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Meine Heimkehr. Ein Bekenntnis von Ingeborg Magnussen

eiss
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EDITIO GLORIA Man darf sich nicht wundern, dass die Malerin und Schriftstellerin Ingeborg Magnussen (1856 – 1946) heute weitgehend vergessen ist. Denn die permanente kirchliche Revolution, die vor …More
EDITIO GLORIA

Man darf sich nicht wundern, dass die Malerin und Schriftstellerin Ingeborg Magnussen (1856 – 1946) heute weitgehend vergessen ist. Denn die permanente kirchliche Revolution, die vor unseren Augen alles niederwalzt, ohne etwas Neues aufzubauen, geht mit einer Damnatio memoriae einher, einer Tilgung des Andenkens Katholischdenkender.

Ingeborg war die Tochter des Friesenmalers Christian Carl Magnussen. Ihr 38-seitiger Konversionsbericht wurde 1910 publiziert und erlebte viele Auflagen. Er erscheint heute wie ein Text von einem anderen Planeten.
Ingeborg wurde, wie sie selber schreibt, von Kindheit an streng gläubig in der evangelisch-lutherischen Konfession erzogen.

In dieser Zeit sah sie die ihr unbekannte Kirche als „frevelhaftes Widerspiel“ der Lehre Christi: „voll Missverstand des Evangeliums, Übergriffen der Priestergewalt, Zweideutigkeiten der Moral, Missbrauch heiliger Vorrechte, Habgier und Pomp auf der einen, sündhafter Vernachlässigung des Volkes auf der anderen Seite.“
Ingeborg schreibt, sich in diesen Vorurteilen getäuscht zu haben, dennoch klingen ihre Worte wie ein prophetischer Vorgriff auf die deutsche Kirchensteuer-Kirche der Gegenwart.

Das Leben Ingeborgs erfuhr eine erste geheimnisvolle Wende, als sie auf einer Insel an der irischen Westküste im Jahre 1904 Samuel Sebastian Myerscough, einen jungen Musiker, traf, den sie von einer angedeuteten Konversion zur Kirche abzuhalten versuchte.

Jahre später hielt sie von Myerscough erhaltene Noten in den Händen. Der Gedanke schoss ihr durch den Kopf, dass er inzwischen sein Vorhaben wahr gemacht haben könnte. Sie schickte ein Stoßgebet zum Himmel: „Bitte, lieber Gott, lass ihn es nicht geworden sein!“

Die himmlische Antwort kam wie ein Donnerschlag in der Übersetzung Martin Luthers: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.“ Das war der erste Streich.

Den Abend des gleichen Tages verbrachte sie mit dem bekannten Maler Momme Nissen (1870-1943), in dem sie einen „Jünger Christi“ gefunden hatte. Nissen überraschte sie mit der Aussage: „Ich bin katholisch.“ Er wurde später Dominikaner und starb als Pater Benedikt im Mutterhaus der Dominikanerinnen in Glion/Ilanz, Schweiz, im Ort wo der Verfasser dieses Vorwortes aufgewachsen ist und gerade an seinem Text schreibt.

Nach diesen Begegnungen begann Ingeborg über Bücher und Gottesdienstbesuche in den „Organismus der katholischen Kirche» einzudringen. Dazu schreibt sie: „Wir Protestanten hatten fleissig vom Baum der Erkenntnis gegessen und den Katholiken den Baum des Lebens überlassen.“

Sie berichtet von dem, was sie sah, vom Klerus, den sie mit „unserem damaligen besten Offiziersstand» vergleicht; von den Ordensleuten, „liebevoll im Verhalten“, „unerbittlich fest nur in Fragen der Lehre, und in dieser immer und überall einig, erstaunlich einig.“

Sie bezeugt die tiefe Sammlung und Andacht vor Beichtstühlen, die eindringliche Belehrung von Kanzeln, spontane Volksgesänge, inbrünstige Leidenswegandachten.
Sie sah die Pracht der Heiligen Messe am frühen Morgen und wie sich die Kirchen gegen Abend wieder füllten zu den Litaneien, zum Rosenkranz und zum Segen mit dem Allerheiligsten.

Sie vernahm das Chorgebet und die ungebrochene Einigkeit der Anbetung und sah, wie sich eine ununterbrochene Gebetskette um den ganzen Erdkreis schlang:
„Vor mir stand ein wahres Heilsgebäude, eine festgefügte Kirche auf den unverrückbaren Pfeilern ihrer heiligen Dogmen, deren sie keines je geopfert hat noch opfern wird – denn keines ist Willkür, keines Experiment noch Dekoration – gleich den Pfeilern eines Domes, die trotz bestgemeinter dringender Aufforderungen nie ‚entgegenkommend’ sein dürfen.“

Ingeborg beschreibt nicht nur die Kirche von damals, sondern auch die Kirche der Zukunft, nicht jene gegenwärtige Kirche des Verrates, die gerade dabei ist, sich in nichts aufzulösen.

Sur Reto Nay, Glion/Ilanz
Beatae Mariae Virginis Reginae 2018
Profanisierung des Glaubens durch politische Prämissen
www.achgut.com/artikel/geht_der_kirche…

An dieser Tatsache setzt Klaus-Rüdiger Mai an, verweist aber sogleich auf die aktuelle Profanisierung des Glaubens durch politische Prämissen, die moralisch aufgeladen sind. Die protestantische Kirche verhält sich zunehmend – aus Sorge, in einer säkularisierten Welt immer mehr an Akzeptanz einzubüßen …More
Profanisierung des Glaubens durch politische Prämissen
www.achgut.com/artikel/geht_der_kirche…

An dieser Tatsache setzt Klaus-Rüdiger Mai an, verweist aber sogleich auf die aktuelle Profanisierung des Glaubens durch politische Prämissen, die moralisch aufgeladen sind. Die protestantische Kirche verhält sich zunehmend – aus Sorge, in einer säkularisierten Welt immer mehr an Akzeptanz einzubüßen – wie ein Verein oder eine Partei, indem sie den Zeitgeist – und das heißt für Mai, eine grün angehauchte linksliberale Ideologie – bedient. „Teile der verfassten Kirche verwechseln den Zeitgeist mit dem Heiligen Geist.“ Dadurch verliert die Kirche zunehmend ihre eigene Substanz: das Transzendente oder, in den Worten von Durkheim, das Heilige, Ewige, Überdauernde. Der heutige Glaube wird so mehr und mehr zu einer Art „Zivilreligion“:
„Die Politisierung der Heilszusage würde zu ihrer Verweltlichung führen. Eine komplett verweltlichte Heilszusage stellt einen Widerspruch in sich dar. (…) Diesen Transzendenzbezug verliert Kirche durch eine umfassende Politisierung, weil sie dadurch alleine auf diese Welt ausgerichtet ist.“
eiss
eiss
@Klaus Peter: Danke für den Hinweis. Immerhin mit 439 Seiten ein mächtiges Werk. Dort vermutlich, ich habe es nicht gelesen, eher theologische Wahrnehmung, hier spielt Musik eine Rolle. Was berührt in unserer Zeit?
Klaus Peter
Ich glaube, dass Ingeborg Magnusses Konversionsbericht sich gut eignet, um ihn Menschen vorzulegen, die in jungen Jahren die Kirche liebten und deren Religiosität im Gefolge der neuen Theologie und des VII-Konzils immer mehr erkaltete. Ganz gut eignet sich dafür auch der Lebensbericht von Erik Morstad über dessen Hinwendung zur Kirche:
konversion.wordpress.com/…/erik-morstad-me…
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eiss
@NAViCULUM Ein wunderschönes Paar, diese beiden Eisvögel. Danke.
Tradition und Kontinuität likes this.
eiss
Keltische Harfe mit Melodien aus Herr der Ringe
www.youtube.com/watch
Tabitha1956
Meine Heimkehr: Nach 5 Stunden Gartenarbeit und Körperhygiene bin ich zu kaputt für Ingeborgs Bekenntnisse. Ich hole das sicher nach.
Klaus Peter
Ein Geschenk in meinen Urlaub, wie ich es mir schöner und spannender nicht hätte vorstellen können.
Dafür vielen lieben Dank an eiss und Don Reto!
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Severin
So wie die Konvertitin das Erscheinungsbild der Kirche von damals beschreibt, da müssen wir wieder hin. Als Einzelner und im Kollektiv.
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Herzlichen Dank , lieber @eiss für die Hinweise!
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eiss
@elisabethvonthüringen
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Wie Don Reto im Vorwort ganz richtig schreibt..."die Kirche, die sich zurzeit in Nichts auflöst" benennt auch bellfrell.blogspot.com/…/der-burgermeist…
Innerhalb eines Jahrhunderts so eine "Talfahrt"!!!
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eiss
Einige Hinweise noch zu den im Text erwähnten Personen.
Der Vater von Ingeborg Magnussen, ein deutscher Kunstmaler, ist auf Wikipedia unter dem Link finden:

de.wikipedia.org/wiki/Christian_Carl_Magnussen

Den Vater des jungen Musikers Samuel Sebastian Myerscough finden Sie unter dem Link:

en.wikipedia.org/wiki/Samuel_Myerscough

Wer selber etwas von der Macht und Kraft der irischen Harfe spüre…More
Einige Hinweise noch zu den im Text erwähnten Personen.
Der Vater von Ingeborg Magnussen, ein deutscher Kunstmaler, ist auf Wikipedia unter dem Link finden:

de.wikipedia.org/wiki/Christian_Carl_Magnussen

Den Vater des jungen Musikers Samuel Sebastian Myerscough finden Sie unter dem Link:

en.wikipedia.org/wiki/Samuel_Myerscough

Wer selber etwas von der Macht und Kraft der irischen Harfe spüren möchte — Vorsicht, das Anhören von Musik auf der keltischen Harfe kann gegebenenfalls zu einer Hinwendung zum Katholischen führen —, der findet hier einen Anfang:

www.youtube.com/watch