Wenn jemand weise wäre, wäre er ohne Änderung
Wenn jemand weise wäre, wäre er ohne ÄnderungEin interessanter Satz, den man beim ersten Durch-
lesen möglicherweise gar nicht versteht, also muss
man ihn im katholischen Glauben betrachten. Weisheit
kommt von oben, vom Licht der göttlichen Weisheit
herab. Es ist eine der 7 Gaben des Heiligen Geistes.
Wir sind wankelmütige, schwache Menschen, wes-
wegen wir diese Gabe immer und immer wieder er-
bitten müssen. Solange wir schwanken in unseren
Entscheidungen, können wir nicht die absolute
Weisheit besitzen und das werden wir nie, doch
zumindest können wir uns ihr annähern, indem
wir uns von ihr beschenken lassen. Der Allwissende,
Allmächtige, Allgewaltige Gott ist unwandelbar und
immer derselbe. Er ändert sich nicht. All seine Werke
zeugen von unendlicher Weisheit. Alles ist bei Ihm
geordnet und nichts ist Zufall. Er hat alles im Blick
und überschaut alles, Raum und Zeit und Ewigkeit.
Wenn jemand so kluge und weise Entscheidungen
treffen könnte wie Gott, müsste er ohne Verände-
rung in seinem Wesen sein, d.h. ohne Verdunkelung,
ohne Verirrung, ohne Ablenkung, ohne Befleckung,
ohne jeglichen Hang zur Sünde, sondern im Gegenteil
vollkommen rein, liebend, weise, allwissend und heilig.
Wer nicht alles weiß, kann auch nicht in allem weise
handeln. Der Mensch muss sich führen lassen vom
Allwissenden Dreieinigen Gott, an dem kein Makel
von Veränderung haftet: "ICH BIN, DER ICH BIN".
Und darum gilt auch: Anfang der Weisheit ist die
Gottesfurcht (Jesus Sirach), denn Gott alleine ist
es, der uns Weisheit schenken kann. Er alleine ist
ohne jeglichen Schatten von Veränderung, schreibt
der hl. Augustinus.