"Ich wandle in der Finsternis. Doch mich leitet der Duft des Ginsters.": Dies war das Erste, was ich von GOMEZ DAVILA las - und augenblicklich war ich überwältigt und mir klar, mit wem ich es hier zu tun hatte. Folglich habe ich nun ein schlechtes Gewissen, dies in lichtloser Prosa zu verflachen. Möge es mir verziehen werden. Die kleinen, dummen SelbstVerGötzer der Moderne - NIETZSCHE posierte nur als solcher, war aber zu intelligent dazu - behaupten die Subjektivität der Werte. Doch Wert ist eben gerade nichts, was wir uns selbst er-finden. Die Ästhetizisten haben vollkommen recht, daß nur die Schönheit zählt; und vollkommen unrecht - weil sie wähnen, vom Schönen zum Wahren oder Guten und letztlich auf GOTT schließen zu können. Denn "Wenn Gott die Schlußfolgerung eines Gedankenganges wäre, ließe mich die Notwendigkeit, ihn zu verehren, in Gleichgültigkeit erstarren. Aber Gott ist nicht nur die Substanz, nach der ich strebe, sondern auch die Substanz, von der ich lebe." (idem). Der homo religiosus lebt einzig in der KonFrontation mit seinem unbedingten GegenÜber; die Frau Welt ist nur das SchlachtFeld. Er weiß, daß er nicht weiß, ob sie außerhalb seines BeWußtSeins de facto überhaupt existiert (und ohnehin sicher nicht de iure). Doch zugleich weiß&erlebt er, daß sie seinem BeWußtSein als das ganz Andere gegenübertritt; daß der Jäger durch den Glanz der vermeintlichen Beute besiegt worden ist noch ehe er den ersten Schuß abgeben konnte; daß ein jeder Gegen-stand (oder besser: ein jedes Ob-jekt) ihm WiderStand ist und ihn folglich tötet.