Theresia Katharina

Die Wulfila Bibel, die erste germanische Bibel mit germanischem Vaterunser

Text des Vaterunser (Mt 6,9–13 www.bibleserver.com/text/EU/Matthew6:9-13) in der Wulfilabibel (þ wie englisch th):
atta unsar þu ïn himinam
weihnai namo þein
qimai þiudinassus þeins
wairþai wilja þeins
swe ïn himina jah ana airþai
hlaif unsarana þana sinteinan gif uns himma daga
jah aflet uns þatei skulans sijaima
swaswe jah weis afletam þaim skulam unsaraim
jah ni briggais uns ïn fraistubnjai
ak lausei uns af þamma ubilin
unte þeina ïst þiudangardi
jah mahts jah wulþus ïn aiwins
amen

Dieser Text befindet sich im Kodex auf den Blättern 4v (erste Zeile) und 5r (Rest).
Die Wulfilabibel, auch als Gotenbibel bezeichnet, ist eine von Bischof Wulfila (311–383) im 4. Jahrhundert geschaffene Übersetzung vor allem des Neuen Testamentes ins Gotische, wobei die griechische Bibel die Vorlage bildete. Für diese Übersetzung erfand Wulfila die gotische Schrift, während die Goten bis dahin mit Runen schrieben. Die Übersetzung entstand in Nicopolis ad Istrum im heutigen Bulgarien. Sie ist die wichtigste Quelle der gotischen Sprache.
Von der Wulfilabibel sind mehrere Handschriften aus dem 6. bis 8. Jahrhundert mit einem großen Teil des Neuen Testaments und kleinen Teilen des Alten Testaments erhalten, die hauptsächlich aus Italien stammen. Bei diesen Handschriften handelt es sich um den Codex Argenteus (Evangelien), heute größtenteils in der Universitätsbibliothek in Uppsala aufbewahrt, den Codex Ambrosianus A bis Codex Ambrosianus E (Briefe, Skeireins, Nehemia), den Codex Carolinus (Römerbrief), den Codex Vaticanus Latinus 5750 (Skeireins), den Codex Gissensis (Trümmer des Lukasevangeliums) und die Fragmenta Pannonica, Bruchstücke einer 1 mm dicken Metallplatte mit Versen des Johannesevangeliums.
Einige für die Entwicklung der Kirche wichtige Bücher wie die Apostelgeschichte tauchen in der Wulfilabibel nicht auf.
Die Wulfilabibel ist von fragmentarischen Runeninschriften abgesehen das älteste schriftliche Zeugnis einer germanischen Sprache und daher sehr bedeutend für die Sprachgeschichte.
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Die gotische Bibel des Bischofs Wulfila ist ein wertvolles Zeugnis germanischer Schriftkultur.

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Theresia Katharina

@pio molaioni Ob die Texte zu verwerfen sind, wäre zu prüfen! Die Wulfila Bibel gilt nicht als häretisch! Sie ist aber unvollständig, da die Apostelgeschichte fehlt!

Vered Lavan

Hier gibt es eine Zusammenstellung der gotischen Originaltafeln des Codes Argenteus, bei der man die einzelnen Kapitel Anklicken muss: www.gotica.de/argenteus/gate.html +++ hier noch ein Link der Universität Uppsala, der sich allerdings nicht öffnen lässt (Fehlermeldung), wenn man auf das PDF klickt!: ub.uu.se/…/about-the-proje…

Vered Lavan

@Theresia Katharina - Hier gibt es eine Gesamtausgabe der Wulfila-Bibel als PDF zum Herunterladen!: ia800501.us.archive.org/…/diegotischebibe… -- allerdings ohne die Runen. (Gibt es viell. extra; wenn ich es finde, dann werde ich es hier verlinken). ✍️

Theresia Katharina

@Nujaa @Vered Lavan Nach Wulfilas Tod gab es ja noch mehrere Synoden, die sich mit der Trinität auseinandersetzten! Sankt Bonifatius lebt ja fast 400 Jahre später und er war Angelsachse und kein Gote! Die gotische Schrift hatte sich nicht durchgesetzt, sondern die lateinische!

Vered Lavan

@Nujaa - Es geht um die SPRACHETHYMOLOGIE !!! Nicht um Falschbenutzung, die Sie wieder unterstellen!

Theresia Katharina

@Vered Lavan Auf der Synode in Konstantinopel von Anfang des Jahres 360, die in der wissenschaftlichen Literatur teils als Synode der Acacianer (nach dem dort sehr einflussreichen Bischof Acacius von Caesarea), teils als Enkänien-Synode bezeichnet wird, unterzeichnete Wulfila das sogenannte Reichsdogma, dem unter der Regie von Kaiser Constantius II. verabschiedeten und für die Kirche verbindlichen, „homöischen“ Glaubensbekenntnis, welches einen Kompromiss bieten sollte im schon jahrzehntelangen Streit um die „richtige“ Trinitätslehre.

Vered Lavan

Aufgenommen in das Album Europäische Kultur - Europäisches Erbe ✍️

Vered Lavan teilt das

Europäische Kultur - Europäisches Erbe.
In diesem Album sind kulturelle Errungenschaften, Landschaften und Musik Europas, Vorträge zur Geschichte Europas, uvm. gesammelt.

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Ein weiterer Kommentar von Vered Lavan
Vered Lavan

Auch wenn der Hintergrund arianisch gewesen war, so sind doch die Texte in der alten germanischen Sprache sehr wichtig!

Theresia Katharina

@pio molaioni Die Wulfila Bibel ist aber in erster Linie für uns Deutsche interessant und wichtig, da sie ein großartiges germanisches Sprachzeugnis ist! Bischof Wulfila entwickelte aus den gotischen Runen und dem griechischen Alphabet die gotische Schrift!

Theresia Katharina

@pio molaioni Er verglich Jesus Christus mit dem germanischen Sohn-Vater-Verhältnis, das auf Gehorsam, Unterordnung und Treue aufgebaut war. Eusebius, welcher Wulfila zu Bischof geweiht hatte, gehörte zur „origenistischen Mittelgruppe“ der origenistischen Theologie.Entsprechend dürfte Wulfila von dieser Richtung des Christentums geprägt worden sein, aus der sich ab etwa 358 zwei weitere Unter-Richtungen entwickelten, u. a. die Christologie der sogenannten „Homöer“. Wulfila hat dann offenbar typische Bekenntnis-Formeln der Homöer übernommen. Für ihn war Jesus Christus der anbetungswürdige „Gott und Herr", er war also kein Arianer!

Ein weiterer Kommentar von Theresia Katharina
Theresia Katharina

@pio molaioni Was soll da arianisch sein?