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Wer ist der Heilige Martin und was feiern wir?

Beim Martinstag denken die meisten erst mal an Laternenumzüge und singende Kinder. Doch mit dem christlichen
Feiertag hat es noch viel mehr auf sich.

Wen feiern wir am Martinstag?
Der heilige Martin von Tours wurde um 316 n. Chr. in der römischen Provinz Pannoia (heutiges Ungarn) geboren und starb am 8. November 397 in Cades bei Tours in Frankreich. Er war der dritte Bischof von Tours und wird nicht nur in der katholischen, sondern auch in der orthodoxen, anglikanischen und evangelischen Kirche verehrt.

Da am 11. November die Grablegung war, wurde der Feiertag auf dieses Datum gelegt. Man spricht übrigens auch vom Martinsfest oder vom Martini.
Zudem feiern die Protestanten bei diesem Anlass den kirchlichen Reformator Martin Luther, der am 10. November 1483 geboren wurde.

Was ist die Geschichte hinter dem Feiertag?
Am Martinstag feiern wir die guten Taten des Heiligen. Dazu gibt es zwei Geschichten:

► Als römischer Soldat begegnete Martin von Tours einem frierenden Bettler. Daraufhin teilte er aus Nächstenliebe seinen Mantel in zwei Hälften und gab eine dem Bedürftigen, die andere legte er sich um die Schultern. In der Nacht nach der Tat hatte Martin einen Traum, in dem sich herausstellte, dass der Bettler in Wahrheit Jesus Christus war. Daraufhin wandte er seiner Militärkarriere den Rücken zu und wurde Geistlicher. Für seine gute Tat wird der heilige Sankt Martin noch heute verehrt. Er soll ein Vorbild für mehr Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe sein.

► Nach seinem Dienst in der römischen Armee, sollte er auf Wunsch des Volkes zum Bischof ernannt werden. Bescheiden, wie er war, fühlte er sich unwürdig für das Amt und tauchte unter. Als er sich in einem Gänsestall verbergen wollte, verrieten ihn die Tiere mit lautem Geschnatter. Die Dorfbewohner entdeckten ihn und Martin wurde doch Bischof.
Pech für die Gänse: Zur Strafe ließ Martin sie braten. So entstand der Brauch der Martinsgans.

Warum ist Sankt Martin so beliebt?
Als ihm der Kaiser öffentlich eine Prämie überreichen wollte, damit er beim Militär bleibt, lehnte er diese ab und nutzte die Gelegenheit, um dem Imperator vor aller Augen zu sagen: Ich kündige!

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Später weigerte er sich als einziger Bischof, Kaiser Maximus die Ehre zu erweisen. Er lehnte dies ab mit der Begründung, er wolle nicht mit einem Mann am selben Tisch sitzen, der durch Gewalt und Mord zu Macht gelangt war. Der Kaiser selbst soll ihn dafür heimlich respektiert haben.
Obwohl er reich wurde, setzte er sich als Bischof weiterhin für die Armen ein. Er soll zum Beispiel eine ganze Winternacht vor einem Burgtor verbracht haben, um die Todesstrafe einiger zu Unrecht Verurteilter zu verhindern – mit Erfolg.
So wurde Sankt Martin Schutzpatron der Armen und steht für Nächstenliebe und Charakterstärke.

Welche Bräuche gibt es?


► Die Martinslaterne ist das wohl bekannteste Symbol des Feiertages, das Kinder bei frühabendlichen Umzügen tragen. Gerne werden die Lichter selbst gebastelt. Das Leuchten soll die Dunkelheit vertreiben und die Botschaft von St. Martin verkünden.
Licht ist in der christlichen Symbolik sehr wichtig, es steht für Christus. Die Dunkelheit dagegen für das Böse.

► Der Laternenumzug sind traditionell von Kirchengemeinden organisiert. Der Zug sollte von einem Reiter mit rotem Mantel – Sankt Martin – angeführt werden. Am Ende werden oft auch Spenden für soziale Projekte gesammelt. Die Umzüge sind aber natürlich für alle Kinder offen, nicht nur für christliche. Auch Kindergärten, Gemeinden und Grundschulen organisieren Laternenumzüge.

Am Sankt-Martinstag ziehen wieder Tausende Kinder mit Laternen durch die Städte.
Die größten Sankt-Martins-Umzüge gibt es unter anderem in Worms, Kempen, Essen und Bocholt. Aus organisatorischen Gründen finden sie auch an anderen Tagen rund um den 11. November statt
► Das Singen gehört traditionell zum Laternenumzug dazu. Die bekanntesten Lieder sind:
„Laterne, Laterne“, „Ich geh mit meiner Laterne“, „Sankt Martin“, „Ein Bettler saß im kalten Schnee“, „Sankt Martin war ein frommer Mann“
Hier gibt es das Kinderlied zum Mitsingen:

► Das Martinsfeuer brennt nach dem Umzug. Dazu versammeln sich die Teilnehmer und entfachen ein großes Feuer.
► Der Stutenkerl oder Weckmann ist ein kleines Männchen aus Hefeteig, das während des Martinsfeuers an Kinder verteilt wird. Das Gebäck enthält oft Rosinen und wird mit einer winzigen Pfeife aus Gips verziert.
► Die Martinsgans gehört zum Feiertag und wird traditionell mit Rotkohl, Semmelknödeln oder Kartoffelklößen verzehrt. Vielerorts beginnt jetzt die Schlachtsaison für Gänse.
► Ein Gänsegedicht wird vor dem traditionellen Essen aufgesagt.
Auf dem Marktplatz teilte Sankt Martin seinen Mantel mit dem Bettlern
Foto: picture alliance / Godong/robert

Sankt Martin am 11. November: Wen, Was und Wie feiern wir heute?
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