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Betrachtungen zur Litanei vom heiligen Josef (von Hw. Prof. Dr. Josef Spindelböck)

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Betrachtungen zur Litanei vom heiligen Josef

Josef Spindelböck

Hinweis/Quelle: Diese Betrachtungen wurden auf „Radio Maria Schweiz“ am 1. Mai 2016 präsentiert.

Der heilige Josef wird von der Kirche verehrt als jungfräulicher Gemahl der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria und als gesetzlicher, jedoch nicht leiblicher Vater des Jesuskindes. Der selige Papst Pius IX. hat den heiligen Josef am 8. Dezember 1870 durch das Dekret „Quemadmodum Deus“ der Ritenkongregation zum Schutzpatron der ganzen Kirche erhoben. So wie Josef von Nazareth einst auf Erden für die Heilige Familie Sorge getragen und sie beschützt hat, darf er jetzt vom Himmel aus durch seine Fürbitte bei Gott Sorge tragen für alle, die zur Kirche als Familie Gottes gehören.

Die Litanei zum heiligen Josef wurde am 1. Oktober 1910 vom heiligen Papst Pius X. approbiert. Gehen wir der Reihe nach vor, sodass sich uns im betend-meditativen Mitvollzug dieser Attribute das Geheimnis der Sendung und Berufung des heiligen Josef in seiner Mitwirkung am göttlichen Heilsplan erschließt!


Du erlauchter Spross Davids

Die erste Anrufung des heiligen Josef in der ihm gewidmeten Litanei lautet: „Du erlauchter Spross Davids“, lateinisch „proles David“, was wörtlich „Kind“, „Nachkomme“ oder „Sohn Davids“ heißt. Josef von Nazareth ist von seiner Abstammung her ein Nachkomme Davids. Im „Stammbaum Jesu“ bei Matthäus heißt es zuletzt: „Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird“ (Mt 1,16). Mit Recht merkt die Einheitsübersetzung an: „Es wird vorausgesetzt, dass Jesus durch Adoption in das Geschlecht Davids eingegliedert wurde (vgl. 1,24).“ Abgesehen von dieser juridischen Eingliederung dürfen wir jedoch auch annehmen, dass Maria, die leibliche Mutter des Jesuskindes, ebenso aus dem Geschlecht Davids stammte. Dem heiligen Josef kam also im göttlichen Heilsplan die Rolle zu, alle väterlichen Rechte und Pflichten gegenüber Jesus auszuüben, der als der wahre „Sohn Davids“ der Erlöser der Menschen sein wollte. Der Titel „proles David“ für den heiligen Josef macht deutlich, dass Josef und Maria dem jüdischen Volk angehörten, welches der Träger der göttlichen Verheißungen ist. Der Apostel Paulus schreibt über die Angehörigen dieses Volkes (Röm 9,4): „Sie sind Israeliten; damit haben sie die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen.“

Du Licht der Patriarchen

Die zweite Anrufung in der Josefslitanei lautet: „Du Licht der Patriarchen“ – „lumen patriarcharum“. Zu denken ist hier an die Vorväter des Alten Bundes, nämlich Abraham, Isaak und Jakob, deren Reihe Josef von Nazareth auf gewisse Weise fortsetzt und zum Abschluss bringt, indem er in väterlicher Liebe und Verantwortlichkeit direkt dem aus der Jungfrau Maria Mensch gewordenen Sohn Gottes zugeordnet ist. Wer wollte aber nicht auch an den „ägyptischen Josef“ denken, der in vielen Einzelheiten seines Lebens und im Grundcharakter seiner Persönlichkeit nicht nur ein typologisches Vorbild Christi, des Erlösers, ist, sondern auch ein Vorläufer des heiligen Josef? Josef von Nazareth hat so wie Abraham dem Herrn, seinem Gott, Glauben geschenkt, und Gott hat ihn nicht im Stich gelassen. Als Schutzpatron der Kirche darf der heilige Josef seine Ehrenaufgabe als „Licht der Patriarchen“ in besonderer Weise ausüben; wir dürfen uns vertrauensvoll seinem Schutz und seiner Fürbitte anempfehlen!

Du Bräutigam der Gottesmutter

Die Anrufung „Dei Genetricis sponse“ – „Du Bräutigam der Gottesmutter“ in der Josefslitanei macht uns bewusst, dass der heilige Josef mit Recht als wahrer Bräutigam, ja als jungfräulicher Gemahl der seligen Jungfrau Maria bezeichnet werden darf. Gott hat diese beiden Menschen in einer wahren Ehe verbunden, deren innigste Gemeinschaft der Liebe und des Lebens nicht durch den leiblich-sexuellen Vollzug zum Ausdruck kam, sondern vor allem in der gemeinsamen Liebe der jungfräulichen Gatten zum Kinde Jesus. Gott wollte in seiner Vorsehung das Jesuskind der gemeinsamen elterlichen Liebe Marias und Josefs anvertrauen. Josef durfte das Kind wie ein Vater lieben, und er war mit Maria in wahrer ehelicher Liebe verbunden. Johannes Paul II. hat in seinem Apostolischen Schreiben „Redemptoris custos“ (Nr. 19) diese Wahrheit so zum Ausdruck gebracht: „‚Josef ... nahm seine Frau zu sich‘. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar (Mt 1,24–25). Diese Worte weisen auch auf eine andere eheliche Nähe hin. Die Tiefe dieser Nähe und die Intensität der geistigen Einheit und des Kontakts zwischen den Personen – des Mannes und der Frau – stammen letztlich aus dem Geist, der lebendig macht (vgl. Joh 6,63). Josef, der dem Geist gehorsam war, fand eben in ihm aufs neue die Quelle der Liebe, seiner ehelichen Liebe als Mann, und diese Liebe war größer als jene, die sich ‚der gerechte Mann‘ nach der Möglichkeit seines menschlichen Herzens hätte erwarten können.“

Du keuscher Beschützer der allerseligsten Jungfrau

Der heilige Josef wird in der ihm gewidmeten Litanei als „custos pudice Virginis“ angerufen, auf Deutsch: „Du keuscher Beschützer der allerseligsten Jungfrau“. Gemeint ist, dass Josef von Nazareth gerade durch seine wahre, aber jungfräuliche Ehe mit Maria der ihr von Gott geschenkte Beschützer ihrer Jungfräulichkeit war. Die Kirche hält mit der christlichen Tradition daran fest, dass Maria vor, während und nach der Geburt des Jesuskindes Jungfrau geblieben ist. Ihre Jungfräulichkeit bedeutet ein ungeteiltes und vorbehaltloses Gott-Angehörig-Sein, ist aber auch im biologischen Sinn zu verstehen. Josef von Nazareth wusste, dass er das Heiligtum ihres Leibes nicht verletzen durfte; er respektierte es, dass Maria ganz Gott gehörte und sah seine Aufgabe darin, ihren jungfräulichen Lebensstand zu verteidigen und zu beschützen. Genau darin verwirklichte sich auch seine wahre Liebe als Bräutigam, ja als jungfräulicher Gemahl Marias.

Du Nährvater des Sohnes Gottes

Josef, der gerechte Mann und jungfräuliche Gemahl Marias, wird in der Litanei auch als „Filii Dei nutricie“ angeredet und bezeichnet: „Du Nährvater des Sohnes Gottes“. Heute ist uns eher der Begriff „Pflegevater“ oder auch „Adoptivvater“ vertraut. Bei allen diesen Bezeichnungen dürfen wir nicht vergessen, dass Josef in einem wahren rechtlichen Sinn als „Vater Jesu“ bezeichnet werden darf. Er erfüllte dem Jesuskind gegenüber alle väterlichen Rechte und Pflichten und sorgte nicht nur für den materiellen Unterhalt Jesu, sondern schenkte ihm alle väterliche Liebe und Fürsorge, die ein Kind so nötig braucht. Auf diese Weise ist Josef von Nazareth ganz gewiss auch das beste Vorbild aller Väter und ein Fürsprecher in allen Angelegenheiten des familiären und häuslichen Lebens bei Gott!

Du sorgsamer Beschirmer Christi

In der Josefslitanei rufen wir weiter: „Du sorgsamer Beschirmer Christi“ – „Christi defensor sedule“. Die Aufmerksamkeit des heiligen Josef als des väterlichen Beschützers des Jesuskindes war in Einheit mit seiner jungfräulichen Gemahlin Maria darauf ausgerichtet, alle Gefahren vom Jesuskind abzuwenden. So beschützte Josef bereits das ungeborene Kind und seine Mutter, als sie unterwegs nach Bethlehem waren. Den besonderen Schutz ließ der heilige Josef dem neugeborenen Kind angedeihen, als es zur Verfolgung durch König Herodes kam, was die Heilige Familie zur Flucht nach Ägypten veranlasste. Auch heute brauchen wir Väter, die sich wirksam für den Schutz ihrer ungeborenen und geborenen Kinder einsetzen – vor leiblichen, aber auch geistigen Gefahren! Der heilige Josef ist hier sowohl Vorbild als auch Fürsprecher.

Du Haupt der Heiligen Familie

„Du Haupt der Heiligen Familie“ – „Almae Familiae praeses“ wird der heilige Josef in der Litanei angerufen. Haupt der Familie zu sein bedeutet für einen Ehemann und Vater, Verantwortung gegenüber seiner Frau und seinen Kindern auszuüben. Dies hat Josef von Nazareth beispielhaft verwirklicht: Er sorgte für Maria und das Jesuskind in Liebe. Seine besondere Verantwortung verstand er als Dienst und Auftrag im Gehorsam gegenüber Gottes heiligem Willen. Jede menschliche Anmaßung und Selbstherrlichkeit, jedes bestimmende Machtstreben lagen ihm fern. Sollten unsere heutigen Väter hier nicht gleichsam beim heiligen Josef in die Schule gehen? Dann kann das familiäre Leben als Ort der lebendigen Verbundenheit mit Gott und untereinander in Liebe erfahren werden.

Du gerechter Josef

Mit der Anrufung „Ioseph iustissime“ – „Du gerechter Josef“ beginnt eine Reihe von Attributen, die dem heiligen Josef in besonderer Weise zugewiesen werden. Im Lateinischen steht bei den entsprechenden Eigenschaftsworten immer der Superlativ; d.h. es erfolgt eine Aussage im Hinblick auf eine relative Unüberbietbarkeit dieser Eigenschaft. Konkret können wir so sagen, dass der heilige Josef „ganz gerecht“ war, d.h. dass er stets bereit war, Gott und den Menschen das ihnen Gebührende zu geben. „Gerechtigkeit“ im Sinne der Heiligen Schrift meint aber vor allem das intakte, ganz integre, also unversehrte Gottesverhältnis, wie es den heiligen Josef auszeichnete. Er war ein Mann des Gebetes und der Innerlichkeit. Von seiner Verankerung in Gott her konnte er auch alles Irdische in rechter Weise ordnen und so wirklich Gerechtigkeit üben. Möge er durch sein Vorbild und seine Fürsprache auch uns den rechten Weg zeigen, wie wir Gott und den Menschen in Liebe dienen können, damit sich so die Gerechtigkeit Gottes erfülle!

Du keuscher Josef

„Du keuscher Josef“ – „Ioseph castissime“. So lautet die nächste Anrufung der Josefslitanei. Josef von Nazareth lebte mit Maria in einer jungfräulichen Ehe, d.h. sie machten aufgrund einer besonderen göttlichen Berufung von dem ihnen als Eheleute an sich zustehenden Recht auf sexuelle Vereinigung keinen Gebrauch. Keuschheit ist ganz allgemein die rechte Ordnung in dem, was den Leib und das Sexuelle betrifft. Sie verwirklicht sich auf standesgemäße Weise, d.h. als völlige sexuelle Enthaltsamkeit bei den ehelos Lebenden oder als eheliche Keuschheit, was bedeutet, dass der Ehepartner nicht instrumentalisiert und zum Gegenstand des bloßen Gebrauchs herabgewürdigt wird, sondern als Person ernst genommen wird, mit allen Konsequenzen, die daraus auch für die ehelich-sexuelle Begegnung in Liebe folgen. Möge der heilige Josef sowohl den Verheirateten als auch den ehelos Lebenden ein Fürsprecher bei Gott sein!

Du weiser Josef

„Du weiser Josef“ lautet die nächste Anrufung, wobei der lateinische Text („Ioseph prudentissime“) genau genommen besagt, dass sich der heilige Josef durch Klugheit in höchstem Maß ausgezeichnet hat. Die Weisheit hat als solche das letzte Ziel des Menschen vor Augen, während die Klugheit nach praktischen Wegen sucht, die rechten Mittel zu diesem Ziel einzusetzen und dieses auch zu erreichen. Josef von Nazareth war sowohl „weise“ als auch „klug“: Er wusste, worauf es ankam im menschlichen Leben. Das „eine Notwendige“ – Gott und den Menschen in Liebe zu dienen – war sein Lebensinhalt, indem er für Jesus, den menschgewordenen Sohn Gottes, und dessen Mutter Maria sorgte. Seine handwerkliche Betätigung zeigt Josef als praktischen Mann, der den Realitäten des Lebens in jeder Weise gewachsen war. Er war bereit, jeweils die nächsten konkreten Schritte zu setzen, um seiner Familie die nötige Lebens- und Entfaltungsgrundlage zu verschaffen und vertraute in allem auf die Weisheit und Macht Gottes.

Du starkmütiger Josef

„Ioseph fortissime“ – „Du starkmütiger Josef“ rufen wir voll Vertrauen in der Litanei. Tapferkeit bzw. Starkmut im höchsten Sinn hat den heiligen Josef ausgezeichnet. In allen Widrigkeiten und Schwierigkeiten vertraute er auf Gottes Hilfe. Ein tapferer Mensch nimmt seine Entscheidung für das Gute nicht zurück, auch wenn es scheinbar unüberwindliche Hindernisse gibt. Nur wer ein klares Ziel vor Augen hat, von dem er weiß, dass sich der Einsatz dafür lohnt, ist fähig zur Starkmut. Der heilige Josef wusste sich in Einheit mit Maria, seiner jungfräulichen Gattin, und mit Jesus, dem ihm anvertrauten Kind, als Diener des göttlichen Heilsplanes. Josef von Nazareth war bereit, um der Krone des Himmelreiches willen alle Leiden des Erdendaseins auf sich zu nehmen – in der Kraft einer Liebe, die sich selbst verzehrt und so ihre letzte Erfüllung findet!

Du gehorsamer Josef

„Du gehorsamer Josef“ – „Ioseph oboedientissime“ lautet die nächste Anrufung der Litanei zum heiligen Josef. Es geht um den Gehorsam gegenüber Gott, um jene Übereinstimmung des menschlichen Willens mit dem göttlichen Willen, in welcher der Mensch seine Freiheit voll und ganz verwirklicht. Dieser Gehorsam ist ein Gehorsam des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Gott über alles und vor allem zu lieben ist die Berufung des Menschen, die der heilige Josef beispielhaft verwirklicht hat. Sein Gehorsam gegenüber Gottes Willen hat ihn wahrhaft frei gemacht zum Dienst an den Menschen. Möge der heilige Josef durch sein Beispiel und seine Fürbitte auch uns helfen, in allem den Willen Gottes zu erkennen und zu tun und so das wahre Glück und schließlich die ewige Seligkeit bei Gott zu finden!

Du getreuer Josef

„Du getreuer Josef“ – „Ioseph fidelissime“ rufen wir zum heiligen Josef in der Litanei. Treue im eigentlichen Sinn bedeutet Feststehen im Wahren und Guten, unauflösliche Verbundenheit mit Gott, der immer treu ist und seine Liebe zu uns Menschen nicht zurücknimmt. In Jesus Christus, dem menschgewordenen Sohn Gottes, ist uns das endgültige „Ja“ Gottes zugesagt worden. Josef war von Gott berufen, für Jesus zu sorgen und für ihn in väterlicher Weise da zu sein. Dies tat er in Einheit und in treuer Verbundenheit mit seiner jungfräulichen Gemahlin Maria. So verbindet sich im Beispiel des heiligen Josef die Treue zu Gott und zu den Menschen in lebendiger Einheit.

Du Spiegel der Geduld

„Speculum patientiae“ – „Du Spiegel der Geduld“ rufen wir zum heiligen Josef. Die Geduld als Ausdruck des Warten-Könnens und des tapferen Umgangs mit Schwierigkeiten hat Josef von Nazareth ausgezeichnet. Er musste warten, bis ihm vom Engel die Klarheit zuteilwurde, dass Maria ihr Kind vom Heiligen Geist empfangen hatte und dass er von Gott berufen war, Maria als seine Frau zu sich zu nehmen, um auf diese Weise dem Jesuskind ein väterlicher Beschützer zu sein. Auch wir sollen in Schwierigkeiten zum heiligen Josef unsere Zuflucht nehmen; von Gott wird uns auf seine Fürsprache rasche Hilfe zuteilwerden!

Du Freund der Armut

Der heilige Josef wird angerufen mit den Worten: „Du Freund der Armut“ – „Amator paupertatis“. Wie die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem und die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten zeigen, nahm Josef gemeinsam mit Maria das Schicksal äußerer Entbehrungen willig auf sich, um Gottes Willen zu erfüllen. Auf diese Weise verlor er nichts von seiner Würde. Als Handwerker war er ein Mann der Arbeit und ließ seine Familie nicht darben und hungern, sondern versorgte sie mit dem Notwendigen; ja wird es sogar zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht haben. Dies steht nicht im Widerspruch zur Armut, wie sie hier als Ideal vorgestellt wird: Armut bedeutet Einfachheit und persönliche Anspruchslosigkeit. Sie ist eine geistige Haltung, die Gott für alles Irdische dankbar ist, es aber auf rechte Weise zu verwenden weiß. Möge Gott auch uns die rechte Distanz im Umgang mit dem Irdischen schenken, dass wir sowohl im Überfluss als auch in der Not Gott für alles danken und das ewige Ziel nie aus dem Auge verlieren!

Du Vorbild der Arbeiter

„Du Vorbild der Arbeiter“ – „Exemplar opificum“: So wird der heilige Josef in seiner Litanei angerufen. Er selbst hat mit seiner Hände Arbeit für sich und seine Familie den Lebensunterhalt verdient. Er hat den menschgewordenen Sohn Gottes, Jesus, als heranwachsenden jungen Menschen in die Welt der Arbeit eingeführt. Die Mühsal der Arbeit ist im Licht des Evangeliums nicht länger ein Fluch, sondern eine Teilnahme am Geheimnis der Erlösung. Keine Arbeit ist zu gering, als dass der Mensch in ihr nicht Gott ehren und dienen könnte. Der heilige Josef ist uns ein Vorbild darin, die Arbeit gewissenhaft zu verrichten und darin in Liebe Gott und den Nächsten zu dienen. Die Kirche zeigt dadurch, dass sie am 1. Mai den Gedenktag des heiligen Josef des Arbeiters feiert, ihre Verbundenheit mit den arbeitenden Menschen und stellt ihre große Würde und Berufung heraus. Es geht um die gottgewollte Verwirklichung aller Talente und Gaben, die wir empfangen haben. Auf diese Weise tragen wir bei zum Wohl und Heil der Mitmenschen und geben Gott die Ehre. Wer sich in Liebe hingibt und alles Gott schenkt, was er tut, wird im Herzen von Freude erfüllt!

Du Zierde des häuslichen Lebens

„Domesticae vitae decus“ – „Du Zierde des häuslichen Lebens“ dürfen wir den heiligen Josef in seiner Litanei nennen und anrufen. Das familiäre Leben in Nazareth war geprägt von fortwährender Gottverbundenheit und herzlicher Liebe zueinander. Josef als Haupt dieser Familie sah diese Aufgabe als Dienst an Maria, seiner jungfräulichen Gemahlin, und am Jesuskind, das seinem Schutz anvertraut war. Das familiäre Leben bedarf auch in unserer Zeit der Erneuerung; die Werte des familiären Zueinander und Miteinander müssen wiederentdeckt und gelebt werden. Gerade die Bereitschaft Kinder anzunehmen und für sie da zu sein gilt es zu stärken. Möge der heilige Josef allen Eltern durch seine Fürbitte beistehen, den „guten Geist“ in ihren Familien im Gebet und in inniger Verbundenheit der Liebe zu erneuern! Dabei sind gerade die kleinen und alltäglichen Dinge wichtig, wenn sie mit Liebe getan werden.

Du Beschützer der Jungfrauen

„Custos virginum“ – „Du Beschützer der Jungfrauen“ wird der heilige Josef in seiner Litanei angerufen. Wie er die heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria beschützt und in ihrer Ehre verteidigt hat, so ist er der besondere Beschützer und Verteidiger aller jungfräulich lebenden Menschen. Jungfräulichkeit ist nicht nur etwas Biologisches und Physisches, sondern umfasst die Hingabe der ganzen Person – mit Leib und Seele – an Gott. Insofern die eschatologische Vollendung aller Menschen darin liegt, dass wir alle einmal im Himmel ganz Gott angehören und eben darum auch miteinander in innigster Gemeinschaft der Liebe verbunden sind, zeigt uns das Beispiel und die Fürbitte des heiligen Josef den Weg zum Himmel. Der heilige Josef weiß um die Einzigartigkeit der jungfräulichen Berufung und um ihre Kostbarkeit. Ihm dürfen wir den guten Weg aller jungfräulich lebenden Menschen anempfehlen.

Du Stütze der Familien

„Du Stütze der Familien“ – „Familiarum columen“ wird der heilige Josef angerufen. Josef von Nazareth ist sowohl durch sein Vorbild als auch durch seine Fürbitte eine Stütze der Familien, die sich an seinem Beispiel orientieren können, aber auch auf sein machtvolles fürbittendes Eintreten bei Gott vertrauen dürfen. Die Hingabe und Opferbereitschaft des heiligen Josef im Dienst an seiner Familie war einzigartig. Josef zeigt uns, wie groß die Herrlichkeit des Dienens ist. Das Leben in der Heiligen Familie war in allem auf Gott bezogen, ohne an echter Menschlichkeit einzubüßen. Wir können sogar sagen: Je inniger und lebendiger in einer Familie die Beziehung zu Gott ist, desto menschlicher und herzlicher ist auch das Verhältnis der Familienangehörigen zueinander. Möge der heilige Josef unseren Familien von Gott die Gnade erbitten, für die göttliche und menschliche Liebe stets offen zu sein, im Dienst am Geschenk des Lebens!

Du Trost der Bedrängten

„Du Trost der Bedrängten“ – „Solacium miserorum“ dürfen wir zum heiligen Josef rufen. Damit anerkennen wir, dass er in väterlicher Weise für die Seinen sorgt: auf Erden für Maria und das Jesuskind, die ihm anvertraut waren; vom Himmel aus für alle Menschen, die zur Kindschaft Gottes berufen sind und der Kirche Christi entweder bereits angehören oder auf sie hingeordnet sind. Die Bedrängnis kann sich konkret in verschiedenster Weise zeigen: als leiblich-materielle Not, aber auch als Schwierigkeit im persönlichen Leben oder im Zusammenleben, schließlich auch als Situation des Ausgesetzt-Seins an die Gefahr der Sünde. In allem wird der heilige Josef uns nahe sein, uns verständnisvoll begleiten und von Gott dem Herrn die nötige Hilfe zur rechten Zeit erbitten!

Du Hoffnung der Kranken

„Spes aegrotantium“ – „Du Hoffnung der Kranken“ wird Josef von Nazareth in seiner ihm gewidmeten Litanei angerufen. Es ist die biblisch bezeugte Grundhaltung des unbedingten Vertrauens in Gottes gute Gnadenführung, die den heiligen Josef auch in dunklen Stunden seines Lebens ausgezeichnet hat und die gerade kranke Menschen brauchen. Dies geschieht oft durch die Vermittlung guter Menschen. Vor allem gibt uns die Fürbitte des heiligen Josef Zuversicht bei Gott, dass uns in den entscheidenden Stunden des Lebens Hilfe zuteilwird: in körperlichen und seelischen Leiden, in Verlassenheit und Trostlosigkeit. So möge sich alle Krankheit und alles Leiden zum Guten wenden und uns zum Heile werden! Wir aber sollen einander Tröster sein in Krankheit und Leiden.

Du Patron der Sterbenden

Mit den Worten „patrone morientium“ – „Du Patron der Sterbenden“ wenden wir uns an den heiligen Josef und bitten ihn für alle sterbenden Menschen und in besonderer Weise auch für uns selber um eine gute Sterbestunde. Wir dürfen annehmen, dass Josef von Nazareth noch vor Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu zu Gott heimgegangen ist. Sein Sterben wird in der kirchlichen Tradition als wahrhaft seliges Abschiednehmen in der Gegenwart Jesu, der ihm als Kind und heranwachsender junger Mensch anvertraut war, und Marias, seiner jungfräulichen Gemahlin, gesehen. Wenn wir glaubend, hoffend und liebend in der Gegenwart Gottes leben, brauchen wir auch den Tod nicht zu fürchten!

Du Schrecken der bösen Geister

„Du Schrecken der bösen Geister“ – „Terror daemonum“ ruft die Kirche den heiligen Josef an. Josef von Nazareth hat durch seinen bereitwilligen Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes den Versuchungen des bösen Feindes immer widerstanden. Wer mit Gott in Liebe verbunden ist, braucht den Teufel und die mit ihm verbundenen Mächte („böse Geister“) nicht zu fürchten. Glaube und Demut sind die besten Waffen gegen das Böse. Gott möge uns auf die Fürbitte des heiligen Josef vor dem Teufel und seinen Nachstellungen bewahren und uns in allen Gefahren des Leibes und der Seele dem wirksamen Schutz der heiligen Engel anvertrauen!

Du Schutzherr der heiligen Kirche

Die letzte Anrufung in der Litanei zum heiligen Josef lautet: „Du Schutzherr der heiligen Kirche“ – „Protector sanctae Ecclesiae“. Der heilige Papst Johannes Paul II. hat in „Redemptoris Custos“, Nr. 31, geschrieben:

„Bereits vor hundert Jahren rief Papst Leo XIII. die katholischen Gläubigen auf, um den Schutz des hl. Josef, des Patrons der ganzen Kirche, zu beten. Die Enzyklika Quamquam pluries berief sich auf jene ‚väterliche Liebe‘, die Josef ‚dem Knaben Jesus entgegenbrachte‘, und empfahl dem ‚vorsorglichen Hüter der göttlichen Familie‘ ‚das teure Erbe, das Jesus Christus mit seinem Blut erworben hatte‘. Seit damals erfleht die Kirche – wie ich eingangs erwähnt habe – ‚wegen jener heiligen Liebesbande, die ihn an die unbefleckte Jungfrau und Gottesmutter band‘, den Schutz des hl. Josef und empfiehlt ihm alle ihre Sorgen, auch hinsichtlich der Bedrohungen, die über der ganzen Menschheitsfamilie liegen. Noch heute haben wir zahlreiche Gründe, in derselben Weise zu beten: ‚Entferne von uns, geliebter Vater, diese Seuche von Irrtum und Laster ..., stehe uns wohlgesinnt bei in diesem Kampf gegen die Macht der Finsternis ...; und wie du einst das bedrohte Leben des Jesuskindes vor dem Tod gerettet hast, so verteidige jetzt die heilige Kirche Gottes gegen feindselige Hinterlist und alle Gegner‘. Auch heute noch haben wir bleibende Gründe, um jeden einzelnen Menschen dem hl. Josef zu empfehlen.“


Litanei vom heiligen Josef

V/A Herr, erbarme dich unser.

V/A Christus, erbarme dich unser.

V/A Herr, erbarme dich unser.

V Christus, höre uns.

A Christus, erhöre uns.

V Gott Vater im Himmel, A erbarme dich unser.

Gott Sohn, Erlöser der Welt

Gott, Heiliger Geist

Heiliger dreifaltiger Gott

Heilige Maria, A bitte für uns.

Heiliger Josef

Du erlauchter Spross Davids

Du Licht der Patriarchen

Du Bräutigam der Gottesmutter

Du keuscher Beschützer der allerseligsten Jungfrau

Du Nährvater des Sohnes Gottes

Du sorgsamer Beschirmer Christi

Du Haupt der Heiligen Familie

Du gerechter Josef

Du keuscher Josef

Du weiser Josef

Du starkmütiger Josef

Du gehorsamer Josef

Du getreuer Josef

Du Spiegel der Geduld

Du Freund der Armut

Du Vorbild der Arbeiter

Du Zierde des häuslichen Lebens

Du Beschützer der Jungfrauen

Du Stütze der Familien

Du Trost der Bedrängten

Du Hoffnung der Kranken

Du Patron der Sterbenden

Du Schrecken der bösen Geister

Du Schutzherr der heiligen Kirche

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,

A verschone uns, o Herr.

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,

A erhöre uns, o Herr.

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,

A erbarme dich unser.

V Er hat ihn bestellt zum Herrn seines Hauses

A und zum Verwalter seines Besitzes.

V Lasset uns beten. Gott, du hast in deiner wunderbaren Vorsehung den heiligen Josef zum Bräutigam deiner heiligsten Mutter erkoren. Wir bitten dich, lass uns im Himmel den zum Anwalt haben, den wir auf Erden als unseren Beschützer verehren, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.

A Amen.

Gebet zur Heiligen Familie (Papst Franziskus)

Jesus, Maria und Josef,

in euch betrachten wir

den Glanz der wahren Liebe,

an euch wenden wir uns voll Vertrauen.

Heilige Familie von Nazareth,

mache auch unsere Familien

zu Orten innigen Miteinanders

und zu Gemeinschaften des Gebetes,

zu echten Schulen des Evangeliums

und zu kleinen Hauskirchen.

Heilige Familie von Nazareth,

nie mehr gebe es in unseren Familien

Gewalt, Halsstarrigkeit und Spaltung;

wer Verletzung erfahren

oder Anstoß nehmen musste,

finde bald Trost und Heilung.

Heilige Familie von Nazareth,

lass allen bewusstwerden,

wie heilig und unantastbar die Familie ist

und welche Schönheit sie besitzt im Plan Gottes.

Jesus, Maria und Josef,

hört und erhört unser Flehen. Amen.

www.stjosef.at
sudetus
das Johannes XXIII. das Schutzfest des Hl. Josef am 3. Mittwoch nach Ostern ersatzlos gestrichen hat, war auch ein Zeichen der Modernisten, die so ein Fest natürlich nicht ertragen können. das Fest wurde vom sel. Pius IX. eingeführt und wir halten treu daran fest, nach dem Messbuch von Pius XII. Wie segensreich wäre es , wenn die Priesterbruderschaft das auch feiern würde, aber man hält stur am …More
das Johannes XXIII. das Schutzfest des Hl. Josef am 3. Mittwoch nach Ostern ersatzlos gestrichen hat, war auch ein Zeichen der Modernisten, die so ein Fest natürlich nicht ertragen können. das Fest wurde vom sel. Pius IX. eingeführt und wir halten treu daran fest, nach dem Messbuch von Pius XII. Wie segensreich wäre es , wenn die Priesterbruderschaft das auch feiern würde, aber man hält stur am 62 Messbuch fast- nur ja nicht zu fromm sein !
sudetus
Jessas marand josef, das sagte man bei uns zuhause auch sehr oft, aber das ist kein Gebet, das ist eher ein Ausruf und etwas missbräuchlich.
Fischl
JessasMarandJosef das Stoßgebet meiner Großmutter