4 Siehe „de potentia 2,6“, zudem ist die potentia activa nicht nur ein notionaler Begriff, kommt also auch der wirkenden Natur Gottes zu (de pot. 2,2 ad 4). Siehe auch S.c.G. I,26-II,7-9.
Vielen Dank.
@santiago ; Das ist ein Auszug aus meinem zweiten Buch.
@Santiago74 ; Und noch eine kleine Zugabe:

Auch die Vorstellung dieser Leute von der Menschwerdung läuft dann auf das vorige Modell hinaus. Letztendlich muß mit den Worten des heiligen Bonaventura, des Begründers der franziskanischen Schule der Scholastik, auch dieses Modell verworfen werden, weil es eine Menschwerdung des Heiligen Geistes und nicht eine Menschwerdung des Sohnes zur Folge …More
@Santiago74 ; Und noch eine kleine Zugabe:

Auch die Vorstellung dieser Leute von der Menschwerdung läuft dann auf das vorige Modell hinaus. Letztendlich muß mit den Worten des heiligen Bonaventura, des Begründers der franziskanischen Schule der Scholastik, auch dieses Modell verworfen werden, weil es eine Menschwerdung des Heiligen Geistes und nicht eine Menschwerdung des Sohnes zur Folge hätte. Jede Art der Erklärung der Inkarnation durch „dazwischenkünftige Vermittlung (mediatione interveniente) von seiten des Heiligen Geistes“, wäre deshalb abzulehnen, weil der Heilige Geist niemals die Formalursache der Menschwerdung sein kann, welche dem ewigen Wort allein vorbehalten ist1. Das gleiche gilt übrigens für den priesterlichen Weihecharakter, für welchen der Heilige Geist auch nicht die Formalursache sein kann, sondern nur Wirkursache durch Appropriation (Zueignung)2. Warum das so ist, werden wir später noch erklären. Bleibt anzufügen, daß sich sämtliche Thomisten dem Franziskaner Bonaventura anschließen, der zudem noch ein großer persönlicher Freund des heiligen Thomas war.
Die ganz Schlauen, die sich jetzt traditionell geben wollen, konzipieren das dritte Modell so, daß zwar nicht der Heilige Geist der „Klebstoff“ der Union der beiden Naturen Christi sei, dafür aber ein eingegossener, geschaffener und gnadenhafter Habitus, den sie Modus Unionis, also Vereinigungsmodus nennen und dessen Verursachung sie dem Heiligen Geiste zueignen. Gegen Ende dieses Buches werden wir einen solchen sich traditionell gebenden Pseudo-Beweis für die Gültigkeit des neuen Pontifikale führen. Aber auch dieser Ansicht erteilt der heilige Bonaventura eine Abfuhr3, denn etwas Geschaffenes kann keine unendliche Wirkung haben. Die hypostatische Union ist aber dem Sein nach unendlich, also muß sie eine unendliche Ursache haben. Bleibt anzufügen, daß auch hier alle Thomisten dem heiligen Bonaventura bis heute folgen, dazu die Autoren der wichtigsten dogmatischen Handbücher, wie Diekamp, Scheeben, Garrigou-Lagrange; ja selbst Pohle spricht sich gegen Suaréz und Vazquez aus, die Scheeben als Modisten bezeichnet. Scheeben berichtet, daß ein so bedeutender Jesuit wie Gregor von Valencia die Sache genauso sieht wie die Thomisten. Nur kongruent (d.h. als einen für die Menschwerdung nicht ursächlichen, sondern nur zu ihr passenden Begleitumstand) kann Bonaventura einen solchen geschaffenen Habitus annehmen. Und so lehren es die wichtigen dogmatischen Handbücher bis heute. Man lese hierzu den Traktat bei Diekamp und Garrigou-Lagrange über die geschaffenen und akzidentellen Gnaden Christ, welche von der Gratia Unionis, der substantiellen Gnade der Einheit, welche das ewige Wort selbst ist, grundverschieden sind.4
Soweit der Überblick über die Lage! Halten wir fest, daß wir es in der Regel mit den Vertretern der dritten Gruppe zu tun haben, welche sich gleichzeitig der „trinitarischen Inversion“ verschrieben haben. Diese nutzen die Unwissenheit ihrer Leser und Studenten aus – denn oft handelt es sich um Professoren –, um ihre Lehren unter das Fußvolk zu bringen. Man hat es dabei mit dem üblichen Klüngel im Lehrbetrieb zu tun. Professoren, die von sich behaupten, sie seien konservativ, haben längst das Schlachtfeld geräumt und decken nur noch Themen wie Ehe, Familie, Verhütung und Abtreibung ab, sowie „Bewahrung der Schöpfungsordnung“ und ähnliches. Ausnahmslos Modernisten halten die Schlüsselpositionen in der Lehre besetzt, was spekulative Themen zur Dreifaltigkeit, zur Inkarnation und zum Heiligen Geist angeht. Ein Lieblingsargument dieser Leute ist die angebliche Übereinstimmung ihrer Lehre mit jener der östlichen Kirchenväter, was sie sich oft von angereisten Akademikern aus dem Osten bestätigen lassen, welche, angelockt durch Stipendien, als Claqueure zur Verfügung stehen. In Wirklichkeit lehren sie aber über den Ausgang des Heiligen Geistes genau das Gegenteil der griechischen Väter, wie wir noch sehen werden.
1 Opera Omnia III d. 2 art. 3 q. 3
2 Diekamp gegen den Theologen Farine, Dogmatik Band III, Traktat über die Sakramente im allgemeinen, Wirkungen der Sakramente. Diekamp-Jüssen, einbändige Ausgabe, Wil, Lizenzausgabe 2013, Seite 826 oben. Ebenso Pohles und Arthur Preuss‘ Hinweis im Traktat über die Wirkungen der Sakramente im allgemeinen auf Thomas: III q.63 a.2, ‚sed contra‘.
3 Bonaventura, Opera Omnia III d. 2 art. 3 q. 2
4 Seite 180 ff. bei Garrigou-Lagrange O.P., „de Christo Salvatore-Commentarius in III partem Summae Theol. Sancti Thomae“, Angelicum, Rom 1943. „archive.org“.
2 more comments from Maximos101
Danke für die Blumen!
@Santiago74 ; Leugnete der hl. Johannes von Damaskus den Ausgang des Hl. Geistes aus dem Sohn?

Auszug:

Der Hl. Geist ist also das Bild des Bildes des Vaters und geht so vom Vater durch (dia) den Sohn aus. Die Präposition „dia“, so führte Kardinal Bessarion auf dem Unionskonzil von Florenz aus, hat immer einen ursächlichen Sinn, denn wenn die Formel „vom Vater durch den Sohn“ transitiv …More
@Santiago74 ; Leugnete der hl. Johannes von Damaskus den Ausgang des Hl. Geistes aus dem Sohn?

Auszug:

Der Hl. Geist ist also das Bild des Bildes des Vaters und geht so vom Vater durch (dia) den Sohn aus. Die Präposition „dia“, so führte Kardinal Bessarion auf dem Unionskonzil von Florenz aus, hat immer einen ursächlichen Sinn, denn wenn die Formel „vom Vater durch den Sohn“ transitiv gemeint wäre, so stünde dort nicht „dia“, sondern „pro“. Damit ist die These des zu den Alt-Katholiken abgefallenen Priesters Joseph Langen1 eigentlich schon abgewiesen, die er von griechischen Gegnern des Filioque übernommen hatte, die mit diesen Ausflüchten ihre Irrlehre retten wollten. Kardinal Franzelin hatte diesbezüglich eine eigene Untersuchung angestellt2. Der hl. Johannes will durch die Präposition „dia“ einen Ordnungszusammenhang des Ursprungs herstellen und nicht etwa den Ausgang des Hl. Geistes auch aus dem Sohne an sich leugnen. Daß das so zu verstehen ist, kann man seinem Kommentar zum ersten Korintherbrief, Vers 8, 6 entnehmen, wo es heißt: „-, aber wir haben nur einen Gott: den Vater, von dem alles kommt und für den wir sind, und wir haben nur einen Herrn: Jesus Christus, durch den alle Dinge und auch wir das Dasein haben“. Johannes legt diese Stelle so aus, daß er darauf Wert legt, dort, wo es vom Vater heißt, es „komme alles von ihm“, sei nicht ausgeschlossen, daß eben auch „alles durch Christus“ komme, denn „durch (dia) ihn“ habe der Vater alles gemacht.3 Der Sohn ist also in der Ursachenordnung der Schöpfungstat inbegriffen, nicht als Werkzeug, sondern innerhalb der Hierarchie der Ursachen, welche die innergöttlichen Hervorgänge der Personen aus dem Vater abbilden. Dasselbe gilt dann auch für den immanenten Hervorgang des Hl. Geistes.
1 Im Lit.-Verz., Nachträge.
2 Ebenda.
3 Migne PG 95, col. 629D f.; nachgeprüft.
Diesen Auszug haben Sie bereits mal eingestellt, nicht wahr?
Kann sein! Aber das zeigt immerhin, daß Sie mitlesen.
@Santiago74 :

Der im westsyrischen Ritus der Patriarcheninthronisierung korrespondierende Satz zur Form des Novus Ordo der Bischofsweihe, Aramäisch, Lateinisch, Deutsch.

Es sei angemerkt, daß dieser Satz im Ritus der Inthronisierung eben nur irgendeine Formulierung ist, wo man früher nicht an so etwas wie an eine "Form" einer Bischofsweihe gedacht hatte, auch nicht in seiner peudepigraphischen…More
@Santiago74 :

Der im westsyrischen Ritus der Patriarcheninthronisierung korrespondierende Satz zur Form des Novus Ordo der Bischofsweihe, Aramäisch, Lateinisch, Deutsch.

Es sei angemerkt, daß dieser Satz im Ritus der Inthronisierung eben nur irgendeine Formulierung ist, wo man früher nicht an so etwas wie an eine "Form" einer Bischofsweihe gedacht hatte, auch nicht in seiner peudepigraphischen Vorlage, dem "Testamentum Domini".

anhar w'oshud law sakultonutho w taybutho, hoy d-men Ruhokh rishonoyo, hoy d'ashlemt l-abrokh habibo d-Moran Yeshu' Mshiho ... hab Ruho haw (das Demonstrativpronomen 'haw' ist maskulin und bezieht sich auf 'ruho -Geist'; maskuline Transkription) dilokh, Aloho qadisho, haw d-ethiheb la-hsayo dilokh ... : (also bezieht sich "'hoy' - lat. 'quam', auf 'taybutho', die Gnade).

illumina et effunde super eum (erwählter Patriarch) intelligentiam et gratiam, quae est a Spiritu tuo principali, quam tradidisti dilecto Filio tuo, Domino nostro Jesu Christo ... – concede ei Deus Spiritum Sanctum tuum qui datus fuit sanctis tuis ... :

Erleuchte und gieße über ihn aus Verstand und Gnade, welche von deinem fürstlichen Geiste ist, welche du deinem geliebten Sohn, Unserem Herrn Jesus Christus anvertraut (tradidisti) hast ... Gewähre ihm (dem Patriarcha electus), Gott, deinen Heiligen Geist, den du deinen Heiligen (Plur.: la-hsayo) gegeben hast.

Mit anderen Worten: Assemanis Text, den Denzinger in "Ritus orientalium" bringt, ist richtig und Dom Cagin, sowie Jean-Michel Hanssens haben falsch übersetzt, weil sie die maskuline Transkription übersehen haben.

"L-Hasyo - der Heilige", steht hier im Plural (la-hsayo), ganz im Gegensatz zur oben bezeichneten pseudepigraphischen Vorlage des Testamentums, welches Rahmani editiert hatte. Das ist auch logisch, denn die Monophysiten, die diesen Text aus der apokryphen Quelle übernahmen, waren sehr wohl eingedenk des can. 9 der 12 Anathemen des Cyrill von Alexandrien gegen Nestorius. Der Heilige (l-hasyo) im Singular könnte eben auch Christus bedeuten. Das Wort "l-hasyo" ist sehr vieldeutig: der Heilige, der Apostel, der Bischof, Christus. Aber im Plural heißt es nicht Christus.

Wenn Sie sich die koptische Vorlag ansehen, so ist dort der Begriff "Spiritus principalis" erst recht in einer Weise verwendet, welche das Filioque nicht kompromittiert, obwohl die monophysitischen Kopten es heute leugnen.
@Maximos101. Maxime! Axios!
@Petros Patrikios ; Ich schließe mich dem Lob an; dem des hl. Maximos des Bekenners.
@Maximos101

"Mit anderen Worten: Assemanis Text, den Denzinger in "Ritus orientalium" bringt, ist richtig und Dom Cagin, sowie Jean-Michel Hanssens haben falsch übersetzt, weil sie die maskuline Transkription übersehen haben."

Nicht zwingend! Ich habe zwar gerade die Werke von Cagin und Hanssens nicht zur Hand, vermute aber, dass sie das "quem" aus den lateinischen Fragmenten der Traditio …More
@Maximos101

"Mit anderen Worten: Assemanis Text, den Denzinger in "Ritus orientalium" bringt, ist richtig und Dom Cagin, sowie Jean-Michel Hanssens haben falsch übersetzt, weil sie die maskuline Transkription übersehen haben."

Nicht zwingend! Ich habe zwar gerade die Werke von Cagin und Hanssens nicht zur Hand, vermute aber, dass sie das "quem" aus den lateinischen Fragmenten der Traditio Apostolica haben:
"nunc effunde eam virtutem, quae a te est, principalis spiritus, quem dedisti dilecto filio tuo Iesu Christo, quod donavit sanctis Apostolis" - "nun gieße aus die Kraft, die von Dir ist, <die Kraft> des principalis spiritus, welchen Du gegeben hast Deinem geliebten Sohn Jesus Christus, welchen (egtl. "welches", also neutrum!) er geschenkt hat den heiligen Aposteln"
(Edmundus Hauler, Didascaliae Apostolorum Fragmenta Ueronensia Latina. Lipsiae: In aedibus B. G. Teubneri, 1900, p. 105)
@Maximos101

""L-Hasyo - der Heilige", steht hier im Plural (la-hsayo), ganz im Gegensatz zur oben bezeichneten pseudepigraphischen Vorlage des Testamentums, welches Rahmani editiert hatte. Das ist auch logisch, denn die Monophysiten, die diesen Text aus der apokryphen Quelle übernahmen, waren sehr wohl eingedenk des can. 9 der 12 Anathemen des Cyrill von Alexandrien gegen Nestorius. Der …More
@Maximos101

""L-Hasyo - der Heilige", steht hier im Plural (la-hsayo), ganz im Gegensatz zur oben bezeichneten pseudepigraphischen Vorlage des Testamentums, welches Rahmani editiert hatte. Das ist auch logisch, denn die Monophysiten, die diesen Text aus der apokryphen Quelle übernahmen, waren sehr wohl eingedenk des can. 9 der 12 Anathemen des Cyrill von Alexandrien gegen Nestorius. Der Heilige (l-hasyo) im Singular könnte eben auch Christus bedeuten. Das Wort "l-hasyo" ist sehr vieldeutig: der Heilige, der Apostel, der Bischof, Christus. Aber im Plural heißt es nicht Christus."

Sie haben Recht, ܠܚܤܝܐ steht bei Rahmani im Singular, bei Assemani im Plural. Dies erkennt man aber nur an den bei Letzterem vorhandenen Pluralpunkten, die Konsonanten sind in beiden Fällen dieselben. Leider ist das Manuskript, das Assemani für seine Edition verwendet hat (Bibliothek des römischen Maroniten-Kollegs, Cod. 75(I)), nicht online verfügbar, so dass wir nicht sicher wissen können, ob Assemani die Pluralpunkte in seiner Vorlage vorgefunden oder einfach das Wort als Plural interpretiert und die Punkte hinzugefügt hat.
@Oenipontanus ; Ne, ne, das hat nichts damit zu tun, daß man sich das aus der veronesischen Handschrift gefischt hat. Die Texte wurden ja in den Schemata des Consiliums als westsyrische ausgewiesen: rore-sanctifica.org/biblio-num-02.html
@Maximos101

"Wieso nicht verfügbar?" Die Edition Assemani's natürlich schon, die habe ich ja schon vor Jahren von den digitalen Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek heruntergeladen, aber die Manuskriptvorlage(!) von Assemani ist nicht verfügbar. Gerade die würde mich aber interessieren bezüglich der Frage, ob "Deinem Heiligen" oder "Deinen Heiligen" zu lesen ist.
@Maximos101

"Ne, ne, das hat nichts damit zu tun, daß man sich das aus der veronesischen Handschrift gefischt hat. Die Texte wurden ja in den Schemata des Consiliums als westsyrische ausgewiesen"

Die Schemata habe ich noch nicht studiert, Vergelt's Gott für den Hinweis darauf!

Wenn das Consilium etwas als "westsyrisch" ausgewiesen hat, so heißt das natürlich lange noch nicht, dass es auch "…More
@Maximos101

"Ne, ne, das hat nichts damit zu tun, daß man sich das aus der veronesischen Handschrift gefischt hat. Die Texte wurden ja in den Schemata des Consiliums als westsyrische ausgewiesen"

Die Schemata habe ich noch nicht studiert, Vergelt's Gott für den Hinweis darauf!

Wenn das Consilium etwas als "westsyrisch" ausgewiesen hat, so heißt das natürlich lange noch nicht, dass es auch "westsyrisch" ist. Meine Vermutung, dass das "quem" aus den Verona-Fragmenten kommt, beruht darauf, dass diese zur Zeit, zu der die konziliare Liturgie gebastelt wurde, fast allgemein als sehr verlässlicher Textzeuge der Traditio Apostolica angesehen und z. B. von Dom Bernard Botté als Fundament seiner Textrekonstruktion verwendet wurden.
@Oenipontanus ; @Santiago74 ; Aber in den Verona-Fragmenten steht letztendlich "quod"! Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum das Consilium die maronitischen Experten in der Ostkirchenkongregation nicht als Berater herangezogen hatte? Jahrhundertelang hatte der Hl. Stuhl der Kompetenz der Maroniten vertraut, zumal den Assemanis, wenn es um die Begutachtung zweifelhafter aramäischer …More
@Oenipontanus ; @Santiago74 ; Aber in den Verona-Fragmenten steht letztendlich "quod"! Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum das Consilium die maronitischen Experten in der Ostkirchenkongregation nicht als Berater herangezogen hatte? Jahrhundertelang hatte der Hl. Stuhl der Kompetenz der Maroniten vertraut, zumal den Assemanis, wenn es um die Begutachtung zweifelhafter aramäischer Texte ging. Die Maroniten waren auf der Hut gewesen vor allem, was nestorianisch und monophysitisch war. Aus dem Nestorianismus konvertierte Catholici und Bischöfe mußten das begriffliche System der Maroniten annehmen, sowohl was die Trinität als auch die Christologie anging. Also, warum wurden die Maroniten gemieden? Die Zerstörung ihres gutachterischen Rufes hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte. Ohne es zu wissen, deckte Prof. Dr. Dr. Michael Breydey in einem Bericht in der Reihe "Forschungsberichte des Landes NRW" im Jahr 1985 dieses Kesseltreiben auf, ohne allerdings den wirklichen Hintergrund zu erkennen. Im Mittelpunkt der Intrige standen Kardinal Tisserant als Präfekt der Ostkirchenkongregation und sein Subjekt, Jean-Baptiste Chabot (Chabrot?). Hier ist ein Link auf einen Artikel von mir, den ich im Kreuzgang-Forum veröffentlicht habe:
www.kreuzgang.org/viewtopic.php

Und in Ergänzung dazu, die von Tisserant eingeleitete Wiedereinführung der Anaphora des Theodor von Mopsuestia:
www.kreuzgang.org/viewtopic.php

Außerdem wird aus den Artikeln deutlich, daß Tisserant die Syro-Malankaren und Syro-Malabaren schon Jahrzehnte vor dem Konzil als liturgische Versuchskanninchen benutzt hatte. Was Tisserant vorhatte, war nichts anderes, als den Maroniten eine jahrhundertelange Verschwörung anzuhängen, sie hätten mit ihrer Ketzerriecherei längst fällige Unionen mit den Nestorianern verhindert. Der Versuch, Nestorius zu rehabilitieren, geht auf J.-F. Bethune-Baker zurück, dem sich P. Martin Jugie in seinem immer noch aktuellen Werk über den Nestorianismus entgegenstellte: archive.org/details/nestoriusetlacon00jugi

Man beachte in dieser Hinsicht sein Vorwort! Jugie wies auch auf die Zusammenhanglosigkeit der nestorianischen Terminologie hin. Ein trauriges Nachspiel hatte diese neue Rezeption des Nestorius in der Zeit nach dem Konzil, in einem quasi "nestorianischen Glaubensbekenntnis" des P. Martin Lugmayr FSSP, die er auf einem von Dr. Heinz-Lothar Barth organisierten Kolloquium zum Thema der Anaphora von Addai & Mari ablegte. Übrigens hatte Jugie auch einen hervorragenden Artikel über den Palamismus verfaßt, der im DTC erschien: archive.org/details/JugiePalamas001

Jugie schöpfte dabei auch aus Abhandlungen der griechischen Gegner des Gregorios Palamas, die Thomas ins griechische übersetzt hatten. Diese Abhandlung findet man bei Migne.
@Oenipontanus ; Prof. Dr. Gabriel Rabo hatte einmal vor Jahren die Freundlichkeit gehabt, mir ausgehend von einem Mikro-Fiche einer Handschrift des Patriarchen Michael aus dem 12. Jhr., das jakobitische Gebet der Handauflegung der Bischofsweihe zu editieren. Allerdings war es die wirkliche Bischofsweihe, nicht das "klementinische" Gebet der Inthronisierung des Patriarchen. Er hatte schon …More
@Oenipontanus ; Prof. Dr. Gabriel Rabo hatte einmal vor Jahren die Freundlichkeit gehabt, mir ausgehend von einem Mikro-Fiche einer Handschrift des Patriarchen Michael aus dem 12. Jhr., das jakobitische Gebet der Handauflegung der Bischofsweihe zu editieren. Allerdings war es die wirkliche Bischofsweihe, nicht das "klementinische" Gebet der Inthronisierung des Patriarchen. Er hatte schon Probleme mit der Leserlichkeit es Textes. Er war damals von Doktor an der Universität Göttingen.
@Maximos101
"Prof. Dr. Gabriel Rabo hatte einmal vor Jahren die Freundlichkeit gehabt, mir ausgehend von einem Mikro-Fiche einer Handschrift des Patriarchen Michael aus dem 12. Jhr., das jakobitische Gebet der Handauflegung der Bischofsweihe zu editieren. Allerdings war es die wirkliche Bischofsweihe, nicht das "klementinische" Gebet der Inthronisierung des Patriarchen. Er hatte schon …More
@Maximos101
"Prof. Dr. Gabriel Rabo hatte einmal vor Jahren die Freundlichkeit gehabt, mir ausgehend von einem Mikro-Fiche einer Handschrift des Patriarchen Michael aus dem 12. Jhr., das jakobitische Gebet der Handauflegung der Bischofsweihe zu editieren. Allerdings war es die wirkliche Bischofsweihe, nicht das "klementinische" Gebet der Inthronisierung des Patriarchen. Er hatte schon Probleme mit der Leserlichkeit es Textes."

Ich nehme an, Sie sprechen von "Anhang 5" Ihres Buches "Die Frage der Gültigkeit etc."!? Die Handschrift Vat. syr. 51 ist inzwischen als Farbscan in erträglicher Qualität online verfügbar. Dass Dr. Rabo Probleme mit dieser Handschrift hatte, dürfte am Mikro-Fiche gelegen haben, denn übermäßig schwer lesbar ist sie nicht. Sollten Sie daran interessiert sein, würde ich in nächster Zeit einmal die Transkription, die Dr. Rabo Ihnen zukommen hat lassen, am Original überprüfen und Ihnen dann das Ergebnis inklusive neuer deutscher Übersetzung schicken. Soweit ich auf die Schnelle sehen konnte, hat Dr. Rabo zumindest an einer Stelle voll daneben gegriffen: ܗܘ ܕܫܖܢܬ ܠܢ ܗܘ ܡܐ ܕܫܪܪ "Du hast uns das geschenkt, was wahr ist" ist nach Vat. syr. 51 eindeutig zu lesen: ܗܘ ܕܫܖܢܬ ܠܢ ܗܘܢܐ ܕܫܪܪ "Du hast uns die Erkenntnis der Wahrheit geschenkt". Syrisch "hawno" entspricht dem lateinischen "intellectus" in all seinen möglichen Facetten.
@Maximos101

"Aber in den Verona-Fragmenten steht letztendlich "quod"!"

Es steht einmal "quem" und einmal "quod", beides dürfte sich auf den spiritus principalis beziehen. Im Übrigen ist das "quod" grammatikalisch falsch, da es sich ja auf etwas grammatikalisch Sächliches beziehen müsste, was aber nicht gegeben ist. Hauler hat bereits als Quelle dieses Fehlers den Umstand angesehen, dass …More
@Maximos101

"Aber in den Verona-Fragmenten steht letztendlich "quod"!"

Es steht einmal "quem" und einmal "quod", beides dürfte sich auf den spiritus principalis beziehen. Im Übrigen ist das "quod" grammatikalisch falsch, da es sich ja auf etwas grammatikalisch Sächliches beziehen müsste, was aber nicht gegeben ist. Hauler hat bereits als Quelle dieses Fehlers den Umstand angesehen, dass die lateinischen Fragmente aus dem Griechischen übersetzt sind und in dieser Sprache das Wort πνευμα ("Geist") sächlich ist.
@Oenipontanus ; Wer schrieb in einem solchen Latein?

Anmerkungen zur fraglichen Redaktion der veronesischen Handschrift, der lateinischen Version der Traditio apostolica

Hat Hippolyt die „Traditio apostolica“ verfaßt? Welche Anhaltspunkte für den Zeitpunkt der Abfassung der Schrift und für ihren Autor liefert uns das Latein, in welchem das Dokument gehalten ist? Die in Verona aufgefundenen …More
@Oenipontanus ; Wer schrieb in einem solchen Latein?

Anmerkungen zur fraglichen Redaktion der veronesischen Handschrift, der lateinischen Version der Traditio apostolica

Hat Hippolyt die „Traditio apostolica“ verfaßt? Welche Anhaltspunkte für den Zeitpunkt der Abfassung der Schrift und für ihren Autor liefert uns das Latein, in welchem das Dokument gehalten ist? Die in Verona aufgefundenen Handschriften umfassen nicht nur das, was man heute als Traditio apostolica bezeichnet, sondern auch die Didaskalia und das pseudepigraphische VIII. Buch der Apostolischen Konstitutionen(1). Weiter beigefügt waren Konsularlisten, welche es erlauben, die Abfassung der Dokumente auf die Wende vom 4. zum 5. Jhr. n. Chr. zu datieren. Es fand sich daselbst außerdem eine Sammlung mit Briefen des gotischen Arianerbischofs Maximinus (2). Von zehn in den Ausführungen der Traditio Apostolica zur Bischofsweihe enthaltenen Schriftzitaten stimmen nur vier mit der Vulgata überein, wobei die Kürze der Zitate aber auch kaum eine andere Übersetzung zuließ. Alle übrigen passen zu keiner bekannten lateinischen Bibelübersetzung, geschweige denn zum Latein der Epoche oder der vorangegangenen. Wer schrieb in einem solchen Latein? Da der Stil der veronesischen Didaskalia mit jenem der Traditio Apostolica identisch ist, müssen wir davon ausgehen, daß arianische Goten diese Texte kompiliert haben, denn sie waren zur betreffenden Zeit in Norditalien. Welche Schlußfolgerungen können wir daraus ziehen? Daß Arianer diese Text in ihrem Sinne verändert haben? Das ist zwar nicht auszuschließen, aber auch nicht notwendigerweise anzunehmen. Rudolf Lorenz berichtet nämlich in „Arius judaizans? (3)“ von einem allgemeinen Interesse der Arianer an apokrypher Literatur, welche sie zur Schärfung ihrer Argumentation verwendeten. Wie auch immer, wir können diese Texte unmöglich als authentisch ansehen. Bezeichnend ist aber, daß wir die Erhaltung dieser Schriften, deren religiöse Vorstellungen über Gott, Menschwerdung und Liturgie sich auf dem Konzil durchsetzten, wahrscheinlich gotischen Arianern verdanken.
1 Walls, A. F., The Latin version of Hippolytus‘ Apostolic Tradition, Seiten 155f.; Studia Patristica vol. III, Papers presented at the International Conference on Patristic Studies held at Christ Church College, Oxford, 1959, edited by F.L. Cross. Quelle: „archive.org“.
2 Quelle:„testimariani.net“: www.testimariani.net/…/MAXIMINUS Ep. G…
3 Lorenz, Rudolf: Arius judaizans?: Untersuchungen zur dogmengeschichtlichen Einordnung des Arius – Göttingen 1980.
@Oenipontanus ; @Santiago74 ; Bis auf die Änderung des Wörtchens "quam" durch "quem" entspricht aber die vom Consilium als westsyrischer Text ausgegebene Weiheliturgie (Zweck der Inthronisierung wurde verschwiegen), genau jenem Text, den wir auch bei Denzinger und Assemani finden. Die Änderung wird also nicht kommentiert. Was hätten maronitische Experten dazu gesagt? Weiterhin wurde in dem …More
@Oenipontanus ; @Santiago74 ; Bis auf die Änderung des Wörtchens "quam" durch "quem" entspricht aber die vom Consilium als westsyrischer Text ausgegebene Weiheliturgie (Zweck der Inthronisierung wurde verschwiegen), genau jenem Text, den wir auch bei Denzinger und Assemani finden. Die Änderung wird also nicht kommentiert. Was hätten maronitische Experten dazu gesagt? Weiterhin wurde in dem koptischen Beispieltext der Hinweis auf die Vollmacht des Bischofs Diener für das Heiligtum zu weihen gestrichen (constituendi cleros), ohne, daß diese Auslassung kenntlich gemacht wurde. Es ist übrigens auffällig, daß in den koptischen Weihetext der Begriff des "Spiritus principalis" so benutzt wird, daß er das Dogma des Filioque nicht kompromittiert.

Zur fraglichen Auslassung, siehe dieses Dokument aus dem Anhang des Schemas 220, Seite 53, PDF-Zähler 4: rore-sanctifica.org/…/Schemata_N-220_…

Hier der Text in Denzingers "Ritus Orientalium", Seite 24, PDF-Zähler 8:

rore-sanctifica.org/…/DENZINGER-02-RO…

Es ist eine solche Verkettung von Merkwürdigkeiten.
One more comment from Maximos101
@Oenipontanus ; @Santiago74 ; Die ursprüngliche Bedeutung des "hegemonikon Pneuma" hat nichts mit dem Hl. Geist als der dritten göttlichen Person zu tun, sondern geht auf die Stoa zurück:

Die kosmischen Zyklen und die Lehre der ewigen Wiederkehr in der Stoa: Die Welt wird vollständig durch die Urvernunft beherrscht und besitzt daher in jedem Augenblick die Fülle ihrer Vollkommenheit. Die …More
@Oenipontanus ; @Santiago74 ; Die ursprüngliche Bedeutung des "hegemonikon Pneuma" hat nichts mit dem Hl. Geist als der dritten göttlichen Person zu tun, sondern geht auf die Stoa zurück:

Die kosmischen Zyklen und die Lehre der ewigen Wiederkehr in der Stoa: Die Welt wird vollständig durch die Urvernunft beherrscht und besitzt daher in jedem Augenblick die Fülle ihrer Vollkommenheit. Die Stoa sieht das Wirken dieser Urvernunft in leiblichen Bezügen: nur das existiert, was wirken oder leiden kann, eben das Leibliche und Körperliche. Weil also der Noûs handelt, muß er ein Leib sein und das was von ihm beherrscht wird, ist Materie. Das sind die zwei Prinzipien des Kosmos, die formgebende Weltvernunft als ursächliches Urprinzip und das die Kausalität aufnehmende Prinzip, die Materie, welche keinen Widerstand leistet, weil sie die Form des Schöpfergeistes in sich aufnimmt. Diese beiden Prinzipien durchmischen sich und erklären das Wirken des stofflichen Pneuma, welches den Stoff durchdringt, um ihn zu beleben. Die Gesamtheit des Kosmos hat einen Zyklus: das Feuer, oder die aktive Kraft oder Macht (Zeus). Die christlichen Apologeten der Frühzeit erkannten in der aktiven Wirkmächtigkeit der Urvernunft den Logos prophorikós, oder den ‚spiritus principalis‘, eben jene Macht, die aus Gott ist. Nur ist es bei Theophilus von Antiochien und nach der Lehre der griech. Väter evident, daß diese Macht (dynamis) der Sohn selbst ist und nicht der Hl. Geist oder etwa auch irgendeine geschaffene Macht, die dem Sohn erst verliehen würde: (Bilz, Jakob: Die Trinitätslehre des hl. Johannes von Damaskus, S. 133ff.) Nach der Stoa hingegen gehen aus der Wirkkraft des primordialen Schöpfungsfeuers die vier Elemente hervor. Die Teilung des Hauches (Pneuma) läßt die Einzelwesen und das Ganze des Kosmos entstehen. Dieser Geist bewirkt die Welteneinheit und hält sie an ihren Enden zusammen. Der ‚spiritus principalis‘ bewirkt nach der Stoa die Rückkehr zum Ausgangspunkt des Kosmos und eine allgemeine Wiederherstellung durch die Einäscherung im Ursprungsfeuer, welches alle Gegensätze wieder aufhebt. [Handschriftliche Mitschrift , Vorlesung W. Hoeres, Sem. Zaitzkofen].

Das ursprüngliche Verständnis und der Sinn des „spiritus principalis“, auf den die Anhänger der neuen Bischofsweihe so viel Wert legen, leitet sich nämlich aus der peripatetischen, aber auch aus der stoïzistischen Philosophie her und meint das aktive und ursprüngliche göttliche Agens in der Formung und Lenkung des Kosmos

Diese Lehre der Stoa brachte der hl. Theophilus von Antiochien mit seiner Lehre über den Logos zusammen, den er als "Spiritus Dei" bezeichnete, der den "Principatus" innehätte. Zwar steht im griechischen Text nicht "hegemonia", sondern "arché", aber das ändert nichts. Jener Logos, der Geist Gottes, der die Kraft selbst ist, ist auch Christus: 1Cor.: 1,24, Christus Dei virtus, et Dei sapientia!

Theophil., Ad Autolyk. II, 10 und 22
: Alte Väterbibliothek, Kösel-Verlag, auf dem Server der Uni Fribourg; www.unifr.ch/bkv/kapitel294-9.htm ;

MPG06 col. 1063C und 1087AB
: documentacatholicaomnia.eu/…/1815-1875,_Mign…

Es zeugte also Gott mit seiner Weisheit sein Wort, das er in seinem eigenen Innern beschlossen (endiáthetos) trug, indem er es vor allen Dingen aus sich hervortreten ließ. [Man kann sich also mit Recht fragen, ob es denn für Theophilus schon vorher als Person dagewesen war]. Dieses Wort nun gebrauchte er als Mittel aller seiner Schöpfungen und erschuf alles durch daßelbe. Dies Wort heißt ‚der Anfang‘, weil es das Prinzip und der Herr aller Dinge ist, die durch daßelbe sind geschaffen worden. Dies Wort also, das da ist der Geist Gottes, das Prinzip (aller Dinge), die Weisheit und Kraft des Allerhöchsten1, war es, das auf die Propheten herabkam und durch sie die Offenbarungen über die Erschaffung der Welt und die übrigen Dinge redete. [Genau das ist der ursprüngliche Sinn des ‚spiritus principalis‘]. Denn die Propheten waren noch nicht, als die Welt entstand, aber die Weisheit Gottes, die in ihm ist, und das hl. Wort Gottes, das ewig bei ihm wohnt, waren schon. Eben aus diesem Grunde spricht es auch durch den Propheten Salomon: ‚Als er den Himmel zubereitete, war ich bei ihm, und als er den Grund der Erde fest machte, war ich bei ihm und ordnete mit.‘ Moses, der viele Jahre vor Salomon lebte, vielmehr das Wort Gottes durch ihn als Organ, sagt: ‚Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.‘“
Gott, der Vater aller Wesen, ist unbegrenzbar und befindet sich in keinem Raum; denn ‚es gibt keine Stätte seiner Ruhe‘. Sein Wort aber, durch welches er alles gemacht hat, das da ist seine Kraft und seine Weisheit, übernahm die Stelle des Vaters und Herrn aller Dinge, und dieses ist es, das an der Stelle Gottes im Paradiese erschien und mit Adam redete. Denn auch die Hl. Schrift belehrt uns, daß Adam sagte, er habe die Stimme gehört. Was ist aber die Stimme anderes als das Wort Gottes, welches auch sein Sohn ist? Nicht auf die Weise, wie die Dichter und Mythographen die Söhne der Götter erzeugt werden lassen, durch fleischliche Vermischung, sondern so, wie die Wahrheit das Wort darstellt, als ewig im Herzen Gottes beschlossen (endiáthetos). Denn bevor irgend etwas erschaffen wurde, hatte er dieses zum Ratgeber, da es sein eigener Gedanke und seine Weisheit ist. Als aber Gott die Dinge alle, die er zu erschaffen beschlossen hatte, erschaffen wollte, da erzeugte er dieses Wort als ausgesprochenes (prophorikós), den Erstgeborenen jeglicher Kreatur, nicht, daß er dieses Wortes verlustig wurde, sondern so, daß er es zeugte und in Ewigkeit mit seinem Worte beisammenblieb. Darauf fußt auch die Lehre der hl. Schriften und der mit dem Geist Gottes erfüllten Männer, von denen einer, Johannes, sagt: ‚Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott‘, womit er ausspricht, daß im Anfang nur Gott und das Wort in ihm da war. Hierauf sagt er: ‚Und Gott war das Wort; alles ist durch ihn gemacht‘. Das Wort ist also Gott und von Gott gezeugt. Und dies Wort schickt der Vater des Alls, wenn er will, nach irgendeinem Platze im Raum, und vom Vater geschickt erscheint es dort, wird gesehen und gehört und befindet sich so im Raume.“

1 Hier haben wir alles zusammen: „Dies Wort also, das da ist der Geist Gottes, das Prinzip (aller Dinge), die Weisheit und Kraft des Allerhöchsten“, ist der „spiritus principalis“. Näheres auch dazu bei Rudolf Lorenz, „Arius judaizans? Untersuchungen zur dogmengeschichtlichen Einordnung des Arius“, Göttingen 1978. Inbesondere das Kapitel über die Kosmologie der Pseudo-Klementinen.

Die pseudepigraphischen Texte, welche als angebliche "Traditio apostolica" Vorlage der neuen Bischofsweihe waren, reißen nun die "dynamis", welcher das "hegemonikon pneuma" ist und Jesus Christus auseinander. Damit sind diese Texte auch vom can. 7 der 12 Anathemen des hl. Cyrills von Alexandrien gegen Nestorius (und auch gegen Paul von Samosata) betroffen; (Denz. 119).
interessante Diskussion auf sehr hohem Niveau
@Notae ecclesiae ; Zum Glück kann ich auf vieles zurückgreifen, was ich schon vor Jahren geschrieben habe.
@Oenipontanus ; @Santiago74 ;
In der antiken griechischen Philosophie ist der Noûs (νοῦς) – seltener auch ‚Noos‘ geschrieben – der Geist, der Verstand oder auch die Vernunft. Für Platon war der Noûs der göttlichste Teil der Seele, die Intelligenz. Der Noûs besitzt eine große Bedeutung in der Philosophiegeschichte, da er begrifflich oft von Anaxagoras, Aristoteles und Plotin verwendet wurde, …More
@Oenipontanus ; @Santiago74 ;
In der antiken griechischen Philosophie ist der Noûs (νοῦς) – seltener auch ‚Noos‘ geschrieben – der Geist, der Verstand oder auch die Vernunft. Für Platon war der Noûs der göttlichste Teil der Seele, die Intelligenz. Der Noûs besitzt eine große Bedeutung in der Philosophiegeschichte, da er begrifflich oft von Anaxagoras, Aristoteles und Plotin verwendet wurde, um das allererste und vorzüglichste Prinzip aller Dinge zu bezeichnen, sozusagen die Weltvernunft einerseits, aber nach manchen Deutungen auch einfach und schlechthin Gott. Platon beschreibt im Timaios die Schöpfung der Menschenseele, wobei er den Demiurgen (Weltenschöpfer), der den unsterblichen Geist (Noûs) schuf, diesem einen Vorrang noch vor den niederen Göttern geben läßt. Sodann schloß der Demiurg diesen Erstlingsgeist in einen physischen Leib (soma) ein, schuf die sterbliche Seele (psyché), welche aus Starkmut und Begierde besteht. So verfällt die Psyché durch ihre Verbindung mit dem verderblichen Leib der Sterblichkeit. Und nur der Verstandesgeist (Noûs) stellt den unsterblichen Teil des Mensch dar, da er direkt mit jenem Noûs, welcher der göttliche Primatsgeist ist, in so enger Verbindung steht, daß er zur Unsterblichkeit berufen ist. [Vorlesung Prof. W. Hoeres, Sem. Zaitzkofen]
3 more comments from Maximos101
@Oenipontanus ; @Santiago74 ; @Notae ecclesiae ; @Ischa ; @vir probatus ; @Moselanus

Der amerikanische Zweig des Anglikanismus, die Episkopalkirche, führte 1979 den Novus Ordo der Bischofsweihe Pauls VI. ein.


Diese Sekte, welche auch die Weihe von Frauen kennt, hielt sich allerdings strenger an den genauen Wortlaut der Handschrift von Verona, welche damals,- was heute als Treppenwit…More
@Oenipontanus ; @Santiago74 ; @Notae ecclesiae ; @Ischa ; @vir probatus ; @Moselanus

Der amerikanische Zweig des Anglikanismus, die Episkopalkirche, führte 1979 den Novus Ordo der Bischofsweihe Pauls VI. ein.


Diese Sekte, welche auch die Weihe von Frauen kennt, hielt sich allerdings strenger an den genauen Wortlaut der Handschrift von Verona, welche damals,- was heute als Treppenwitz unter Gelehrten gilt (Jean Magne, Bernard Gy, Jean-Michel Hanssens, Metzger, P. Bouyer) -, Hippolyt zugeschrieben wurde.

American Book of Prayer 1979:

justus.anglican.org/…/Latin_1979.htm

Deus et Pater Domini nostri Iesu Christi, Pater misericordiarum et Deus totius consolationis qui in excelsis habitas et humilia respicis, qui cognoscis omnia antequam nascantur: Tibi gratias agimus quoniam praedestinasti ex principio genus hereditates esse testamenti Abrahae, prophetas, principes, et sacerdotes constituens, et sanctuarium tuum sine ministerio non derelinquens. Te laudamus etiam ut ex initio saeculi bene tibi placuerit in his quos elegisti praedicari.

Nunc Episcopus Praesidens et Episcopi alii manus super caput episcopi electi imponunt, simul dicentes

N. fac igitur, Pater, episcopum in Ecclesia tua. Effunde super eum virtutem quae a te est, principalis Spiritus quem dedisti dilecto Filio tuo Iesu Christo, quod donavit sanctis apostolis qui constituerunt Ecclesiam per singula loca, sanctificationem tuam in gloriam et laudem indeficientem Nomini tuo.


Episcopus Praesidens sic pergit

Da cordis cognitor Pater super hunc servum tuum quem elegisti ad episcopatum pascere gregem Christi, et primatum sacerdotii tibi exhibere sine reprehensione servientem noctu et die in ministerio reconciliationis, et veniam pronuntiare in Nomine tuo, et offere dona sancta, et prudenter praeesse vitae operique Ecclesiae. In omnibus, coram te oblationem placitam offerat vitae mundae, mansuetae, sanctaeque; per Puerum tuum Iesum Christum, cui tecum, et Spiritu Sancto, sit gloria et potentia et honor, et nunc et in saecula saeculorum.

Populus clara voce respondet, dicens Amen.

Episcopus novus secundum ordinem episcoporum vestitur.

Scripturae Sacrae cum his verbis donantur

Accipe Sacras Scripturas. Pasce gregem Christi curae tuae commissum, eos custodi et defende in veritate eius, atque ministrum fidelem Verbi sancti eius et Sacramentorum te praebe
.
@Santiago74 ; @Notae ecclesiae ; Anhang 3) meines zweiten Buches:

Panpsychismus (von altgriech. πᾶν pan „alles“ und ψυχή psyche „Geist, Seele“) ist eine metaphysische Theorie, der zufolge alle existenten (und nicht auf anderes reduzierbaren) Objekte geistige Eigenschaften besitzen.

Der Panpsychismus bietet einen Lösungsvorschlag für das sogenannte „Leib-Seele-Problem“, das sich mit dem …More
@Santiago74 ; @Notae ecclesiae ; Anhang 3) meines zweiten Buches:

Panpsychismus (von altgriech. πᾶν pan „alles“ und ψυχή psyche „Geist, Seele“) ist eine metaphysische Theorie, der zufolge alle existenten (und nicht auf anderes reduzierbaren) Objekte geistige Eigenschaften besitzen.

Der Panpsychismus bietet einen Lösungsvorschlag für das sogenannte „Leib-Seele-Problem“, das sich mit dem Verhältnis von Materie und Geist beschäftigt. Panpsychisten gehen davon aus, daß sich im Laufe der Evolution eine zunehmende Entwicklung geistiger oder mentaler Eigenschaften ereignet hat. Man kann sich nun fragen, ob und wie Geist aus der Materie hervorgehen kann. Dualisten behaupten, daß der Geist nicht aus der Materie hervorgehen kann und prinzipiell von anderer Art ist als die Materie. Materialisten hingegen behaupten, daß mentale oder geistige Eigenschaften nichts anderes sind als komplexe Anordnungen von rein materiellen Dingen. Panpsychisten verneinen die dualistische Trennung von Geist und Materie. Sie verneinen aber auch die These, daß geistige oder mentale Eigenschaften aus rein materiellen Dingen plötzlich und unvermittelt hervorgehen können. Für Panpsychisten ist die Entwicklung des Geistigen und Mentalen nur dann erklärbar, wenn Vorstufen des Geistigen oder Mentalen schon in die Grundstruktur der materiellen Welt integriert sind. Solche Vorstufen mentaler Eigenschaften werden oft „proto-mentale“ Eigenschaften genannt.
Vorsokratiker und Antike
Erste panpsychistische Theorien finden sich bereits bei den Vorsokratikern. Insbesondere die milesischen Naturphilosophen Thales, Anaximenes, Anaxagoras gehen davon aus, daß geistige Eigenschaften als universelles Lebensprinzip und als ordnendes Element des Kosmos überall ihre Wirkung entfalten. Demgegenüber vertritt Empedokles die Ansicht, daß alle Eigenschaften – und damit auch die des Geistigen – aus den vier Elementen hervorgehen (Emergenz).
Da für Platon eigenständige Bewegung ein Definitionsmerkmal der Seele ist, faßt er auch Tiere und Gestirne als beseelt auf, im Timaios auch Pflanzen. Der Kosmos selbst verfügt über Vernunft, die ihren Sitz in der Weltseele (ψυχή τοῦ παντός psychḗ tou pantós) hat. Ein Schöpfergott, der Demiurg, bildete die Weltseele, verlieh ihr Teilhabe an den Ideen und pflanzte sie in die Welt, um die Vernunft in das Weltganze zu bringen und es dadurch vollkommener zu machen. Die Weltseele ist die Kraft, die sich selbst und alles andere bewegt. Sie ist der Welt immanent, überall in ihr verbreitet und umgibt sie zugleich.
Die Stoiker vertreten die These, daß aller Stoff (hyle) der Wirklichkeit durch die göttliche Vernunft (logos) beseelt ist. Der von Platon und der Stoa inspirierte Philosoph Plotin behauptet ebenfalls, daß der Kosmos überall geistige Eigenschaften birgt, da der Kosmos göttlichen, und damit geistigen Ursprungs ist (Emanation). Die von Aristoteles geprägte Philosophie des Mittelalters steht dem Panpsychismus meist skeptisch gegenüber: Die meisten Denker der christlichen Tradition sprechen einzig den Lebewesen (und meist nur dem Menschen als Ebenbild Gottes) eine Seele und damit geistige Eigenschaften zu. Die unbelebten Dinge des Diesseits sind rein physischer Natur und somit „geist-frei“.
Renaissance
In der Renaissance erlebt der Panpsychismus eine Blütezeit: Die Philosophen Nikolaus von Kues (Nicolaus Cusanus), Gerolamo Cardano, Bernardino Telesio, Francesco Patrizi da Cherso und Tommaso Campanella sprachen der gesamten Wirklichkeit geistige Eigenschaften zu. Patrizi ist der erste Philosoph, der für diese Weltanschauung den Ausdruck „Panpsychismus“ geprägt hat. Giordano Bruno geht davon aus, daß der Kosmos sowohl in zeitlicher als auch in räumlicher Hinsicht unendlich ist: Der Kosmos existiert seit ewigen Zeiten und hat auch keine räumlichen Grenzen. Bruno faßt den Kosmos als unendlich großen Organismus auf, in dem alle Dinge mit allen anderen zusammenhängen. Die Dinge können sich kraft der überall vorhandenen geistigen Eigenschaften gegenseitig beeinflussen. Bruno nimmt hier die Monadenlehre von Leibniz vorweg – mit dem Unterschied, daß Bruno (wie Whitehead im 20. Jh.) die interagierenden Monaden nicht als „fensterlos“ ansieht.
Neuzeit
Für Baruch de Spinoza gibt es nur eine einzige Substanz: die Natur bzw. Gott. Nach Spinozas bekannter Formel Deus sive Natura („Gott oder die Natur“) ist die Natur identisch mit Gott und Gott identisch mit der Natur. Das heißt, der gesamte Kosmos ist eine einzige Substanz, es gibt nichts außerhalb von ihr, sie ist in nichts Anderem, und somit sind alle existierenden Dinge und Eigenschaften zugleich Seinsweisen und Eigenschaften dieser einen Substanz. Die Substanz bzw. Gott hat unendliche viele Attribute (Eigenschaften). Zwei dieser Attribute sind das Denken (geistige Eigenschaften) und die Ausdehnung (physische Eigenschaften). Da die Substanz geistige Eigenschaften hat und alles, was in der Wirklichkeit existiert, nur eine Seinsweise der einen Substanz ist, weist die Wirklichkeit überall geistige Eigenschaften auf.
Gottfried Wilhelm Leibniz geht in seiner Monadologie davon aus, daß der gesamte Kosmos aus unendlich vielen Monaden besteht. Die punktartigen Monaden sind immaterielle Gestaltprinzipien bzw. formende Kräfte, die unteilbar, unvergänglich und alle voneinander verschieden sind. Jede Monade strebt ein Ziel an, das heißt, sie ist als Entelechie tätig und weist insofern eine Fähigkeit zur Perzeption auf. Die Perzeptionen sind simple, unbewußte Wahrnehmungen. Nur wenn ein Organismus hinreichend komplex ist (durch die Organisation der Monaden), bilden sich bewußt erlebte Apperzeptionen heraus, die schließlich in die Selbstwahrnehmung höher entwickelter Organismen münden können. Leibniz vertritt einen Psychophysischen Parallelismus: Zwischen geistigen und physischen Ereignissen gibt es keine direkte kausale Wechselwirkung. Vielmehr laufen diese Ereignisse, wie die Zeiger synchronisierter Uhren, parallel zueinander ab. Gott hat die Welt mit einer prästabilierten Harmonie versehen, so daß geistige und physische Ereignisse in perfektem Einklang zueinander auftreten.
Deutscher Idealismus
Der Geist ist für G.W.F. Hegel die Wahrheit und das „absolut Erste“ der Natur. Denn alle Dinge und Eigenschaften der Wirklichkeit (z. B. die Natur) sind Ableitungen der Idee, aus der sich die objektiven, ewigen Grundstrukturen der Wirklichkeit ableiten lassen. Für Hegel ist die gesamte historische Wirklichkeit der Prozess eines überall gegenwärtigen Weltgeistes.
Friedrich Schelling betrachtet die Natur, ähnlich wie Giordano Bruno, als einen riesigen Organismus. Die Natur hat allerorts geistige und physische Eigenschaften und befindet sich in einem steten dynamischen Prozeß der Evolution. Das Absolute (die Weltseele) erblickt sich selbst im Laufe der Evolution durch die Geistestätigkeiten des Menschen. Basierend auf dem Idealismus Hegels begründeten angelsächsische Philosophen wie Francis Herbert Bradley, John McTaggart, Ellis McTaggart und Josiah Royce im späten 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert eine eigene Schule des Absoluten Idealismus mit panpsychistischer Prägung.
20. Jahrhundert
Ein umfassendes panpsychistisches Weltbild hat der Mathematiker und Philosoph Alfred North Whitehead entwickelt. Beeinflußt von Henri Bergson und William James geht Whitehead davon aus, daß sich die Wirklichkeit nicht aus träger, empfindungsloser Materie konstituiert, sondern aus „wirklichen Einzelwesen“ („actual entities“), die als „komplexe und ineinandergreifende Erfahrungströpfchen“ mit dem Charakter von Prozessen, die werden und vergehen, aufzufassen sind. Die wirklichen Einzelwesen, die Whitehead auch wirkliche Ereignisse nannte, sind unteilbar und die fundamentalsten Entitäten der Wirklichkeit. Somit gleichen sie zwar den Monaden von Leibniz, doch die wirklichen Einzelwesen haben „Fenster“: Das heißt, die wirklichen Einzelwesen erfassen sich gegenseitig und nehmen dadurch aufeinander Einfluß. In seinem Hauptwerk „Prozeß und Realität“ spricht Whitehead von „Prehensionen“ (dem Erfassen), also nicht notwendig bewußten Vorgängen der Informationsverarbeitung. Durch diese wechselseitigen Prehensionen der wirklichen Ereignisse wird der Kosmos zu einem gigantischen Netz aus Einzelwesen, die sich gegenseitig beeinflussen und so den Prozess der Evolution ermöglichen. Bei Whitehead sind alle wirklichen Einzelwesen „bipolar“, das heißt, sie haben einen physischen Pol der kausalen Verursachung und einen geistigen Pol der teleologischen Gründe.
Pierre Teilhard de Chardin war als Philosoph, Geologe und weltweit anerkannter Paläontologe tätig. Darüber hinaus hat der Jesuitenpater als einer der ersten Denker die Evolutionstheorie Charles Darwins in ein philosophisches Denkmodell eingebettet, was ihm vonseiten des Vatikans ein Publikationsverbot und ein 20-jähriges Exil in China einbrachte. Teilhard de Chardin geht davon aus, daß allen physischen Dingen geistige Eigenschaften innewohnen: Der „Weltstoff“ entspricht einer dynamischen Energie, die sowohl eine physische Außenseite („tangentiale Energie“) als auch eine geistige Innenseite („radiale Energie“) aufweist.

Und genau hier liegt das Schrot gepfeffert im Hasen! Wenden wir uns nun dem Werk von David Skrbina, „Panpsychism in the West“, erschienen bei Massachussetts-Institute-of-Technology-Press, Cambridge / MA – London 2005 zu. Mit Bezug auf die Stoa schreibt Skrbina auf Seite 56:

Übersetzung: „In einer anderen Rolle hält das Pneuma (der Geist) nicht nur alle Dinge zusammen; es macht sie wirklich eins. Es steht für die Einheit des Seins. Die Einheit einer Sache wird beschrieben als das, was über das Objekt herrscht und seinen Charakter bestimmt. Dieses herrschende Einheitsprinzip, ein weiteres wichtiges Konzept der stoïzistischen Philosophie wohlgemerkt, hat einen besonderen Namen: hegemonikon (von ‚hege‘, leiten und ‚mone‘, einzeln [man denke jetzt bitte an den ‚Geist der Leitung‘ in der deutschen Übersetzung der Form des Pontifikale von Paul VI.]1), oft wird es auch übersetzt als der ‚leitende Teil der Seele‘. Das Hegemonikon, wie das Pneuma auch, ist in allen Augenblicken der Existenz gegenwärtig. Kleanthes war der Auffassung, daß die Sonne der Hegemonikon des Kosmos wäre. Cicero beschrieb die Sache so:“ Fortsetzung:„Da gibt es etwas Naturhaftes [das Pneuma], welches den gesamten Kosmos zusammenhält und ihn erhält … und jedes Ding der Natur ist zusammengefügt und mit etwas anderem verbunden; und weil es in sich irgendwo ein ‚leitendes Organ‘ haben muß, wie der Geist im Menschen und im wilden Tier etwas Analoges zum Geist, das sein Kraftquell für seinen Hunger nach den Dingen ist; in Bäumen und Pflanzen, die in der Erde wachsen, muß dieses Leitungsorgan seinen Sitz in den Wurzeln haben. Mit Leitungsorgan meine ich, was die Griechen als ‚Hegemonikon‘ bezeichnen; in jeder Art einer Gattung kann nichts vorzüglicheres gefunden werden (Über das Wesen der Götter 2, 29; zitiert bei Inwood und Gerson 1997: 146).“

Unser Fazit: Der Panpsychismus, eine moderne Form des Animismus, hat ‚seinen Gott‘, den Gott der Immanenz, das ‚pneuma hegemonikon‘ oder auch den ‚spiritus principalis‘. Den könnte man genauso gut ‚Wakan Tanka‘ in der Sprache der Sioux nennen, oder ‚Manitu‘, oder auf Irokesisch ‚Orenda‘. Der Konzilsbischof könnte sich ohne weiteres im Rahmen einer Sonnentanzzeremonie nordamerikanischer Prairie-Indianer „ordinieren“ lassen. Wir stellen uns auch die Frage, warum dieses Publikationsorgan in Massachussetts, welches dem Forschungstempel schlechthin der amerikanischen Laborratten angehört, ein solches Buch über den Panpsychismus veröffentlicht. Das MIT ist vergleichbar mit dem CNRS in Frankreich und dem Frauenhofer-Institut in Deutschland. Sollen hier Konzeptualismus und Operationalismus mit dem Animismus versöhnt werden? Ist die Geist-Christologie des Konzils nicht genau dasselbe? Warum sind Evolutionstheorie und Urknall für die Konzilskirche so wichtig? Braucht die Konzilskirche nicht etwa den Urknall als Requisit für ihre geheime stoïzistische Lehre vom ursprünglichen schöpferischen Feuer des pneuma hegemonikon? Die pluralistische Religionstheorie von John Hicks erscheint als kultische Anwendung des theoretischen Unterbaus des Panpsychismus.
1 [...] unsere Einfügung
@Santiago74 ; @Notae ecclesiae ; Aus meinem Glossar: Bitte beachten Sie auch den aktuellen Zusammenhang mit der Diskussion um den Kult der Pachamama:

Wakan oder Wakon (waˈkʰɑːŋ̍) ist ein Wort aus den Sioux-Sprachen der nördlichen Lakota, Nakota und auch Dakota, der südlichen Dhegiha-Sioux (Kansa, Omaha, Osage, Ponca, Quapaw) sowie der verwandten Oto, Iowa und Missouri-Indianer und bedeute…More
@Santiago74 ; @Notae ecclesiae ; Aus meinem Glossar: Bitte beachten Sie auch den aktuellen Zusammenhang mit der Diskussion um den Kult der Pachamama:

Wakan oder Wakon (waˈkʰɑːŋ̍) ist ein Wort aus den Sioux-Sprachen der nördlichen Lakota, Nakota und auch Dakota, der südlichen Dhegiha-Sioux (Kansa, Omaha, Osage, Ponca, Quapaw) sowie der verwandten Oto, Iowa und Missouri-Indianer und bedeutet „wunderbar“, „unbegreiflich“ oder „geheimnisvoll“. In den traditionellen Religionen dieser Siouxvölker hatte der Begriff ursprünglich verschiedene Bedeutungen: Wakan war eine geheimnisvolle Lebens- oder Schöpferkraft, die alle Naturerscheinungen und Vorgänge hervorbringt, durchdringt und miteinander verbindet beziehungsweise in den unterschiedlichsten Formen erscheint (→ Animismus). Wakan war auch eine moralische Instanz, die Tabuverstöße bestrafte. Alles, was schwer zu verstehen war beziehungsweise über herausragende oder ungewöhnliche Eigenschaften verfügte, wurde mit wakan assoziiert. Nahrung, Medizin und alles, was das Wunder des Lebens offenbart (wie kleine Kinder oder alte Bäume), war herausragend; ungewöhnlich erschienen etwa die ersten Pferde, die Šunka wakan („mysteriöser Hund“) genannt wurden, oder der Alkohol Mni wakan („geheimnisvolles Wasser“). Wakan hießen einige übernatürliche Geistwesen, die zum Teil vage menschenähnliche Züge trugen. Das Wakan-Konzept entspricht im Kern dem Manitu-Konzept der Algonkin-Völker, das ebenfalls sowohl Kraft als auch (ein oder mehrere) Geistwesen sein kann. Anders als etwa beim Orenda der Irokesen konnten Menschen nicht über diese Kraft verfügen, sie sammeln oder vermehren. Dafür gab es zusätzlich zu wakan bei den südlichen Sioux die Kräfte xube beziehungsweise maxpe bei den Mandan und Absarokee, die durch bestimmte rituelle Handlungen vermehrt oder auf Gegenstände (Medizinbeutel) übertragen werden konnten. Bei den Mandan nutzte diese Kraft sich im Laufe der Zeit ab, so daß es im Interesse der Menschen war, neue Kraft zu schöpfen.

Wakan tanka / Wakonda;Es gibt nur einen Gott, und seine Gegenwart ist in allen Dingen und überall. Wir sagen ein Baum ist wakonda, weil in ihm auch Wakonda wohnt.“ – Antwort eines Osage auf die Frage „Gibt es viele Wakonda?“ Wakan Tanka (Lakota-Alphabet: Wakȟáŋ Tȟáŋka – bei den nördlichen Gruppen) oder Wakonda (bei den südlichen Gruppen) – „das große, unerklärliche Geheimnis“ – war die Summe aller Geister und Kräfte, die Ursache von allem sowie die göttliche Weltseele (→ Pantheismus). Dieses große Geheimnis wurde durchaus unterschiedlich aufgefaßt: Einige Gruppen sahen es als einheitliche göttliche Kraft (siehe beispielsweise das Osage-Zitat), andere (wie etwa die Omaha) spekulierten, daß es sieben große Wakonda gebe: Dunkelheit, Obere Welt, Erdboden, Donner, Sonne, Mond und Morgenstern. Aus europäischer Sicht wurde Wakan (Tanka) fälschlich als „Großer Geist“ verstanden und bezeichnet, der mit dem christlichen Gott gleichgesetzt wurde. Wakan beinhaltet jedoch sowohl das Gute wie das Böse, ebenso wie man der Natur gute und schlechte Eigenschaften zuordnen kann. Jedes Ding und Lebewesen hat „seinen“ Wakan-Geist, der ungeboren und unsterblich ist. Menschen können mit Gebeten Beziehung zu Wakan Tanka aufnehmen; die Pfeife ist ein wichtiges Hilfsmittel dazu. Wichasha Wakan („Heilige Männer“) gelten als Experten des Konzepts. Eigenschaften einzelner Geistwesen: Wi ist eines dieser Geistwesen und repräsentiert die Sonne. Er gilt als allwissend und als Verteidiger der Tapferkeit und Treue. Der Bison steht ihm als Tier besonders nahe und wird deshalb häufig als Erscheinungsform des Gottes betrachtet. Die Tochter des Wi ist die schöne Whope (Weiße Büffelkalbfrau), die auch als Gattin des Südwindes verehrt wird. Sie kam auf die Erde und überbrachte den Sioux das Symbol des Friedens, die Friedenspfeife, weswegen Johannes Paul II. sie so gerne geraucht haben mag. Diese Pfeife soll auch als Mittler zwischen den Menschen und Wakan Tanka dienen. Skan ist der Geist des Himmels und gilt als Quelle aller Stärke und Macht. Er ließ als Gestalter der Welt alles nach der Vierzahl ausrichten. Außerdem ist Skan der Richter über alle Götter und Seelen der Menschen. Den Geisterpfad überwacht der Geist des Windes, Tate. Er läßt nur die Seelen passieren, die von Skan als würdig anerkannt werden. Daneben lenkt Tate die Jahreszeiten. In der Sprache der Lakota bedeutet Skan: „Das, was sich bewegt“. Iya gilt als dämonisches Ungeheuer und Verkörperung des Bösen, das Menschen und Tiere verschlingt und ihnen Böses zufügt. Der üble Atem der Bestie bringt die Krankheiten und Iya erscheint meist als Orkan. Bedeutungswandel: Bei der Übersetzung der Bibel ins Dakota der Santee-Sioux im 19. Jahrhundert wurde Wakantanka – ähnlich wie Kitche-Manito bei den Cree und Ojibwe – als Name für Gott verwendet. Um 1900 waren auch bei den Vorstellungen der Sioux selbst bereits gewisse christlichen Attribute zu erkennen. Im heutigen Panindianismus – dem aufkeimenden Gemeinschaftsgefühl der unterschiedlichen Indianerstämme durch die Konfrontation mit der Mehrheitsgesellschaft – wird Wakan Tanka häufig mit „Großer Geist“ übersetzt und synonym mit ähnlichen Konzepten anderer Stämme als Schöpfergott im Sinne des christlichen Gottes mit „indianischer Prägung“ verwendet. Aber umgekehrt scheint es uns eher so zu sein, daß das Christentum in den USA durch freimaurerische Infiltrierung das Wakan-Konzept mit der Stoa verbunden hat, um es so auf dem Umweg über den Protestantismus ins II. Vatikanische Konzil einzuführen.