An der Kurie werden schon bald viele Posten frei

An der Römischen Kurie stehen viele Posten altersbedingt vor einer Neubesetzung und bieten Franziskus eine Spielwiese, ganz ohne sich auf außertourliche Experimente wie Priesterehe und Frauendiakone …
nujaas Nachschlag
Ich finde es schwierig, Franziskus-Partei und Franziskus-Gegner zuzuordnen. Ihm selber vermutlich mittlerweile auch.
Sancta
Wenn ein paar Posten frei werden, dann könnte man sich ja zur Verfügung stellen 😀
Carlus
@Sancta aber nicht bei dem Chef Bergoglio.
Ottaviani
ein ganz normaler Vorgang also
CollarUri
Wenn man Katholiken mit einem Bürgerrecht auf dem Mond abspeist.
Ottaviani
@CollarUri der Papst ist völlig frei was Ernennungen betrifft also was ist das Problem
CollarUri
Das Problem ist, die könnten zum Beispiel deswegen als ungültig betrachtet werden, weil S. H. Papst Benedikt XVI. seit nunmehr 7 Jahren keinen mehr ernannt hat.
nujaas Nachschlag
Weshalb? Gesetzt. Papst em. Benedikt wäre ohne es zu wissen oder zu wollen noch Papst, warum sollten Ernannte ihren Aufgaben nicht nachkommen?
Ottaviani
@CollarUri das denke sie und andere Herrschaften die sich da in etwas verrannt haben aber diese Meinung ist ohne jede Bedeutung
CollarUri
@Ottaviani Für Judas war Jesu "Meinung" auch ohne jede Bedeutung, bis es ihn reute.
Ottaviani
@CollarUri zu dem Vergleich sahen ich jetzt nichts da ich sonst beleidigend werden müsste
CollarUri
@Ottaviani Sie waren bereits beleidigend. - Insofern als Sie mich beleidigen - geschenkt. Insofern als Sie Gott beleidigen - kehren Sie um.
CollarUri
@nujaas Nachschlag, @Rosmarie! Das hat viel für sich, was Sie sagen. Gültig sind sicher die Bischofs- und Priesterweihen, weil sie unabhängig vom Papst gültig vonstatten gehen. Was die Heiligsprechungen angeht, so ist es bereits weit schwieriger; da hat der Jesuit eigens Benedikt bemüht, um ihnen Autorität zu verleihen, diese ist also vermutlich gegeben, aber doch nicht völlig eindeutig; …More
@nujaas Nachschlag, @Rosmarie! Das hat viel für sich, was Sie sagen. Gültig sind sicher die Bischofs- und Priesterweihen, weil sie unabhängig vom Papst gültig vonstatten gehen. Was die Heiligsprechungen angeht, so ist es bereits weit schwieriger; da hat der Jesuit eigens Benedikt bemüht, um ihnen Autorität zu verleihen, diese ist also vermutlich gegeben, aber doch nicht völlig eindeutig; wir können keinen nicht näher informierten Katholiken verurteilen, der daran glaubt, aber es gibt Gründe zu schwerem, ebenso berechtigtem Zweifel. Benedikt musste den Abnicker spielen, also ist seine echte Zustimmung abhängig davon, wie sehr seine Kooperation durch Druck entstand bzw. erzwungen ist. Zudem ist er offensichtlich in einem permanenten Irrtum bezüglich des Papstamtes, er hält es allem Anschein nach für teilbar. Seit 13 waren höchstwahrscheinlich stets Druck, Zwang und Irrtum im Spiel, daher ist die Sache zweifelhaft. -

In den übrigen Entscheidungen reicht die "generelle Zustimmung" eines Papstes theoretisch aus, aber nicht, wenn er unter Zwang und/oder Irrtum steht. Da beides zu befürchten ist, müssen wir auch hier damit rechnen, dass vielleicht alles ungültig einmal als ungültig zu bezeichnen ist; einzelnes mag er von Herzen gutheissen, das ist dann im Nachhinein rechtlich leicht gültig zu machen, aber wer sieht schon in sein Herz. Daher müssen wir, wenigstens wenn wir den Massstab des Kirchenrechts anlegen, grundsätzlich mit der möglichen Ungültigkeit rechnen und die Funktionen, die ausgeübt werden, als rein technische Aufgaben werten. Der Unterschied hat grosse Konsequenzen: Die ergehenden Sachentscheidungen könnten in den allermeisten Fällen als nichtig erklärt werden, einzelne davon vielleicht nur anfechtbar; aber wo kein Kläger ist, da ist kein Richter, in der Praxis folgt Ihrer Meinung bekanntlich bis jetzt fast jeder. Es wäre aber blauäugig, deswegen zu meinen, es gebe kein rechtliches und dogmatisches Problem in der gegenwärtigen Papstfrage. Man kann ohne zu sündigen Bergoglio für den Papst halten, wenn man nur den Massenmedien folgt. Zudem darf man den Priestern und Bischöfen normalerweise furchtlos vertrauen. Aber ist dies in diesem Fall nicht etwas naiv? Und wie weit darf man in der Naivität gehen, ohne doch zu sündigen? Hinter vorgehaltener Hand habe ich von Vatikanbesuchern übrigens schon ganz, ganz anderes gehört, als dass man den Jesuiten allgemein vollauf anerkenne. Aber das können wir nicht genau wissen, daher spricht schon einiges dafür, wenigstens solange die Bischöfe Bergoglio den Papst nennen, dass auch die Priester und viele Gläubige so tun, als sei er es. Nur ist das Festhalten an seinen Entscheidungen, wenn man die Problematik Benedikts betrachtet, wohl ein Akt der Vernebelung und des Unrechts. Das könnte in Zukunft einmal teils durch ein Konzil mit Papst, teils durch die Rota alles abgewickelt werden. Wir als Fernstehende dürfen schon unabhängig von der Entscheidung bleiben, wer der Papst sei, wir müssen aber da einschreiten und unsere Bedenken anmelden, wo das Glaubensgut verletzt wird. Sobald dies geschieht, müssen wir auch vermuten, derjenige, der den Irrtum verkündige, sei in seiner Autorität als Papst zweifelhaft. Dies insbesondere dann, wenn ein anderer sich als Papst geriert, der formell nur in mangelhafter Weise zurückgetreten ist.

Wir dürfen die Entscheidungen also als Aussenstehende zum Teil schon als gültig nehmen, müssen aber immer mitdenken, dass es "vorläufig gültig" oder "bedingt gültig" ist. Die wichtigste Bedingung ist die Übereinstimmung mit dem katholischen Glauben, mit der Lehre. Die zweite ist - wenigstens nicht völlig ausschliessbar - der echte Wille Benedikts. Diejenigen, die Personalentscheidungen wie etwa Kardinalsernennungen aus der Distanz für gültig anschauen, sind ein Stückweit entschuldigt, nämlich da, wo sie keine Verletzung des Glaubens erkennen können; aber diejenigen, die sie für ungültig anschauen, sollten eigentlich Recht bekommen, wenn denn gestritten würde. Das Fatale ist, dass über die Sachentscheidungen nicht gestritten wird:
Das bedeutet, dass viele Seelen es z. B. für bare Münze nehmen, es sei wahrhaftig und in Ordnung, wenn "Wiederverheiratete" zu den Sakramenten zugelassen werden oder wenn einer eine Pachamamastatue verehrt, ohne in ihr die Muttergottes zu erblicken, oder wenn ein Protestant ohne Beicht und ohne Reue die Hl. Kommunion mit vollem Recht zu empfangen meint. Sie glauben, das sei moralisch und dogmatisch OK, empfangen möglicherweise ihrerseits Sakramente in schwerer Sünde und drohen verlorenzugehen. Darum müssen wir reden und dürfen nicht schweigen.
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CollarUri
@Rosmarie Es ist so, wie Sie sagen, einmal Papst immer Papst, das hat er selber so formuliert. Darum ist wohl alles vom Apostolischen Stuhl Entschiedene nur gemäss Benedikts klaren Absichten gültig. D. h. wir müssen die Inhalte, die vom Jesuiten festgelegt werden, filtern und durch die Brille Benedikts betrachten, um sie auch nur vermutungsweise als gültig anzusehen. Z. B. ist die Rehabilitieru…More
@Rosmarie Es ist so, wie Sie sagen, einmal Papst immer Papst, das hat er selber so formuliert. Darum ist wohl alles vom Apostolischen Stuhl Entschiedene nur gemäss Benedikts klaren Absichten gültig. D. h. wir müssen die Inhalte, die vom Jesuiten festgelegt werden, filtern und durch die Brille Benedikts betrachten, um sie auch nur vermutungsweise als gültig anzusehen. Z. B. ist die Rehabilitierung eines Leonardo Boff ganz direkt gegen die Absichten Kardinal Ratzingers gerichtet, ebenso die Heiligsprechung Romeros und anderer. Das alles ist dann, selbst wenn es dem Glauben noch nicht direkt widersprechen sollte, in Zweifel zu ziehen. Die Kardinalsernennungen hätte Benedikt garantiert nicht so getätigt, und ob er sie von Herzen gutheisst, ist zumindest fraglich.

Der Zweck, eventuell Benedikt wieder als Papst zu benennen, ist aber ein anderer: Wenn ein Wort durch ihn gesprochen wird, ist unbedingt darauf zu hören und ist ihm zu vertrauen, ein Stückweit auch blind zu vertrauen, wie eben dem Papst. Beim Jesuiten können wir, sei es wegen der Medien, sei es wegen seiner Prioritäten, nicht so klar in theologischen Dingen Vertrauen haben.
Theresia Katharina
Naja, dann kann ja PF diese Posten problemlos mit willigen Leuten besetzen und seinen Speckgürtel willfähriger Kardinäle verstärken, ohne zu neuen Tricks greifen zu müssen!!