Die Märtyrerinnen von Orange. Gedenktag 16.Juli.
Am heutigen 16. Juli begehen die Ordensfamilien der Zisterzienser und der Trappisten das Gedenken der Märtyrerinnen von Orange und am 17. Juli gedenken die Unbeschuhten Karmeliten ihrer Märtyrerinnen von Compiègne. Am 22. April 1794 wurden im Zuge der Französischen Revolution in Bollène bei Orange 32 Nonnen aus verschiedenen Orden (Ursulinenorden, Salesianerinnen, Zisterzienserinnen und Benediktinerinnen) verhaftet, weil sie sich geweigert hatten, den Eid auf die französische Zivilkonstitution zu schwören. Sie wurden zwischen dem 6. und 26. Juli in Orange durch die Guillotine öffentlich enthauptet. Im gleichen Jahr waren in Orange 322 Geistliche hingerichtet worden. Die Reliquien der Märtyrerinnen von Orange ruhen heute in der Kathedrale in Orange. Sie wurden 1925 seliggesprochen. Auf die gleiche Weise fanden am 17. Juli 1794 in Paris die 16 Märtyrerinnen von Compiègne unter dem Fallbeil den Tod. Auch sie waren am 24. Juni 1794 verhaftet worden, weil sie den erzwungenen Eid auf die Zivilkonstitution widerriefen. Die gesamte Klostergemeinschaft der Karmelitinnen von Compiègne soll singend und laut betend das Schafott bestiegen haben. Der Gesang verhallte, als die letzte Nonne hingerichtet wurde. Die 16 Märtyrerinnen von Compiègne wurden 1906 seliggesprochen. zusammen bleiben Besonders das Zeugnis der Karmelitinnen von Compiègne ist beeindruckend. Leichtfertig hatten die Schwestern die gottlose Zivilkonstitution unterschrieben. Man hielt Rat. Dann beschlossen die Ordensschwestern zu widerrufen, wohlwissend, dass das den Tod bedeutete. Ihr klösterliches Miteinander muss bis zum Schluss unheimlich tragfähig gewesen sein. Brauchen wir heute nicht solche Zeugnisse des Zusammenbleibens? Bruch und Trennung erleben wir überall: zwischen Staaten, in und durch Politik, zwischen Volksgruppen und Rassen, zwischen Religionen, innerhalb von Glaubensgemeinschaften, zwischen und durch Menschen, in Familien und Ehen. Wem etwas nicht passt, der geht einfach weg. Man hat heute manchmal den Eindruck, dass das Miteinander zur Utopie wird. Die Märtyrerinnen von Compiègne blieben zusammen, weil sie auf Jesu Wort hin einen gemeinsamen Wert hatten: „Alle sollen eins sein“ (Joh 17,21). __________________ P. Dr. Thomas Klosterkamp OMI