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Eugenia-Sarto
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Fest Mariä Opferung, 21. November

Bild entnommen von FSSPX, Österr. Distrikt

Dazu schreibt der hl. Johannes Damaszenus

In Praesentatione B. M. V. (Fest Mariä Opferung

Joachim vermählte sich mit Anna, dieser auserlesenen, höchst lobenswürdigen Frau. So wie einst jene Anna, die lange unfruchtbar gewesen, auf ihr Gebet und die Verheißung hin dem Samuel das Leben schenkte, so erhielt auch diese auf ihr Flehen und die Verheißung hin vom Herrn die Gottesmutter. Auch in diesem Punkte sollte sie keiner der berühmten Frauen nachstehen. So schenkte also die Gnade – das bedeutet der Name Anna – der Herrin – das bedeutet der Name Maria – das Leben. Sie wurde ja auch in Wahrheit die Herrin der gesamten Schöpfung, da sie Mutter des Schöpfers wurde. Das Licht der Welt erblickte sie in der Hirtenwohnung Joachims, dann wurde sie in den Tempel gebracht. So war sie also im Hause Gottes angepflanzt, wurde mit dem Geiste genährt und ward so gleich einem fruchtbaren Ölbaum zur Wohnstätte aller Tugenden. Sie hielt ihr Herz ja auch fern von jeder Begierlichkeit dieses Lebens und des Leibes und bewahrte so Leib und Seele rein; So ziemte es sich auch für die, die Gott in ihren Schoß aufnehmen sollte.

Maria war so trefflich, daß ihr Leben allein eine Lehre ist für alle. Da uns also die Meisterin so gut gefällt, wollen wir ihr Tun betrachten. Eine jede, die sich ihren Lohn wünscht, soll dann auch ihr Beispiel nachahmen. Wie viele glänzende Tugenden zeigen sich in dieser einen Jungfrau! Ihre keusche Zurückhaltung, ihr mutiger Glaube, ihre opferfreudige Hingabe; Jungfrau ist sie in ihrem Heim, hilfsbereit, wo es gilt zu dienen, Mutter bei ihrem Gang zum Tempel. Wie vielen Jungfrauen wird sie dereinst entgegeneilen! Wie viele wird sie umarmen, zum Herrn führen und zu ihm sprechen: Diese hier hat die Liebe zu meinem Sohn, diese hat das Brautgemach unbefleckt bewahrt.

Was soll ich von ihrer Mäßigkeit in Speise und Trank, von ihrem übergroßen Eifer sagen? Letzterer überstieg ihre natürlichen Kräfte, ihre Speise war fast zu wenig für ihre Natur. Auf der einen Seite keine Ruhepause, auf der anderen wiederholte Fasttage. Und wenn sie wirklich einmal das Verlangen nach Nahrung überkam, dann nahm sie zumeist nur so viel Speise, daß sie wohl den Tod Hinhalten, aber ihr keinen Genuß bereiten konnte. Nach Schlaf verlangte sie nicht eher, als dies notwendig war. Und während der Leib ruhte, wachte ihr Geist. Dieser wiederholt ja häufig im Schlafe, was man vorher gelesen hat, oder er fährt weiter in dem, was beim Einschlafen unterbrochen wurde, oder er führt aus, was man geplant hatte, oder er sagt einem, was man tun muß.

Quelle: Deutsches Brevier