Schreiben des Rainer Kochinke aus 48431 Rheine, Reuterstr. 4, vom 19.12.2025 an die Redaktion der "Die Tagespost".
Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,in der Hand halte ich gerade die Tagespost-Ausgabe vom 18.12.2025 und finde darin an mehreren Stellen die Zitate des Gesangs der Engel von Betlehem: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen eines guten Willens." Diese authentische Übersetzung kommt leider nur in einem Abschnitt aus der Novelle "Gloria in Excelsis" vor, deren Handlung 1914 im ersten Weltkrieg spielt. Denn zu der Zeit war in die katholische Kirche noch nicht die Luther-Übersetzung eingedrungen "...den Menschen seiner Gnade". Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts meinten katholische Theologen, mit der Übernahme der Luther-Version könnten sie der Annäherung der Konfessionen einen Dienst erweisen. Aber in der für alle Christen seit dem Ende des 4. Jahrhunderts maßgeblichen lateinischen Übersetzung heißt es in der Vulgata des Kirchenlehrers Hieronymus klar und eindeutig: "Gloria in altissimis Deo, et in terra pax hominibus bonae voluntatis." Das göttliche Geschenk an den Menschen, der freie Wille, ist es doch gerade, dessen Gebrauch über die Zeit und die Ewigkeit jedes Einzelnen entscheiden wird! Und das heben die Engel hervor. Von Luther dagegen wurde genau das bestritten! Dazu möchte ich mit Verwunderung anmerken, dass ich diesen in einer 1600-jährigen Tradition der Kirche durch die Heiligen zum Leuchten gebrachten Grundsatz in den Formulierungen mehrerer Texte vom 18.12.2025 vermisse. Bitte verwenden Sie doch die zutreffende authentische Version!
Mit frohem Weihnachtsgruß
Rainer Kochinke