Betrachtungen vom 10.Juli

Betrachtung am 10. Juli - Von der Beschämung der Sünder am Gerichtstag Könnten meine Schuld die Menschen sehen, Müsste nicht vor Schande ich vergehen? Doch erst am Gerichtstag: welche Pein, Aller …More
Betrachtung am 10. Juli - Von der Beschämung der Sünder am Gerichtstag
Könnten meine Schuld die Menschen sehen,
Müsste nicht vor Schande ich vergehen?
Doch erst am Gerichtstag: welche Pein,
Aller Augen bloßgestellt zu sein.

1. Beschämung ist von der Sünde unzertrennlich. Zwar kannst du ihr in diesem Leben, doch kannst du ihr nicht für immer entgehen, denn erscheinen wirst du vor Gottes Gericht in der ganzen Abscheulichkeit deiner Laster, nicht sie zu tilgen, sondern ihre Schande zu tragen. Dort wird die Unverschämtheit auch dem Verworfensten vergehen. Gott selbst wird den Schleier dir vom Angesicht reißen, mit dem nun dein Stolz und deine Ruhmredigkeit deine Ausschweifungen bedeckt, und in ihrer ganzen Schändlichkeit wird deine Blöße allen sichtbar sein. Ach, so schwer fällt es dir nun, deine Sünden einem Priester heimlich zu bekennen, was aber wird es sein, vor allen Menschen sie zu offenbaren? Nur die Buße kann sie bedecken.
2. Keine Bitterkeit geht über Entehrung und Verachtung. …More
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10. Juli

Die heiligen Sieben Brüder

Die heutige Legende ist wie ein Lied, wie ein zweistrophiger Heldengesang der Treue zu Gott und zu Christus.

Die erste Strophe besingt eine Heldentat, die sich zweihundert Jahre vor der Geburt des Heilandes zutrug und die aus der Biblischen Geschichte des Alten Testamentes bekannt ist. Der gottlose König Antiochus von Syrien hatte das Land Israel unterjocht …More
10. Juli

Die heiligen Sieben Brüder

Die heutige Legende ist wie ein Lied, wie ein zweistrophiger Heldengesang der Treue zu Gott und zu Christus.

Die erste Strophe besingt eine Heldentat, die sich zweihundert Jahre vor der Geburt des Heilandes zutrug und die aus der Biblischen Geschichte des Alten Testamentes bekannt ist. Der gottlose König Antiochus von Syrien hatte das Land Israel unterjocht und wollte die Juden zum Abfall von dem einen wahren Gott dadurch verleiten, dass er sie zwang, Schweinefleisch zu essen, was nach dem Gesetz des Mose verboten war. Es wurde ihm auch eine Mutter mit sieben Söhnen vorgeführt, und da sie sich insgesamt standhaft weigerten, das Gebot zu übertreten, das Gott durch Mose gegeben hatte, ließ sie Antiochus, beim ältesten Sohn angefangen, der Reihe nach unter entsetzlichen Martern vor den Augen der jeweils noch Lebenden zu Tode peinigen. Als letzte starb die Heldenmutter, die mit blutendem Herzen der Qual der Söhne zugesehen, ihre Schmerzen miterduldet und sie trotzdem zur Standhaftigkeit aufgefordert hatte. Man nennt die Frau die Makkabäische Mutter. Diese Geschichte ist also die erste Strophe in dem genannten Heldengesang der Treue.

Was die zweite Strophe besingt, ereignete sich etwa zweihundert Jahre nach Christi Geburt. Damals lebte zu Rom eine vornehme christliche Witwe mit Namen Felizitas, die sieben Söhne hatte, prächtige Kinder und begeisterte Christusjünger. Alle wurden des Glaubens wegen verhaftet, und was sich vierhundert Jahre zuvor in Israel zugetragen hatte, wiederholte sich auf die gleiche Weise zu Rom. Dem Alter nach wurden alle vor die Wahl zwischen Abfall vom Glauben und Tod gestellt, und unter dem heldenhaften Zuspruch der Mutter wählten die jungen Helden allesamt den Tod der Treue zum Heiland. „Mensch!“ erwiderte der älteste Sohn dem Richter auf die Frage, ob er Verrat an Christus üben wolle, „Mensch!“ sagte er, „das kommt gar nicht in Frage, ich bleibe treu.“ Ähnliche Antworten gaben auch die übrigen sechs, und alle starben sie für den Glauben vor den Augen der jeweils Überlebenden, und die Mutter, die mit jedem Sohn mitlitt und gleichsam mitstarb, vollendete den Heldengesang ihrer herrlichen Kinder vier Monate später ebenfalls mit dem glorreichen Martertod. Welch ein Empfang muss doch die große Frau im Himmel erlebt haben! Ihrer gedenkt die Kirche am 23. November, während sie das Fest der heiligen Sieben Brüder am heutigen Tag begeht.

Von den sieben Söhnen der heiligen Felizitas muss uns vor allem der zweitjüngste, Alexander mit Namen, teuer sein, denn seine heiligen Überreste kamen im frühen Mittelalter in das Städtchen Wildeshausen im heutigen Oldenburg. Man kann sich keine Vorstellung machen, mit welcher Pracht und unter welchem Zulauf aus dem ganzen Land die Überführung der Reliquien stattfand, aber den Weg, den der Zug damals nahm, kann man heute noch verfolgen, denn überall wo die heiligen Überreste eine Nacht verweilten, bauten die Leute danach ein Gotteshaus zu Ehren des jugendlichen Martyrers. Daher gibt es so manche Alexanderkirchen in Deutschland.

Welch herrliche Menschen waren doch die zwei Mütter und ihre Söhne! Auf die Mutter im Haus kommt es meistens an.

Der heilige Walderich aus Regensburg, Mönch in Cluny,
+ 10.7.1100 – Fest: 10. Juli


Während der 59 Jahre, da der heilige Abt Hugo dem weltberühmten Kloster Cluny vorstand, lebte daselbst ein frommer Mönch, namens Walderich, der aus einer edlen Familie Bayerns stammte und im Anfang des 11. Jahrhunderts zu Regensburg geboren war.

Derselbe hatte sich mit Gerard, der später Bischof von Ostia und Kardinal der römischen Kirche wurde, nach Cluny begeben, um daselbst unter der Leitung des gotterleuchteten Abtes Hugo ein gottseliges Leben zu führen. Der Abt gewann die zwei Jünger aus Bayern sehr lieb und ließ sich ihre Förderung im geistlichen Leben sehr angelegen sein. Walderich wurde auf Befehl des Abtes gar bald zur Würde des Priestertums erhoben und zum Lehrer der jüngeren Mitbrüder aufgestellt. Ausgezeichneten Ruf erwarb er sich als Beichtvater. Junge Leute und Greise eilten zu seinem Beichtstuhl, um ihm ihr Herz zu offenbaren und ihn in ihren Gewissensangelegenheiten zu Rate zu ziehen. Alle empfingen bei ihm die notwendige Belehrung, und Trost und Beruhigung für ihre Seele. Alle fügten sich willig in seine Forderungen, obgleich er oft sehr Schweres und Hartes verlangte. Sie erkannten die Weisheit seiner Führung und die Liebe, mit der er um ihr Seelenheil bekümmert war. Darum vertrauten sie sich unbedingt seiner Leitung an. Zudem hatte ihm der Herr die Gabe der Wunder verliehen.

Nach einem Bericht aus dem Jahr 1104 wurde Walderich auch nach Deutschland gesendet, um die klösterliche Zucht in einigen verfallenen Klöstern dieses Landes zu ordnen und auf strenge Haltung der heiligen Regel zu dringen. Er vollendete seine Lebenstage zu Cluny, wahrscheinlich im Jahr 1100, somit 21 Jahre vor seinem Lehrer und Abt, dem heiligen Hugo. Als sein Todestag wird der 10. Juli angegeben. Dass er ein Bayer gewesen und in Regensburg geboren sei, ist erst durch die im Jahr 1641 in Druck erschienene Chronik des Klosters Cluny bekannt geworden.

Gebet am 10. Juli

O meine liebe Mutter Maria, Königin der Martyrer und der Schmerzen, um meines Heiles willen hast du so viele Tränen für deinen gestorbenen Sohn vergossen. Aber was würden mir deine Tränen helfen, wenn ich dennoch verloren ginge? Erlange mir also um der Verdienste deiner Schmerzen willen aufrichtige Reue über meine Sünden, wahre Besserung des Lebens und fortwährendes und zärtliches Mitleid mit dem Leiden Christi und mit deinen Schmerzen. Wenn du und dein Sohn, die ihr doch beide so unschuldig gewesen seid, so viel für mich gelitten habt, so bewirkt, dass auch ich, der ich die Hölle verdient habe, geduldig leide und ausharre bis zum Ende. Amen.

Zu Gott

O Gott, verleihe den Eifer, den du der heiligen Felizitas geschenkt hast, allen Eltern, damit sie einst so viele Heilige im Himmel zählen, als sie auf Erden Kinder gehabt haben, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Mein Gott, ich habe viel gelernt, aber wie schäme ich mich, dass ich die Weisheit so vieler Unstudierten nicht habe, die weniger wissen, aber mehr lieben. Ich bitte um deinen Heiligen Geist, der sich nur den Einfältigen und Demütigen mitteilt. Amen.

Andenken an die seligste Jungfrau

Zu Aachen wurden, von heute angefangen, vierzehn Tage lang in der Kirche Unserer Lieben Frau dem Volk und den zahlreich zuströmenden Pilgern Reliquien der heiligen Mutter Gottes gezeigt. Man sah dort eine Menge Wallfahrer aus allen christlichen Ländern. Die Ungarn und Böhmen haben da eine eigene Kapelle gestiftet, um darin beichten zu können.
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