RupertvonSalzburg

Predigt von Pfarrer Maximilian Pühringer zum Palmsonntag

Predigt Palmsonntag Neustift, 29.3.2026
Perikopen: Jes 50,4-7​Mt 21,1-11
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Licht und Schatten kennzeichnen den Palmsonntag. Der Palmsonntag bringt zuerst Licht, wie es uns das Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem zeigt. Jesus zieht auf einem Esel in Jerusalem ein. Die Menschen jubeln ihm zu. Für sie ist er der erwartete Friedenskönig und Messias. Der Palmsonntag ist die ausgestreckte Hand Jesu, die uns einlädt, ihn durch diese Woche zu begleiten. Das ist das Licht dieses Tages. Aber es ist auch Schatten und Dunkel vorhanden, denn das Hosanna schlägt bald um in das Kreuzige ihn. Der Triumphgeschichte folgt die Leidensgeschichte des Herrn, weil wir wissen, dass ihn Leiden, Kreuz und Tod erwarten. In der gegenwärtigen Zeit suchen viele Menschen Sicherheit angesichts der verschiedenen Krisen in der Welt. Der Ruf nach einer starken Hand ist immer wieder hörbar. Einer, der auf dem Kriegsross, dem Siegesross einreitet. Jesus kommt auf dem Esel. Der Messias, der Friedenskönig kommt auf dem Esel. Ja, viele Menschen suchen Sicherheit. Wir müssen aber auch zugeben, dass es die absolute Sicherheit nicht gibt. Auch die Pharisäer und Schriftgelehrten in der Passion suchten absolute Sicherheit. Sie ließen das Grab sichern, sie ließen es bewachen. Sie wollten verhindern, dass der Leichnam gestohlen würde, und die Jünger dann die Auferstehung behaupten. „Sichert, so gut ihr könnt,“ sagte Pilatus. Trotzdem, Jesus ist auferstanden. Gott lässt sich nicht sichern, nicht einsperren, nicht von Mauern umgeben. Er verlangt mein Mitgehen, er verlangt den Akt meines Glaubens. Er verlangt, dass ich seine ausgestreckte Hand nehme und mich heute mit ihm auf den Weg Richtung Licht mache. Das Licht des Palmsonntages wird seinen Schein im Dunkel des Karfreitages verlieren. Letztlich wird es jedoch überblendet werden vom strahlenden Licht der Osterbotschaft.
Liebe Brüder und Schwestern!
Ich wünsche uns großes Gottvertrauen in dieser Woche. Dass wir wie Jesaja in der Lesung sagen können: „Ich weiß,
dass ich nicht in Schande (=Dunkelheit) ende.“ Ich wünsche mir, dass wir die ausgestreckte Hand Gottes annehmen und
gut ankommen im Licht. Amen.
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