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Weihbischof A. Schneider- Was bedeutet geistige Kommunion?

Santiago74
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Moderation: Volker Niggewöhner Diese Sendung können Sie in voller Länge unentgeltlich bestellen: info@kirche-in-not.de Alle KIRCHE IN NOT-Sendungen: www.kirche-in-not.de/app/mediathek
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Santiago74
Gewiss, ein Urteil über den Gnadenstand gehört zur privaten Gewissenserforschung des Einzelnen; doch bei einem eindeutigen ständigen und öffentlichen Gegensatz zur sittlichen Norm ist die Kirche, die für die Ordnung der Gemeinschaft und die Achtung vor dem Sakrament verantwortlich ist, direkt beteiligt. Das kirchliche Gesetzbuch sagt deutlich, dass jeder, der hartnäckig an einer offensichtlichen …More
Gewiss, ein Urteil über den Gnadenstand gehört zur privaten Gewissenserforschung des Einzelnen; doch bei einem eindeutigen ständigen und öffentlichen Gegensatz zur sittlichen Norm ist die Kirche, die für die Ordnung der Gemeinschaft und die Achtung vor dem Sakrament verantwortlich ist, direkt beteiligt. Das kirchliche Gesetzbuch sagt deutlich, dass jeder, der hartnäckig an einer offensichtlichen schweren Sünde festhält, nicht zur Kommunion zugelassen werden darf63 . Recht, Liebe zur Wahrheit und Pastoral sind untrennbar miteinander verbunden und können nicht als Gegensätze dargestellt werden64 . So gilt für alle, auch nichtgeweihte Mitarbeiter an der Seelsorge: Sie sollen „sich bewusst bleiben, dass - wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt - »die christliche Gemeinde nur aufgebaut wird, wenn sie Wurzel und Angelpunkt in der Feier der Eucharistie hat«.66 Sie müssen deshalb dafür sorgen, dass in der Gemeinde ein wahrer »Hunger« nach der Eucharistie lebendig bleibt. Dieser »Hunger« soll dazu führen, keine Gelegenheit zur Messfeier zu versäumen und auch die gelegentliche Anwesenheit eines Priesters zu nützen, der vom Kirchenrecht nicht an der Messfeier gehindert ist“ 65 . Christus bietet allen, die sich ihm zuwenden, Erlösung an; er opfert fortdauernd seinen Leib und sein Blut; er will, dass alle mit einem „weißen Gewand“ zum himmlischen Gastmahl gelangen (vgl. Mt 22, 11-14). Der Weg dafür ist für alle Christen ein Weg der Buße, ein Übergang von der Hungersnot oder gar dem Hungertod zum wahren Hunger, mit dem wir immer mehr nach dem Brot des Lebens verlangen, sakramental und geistlich, einen Hunger, den Christus verheißen hat, einmal über alle Erwartungen hinaus zu stillen.

www.teol.de/GeistlicheKommunion.pdf
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Santiago74
Natürlich wird man auch solche, die in irregulären Verhältnissen leben, dazu ermutigen, den Wunsch zu beleben, zur heiligen Kommunion gehen zu können und so ihre moralische Situation dazu mit Hilfe der Gnade zu ändern. Die aktive Teilnahme am eucharistischen Opfer, der erlösenden Hingabe Christi und der Kirche, bringt allen Gewinn, auch denjenigen, die nicht kommunizieren. Sie können sich öffnen …More
Natürlich wird man auch solche, die in irregulären Verhältnissen leben, dazu ermutigen, den Wunsch zu beleben, zur heiligen Kommunion gehen zu können und so ihre moralische Situation dazu mit Hilfe der Gnade zu ändern. Die aktive Teilnahme am eucharistischen Opfer, der erlösenden Hingabe Christi und der Kirche, bringt allen Gewinn, auch denjenigen, die nicht kommunizieren. Sie können sich öffnen für aktuelle Gnaden bei der Anbetung und für den Weg zur Buße, so dass die Disposition ihres Innenlebens immer mehr den Worten der Liturgie entsprechen wird. Das bedeutet jedoch noch keine geistliche Kommunion, wenn man gleichzeitig im Widerspruch zur von Christus gewollten Unauflöslichkeit der Ehe lebt. So ist mit der ältesten christlichen Tradition bis zur heutigen Theologie daran festzuhalten, dass es zwei grundlegende Weisen zu kommunizieren gibt: die würdige sakramentale Kommunion des wirklich gegenwärtigen, realen Leibes und Blutes Christi, wirksam für uns als geistliche Nahrung zum Wachstum des christlichen Lebens in Glaube, Hoffnung und Liebe, so dass die Folge davon eine geistliche Kommunion, die Einwohnung des dreifaltigen Gottes und bleibende Gemeinschaft mit Christus mit allen Gnadenwirkungen ist; und – erst in zweiter Linie - eine (unvollkommenere) geistliche Kommunion (in voto), wenn jemand aus äußeren Gründen das Sakrament nicht empfangen kann, aber alle Voraussetzungen für eine würdige sakramentale Kommunion mitbringt, im Stand der Gnade ist und daher auf Grund seines heiligen Willens und der göttlichen Gnade die meisten Segnungen einer sakramentalen Kommunion erhalten kann. Es handelt sich dabei nicht um zwei parallele Wege, denn auch die - unvollkommenere - geistliche Kommunion in voto ist ganz eng auf die leibhafte Nähe der sakramentalen Kommuniongemeinschaft hingeordnet. Irrig wäre es also, sakramentale und geistliche Kommunion als zwei Wege der Christusverbundenheit nebeneinander zu stellen. Wer aber nicht disponiert ist, weil er die von Christus begründete Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe ignoriert und eine von Christus untersagte Wiederheirat will, kann weder die geistliche noch die sakramentale Kommunion empfangen. Er kann nicht vorgeben, mit Christus eins zu sein, da er zumindest in diesem Punkt im Widerspruch zu ihm und seinen Geboten steht. Das natürliche Möchten und Wünschen eines Nichtdisponierten, zur Kommunion zu gelangen, wird eine gute Vorbereitung für die geistliche Kommunion bedeuten, ist aber noch nicht das neue Sein in Christus. Er kann und soll gewiss im Herzen Sehnsucht nach innerer Vereinigung mit Jesus Christus erwecken. Aber auch für die Begierdetaufe genügt nicht jede Art des Wünschens60. Ein sehnsüchtiger Gedanke, von vornherein innerlich frustriert durch ein weiterbestehendes Hindernis (obex), ist noch kein votum eucharistiae; er ist eigentlich überhaupt kein realer Wunsch, denn ein Ziel erreichen wollen bedeutet auch die Mittel zum Ziel zu wollen. Ähnlich kann man auch nicht mit einem fremd gewordenen Freund speisen wollen und sich gleichzeitig weigern, die Animosität gegen ihn abzulegen. Gewiss, nicht alle Akte des Sünders sind Sünde, wie Luther meinte; aber auch natürlich gute Werke und sogar Akte des Glaubens und der Reue gehören nur zum Vorfeld, sie bilden noch keine bleibende liebende Lebensverbindung mit Christus, dem wahren Weinstock. Geistliche Kommunion ist nur möglich, wenn die Eignung, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Man würde sonst schließlich zu einer simulierten Kommunion kommen, ohne jede Gnadenwirkung, ja zu einem Sakrileg. Wer ohne Versöhnung mit Christus und der Kirche das Sakrament empfängt, begeht eine weitere Sünde, er „isst und trinkt sich das Gericht“. Nicht nur ein sakrilegischer Kommunionempfang ist unvereinbar mit geistlicher Kommunion, sondern jede Art des Fehlens des Gnadenstandes wegen einer schweren Sünde. In der Situation der Todsünde ist also keine Weise der geistlichen Kommunion möglich. Wer nicht lebt, kann keine Nahrung aufnehmen und dadurch gestärkt werden. Doch bleibt auch der Sünder weiterhin zur Anbetung und Hingabe verpflichtet. Er gehört als Getaufter und Gläubiger zur kirchlichen Gemeinschaft (allerdings wie das Konzil formulierte: nur „corpore, non corde“). Es ist nicht die Kirche, die ein Hindernis für die volle Gemeinschaft mit Christus aufgestellt hat, sondern derjenige, der weiterhin mit seinem Verhalten das sakramentale Band der Ehe verletzen will. Die Kirche bietet seit jeher bei tätiger Reue Versöhnung an. Würdige sakramentale Kommunion setzt voraus, dass schon eine communio mit Gott in der Gnade besteht, eine Lebensverbindung mit dem trinitarischen Gott und daher die Haltung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Johannes Paul II. 61 erinnert dazu an die Worte des Kirchenvaters Johannes Chrysostomus und an das Konzil von Trient.
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Santiago74
Die geistliche Kommunion kann nicht getrennt und unabhängig von der sakramentalen Kommunion verstanden werden, sondern ist engstens damit verbunden. Entweder nach dem Sakramentenempfang oder auch vorher (in voto): in beiden Fällen geht es bei ihr um das Wachsen einer bestehenden Verbindung der Liebe, nicht nur um Glauben, Gebet, oder Reue als Vorbereitungsakte des Sünders. Eucharistische …More
Die geistliche Kommunion kann nicht getrennt und unabhängig von der sakramentalen Kommunion verstanden werden, sondern ist engstens damit verbunden. Entweder nach dem Sakramentenempfang oder auch vorher (in voto): in beiden Fällen geht es bei ihr um das Wachsen einer bestehenden Verbindung der Liebe, nicht nur um Glauben, Gebet, oder Reue als Vorbereitungsakte des Sünders. Eucharistische Kommunion bedeutet präzise eine wirkliche lebendige Teilhabe am Leib Christi (participatio), d.h. nicht nur bei der hl. Messe dabei sein oder assistieren (interesse sacrificio), sondern Wachstum der Gnade, und nicht nur Erbitten der heiligmachenden Gnade – so die Terminologie von Familiaris consortio. Die Kirchenzugehörigkeit des Sünders, der ja noch zwei Herren dienen will, sowie die ihm möglichen guten Einzelakte bedeuten noch keine geistliche Kommunion und ständige Lebensverbindung mit Christus. Doch ein derzeit verbreiteter Sprachgebrauch bezieht sich auf zwei völlig verschiedene Situationen. Bei vom kirchlichen Leben getrennten öffentlichen Sündern von geistlicher Kommunion (in irgendeinem weiteren Sinne) zu sprechen, gibt allzu leicht Anlass zur Verwirrung. Denn auch wenn sie den natürlichen Wunsch haben zu kommunizieren – sie sind allenfalls noch im Stand der Vorbereitung. Die moralische und die sakramentale Wirklichkeit ist total verschieden bei denen, die im Stande der Gnade „in voto“ kommunizieren, und bei denen, die noch der Versöhnung mit der Kirche bedürfen. Jene, die mit ihrem äußeren Verhalten im offensichtlichen Widerspruch zur kirchlichen Ordnung und der verkündeten Sittenlehre leben, befinden sich objektiv innerlich fern von der kirchlichen Gemeinschaft, der sie äußerlich weiter angehören– unabhängig auch von ihrer subjektiven Meinung. Man könnte nicht sagen, dass sie wenigstens innerlich doch noch ganz dazu gehören. Denn die Kirche ist eine unsichtbar-sichtbare Gemeinschaft – beide Aspekte können nicht getrennt werden. Der unklare Sprachgebrauch verleitet zu dem Irrtum, zu meinen, die Sünde der Untreue, die den Zugang zur sakramentalen Kommunion verbietet, sei vergangen und nicht mehr so schlimm, da man ja die geistliche Kommunion empfangen könne – gleichsam als Ersatz bei den „Wiederverheirateten“ für eine sakramentale Kommunion. Man muss also eindeutig Abschied nehmen von der Vorstellung, dass eine geistliche Kommunion bei den Geschiedenen und zivilrechtlich Verbundenen und ebenso auch bei jedem öffentlichen Sünder eine sakramentale Kommunion ersetzen könnte. Wenn man mit Thomas und der Tradition die geistliche Kommunion als eine geistliche Nahrung und als geistliches Verlangen (in voto) versteht, so ist offensichtlich für jemanden, der für die Einheit mit Christus ein Hindernis aufgerichtet hat, indem er im Gegensatz zu seinen Geboten lebt, keine Weise von Kommunion möglich, weder eine sakramentale noch eine geistliche. Wenn man aber denselben Ausdruck, nämlich geistliche Kommunion, für zwei völlig verschiedene sittliche Situationen und wesentlich unterschiedliche Beziehungen zur Eucharistie verwendet, dann ist dies mehr als problematisch und sogar glaubensgefährdend.
Santiago74
Weihbischof Schneider befindet sich mit denen im Video gemachten Darlegungen über die geistliche Kommunion, in völliger Überstimmung mit der Lehramt der Kirche.
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intellego1
So wie ich das verstehe, und so sagt es Weihhbischof Schneider, kann man eine Kommunion, ob geistig oder materiell, nur empfanfgen , wenn man im Stand der Gnade ist (mit Gott innig verbunden). Das ist eben ein hoher Anspruch.
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Eremitin
Gründe sind Krankheit, fehlende Werktagsmessen, Gehbehinderung( wie ich) , zu weit entfernte Kirchen...aber natürlich nichts für wiederverheiratete Geschiedene..wie Kardinal Kaspar meint, denn diese Leute können ja nie beichten.
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Eremitin
Wunderbarer Beitrag von WB Schneider-ich sehe das so wie er!
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Eremitin
bin ein Fan der geistigen Kommunion
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