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Seligsprechung von Hildegard Burjan

AlexBKaiser
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Auszug aus der Predigt von Kardinal Schönborn. Selige Hildegard, bitte für uns.More
Auszug aus der Predigt von Kardinal Schönborn.
Selige Hildegard, bitte für uns.
Nachtrag zur Seligsprechung
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Aktuelles,
Allgemein,
Blogozese,
Caritas,
Heilige,
Kirche,
Politik,
Spiritualität,
Videos
von Turmfalke
31. Januar 2012
Leider nicht live dabei, daher im Nachhinein nur zwei kurze Notizen.
1) Die Selige schafft es, sowohl Liberale als auch Konservative zu erfreuen – beide Gruppen haben das Ereignis auf Facebook vorher publik gemacht und nachher gewürdigt…More
Nachtrag zur Seligsprechung
Kategorien:
Aktuelles,
Allgemein,
Blogozese,
Caritas,
Heilige,
Kirche,
Politik,
Spiritualität,
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von Turmfalke
31. Januar 2012
Leider nicht live dabei, daher im Nachhinein nur zwei kurze Notizen.
1) Die Selige schafft es, sowohl Liberale als auch Konservative zu erfreuen – beide Gruppen haben das Ereignis auf Facebook vorher publik gemacht und nachher gewürdigt. Ein gemeinsames Anliegen von Kathpress und Gloria.tv – auf letzterer Seite ist die moderne Kirchenmusik, die von allen Seiten gelobt wurde, zu hören.
2) Die Öffentlichkeitsarbeit der ED Wien hat wirklich gute Arbeit geleistet: im Vorfeld hat sogar eine eigene Novene auf Facebook auf die Seligsprechung hingeführt. Und am Tag danach gab es bereits die Predigt von Kardinal Schönborn zum Nachhören sowie einen Videozusammenschnitt:
Selige Hildegard Burjan.

Gestern wurde in Wien Hildegard Burjan, eine jüdische Konvertitin, Gründerin der Ordensgemeinschaft Caritas Socialis, selig gesprochen.

Aus der Predigt von S. Em. Kardinal Schönborn:

>> Ich glaube, nach all den Zeugnissen über sie, die ich lesen und hören konnte, gab es ein ganz bestimmtes Ereignis in ihrem Leben, das diese Mitte bedeutete. Am 2. Oktober 1908 wird die …More
Selige Hildegard Burjan.

Gestern wurde in Wien Hildegard Burjan, eine jüdische Konvertitin, Gründerin der Ordensgemeinschaft Caritas Socialis, selig gesprochen.

Aus der Predigt von S. Em. Kardinal Schönborn:

>> Ich glaube, nach all den Zeugnissen über sie, die ich lesen und hören konnte, gab es ein ganz bestimmtes Ereignis in ihrem Leben, das diese Mitte bedeutete. Am 2. Oktober 1908 wird die 25-jährige, jung verheiratete Hildegard in Berlin ins katholische St. Hedwigs-Krankenhaus eingeliefert. Nach sieben Monaten vergeblicher Operationen und Behandlungen ist sie am Karsamstag dem Tod nahe. Am nächsten Tag, am Ostermorgen, tritt die Heilung ein. Die Ärzte und sie selber sehen es als Wunder. Ihr langes Suchen nach Sinn, ihr Sehnen nach Gott, hat das Ziel erreicht: Sie kann glauben. Gott hat sie geführt. Und: Sie hat die geistlichen Schwerstern des Krankenhauses erlebt, die sie monatelang selbstlos gepflegt haben: "So etwas wie diese Schwestern kann der natürliche, sich selbst überlassene Mensch nicht vollbringen … Ich habe die Wirkung der Gnade erlebt, so kann mich auch nichts mehr zurückhalten." Und tatsächlich: Nichts kann mehr diese Frau zurückhalten, sie weiß, dass Gott ihr – zu Ostern! – das Leben neu geschenkt hat. Sie sieht von jetzt an ihr Leben, bis in die Todesstunde, 25 Jahre später, als sie am Dreifaltigkeitssonntag 1933 zu Gott heimging, als ein einziges Geschenk. ("Was für ein Tag zu sterben – ausruhen bei Gott" – sagte sie): "Mein Sterben ist ein einziges großes Deo Gratias! Vor 25 Jahren hat mich Gott aus dieser Krankheit herausgezogen und berufen, dann hat er mich 25 Jahre auf den Armen getragen wie ein Kind, und jetzt führt er mich aus dieser Krankheit heraus zu sich!"

Nichts konnte sie mehr zurückhalten. Es war nicht eine rein menschliche Energie, die sie von jetzt an bewegte, unermüdlich dort zu sein, wo die Not der Menschen ist, eine Ehe zu führen, und gleichzeitig eine Schwestergemeinschaft zu gründen. Da war die andere Kraft am Werk, die innere Kraft, die Paulus in der heutigen Lesung beschreibt: "Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet… , werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt. Er aber, der durch die Macht, die in uns wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können, er werde verherrlicht durch die Kirche und durch Christus."<<
Ganze Predigt hier.
One more comment from elisabethvonthüringen
Jeder kann selig werden. Will jemand?
(Von Tag zu Tag /Marga Swoboda /Kronenzeitung)

Die Quoten werden mäßig gewesen sein. Eine Seligsprechung LIVE aus dem Stephansdom, das klingt nach zähen Ritualen bei wenig Kick. Wer war schnell der gute Mensch? Hildegard Burjan, ach ja. Die Gründerin der Caritas Socialis. Eine STUDIERTE aus liberalem, jüdischen Haus. Nach dramatischer Krankheit und Heilung …More
Jeder kann selig werden. Will jemand?
(Von Tag zu Tag /Marga Swoboda /Kronenzeitung)

Die Quoten werden mäßig gewesen sein. Eine Seligsprechung LIVE aus dem Stephansdom, das klingt nach zähen Ritualen bei wenig Kick. Wer war schnell der gute Mensch? Hildegard Burjan, ach ja. Die Gründerin der Caritas Socialis. Eine STUDIERTE aus liberalem, jüdischen Haus. Nach dramatischer Krankheit und Heilung zum Katholizismus übergetreten. An Wunder glauben, wie passt das zu einem so klugen Kopf? Eine reiche Villenbewohnerin in Hietzing. Erste Abgeordnete. Eine Politikerin! Selig gesprochen! Ist das nicht schräg?

Gar nicht. Theoretisch hätten auch Strache, Westi, Rauch-Kallat oder Renate Brauner die Chance. Genauso wie Dolly Buster, Gräfin Walderdorff und Mausi. Weil: Es ist nie zu spät umzukehren. Die Biographien von Heiligen und Seligen erzählen davon. Da sind Menschen drunter, die hatten ein Vorleben, ärger als ein Skandal-Promi von heute. Und dann hat es klick gemacht, irgendwann. Glauben, lieben, helfen, beten, mutig sein.

Aber wer will das noch? Profitieren im Himmel. Bitte gleich alles hier und sofort. In den Charts, am Buffet, in der herzenskalten Ego-Formel von Gier und Karriere. Mehr als ein paar Scheine (gern auch kleine) in die Spendenbox müssen nicht sein. Hildegard Burjan hat für ausgebeutete Arbeiterinnen und für geschlechtskranke Frauen und für verwahrloste Kinder und Gedemütigte und Getretene gekämpft. Nicht ein bißchen, sondern wie ein Berserker.

Seligsprechung live aus dem prächtigen Wiener Stephansdom. Eine moderne Charts-Show ist das nicht. Aber wie schön,sich an einem Menschen zu orientieren, der nicht aus Neid und Niedertracht und Nepp gestrickt war. Es ist nie zu spät umzudrehen. Man muss nicht gleich auf eine Seligsprechung spekulieren. Aber ein Mensch, dem du statt dem Hackl ins Kreuz den Arm um die Schulter tun kannst, findet sich schnell. Schöne Superwelt wäre das, wenn jeder nur EINEM hilft.