Oenipontanus

300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie – Akademie für das Leben

@Maximos101

"Aber in den Verona-Fragmenten steht letztendlich "quod"!"

Es steht einmal "quem" und einmal "quod", beides dürfte sich auf den spiritus principalis beziehen. Im Übrigen ist das "quod" grammatikalisch falsch, da es sich ja auf etwas grammatikalisch Sächliches beziehen müsste, was aber nicht gegeben ist. Hauler hat bereits als Quelle dieses Fehlers den Umstand angesehen, dass …More
@Maximos101

"Aber in den Verona-Fragmenten steht letztendlich "quod"!"

Es steht einmal "quem" und einmal "quod", beides dürfte sich auf den spiritus principalis beziehen. Im Übrigen ist das "quod" grammatikalisch falsch, da es sich ja auf etwas grammatikalisch Sächliches beziehen müsste, was aber nicht gegeben ist. Hauler hat bereits als Quelle dieses Fehlers den Umstand angesehen, dass die lateinischen Fragmente aus dem Griechischen übersetzt sind und in dieser Sprache das Wort πνευμα ("Geist") sächlich ist.

300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie – Akademie für das Leben

@Maximos101
"Prof. Dr. Gabriel Rabo hatte einmal vor Jahren die Freundlichkeit gehabt, mir ausgehend von einem Mikro-Fiche einer Handschrift des Patriarchen Michael aus dem 12. Jhr., das jakobitische Gebet der Handauflegung der Bischofsweihe zu editieren. Allerdings war es die wirkliche Bischofsweihe, nicht das "klementinische" Gebet der Inthronisierung des Patriarchen. Er hatte schon …More
@Maximos101
"Prof. Dr. Gabriel Rabo hatte einmal vor Jahren die Freundlichkeit gehabt, mir ausgehend von einem Mikro-Fiche einer Handschrift des Patriarchen Michael aus dem 12. Jhr., das jakobitische Gebet der Handauflegung der Bischofsweihe zu editieren. Allerdings war es die wirkliche Bischofsweihe, nicht das "klementinische" Gebet der Inthronisierung des Patriarchen. Er hatte schon Probleme mit der Leserlichkeit es Textes."

Ich nehme an, Sie sprechen von "Anhang 5" Ihres Buches "Die Frage der Gültigkeit etc."!? Die Handschrift Vat. syr. 51 ist inzwischen als Farbscan in erträglicher Qualität online verfügbar. Dass Dr. Rabo Probleme mit dieser Handschrift hatte, dürfte am Mikro-Fiche gelegen haben, denn übermäßig schwer lesbar ist sie nicht. Sollten Sie daran interessiert sein, würde ich in nächster Zeit einmal die Transkription, die Dr. Rabo Ihnen zukommen hat lassen, am Original überprüfen und Ihnen dann das Ergebnis inklusive neuer deutscher Übersetzung schicken. Soweit ich auf die Schnelle sehen konnte, hat Dr. Rabo zumindest an einer Stelle voll daneben gegriffen: ܗܘ ܕܫܖܢܬ ܠܢ ܗܘ ܡܐ ܕܫܪܪ "Du hast uns das geschenkt, was wahr ist" ist nach Vat. syr. 51 eindeutig zu lesen: ܗܘ ܕܫܖܢܬ ܠܢ ܗܘܢܐ ܕܫܪܪ "Du hast uns die Erkenntnis der Wahrheit geschenkt". Syrisch "hawno" entspricht dem lateinischen "intellectus" in all seinen möglichen Facetten.

300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie – Akademie für das Leben

Nachdem ich das Buch von Prof. May im Laufe des vergangenen Jahres komplett gelesen hatte, habe ich es enttäuscht weggelegt. Nicht nur ist es über weite Strecken in einem unerträglichen Lapidarstil geschrieben, sondern es wird auch in den meisten Fällen weder Freund noch Feind wirklich gerecht. Bei vielen Theologen, die Prof. May vorstellt, beschränkt er sich hinsichtlich der von ihnen …More
Nachdem ich das Buch von Prof. May im Laufe des vergangenen Jahres komplett gelesen hatte, habe ich es enttäuscht weggelegt. Nicht nur ist es über weite Strecken in einem unerträglichen Lapidarstil geschrieben, sondern es wird auch in den meisten Fällen weder Freund noch Feind wirklich gerecht. Bei vielen Theologen, die Prof. May vorstellt, beschränkt er sich hinsichtlich der von ihnen verfassten Werke auf ein bloßes title-dropping, was darauf hindeuten dürfte, dass er nur weniges davon näher angeschaut oder gar studiert hat.

So mancher unbescholtene Kirchenmann, wie z. B. Odilo Rottmanner OSB, kommt bei Prof. May schlecht weg, während er grundsätzlich Theologen, die seine Lehrer waren oder mit denen er anderweitig in gutem Kontakt stand, schont, was sie theologisch auch immer vertreten haben mögen.

Mein Fazit: Der selbstgewählte Stoff scheint den Autor heillos überfordert zu haben. 300 Jahre Theologiegeschichte zu behandeln ist ja in der Tat eine riesige Herausforderung, noch dazu für einen Nichthistoriker wie Prof. May. Am störendsten aber finde ich neben der unverhohlenen Parteilichkeit, die einem Wissenschaftler nie gut ansteht (obwohl sie weit verbreitet ist), das ständige moralische Abqualizieren derjenigen Personen, die aus seiner Sicht nicht oder doch nicht genügend katholisch sind.
Daher kann ich das Buch nicht und schon gar nicht uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen!

300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie – Akademie für das Leben

@Maximos101

"Ne, ne, das hat nichts damit zu tun, daß man sich das aus der veronesischen Handschrift gefischt hat. Die Texte wurden ja in den Schemata des Consiliums als westsyrische ausgewiesen"

Die Schemata habe ich noch nicht studiert, Vergelt's Gott für den Hinweis darauf!

Wenn das Consilium etwas als "westsyrisch" ausgewiesen hat, so heißt das natürlich lange noch nicht, dass es auch "…More
@Maximos101

"Ne, ne, das hat nichts damit zu tun, daß man sich das aus der veronesischen Handschrift gefischt hat. Die Texte wurden ja in den Schemata des Consiliums als westsyrische ausgewiesen"

Die Schemata habe ich noch nicht studiert, Vergelt's Gott für den Hinweis darauf!

Wenn das Consilium etwas als "westsyrisch" ausgewiesen hat, so heißt das natürlich lange noch nicht, dass es auch "westsyrisch" ist. Meine Vermutung, dass das "quem" aus den Verona-Fragmenten kommt, beruht darauf, dass diese zur Zeit, zu der die konziliare Liturgie gebastelt wurde, fast allgemein als sehr verlässlicher Textzeuge der Traditio Apostolica angesehen und z. B. von Dom Bernard Botté als Fundament seiner Textrekonstruktion verwendet wurden.

300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie – Akademie für das Leben

@Maximos101

"Wieso nicht verfügbar?" Die Edition Assemani's natürlich schon, die habe ich ja schon vor Jahren von den digitalen Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek heruntergeladen, aber die Manuskriptvorlage(!) von Assemani ist nicht verfügbar. Gerade die würde mich aber interessieren bezüglich der Frage, ob "Deinem Heiligen" oder "Deinen Heiligen" zu lesen ist.

300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie – Akademie für das Leben

@Maximos101

""L-Hasyo - der Heilige", steht hier im Plural (la-hsayo), ganz im Gegensatz zur oben bezeichneten pseudepigraphischen Vorlage des Testamentums, welches Rahmani editiert hatte. Das ist auch logisch, denn die Monophysiten, die diesen Text aus der apokryphen Quelle übernahmen, waren sehr wohl eingedenk des can. 9 der 12 Anathemen des Cyrill von Alexandrien gegen Nestorius. Der …More
@Maximos101

""L-Hasyo - der Heilige", steht hier im Plural (la-hsayo), ganz im Gegensatz zur oben bezeichneten pseudepigraphischen Vorlage des Testamentums, welches Rahmani editiert hatte. Das ist auch logisch, denn die Monophysiten, die diesen Text aus der apokryphen Quelle übernahmen, waren sehr wohl eingedenk des can. 9 der 12 Anathemen des Cyrill von Alexandrien gegen Nestorius. Der Heilige (l-hasyo) im Singular könnte eben auch Christus bedeuten. Das Wort "l-hasyo" ist sehr vieldeutig: der Heilige, der Apostel, der Bischof, Christus. Aber im Plural heißt es nicht Christus."

Sie haben Recht, ܠܚܤܝܐ steht bei Rahmani im Singular, bei Assemani im Plural. Dies erkennt man aber nur an den bei Letzterem vorhandenen Pluralpunkten, die Konsonanten sind in beiden Fällen dieselben. Leider ist das Manuskript, das Assemani für seine Edition verwendet hat (Bibliothek des römischen Maroniten-Kollegs, Cod. 75(I)), nicht online verfügbar, so dass wir nicht sicher wissen können, ob Assemani die Pluralpunkte in seiner Vorlage vorgefunden oder einfach das Wort als Plural interpretiert und die Punkte hinzugefügt hat.

300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie – Akademie für das Leben

@Maximos101

"Mit anderen Worten: Assemanis Text, den Denzinger in "Ritus orientalium" bringt, ist richtig und Dom Cagin, sowie Jean-Michel Hanssens haben falsch übersetzt, weil sie die maskuline Transkription übersehen haben."

Nicht zwingend! Ich habe zwar gerade die Werke von Cagin und Hanssens nicht zur Hand, vermute aber, dass sie das "quem" aus den lateinischen Fragmenten der Traditio …More
@Maximos101

"Mit anderen Worten: Assemanis Text, den Denzinger in "Ritus orientalium" bringt, ist richtig und Dom Cagin, sowie Jean-Michel Hanssens haben falsch übersetzt, weil sie die maskuline Transkription übersehen haben."

Nicht zwingend! Ich habe zwar gerade die Werke von Cagin und Hanssens nicht zur Hand, vermute aber, dass sie das "quem" aus den lateinischen Fragmenten der Traditio Apostolica haben:
"nunc effunde eam virtutem, quae a te est, principalis spiritus, quem dedisti dilecto filio tuo Iesu Christo, quod donavit sanctis Apostolis" - "nun gieße aus die Kraft, die von Dir ist, <die Kraft> des principalis spiritus, welchen Du gegeben hast Deinem geliebten Sohn Jesus Christus, welchen (egtl. "welches", also neutrum!) er geschenkt hat den heiligen Aposteln"
(Edmundus Hauler, Didascaliae Apostolorum Fragmenta Ueronensia Latina. Lipsiae: In aedibus B. G. Teubneri, 1900, p. 105)

Pater Pio jagt ihn sieben Mal aus dem Beichtstuhl

@Ischa @Moselanus

Ad. Tanquerey, Synopsis Theologiae Moralis et Pastoralis. Tomus primus: De Paenitentia, De Matrimonio et Ordine. Romae–Tornaci–Parisiis: Typis Societatis Sancti Joannis Evangelistae, Desclée et Soch, 1922, p. 167: „Jure divino necessarium est confiteri omnia et singula peccata mortalia, etiam occulta, post baptismum commissa, quorum memoria, post diligens examen habetur.“

Priesteramt, dreigeteilt

@Pater Jonas
"Um nicht auf demselben tiefen Niveau mit Ihnen zu diskutieren beende ich hiermit den direkten Kommentar mit Ihnen"

Das sei Ihnen unbenommen! Nur eines verstehe ich nicht: Warum sprechen Sie von "diskutieren"? Sie haben ja bis jetzt nicht einmal im Ansatz gegen @Maximos101 argumentiert, sondern sich offenbar nur auf den Schlips getreten gefühlt und auf Ihr Priestersein hingewies…More
@Pater Jonas
"Um nicht auf demselben tiefen Niveau mit Ihnen zu diskutieren beende ich hiermit den direkten Kommentar mit Ihnen"

Das sei Ihnen unbenommen! Nur eines verstehe ich nicht: Warum sprechen Sie von "diskutieren"? Sie haben ja bis jetzt nicht einmal im Ansatz gegen @Maximos101 argumentiert, sondern sich offenbar nur auf den Schlips getreten gefühlt und auf Ihr Priestersein hingewiesen. Ich für meinen Teil habe bisher gar nichts Inhaltliches zur Theorie von @Maximos101 gesagt, sondern nur darauf hingewiesen, dass eine intellektuelle Auseinandersetzung damit notwendig ist.

Priesteramt, dreigeteilt

@Pater Jonas
Eine der Hauptsachen, die @Maximos101 durch seinen "meterlangen Kommentar" (Warum scheint das für Sie ein Problem zu sein?) mitteilen will, scheint mir nicht unklar zu sein: Der neue Ritus der Bischofsweihe ist seiner Ansicht nach ungültig! Ob man dem nun letzten Endes zustimmt oder nicht: Eine intellektuelle Auseinandersetzung mit dieser These lohnt sich auf jeden Fall! Denn …More
@Pater Jonas
Eine der Hauptsachen, die @Maximos101 durch seinen "meterlangen Kommentar" (Warum scheint das für Sie ein Problem zu sein?) mitteilen will, scheint mir nicht unklar zu sein: Der neue Ritus der Bischofsweihe ist seiner Ansicht nach ungültig! Ob man dem nun letzten Endes zustimmt oder nicht: Eine intellektuelle Auseinandersetzung mit dieser These lohnt sich auf jeden Fall! Denn dass mit dem neuen Ritus der Bischofsweihe etwas nicht stimmt, begreift man relativ bald, nachdem man angefangen hat, sich mit ihm etwas näher liturgiewissenschaftlich und dogmatisch zu beschäftigen!

Aktivist verklagt NFL auf 867 Billionen

Woelki in der Synagege: Ohne Kreuz und mit Kippa

@Mk 16,16

"Wer hat geleugnet, daß das AT zur Bibel gehört?"

Unser allseits geschätzter Marcion redivivus @Ratzi leugnet hier auf gloria.tv regelmäßig, dass der Gott des AT identisch mit dem des NT ist. Argumente hat er dafür allerdings noch nie welche gebracht...

Eroberte Territorien durch den Islam

@Ratzi
"gemäss dem hl. Paulus sind die rituell Beschnittenen von der Gnade Gottes getrennt."

Aha!? Na dann präsentieren Sie uns doch mal die Stelle, an der Paulus Derartiges schreibt!

Waren Ihrer Meinung nach also auch Christus und die 12 Apostel und Paulus von der Gnade Gottes getrennt, da sie doch allesamt beschnitten waren?

"Konservativer Gegner" der deutschen Synode erhält Handkommunion von einem Mädchen

@St. Andreas

"Das Problem ist, das die meisten Priester auch Progressisten sind."

Und die ganz wenigen, die in irgendeiner Form "konservativ" oder gar "traditionsorientiert" sind, hängen nicht selten allen möglichen schrägen Privatoffenbarungen und/oder charismatischen Strömungen an.

Die erzwungene Liturgiereform der Kartäuser

@Jan-Erik Stuhldreier

Gegenfrage: War Thalhofer Ihrer Meinung nach ein Häretiker? Und all die liturgieverändernden Päpste vor dem V2 (worauf neulich einmal @Moselanus hingewiesen hat) auch?

Ich habe heute ein wenig nach Kommentaren zu den tridentinischen Canones gesucht, aber auf die Schnelle nichts Brauchbares gefunden. Kennen Sie diesbezügliche einschlägige Literatur?

Die erzwungene Liturgiereform der Kartäuser

@Jan-Erik Stuhldreier

Das oberste liturgische Recht für die gesammte Kirche hat der Papst. Er besitzt daselbe nicht etwa als ein (von den Gallikanern und Josephinern) sogenanntes erworbenes Recht, das erst im Laufe der historischen Entwicklung oder in Folge gemachter Reservation ihm zugefallen und darum für den Primat zufälliger Natur wäre, sondern als ein wesentliches, das in der Natur …More
@Jan-Erik Stuhldreier

Das oberste liturgische Recht für die gesammte Kirche hat der Papst. Er besitzt daselbe nicht etwa als ein (von den Gallikanern und Josephinern) sogenanntes erworbenes Recht, das erst im Laufe der historischen Entwicklung oder in Folge gemachter Reservation ihm zugefallen und darum für den Primat zufälliger Natur wäre, sondern als ein wesentliches, das in der Natur des Primates wurzelt und darum göttlichen Ursprunges ist. Als gottgesetztes Oberhaupt und unfehlbarer Lehrer der Kirche hat der Papst keineswegs bloß das oberste Aufsichtsrecht über die in der Kirche thatsächlich im Gebrauch stehenden Liturgien zu dem Zwecke, um das Eindringen von Irrthümern in Glaubenssachen zu verhindern, sondern besitzt er auch die gottverliehene Gewalt, für die ganze Kirche in Sachen der Liturgie rechtsverbindliche Gesetze zu geben, vorhandene Kultusformen, wenn es ihm zweckdienlich erscheint, abzustellen, neue einzuführen und den Fortgebrauch der auf dem Wege der Gewohnheit oder anderweitig eingeführten zu sanctioniren.“
(Valentin Thalhofer, Handbuch der katholischen Liturgik. Erster Band. Freiburg im Breisgau: Herder‘sche Verlagshandlung, 1883, p. 350)

Einer der wichtigsten Liturgiker des 19. Jahrhunderts war also keineswegs der Meinung, der (jeweilige) Papst könne keine alten Riten abschaffen oder keine neuen einführen!

Ob das nun positiv oder negativ ist, sei natürlich dahingestellt...

"Konservativer Gegner" der deutschen Synode erhält Handkommunion von einem Mädchen

Jo mei, so issa halt unser Rudl!

Beiboot Petri: Fr. Hunwicke spricht...

@Ischa Wen genau meinen Sie? Bergoglio? St. Thomas von Aquin?

Der springende Punkt bei der ganzen Angelegenheit ist, wie man die "Versuchung" des Vater Unser interpretiert. Wenn es um eine Versuchung geht, die von Gott kommt, dann stellt sich die Frage, warum man um deren Abwendung bitten sollte, da doch von Gott auferlegte Versuchungen stets zum Heile dienen (siehe Thomas von Aquin: "…More
@Ischa Wen genau meinen Sie? Bergoglio? St. Thomas von Aquin?

Der springende Punkt bei der ganzen Angelegenheit ist, wie man die "Versuchung" des Vater Unser interpretiert. Wenn es um eine Versuchung geht, die von Gott kommt, dann stellt sich die Frage, warum man um deren Abwendung bitten sollte, da doch von Gott auferlegte Versuchungen stets zum Heile dienen (siehe Thomas von Aquin: "tentatio utilis est"). Wenn es aber um Versuchungen geht, die vom Satan oder sonstigen gottfeindlichen Mächten ausgehen, dann ist es klar, dass man nicht Gott bitten kann, uns nicht in diese Art von Versuchungen zu führen.
Ich meine, dass besonders das "sed libera nos a malo", das ja sehr eng (ich möchte fast sagen untrennbar) mit dem "et ne nos inducas in tentationem" verbunden ist, in aller Klarheit zeigt, dass es im Vater Unser nicht um von Gott auferlegte Versuchungen geht. Wenn ich diesbezüglich nicht falsch liege, dann ist tatsächlich die deutsche Formulierung "und führe uns nicht in Versuchung" irreführend und einige vorkonziliare Exegeten (z. B. Johannes Heller SJ und Paul Gächter SJ) haben es tatsächlich so gesehen.
Natürlich muss man deswegen nicht den Wortlaut des Vater Unser ändern, nur richtig erklären muss man es!

Italien: Franziskus-Vaterunser wird im Advent eingeführt

@DrMartinBachmaier Vergelt's Gott zunächst für Ihre Gedanken!

Ich habe heute leider nicht mehr die Zeit, näher auf das von Ihnen Geschriebene einzugehen, gedenke das aber die nächsten Tage einmal zu tun. Nur zu "sunqonan", das Sie nicht finden konnten, möchte ich Ihnen ein paar Infos liefern.

Ich halte mich diesbezüglich an folgendes Wörterbuch:
Joseph Brun S.J., Dictionarium syriaco-latinum.…More
@DrMartinBachmaier Vergelt's Gott zunächst für Ihre Gedanken!

Ich habe heute leider nicht mehr die Zeit, näher auf das von Ihnen Geschriebene einzugehen, gedenke das aber die nächsten Tage einmal zu tun. Nur zu "sunqonan", das Sie nicht finden konnten, möchte ich Ihnen ein paar Infos liefern.

Ich halte mich diesbezüglich an folgendes Wörterbuch:
Joseph Brun S.J., Dictionarium syriaco-latinum. Editio altera. Beryti Phoeniciorum: Typographia PP. Soc. Jesu, 1911, p. 399b.

ܣܢܩ sneq ist die lexikalische Grundform und bedeutet grundsätzlich "indiguit". Für das Adjektiv ܣܢܝܩܐ sniqo gibt Brun die Bedeutungen "pauper", "indigens", "necesse habens" an. Das Substantiv ܣܘܢܩܢܐ sunqono ist folglich als "indigentia" oder "necessitas" zu übersetzen. Brun bringt unter sunqono als Beispiel sogar das lachmo d-sunqonan und übersetzt es mit "panis quo indigemus". Wörtlicher wäre natürlich "panis (bzw. panem) indigentiae nostrae" oder "panis (bzw. panem) necessitatis nostrae".

Viganò enthüllt weitere schmutzige Spiele von Franziskus

@Ratzi Was ein Berner Richter deklariert oder nicht, ist so relevant wie der sprichwörtliche Sack Reis in China!