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Elista

Die Geschichte vom unzufriedenen Bauern

Die Geschichte vom unzufriedenen Bauern

Eines Tages kam ein Bauer zu Gott. Er führte heftige Klage gegen Gott und sagte: Gott, du bist so groß und mächtig. Du kannst über Sonne und Regen befehlen und du willst gewiß das Beste für deine Geschöpfe auf der Erde. Doch in dem einen Jahr schickst du soviel Regen, daß viele Ähren an den Halmen verfaulen. Dann - in einem anderen Jahr - schickst du die Trockenheit und läßt die Sonne

soviel scheinen, daß viele Ähren vertrocknen. Du hast gewiß soviel zu tun, daß du nicht an alles denken kannst. Wenn du jemanden beauftragen würdest, der sich auskennt mit dem Getreide und mit dem Wetter, könnte der doch alles zum Wohle aller ausrichten. Willst du mich nicht das Wetter machen lassen?'

Der Bauer hatte seine Rede schnell und heftig vorgebracht und wartete nun mit klopfendem Herzen auf die Antwort.

Gott schmunzelte und dann erlaubte er dem Bauern, für ein Jahr das Wetter zu bestimmen.

0, wie der Bauer sich mühte! Als die Zeit der Saat kam, schickte er sanften Regen und warme Sonnenstrahlen. Im Sommer, wenn die Sonne kräftig vom Himmel schien und die Halme zu verbrennen schienen, schickte er Wolken. So ordnete der Bauer Sonne und Regen in genau dem richtigen Maß. Die Getreidehalme wuchsen gut und wurden kräftig. Voller Freude wartete der Bauer, bis sie goldgelb dastanden. Den Tag der Ernte konnte er kaum erwarten. Endlich war es soweit. Er

prüfte die Ähren - wie er es jedes Jahr zu tun pflegte, wenn der Tag der Ernte kam -, indem er die Ähren in die Hand nahm. Aber da stutzte er bei der ersten Ähre. Sie war so leicht. Er prüfte auch die zweite und dritte: er nahm Ähre um Ähre in die Hand. Aber sie waren alle leicht und leer. In keiner einzigen Hülle steckte ein Korn - sie waren alle leer.

Da ging der Bauer wieder zu Gott und sagte:

,Ich habe Sonne und Regen richtig eingesetzt. Und dennoch sind alle Ähren taub und leer.'

,Ja', sagte Gott, ,ich habe gesehen, welche Mühe du dir gegeben hast. Doch du hast etwas ganz Wichtiges vergessen: Du hast den Wind nicht bedacht.'

Da schlug sich der Bauer mit der Hand an die Stirn und sagte: ,Richtig, der Wind, der den Blütenstaub weiterträgt und dafür sorgt, daß sich das Korn bildet. Ja, den habe ich vergessen.'

Und er sagte: ,Gott, es ist besser, wenn du wieder das Wetter machst im nächsten Jahr.'

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