Am Unglauben erleidet die Weltkirche Schiffbruch
Am Unglauben erleidet die Weltkirche SchiffbruchIch habe bewusst geschrieben „Weltkirche“, welche zwar im
biblisch richtigen Sinne als universale (gr. "katholon"=universal)
Weltkirche bezeichnet werden kann, doch auch an eine im
heutigen Sinn verweltlichte Kirche erinnert, die im Meer des
Modernismus dahinschwimmt.
Die Welt ist wie ein Meer und die Kirche wie ein Schiff, das
auf dem Weltenmeer überall Gläubige einsteigen lässt, um
sie ans rettende Ufer zu bringen. Die Kirche bedeutet zwar
schon Rettung, doch sie pilgert selbst dem Reich Gottes auf
Erden entgegen. Es ist falsch zu behaupten, das Reich Gottes
gäbe es nur im Himmel und sei auf Erden gar nicht geplant.
Dagegen spricht alleine schon das tägliche Vater unser. Einfach
mal genau betrachten, was wir da eigentlich beten: „ … Dein
Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf
Erden...“ Das Christentum ist ganz und gar nicht eine aus-
schließliche Vertröstung auf das Jenseits, sondern ein konkreter
Verkündigungsauftrag auf Erden, der zu einem konkreten realen
Reich führen wird.
Wenn die Kirchenfürsten aber selber nicht mehr glauben,
schlagen ihre Ärgernisse ein Leck in das Schiff, wo die Wasser
der Welt eindringen können. Wäre das Schiff in Ordnung, könnte
die Welt ihm nichts anhaben. Dann würde zwar eine Welle der
Irrlehren nach der andern auf das Schiff zuwogen, doch stets
am Schiff zerschellen oder vorbeiziehen. Da es aber gerade
selber mit dem Wasser des Unglaubens vollläuft, befinden
sich die Gläubigen in der Gefahr des Untergehens. Es gilt:
Man muss Gott mehr glauben als den Menschen. Das gesunde
Holz würde zwar immer oben schwimmen, doch wenn es löchrig
wird, sinkt es auch. Das ist gleichbedeutend mit dem Kreuzes-
glauben. Wer am Holz des erlösenden Kreuzestodes Jesu fest-
hält und beharrlich daran glaubt, kann nicht sinken, egal wie
groß die bedrängenden Wellen auch werden. Sogar Wunder
könnte der Glaube dann bewirken wie Petrus bewies, als er
kurzzeitig auf dem Wasser gehen konnte, doch als er anfing
zu zweifeln, ging er unter.
Mann muss sich nun wirklich die Frage stellen: Bin ich noch
am richtigen Dampfer, wenn meine angebliche Kirche zwar
außen „katholisch“ stehen hat, aber innen kein Kreuz mehr
verehrt? Wenn die menschlichen Institutionen den Glauben
aufgeben, darf doch ich nicht mitziehen. Wenn mittlerweile
eine Lüge nach der andern als „katholisch“ ausgegeben wird,
muss doch ich bei der Wahrheit bleiben und bleiben kann ich
nur, wenn ich von der Lüge weggehe. Also muss ein Orts-
wechsel her, der ja nur äußerlich ist. Ich muss zum Kreuz hin
und vom Modernismus weg, denn dieses Schiff ist gerade
am absaufen.
Heißt es aber nicht, die Kirche sei unüberwindbar?
Ja sicher, aber die Eine, Heilige, Katholische und Apostolische
Kirche kann nur dort sein, wo am Kreuzestod Jesu und Seiner
evangelischen Lehre festgehalten wird. Und der Kreuzestod
wird bekanntermaßen in jeder Hl. Opfermesse n. Pius V. wirk-
sam gegenwärtiggesetzt. Dort ist Erlösung und Heil. Die wahre
Kirche wird wie die Arche Noah ans rettende Zeitenufer kommen.
Wer sich weigert, den Erlöser anzuerkennen und an Ihm festzuhal-
ten, wird nicht erlöst, sondern im Eigenwillen untergehen.
Wie sagte noch Jona? In 40 Tagen ist Ninive zerstört, wenn ihr
nicht umkehrt. Die Niniviten kehrten tatsächlich um zu deren
Rettung, die Menschen zur Zeit Noahs aber nicht. In unserer Zeit
ist es, wie wenn Jesus laut rufen würde: Die Wellen kommen!
Flüchtet euch zu meinem Kreuz und zu den Heiligsten Herzen
Jesu und Mariä. Kommt auf die Arche der Rettung und euch
wird nichts geschehen!
Alles hängt am Glauben.
Er ist der Rettungsanker, der allen zugeworfen wird.
Gesegneten Sonntag in der Oktav von Fronleichnam!