Iacobus
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Schönborn: Wunder Johannes XXIII.

Schönborn behauptet Johannes XXIII. hätte ein Wunder bewirkt. www.heute.at, 25.04.2014, S. 17More
Schönborn behauptet Johannes XXIII. hätte ein Wunder bewirkt.
www.heute.at, 25.04.2014, S. 17
Schönborn: Benedikt und Franziskus viel näher als oft angenommen

Wiener Erzbischof: Zwischen dem jetzigen Papst und dem emeritierten "keine Brücke notwendig" - "Habe den Eindruck, dass Franziskus der geistliche Vorausgeher in der heutigen Zeit ist und viele hinter sich nachzieht"
Berlin (kath.net/KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat in einem Interview für das in Berlin erscheinende ...[mehr]
Iacobus
Auch Kaiser Karl der Große zählt zu den Heiligen der katholischen Kirche und der war bekanntlich u.A. Polygamist ... Daher sollten wir uns vielleicht nicht gar zu viele Gedanken machen, wenn uns das eine und andere bei den jetzt Heiliggesprochenen mißfällt.
crisamo
Hey Leute!
Nicht nervös werden!
Die Erde wird sich auch noch nach der morgigen Heiligsprechung weiterdrehen.

Dass die Piusbruderschaft mit diesem Tag ein noch größeres Problem mit der Balance zwischen Papsttreue und Sedesvakantismus bekommt, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Aber es war doch nur eine Frage der Zeit, wann dieses Konstrukt ins Wanken gerät.
a.t.m
Laie: Ich stehe nur den Bischöfen kritisch und sogar ablehnend gegenüber, die Gott den Herrn, seinen Heiligen, die Glaubenslehre und die die Heilige Tradition der Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche verraten,mit Füßen treten oder ihre Herde regelrecht den Götzen Mammon aufopfern. Und was kann ich dafür das dies viel mehr Bischöfe sind, als die die sich als wahrliche Hirten …More
Laie: Ich stehe nur den Bischöfen kritisch und sogar ablehnend gegenüber, die Gott den Herrn, seinen Heiligen, die Glaubenslehre und die die Heilige Tradition der Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche verraten,mit Füßen treten oder ihre Herde regelrecht den Götzen Mammon aufopfern. Und was kann ich dafür das dies viel mehr Bischöfe sind, als die die sich als wahrliche Hirten ihrer Herde erweisen.

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
chefdeserv
Jacobus Das sind sehr intressante Einzelheiten.Mal sehen welche Blätter diesselben aufgreifen werden.
Eremitin
danke lieber Laie, das habe ich gerade eben auch bei Radio Horeb in den Vatikannachrichten gehört--beide Frauen werden übrigens morgen anwesend sein-ich freue mich schon sehr auf die Übertragung aus Rom.
Laie
@a.t.m.: Ich glaube, es gibt doch kaum jemanden, der dem Papst und den Bischöfen noch kritischer gegenübersteht, als Sie. Daher steht gerade Ihnen die Kritik des Ungehorsams gegenüber dem päpstlichen Lehramt nicht gut an!

@Alle: Es gab auch ein anerkanntes Wunder von Johannes XXIII., nämlich eines vor seiner Seligsprechung. Es wurde nur jetzt vor der Heiligsprechung auf ein sonst gefordertes …More
@a.t.m.: Ich glaube, es gibt doch kaum jemanden, der dem Papst und den Bischöfen noch kritischer gegenübersteht, als Sie. Daher steht gerade Ihnen die Kritik des Ungehorsams gegenüber dem päpstlichen Lehramt nicht gut an!

@Alle: Es gab auch ein anerkanntes Wunder von Johannes XXIII., nämlich eines vor seiner Seligsprechung. Es wurde nur jetzt vor der Heiligsprechung auf ein sonst gefordertes zweites anerkanntes Wunder verzichtet. Und wie ich glaube, hat Papst Franziskus hier ganz zurecht eine Ausnahme gemacht. Papst Johannes XXIII. gebührt die Heiligsprechung durch sein heiligmäßiges Leben, seine Liebe zu den Menschen!
a.t.m
Kirchenfreak: Dann gefällt es ihnen also, das besonders der deutschsprachige Klerus und Episkopat den Lehramt Ungehorsam leistet, und sich die Päpste dies gefallen haben lassen??? Dann jubeln sie ja darüber das in OÖ die "Pfarrerinitiative" so stark ist. Ich nicht ich bin traurig darüber weil damit nur den Widersacher Gottes unseres Herrn gedient wird. Und noch was Kirchenfreak die Mietlinge, …More
Kirchenfreak: Dann gefällt es ihnen also, das besonders der deutschsprachige Klerus und Episkopat den Lehramt Ungehorsam leistet, und sich die Päpste dies gefallen haben lassen??? Dann jubeln sie ja darüber das in OÖ die "Pfarrerinitiative" so stark ist. Ich nicht ich bin traurig darüber weil damit nur den Widersacher Gottes unseres Herrn gedient wird. Und noch was Kirchenfreak die Mietlinge, Wölfe im Schafspelz, das Schlangen und Otterngezücht, die Taufschein u. Sonn-Feiertagschristen, hat das Heilige Wort Gottes unseres Herrn schon lange fallen gelassen.

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
Seminarist
Die einzige Forderung die ich stelle, ist eine Kirche, die zu 100% nach der Lehre lebt. Und das ist zur Zeit nicht so. Warum existieren immer noch Vereine, die sich öffentlich dazu bekennen, den Gehorsam aufzugeben? Wir sind in einer Zeit, in der selbst Bischöfe weltliche Forderungen stellen.

Der Apostel Paulus schreibt:
"Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt,…More
Die einzige Forderung die ich stelle, ist eine Kirche, die zu 100% nach der Lehre lebt. Und das ist zur Zeit nicht so. Warum existieren immer noch Vereine, die sich öffentlich dazu bekennen, den Gehorsam aufzugeben? Wir sind in einer Zeit, in der selbst Bischöfe weltliche Forderungen stellen.

Der Apostel Paulus schreibt:
"Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden."

Jesus will keine Weich gespülten Leute

Stimmt. Jesus will Menschen, die seiner Lehre folgen.

Die Kirche greift sich selbst von Innen an. Da hatte Paul VI recht, als er sagte, der Rauch Satans sei in die Kirche eingedrungen.

,, Wer von euch ohne Sünde ist...''

Diese Stelle wird immer genannt. Doch sie hört dort ja nicht auf. Wer sagt denn noch "Sündige von nun an nicht mehr?" Dieser Teil wird verschwiegen.
a.t.m
Kirchenfreak: Nicht ich stelle alles in Frage was die Päpste seit etwas mehr als 50 Jahren lehren, sondern ich stelle in Frage wie sich die Episkopaten und hier allen voran die des deutschsprachigen Raumes gegenüber den Lehramt verhalten, den viele dieser Mietlinge alla Schlangen und Otterngezücht, Glauben das es ihre Pflicht ist Ungehorsam zu leisten, alles zu negieren und in Frage zu stellen …More
Kirchenfreak: Nicht ich stelle alles in Frage was die Päpste seit etwas mehr als 50 Jahren lehren, sondern ich stelle in Frage wie sich die Episkopaten und hier allen voran die des deutschsprachigen Raumes gegenüber den Lehramt verhalten, den viele dieser Mietlinge alla Schlangen und Otterngezücht, Glauben das es ihre Pflicht ist Ungehorsam zu leisten, alles zu negieren und in Frage zu stellen was von den Päpsten kam und kommt das wahrlich als katholisch zu bezeichnen ist, nur warum sich die Päpste diesen Ungehorsam einfach so gefallen lassen, dass steht auf einen anderen Blatt Papier. Aber es steht ja geschrieben:

Matthäus 7. 15 – 20
Warnung vor falschen Propheten. Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen in Schafskleidern zu euch, innen aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man etwa von Dornenbüschen Trauben oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte; ein schlechter Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte tragen und ein schlechter Baum keine guten Früchte tragen. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also sollt ihr sie erkennen.

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
Eremitin
@Jakobus:
In Radio Horeb wurde berichtet, dass Papst Franziskus für Johannes 23. auf einen Wundernachweis verzichtet hätte. Ich glaube eher, dass Kardinal Schönborn da uninformiert war.
Heiligsprechungen: Ein „zorniger“ und ein „sanfter“ Papst
Unbeugsame, bisweilen zornige Überzeugungen charakterisierten den polnischen Papst Johannes Paul II. Das war die Kraft, mit der er die Diktatur der Nazis und nach 1945 die Diktatur der Kommunisten durchgestanden hatte. Ein Kommentar des Journalisten und Buchautors Peter Pawlowsky.
Mehr dazu in religion.orf.at/stories/2642036
Iacobus
Auf jeden Fall ist es ein Anzeichen für das Hauptcharakteristikum dieses Pontifikats und den Zustand der Sancta Ecclesia Catholica Romana: die V e r w i r r u n g
Iacobus
@Eremitin:
"für die Heiligsprechung Johannes 23. wurde explizit KEIN Wunder gefordert und es gab auch keins."

Schönborn behauptet aber es hätte für Johannes XXIII. ein offiziell anerkanntes Wunder gegeben. - Ist das eine bewußte Täuschung oder ein Zeichen von Ahnungslosigkeit?
Auf den live-stream des Vati-
kan-Fernsehens muss man in Deutschland verzichten, wie es heißt, aus Rechte-Problemen, wie man das von YouTube schon zur Genüge kennt. In ca. 500 Kinos weltweit gibt's die Übertragung der Zeremonie auf Großbildleinwand und gratis, aber nur in wenigen Kinos in Deutschland. (Die verlinkte Seite trotzdem mal anklicken, dort gibt's unten auf der Seite zum Thema weitere …
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Auf den live-stream des Vati-
kan-Fernsehens muss man in Deutschland verzichten, wie es heißt, aus Rechte-Problemen, wie man das von YouTube schon zur Genüge kennt. In ca. 500 Kinos weltweit gibt's die Übertragung der Zeremonie auf Großbildleinwand und gratis, aber nur in wenigen Kinos in Deutschland. (Die verlinkte Seite trotzdem mal anklicken, dort gibt's unten auf der Seite zum Thema weitere gute Links)
---> KLICKEN !
Die weltweite Liste der mitwirkenden Kinos ---> KLICKEN !
Eine weitere Sonderseite des Vatikans ---> KLICKEN !
... siehe auch meinen gestrigen Artikel dazu ---> KLICKEN !
kreuzknappe.blogspot.co.at
MariaausMagdala
Zwei geheilte Nonnen
Auch Johannes Paul II. und Johannes XXIII., die Papst Franziskus ... heilig sprechen will, werden wundersame Phänomene zugesprochen. Johannes Paul II. soll eine Nonne von Parkinson und eine andere fromme Frau von ihrer Gehirnverletzung befreit haben. Johannes XXIII. soll eine italienische Nonne nach einem Magendurchbruch gerettet haben. Die Seligen und Heiligen vollbringen …More
Zwei geheilte Nonnen
Auch Johannes Paul II. und Johannes XXIII., die Papst Franziskus ... heilig sprechen will, werden wundersame Phänomene zugesprochen. Johannes Paul II. soll eine Nonne von Parkinson und eine andere fromme Frau von ihrer Gehirnverletzung befreit haben. Johannes XXIII. soll eine italienische Nonne nach einem Magendurchbruch gerettet haben. Die Seligen und Heiligen vollbringen die ihnen zugeschriebenen Wunder nach katholischem Verständnis nicht selbst, sondern Gott wirkt auf ihre Fürsprache hin. Die Wunder sollen beweisen, dass die Verstorbenen ganz und gar bei Gott angekommen sind. Und zwar mit ärztlichen Attesten und nach einem festgelegten Verfahren. So macht die katholische Kirche aus Wundern einen Verwaltungsvorgang. Sie schrumpft und zerkleinert das Unerklärliche und Außergewöhnliche, bis es zwischen zwei Aktendeckel passt.
Die Heiligsprechung von Johannes Paul II. : Gibt es Wunder?
Eremitin
für die Heiligsprechung Johannes 23. wurde explizit KEIN Wunder gefordert und es gab auch keins.
Monique85
ROMA LOCUTA CAUSA FINITA.

lol... darum schert sich seit dem PK doch keine müde Maus mehr.
Seminarist
Ich denke mal bei k-tv www.k-tv.org
a.t.m
Hihihihihihihihi, der beste Witz seit langen: ROMA LOCUTA CAUSA FINITA , den diese Redewendung ist seit dem VK II in das genaue Gegenteil gekehrt worden. Nur warum sich den Ungehorsam die Päpste gefallen haben lassen, steht auf einen anderen Blatt.

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
Bergogliofan
Das ist ja alles interessant.... Aber die Heilige Kirche hat entschieden... ROMA LOCUTA CAUSA FINITA.... Ab Sonntag werden beide Päpste in unserer Kirche als Heilige verehrt... Nun gilt es dieses Geschenk, das Gott uns durch seine Kirche macht, näher zu durchdringen und nicht es zu kritisieren....

Iacobus
Heiligsprechung von Anfang an wunderlos gefordert – Warum Papst Franziskus Johannes XXIII. heiligspricht
24. April 2014 12:32 |

(Vatikan) Wurde die Heiligsprechung Johannes XXIII. von Anfang an wunderlos gefordert? Vollzieht sich mit der wunderlosen Heiligsprechung am 27. April ein bereits 1963 entstandener kirchenpolitischer Plan und nicht eine erst im Sommer 2013 von Papst Franziskus …More
Heiligsprechung von Anfang an wunderlos gefordert – Warum Papst Franziskus Johannes XXIII. heiligspricht
24. April 2014 12:32 |

(Vatikan) Wurde die Heiligsprechung Johannes XXIII. von Anfang an wunderlos gefordert? Vollzieht sich mit der wunderlosen Heiligsprechung am 27. April ein bereits 1963 entstandener kirchenpolitischer Plan und nicht eine erst im Sommer 2013 von Papst Franziskus getroffene Entscheidung? Im Zusammenhang mit der Heiligsprechung Johannes XXIII. wird auch im deutschen Sprachraum von den meisten katholischen Medien unkritisch die Einberufung des Konzils als „herausragende“ und „größte Leistung“ genannt. Gerade das Konzil aber ist der Hauptkritikpunkt. Ein Priester sagte vor wenigen Tagen: „Man spricht im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil vom neuen Frühling, aber ich kann ihn nirgends finden.“

Zur Heiligsprechung von Johannes Paul II. gibt es kritische Anfragen. Kann der polnische Papst ein Heiliger sein, obwohl es Unklarheiten im Umgang mit Mißbrauchsfällen während seiner Amtszeit gab? Die wunderlose Heiligsprechung von Johannes XXIII. ist hingegen ein Tabuthema, das offiziell nicht aufgeworfen wird. In beiden Fällen liegt eine gewisse Parteinahme vor. Johannes Paul II. war ab seiner Wahl und blieb bis zum Ende seines Pontifikats ein Feindbild jener Kreise, die heute weit mehr als 1978 den Mainstream bestimmen. Emblematisch standen dafür die Demonstrationen der neomarxistischen Linken mit den Sprechchören „Wojtyla go home“. Die Demonstranten von damals sind gealtert und in die gutbürgerlichen Lebensgewohnheiten ihrer Eltern zurückgekehrt, die sie damals abzulehnen vorgaben. Vor allem aber sitzen viele heute in führenden Positionen. Johannes XXIII. hingegen wurde von diesen Kreisen schon immer in ihr Weltbild integriert, angefangen bei der „neuen Ostpolitik“. Die Frage ist immer, wer steht auf welcher Seite echter oder vermeintlicher Barrikaden.

Johannes XXIII. und Johannes Paul II. wurden von maßgeblichen weltlichen Meinungsträgern nicht auf derselben Seite der Barrikade verortet. Das wirkt bis heute nach und hat nur bedingt, aber letztlich auch mit religiösen Fragen zu tun.

Obwohl die wunderlose Heiligsprechung Johannes XXIII. für das Presseamt des Vatikans kein Thema ist und die meisten Vatikanisten sich erstaunlich bereitwillig dieser Tabuisierung unterwerfen, mißhagt dieses „Defizit“ auch ihnen. Die Heiligsprechung des Konzilspapstes hat einen Schönheitsfehler. Man kann ihn vertuschen, doch zumindest die Vertuscher wissen davon.

Der inzwischen zum Haus- und Hof-Vatikanisten von Papst Franziskus aufgestiegene Andrea Tornielli versuchte daher eine Erklärung für die Sonder-Heiligsprechung von Papst Roncalli zu liefern, die wir als Diskussionsbeitrag dokumentieren. Er läßt, trotz allen Wohlwollens einen untrennbaren Nexus zwischen der Heiligsprechung und dem Zweiten Vatikanischen Konzil erkennen. Der anerkannte „Ruf der Heiligkeit“ begründet nicht das ungewöhnliche Tempo, ohne auf die offizielle Feststellung eines zweiten Wunders zu warten. Der Schlüssel, um die außertourliche Heiligsprechung zu verstehen, wird im Antrag der Postulation geliefert. Ihn hat sich Papst Franziskus zu eigen gemacht. Um den gerade auf dem noch tagenden Zweiten Vatikanischen Konzil stattfindenden oder zumindest versuchten radikalen Umbruch in der Kirche zu kanonisieren, schlug nicht irgendeine, sondern eine bestimmte Gruppe von Konzilsvätern vor, den soeben verstorbenen Johannes XXIII. auf der Stelle durch das Konzil, nicht durch ein reguläres Verfahren und durch eine Entscheidung des Papstes, heiligzusprechen. Der unorthodoxe Vorschlag scheiterte schließlich, doch die Forderung nach Kanonisierung einer bestimmten kirchenpolitischen Richtung blieb lebendig. Wie Tornielli aufzeigt, war dieses Bestreben von Anfang an mit der ungewöhnlichen Forderung einer wunderlosen Heiligsprechung verknüpft. Der radikale Bruch, den die ursprüngliche Proponentengruppe damals generell für die Kirche durchzusetzen versuchte, sollte auch in der Art der Heiligsprechung zum Ausdruck kommen. 51 Jahre danach scheinen sie ihr Ziel erreicht zu haben. Die Zwischentitel wurden von der Redaktion eingefügt.

Die Gründe, warum Papst Franziskus Johannes XXIII. heiligspricht
von Andrea Tornielli

Was sind die Gründe, die Papst Franziskus gedrängt haben, den Antrag der Postulation für die Causa von Johannes XXIII. anzunehmen, um ohne die Feststellung eines zweiten Wunders zur Proklamation seiner Heiligkeit zu gelangen? Die Entscheidung des derzeitigen Papstes ist schon in den ersten Monaten nach seiner Wahl gereift, da Franziskus bereits am 5. Juli 2013 das Dekret über das Wunder auf Fürsprache des seligen Johannes Paul II. promulgierte und gleichzeitig die Empfehlung der Kardinäle und Bischöfe der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse approbierte, die sich in ordentlicher Sitzung auch für die Kanonisierung „pro gratia“ des seligen Johannes XXIII. ausgesprochen hatten.1 Eine Entscheidung, die am 30. September vom Konsistorium ratifiziert wurde.

Ohne Zweifel eine außergewöhnliche Vorgangsweise

Es handelt sich ohne Zweifel um eine signifikante Geste und eine außergewöhnliche Vorgangsweise, da bekanntlich das geltende Kirchenrecht vorsieht, daß ein Seliger nur nach der Feststellung eines seiner Fürsprache zugeschriebenen, sich nach der Seligsprechung ereignenden Wunders in das Verzeichnis der Heiligen eingetragen werden kann. Es handelt sich für Franziskus nicht um eine präzedenzlose Neuigkeit, da bereits Johannes Paul II. im Jahr 2000 die chinesischen Märtyrer Augustin Zhao Rong und seine 119 Gefährten, in dem er sie heiligsprach, vom zweiten Wunder dispensierte. Zu den Gründen, die Papst Wojtyla zu dieser Entscheidung veranlaßten, gehörte der wachsende Ruf von Zeichen und Wundern, der ihnen nach der Seligsprechung zugesprochen wurde, und der besondere Einfluß, den das Gedenken an sie auf das Ausharren der Gläubigen unter schwierigsten Bedingungen in der Volksrepublik China ausübte.

Die „Revolution in einer Zärtlichkeit“ und die Heiligsprechung pro gratia

Die Gründe, die nun Papst Bergoglio dazu brachten, denselben Schritt gegenüber Johannes XXIII. zu setzen, finden sich im Buch von Stefania Falasca „Giovanni XXIII, in una carezza la rivoluzione” (Johannes XXIII., die Revolution in einer Zärtlichkeit), die gestern der Postulator der Causa Roncallis zur Lektüre empfahl, um die Heiligsprechung am kommenden Sonntag zu verstehen.

“Eine Heiligsprechung pro gratia stellt weder eine Abkürzung noch eine Vereinfachung noch eine willkürliche Entscheidung dar”, so Falasca in ihrem Buch. Um die Kanonisierung trotz Fehlens eines formal anerkannten Wunders durchführen zu können, „griff Bergoglio wohlwollend die von der Heiligsprechungskongregation auf Antrag der Postulation der Causa Johannes XXIII. vorgebrachten Begründungen auf und machte sie sich zu eigen“. In dieser Bitte, die in der Position super canonizatione abgedruckt ist, heißt es: „Die Postulation bittet demütig und vertrauensvoll Eure Heiligkeit um die Kanonisierung dieses Papstes, der mit seinem Leben und seinem Vorbild auf unauslöschliche Weise die Geschichte der Kirche geprägt hat“.

Gruppe von Konzilsvätern forderte sofortige Heiligsprechung durch das Konzil

Hier die Begründung. Erstens: „Der reguläre Verlauf des Verfahrens bis einschließlich der Seligsprechung (Approbierung der Schriften, gewissenhafte Rekonstruktion des Lebens, Dekrete über den Tugendgrad und das Wunder)”. Zweitens: „Die außergewöhnliche Ausbreitung des liturgischen Kultes (der vom Heiligen Stuhl verschiedenen Diözesen der Welt gewährt wurde) und der Ruf sanctitatis et signorum, der im Volk Gottes mit der Erinnerung an Johannes XXIII. verbunden ist“. Drittens: „Der Antrag der Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils, die unmittelbar nach dem Tod des Papstes seine sofortige Heiligsprechung als Akt des Konzils wünschten“. Viertens: „Die unumstrittene Aktualität der Person und des Werks von Johannes XXIII.“

„Die Hauptgründe des Antrags sind daher zwei“, so Falasca. Der erste ist die außergewöhnliche Verbreitung des liturgischen Kultes, der dem Seligen bereits entgegengebracht wird und der vom Heiligen Stuhl verschiedenen Diözesen der Welt gewährt wurde und der das liturgische Gedenken an Johannes XXIII. bereits jetzt dem eines kanonisierten Heiligen nahe sein läßt. Mit diesem Kult vereint sich der wachsende Ruf von Zeichen und Wundern, der im Volk Gottes die Erinnerung an den Seligen begleitet, so daß die Postulation seit dem Tag der Seligsprechung aus aller Welt zahlreiche Hinweise auf Gebetserhörungen auf Fürsprache des Seligen sammeln konnte, die häufig von ärztlichen Dokumenten begleitet sind.

Seit 1963 Forderung bei Johannes XXIII. auf notwendige Wunder zu verzichten

Der zweite wichtige Grund ist der Antrag einer Gruppe von Konzilsvätern, die sofort nach dem Tod Roncallis seine sofortige Heiligsprechung wünschten und dies sogar als Akt des Konzils selbst. „Eine Forderung, die von vielen anderen Konzilsvätern und einer Vielzahl von Gläubigen geteilt wurde, und die seither forderten, für seine Heiligsprechung nicht die üblich notwendigen Wunder zu verlangen. Kein Kandidat für die Heiligsprechung kann sich heute auf etwas vergleichbar Außergewöhnliches berufen“, so Falasca.

Nützlichkeitserwägungen für die Heiligsprechung

In der „Positio“ fehlen nicht die Hinweise auf die pastorale Opportunität einer Heiligsprechung, die „dazu beitragen könnte, die Verbundenheit des christlichen Volkes mit dem Apostolischen Stuhl zu stärken, indem man betrachtet, wie der Herr einmal mehr einen heiligen Mann ausgewählt hat; sie könnte dazu beitragen, die ökumenischen Beziehungen mit den protestantischen Kirchen und mit den orthodoxen Kirchen zu festigen sowie den Dialog mit den anderen Religionen zu vertiefen; […] sie könnte mit größerer Deutlichkeit die Botschaft der Barmherzigkeit, die Zärtlichkeit und evangelische Güte hervorheben, indem sie die Süßigkeit der christlichen Vergebung und die vertrauensvolle Hingabe an den Willen des himmlischen Vaters in Erinnerung ruft; sie wäre ein weiteres Zeichen der Aufmerksamkeit der Kirche für die Verbrüderung der Völker in einer flammenden Sehnsucht nach Frieden zwischen den Nationen, für eine gewaltlose Beilegung der Konflikte, für eine gerechtere Verteilung der irdischen Güter. […] Sie würde einen ausgewogeneren Diskurs über die Formen der Volksfrömmigkeit begünstigen, auf die der Selige [Johannes XXIII.] zurückgriff und aus der er sich konstant nährte.“

Gebetserhörungen: „zwanzig besonders interessante“ Fälle

Dem allen ist hinzuzufügen, daß im von den Theologen, den Bischöfen und Kardinälen der Heiligsprechungskongregation im Juli 2013 geprüften Dossier für die Heiligsprechung, etwa zwanzig Fälle von Heiligungen enthalten sind, die für besonders interessant gehalten werden.

2010 wurde zum Beispiel der Fall des Pfarrers der Saint Paul Cathedral von Pittsburgh in Pennsylvania gemeldet, der seine Heilung von dem 2006 an ihm diagnostizierten Bauchspeicheldrüsenkrebs der Fürsprache des Seligen zuschreibt. 2007 gingen der Postulation aus den USA die Unterlagen des Diakons Arthur C. Donart von Chicago zu, der seine Genesung von seiner Knochenmarkserkrankung im Anfangsstadium dem Seligen zuschreibt. Am 3. August 2008 berichtete ein 80jähriger Mann aus Séte in Frankreich von einer Spontanheiligung seiner Blindheit. 2007 schickte die Familie Morocho Sanchez aus Lima in Peru der Postulation die Unterlagen über die Heilung eines „Non-Hodgkin-Lymphoms vierten Grades“.

Gewiß, keiner dieser Fälle wurde durch ein kanonisches Verfahren geprüft. Die hohe Anzahl „behaupteter Heiligungen“, von erhaltenen Gnadenerweisen auf Fürsprache von Papst Johannes, die nach seiner Seligsprechung eingingen, haben jedenfalls einen aussagekräftigen Wert und bezeugen die anhaltende Verbreitung des Rufs der Heiligkeit. Ein Merkmal, das die Kirche seit jeher für notwendig erachtet, um eine Person zu den Altären zu erheben.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
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