Man sagt, dass Graubünden sehr stark vom Coronavirus betroffen sei. Kann das jemand verstehen?
suedostschweiz.ch

Leere Betten: Bündner Spitäler beantragen Kurzarbeit

Aufgrund der aussergewöhnlichen Lage rund um das Coronavirus bereiten sich schweizweit alle Spitäler und Kliniken auf eine Corona-Welle vor. Der …
Bibiana
Je mehr über Corona geschwafelt wird, versteht der arme Bürger bald nur noch Bahnhof.
Und die Politiker verlieren immer mehr an Glaubwürdigkeit.
Don Reto Nay
@Undset: Damit stellt sich die Frage, warum das anders ist. Es kann doch nicht sein, dass der gleiche Virus einmal so und einmal ganz anders ist? Jedenfalls ist die Schweiz hochinfiziert, deutlich infizierter als der Nachbar Italien. Warum sind die Unterschiede zwischen diesen beiden Ländern so riesengross?
nujaas Nachschlag
Was ich seit Wochen über die Zahlen zu erklären versuche, gibt es mit anderen Beispielen auch in der Zeitung www.zeit.de/zustimmung
Wahrscheinlich ist die Schweiz gar nicht infizierter als Italien.
Undset
Lieber @Don Reto Nay; ja, die Lage ist ziemlich unterschiedlich. Kann auch nur vermuten. Italien war sehr früh dran. Hier haben es die Menschen leider lange nicht ernst genommen. Z.B. gab es in Venedig schon die ersten Toten und eine Maturaklasse hat aus Protest die Schule verlassen, sich über die ganze Lagune verteilt und das Leben gefeiert. Dann ging es los, viele Infektionen. In den …More
Lieber @Don Reto Nay; ja, die Lage ist ziemlich unterschiedlich. Kann auch nur vermuten. Italien war sehr früh dran. Hier haben es die Menschen leider lange nicht ernst genommen. Z.B. gab es in Venedig schon die ersten Toten und eine Maturaklasse hat aus Protest die Schule verlassen, sich über die ganze Lagune verteilt und das Leben gefeiert. Dann ging es los, viele Infektionen. In den kleinen Orten um Mailand, die es so schwer erwischt hat, haben die Bewohner nach den ersten Infektionen über Facebook verbreitet, dass das alles nur eine durch Medien verbreitete Panik sei, es ihnen super gehe und jeder bei ihnen auf ein Glas Wein willkommen sei. Doch dann Quarantäne, viele haben sich nicht daran gehalten und das Virus konnte sich schnell verbreiten. Die ersten Infizierten hat man aufgrund der spärlichen Infos aus China sofort in die Kliniken gebracht. Das hat sich als Fehler erwiesen; es wurde viel Gesundheitspersonal angesteckt und dann "gesunde" Patienten anderer Stationen.
Bei uns ist jetzt jeder gefordert. Eine Kollegin von mir, auch Therapeutin, hat mir heute früh eine SMS geschrieben, dass sie heute in der Klinikwäscherei eingeteilt ist; jeder muss zupacken. Denke, dass die anderen europäischen Länder von der Erfahrung Italiens profitieren konnten. Der Herd im Norden hätte sicher früher eingedämmt werden können. Unklug war wohl auch die Kommunikation der Medien. Plötzlich brach Panik aus. Viele Menschen haben Hals über Kopf die Koffer gepackt, sind in ihre Ferienhäuser oder zu Verwandten geflohen und haben das Virus mitgebracht. Ich z.B. wurde dadurch infiziert: Eine befreundete Familie hat vor knapp 4 Wochen die Schwiegereltern und Geschwister aus der Lombardei aufgenommen; alle unter einem Dach. Bei einem Treffen habe ich meine Sorge mitgeteilt, die mir als mangelnder Glaube ausgelegt wurde, "denn jeder wirklich gläubige Christ weiß, das er von Jesus geschützt wird." Zwei Tage später hatte die erste Person Fieber, dann noch ein Familienmitglied und noch eines und noch eines. Corona wollten sie nicht hören, denn sie seien durch Gott geschützt und deshalb ohne Furcht; außerdem sei das nur eine Grippe und ich solle mich abregen. Am Abend ging es dann bei mir los. Von dieser Familie sind fünf Personen in der Klinik und zwei davon auf der Intensivstation gelandet, alle mit Corona. Es ist eine Mischung aus Verantwortungslosigkeit, mangelnde Erfahrungen im Umgang mit so etwas und natürlich auch Verdrängung. Wir kennen Seuchen aus der Geschichte, z.B. Spanische Grippe oder aus anderen Ländern, z.B. Ebola in Westafrika und vergessen dann gerne, dass es uns auch einmal treffen kann. Wer von uns weiß denn schon, dass 2019 im Kongo 6.000 Menschen an den Masern oder 2008 in Madagaskar über 600 Menschen an der Pest gestorben sind. Unsere Breiten sind, historisch gesehen, noch nie so lange von einer Seuchen verschont geblieben. Es fehlt uns die Vorstellungskraft und wir können diese Situation nur schwer einordnen.
In den letzten Jahren hat sich nicht nur die Medizingeschichte, sondern zunehmend auch die Sozialpsychologie und Psychiatrie, mit dem Verhalten von Menschen bei Epidemien beschäftigt und vorhandene Aufzeichnungen ausgewertet, begonnen bei der Attischen Seuche (ca. 430 vor Chr. in Athen) und dann vermehrt ab der Justinianischen Pest (527-565 n. Chr.) – bis herauf in die Gegenwart. Die Forschung konnte dabei prinzipiell zwei extreme Muster ableiten: die meisten Menschen reagieren entweder mit Panik oder mit Verdrängung.
Zur Panik gehört verantwortungsloses und irrationales Verhalten (z.B. mit ein Grund für die hohen Infektionsraten in Madrid); Flucht in Verschwörungstheorien, Zweifel an der Berichterstattung, Suche nach Schuldigen und deren Bestrafung, apokalyptische Endzeitvisionen; letzteres ist übrigens kein spezifisch christliches Phänomen, was die Aufzeichnungen aus der Zeit vor Christus, z.B. aus Ägypten und Persien und anderen Ländern bis herauf in die Gegenwart belegen.
Zur Verdrängung gehört Leugnen, Ignorien, Verweigerung, sich an Maßnahmen zu halten, Selbst- und Fremdgefährdung durch z.B. Mutproben.
Sehr interessant sind natürlich auch die Schriften von Heiligen, die eine Seuche erlebt haben, z.B. die hl. Caterina. Sie könnten in unserer Situation helfen, Orientierung zu finden und nicht in die beiden geschilderten Muster zu verfallen. Die Neigung zum einen oder anderen Muster hängt laut Forschung zusammen mit: Temperatment, Mentalität einer Bevölkerung (z.B. Süd- und Nordeuropäer), Bildungsstand, Gottesbild, Religion, familiäre Bindung, Resilienzfaktoren ... hab jetzt nicht mehr alles präsent.
Zu den Unterschieden in den Ländern kommt evt. dazu, dass andere Länder von den Erfahrungen und Fehlern in Italien profitieren konnten und rascher aktiv wurden. Österreich z.B. hat sehr schnell mit restriktiven Quarantänemaßnahmen reagiert. Bin durch meine Arbeit über die Zahlen informiert; die Kurve steigt viel langsamer, die tatsächlich infizierten Menschen können leichter erfasst und betreut werden. Inzwischen sind in den meisten Staaten ca. zwei Wochen seit den Quarantänemaßnamen vergangen und man kann jetzt an den Zahlen erkennen, dass die Anordnungen erfolgreich sind.
nujaas Nachschlag
Die Schweiz ist das einzige Land, in dem bezogen auf die Bevölkerung noch mehr getestet wird als in Deutschland.
Undset
Bei uns die Lage anders. Die Krankenhäuser sind voll und Stationen, wie z.B. HNO und Dermatologie wurden in Intensivstationen ungewandelt. Nicht dringende Operationen, wie z.B. eine Hüftprothese, werden verschoben; ebenso Untersuchungen und Testings, z.B. mein Allergietest. Bei uns sind aber auch sehr viele Ärzte, Pfleger und zunehmend Sanitäter infiziert; vielleicht hinkt der Vergleich deshalb.
nujaas Nachschlag
Seit drei Wochen hat man sich in Deutschland bemüht, die Krankenhäuser leer zu kriegen und alles mögliche abgesagt. Da sollten sie jetzt auch ziemlich leer sein.
Zivilcourage
Falls in der einen oder anderen Nation womöglich GOTT ein drohendes Unheil abgewendet hätte, was würden die Völker, und was würde der Klerus dann dazu sagen? Das wäre doch extrem schwierig, in so einem Fall die richtigen Worte zu finden, oder?
nujaas Nachschlag
Sie müßten es zunächst einmal merken und glauben. Dann ist das mit den Worten einfach.
Darandan
Wenn es einen selber triff, hat Gott einen aus Liebe gezüchtigt, wenn es den anderen trifft, hat Gott die Bosheit und Sünden gestraft 😇 😎 😇
Tesa
In der Politik heißt es da: "Haltung" bewahren (Codewort für Wissenslücke)
Don Reto Nay
@Ratzi: Das Problem beim Coronavirus ist, dass man ihn nicht kennt und man was wenig über den Krankheitsverlauf. Bei den meisten ist der Virus harmlos. Aber manchmal schlägt er auch dort zu, wo man es nicht erwarten würde, und es ist nicht einfach zu verstehen, warum.
Ratzi
@Don Reto Nay Corona vergleiche ich mit der Behauptung, wonach die Feuerwehr auch der Brandstifter ist, weil jedes Mal, wenn ein Haus brennt, die Feuerwehr vor dem brennenden Haus steht. Genau so stupid argumentiert die Schulmedizin. Mir ist kein einziger wissenschaftlicher Beweis (weltweit) bekannt, der beweisen würde, dass je einmal ein sog. böses Virus einen Menschen getötet hätte. Was die …More
@Don Reto Nay Corona vergleiche ich mit der Behauptung, wonach die Feuerwehr auch der Brandstifter ist, weil jedes Mal, wenn ein Haus brennt, die Feuerwehr vor dem brennenden Haus steht. Genau so stupid argumentiert die Schulmedizin. Mir ist kein einziger wissenschaftlicher Beweis (weltweit) bekannt, der beweisen würde, dass je einmal ein sog. böses Virus einen Menschen getötet hätte. Was die Schulmedizin als Virus bezeichnet, sind in Tat und Wahrheit "Müll-Teile" von Zellen, die jeder, mal mehr mal weniger (je nach Alter und gesundheitlicher Verfassung), im Blut hat. Der sog. Corona-Test ist eine Detektion von irgendwelchen im Blut befindlichen RNA-Partikeln (Teile der DNA-Kette). Das schlimmste an diesen sog. Viren-Tests ist, dass es weltweit keinen einzigen Test gibt, der geeicht ist. Was wird dann überhaupt gemessen wenn nicht irgend ein Zufallsprodukt? Was mich am meisten erstaunt ist, dass es so wenige Leute gibt, die den Schwindel durchschauen.
TomLuka
Wodarg.com
Ratzi
Anno
Die Krankenpflege ist ein zynisches Geschäft und mit Corona-Patienten macht man keinen Gewinn.
In Deutschland haben viele Privatkliniken Kurzarbeit angemeldet, statt sich am Kampf gegen das Virus zu beteiligten. Dies ist auch schon bis nach Berlin vorgedrungen und kommt dort gar nicht gut an.
Don Reto Nay
Im Fall der Schweiz sind das alles keine Privatkliniken.
Liberanosamalo
Selbst in Berlin stehen Krankenhäuser leer. Sie werden angewiesen, Intensivbetten für mögliche Coronapatienten freizuhalten (560,-€ pro Tag) und es scheint keiner zu kommen...
nujaas Nachschlag
Keiner ist untertrieben, ungefähr 2200 liegen auf Intensiv, das zwei- dreifache in Isolierstationen.
Don Reto Nay
Hätte ich sogar, sogar Verwandte. Ich höre das übrigens auch von den anderen Spitälern im "hochverseuchten" Kanton Graubünden. Der Schweizer Krisenmanager sagte, dass in einer Woche der grosse Ansturm beginnen werde. Aber er sagte das am 20. März...
Mir vsjem
Haben Sie nicht dort einen Bekanntenkreis, wo nachgefragt werden kann?