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Es waren alles Hähne: Pater Régis Babinet (1945-2021) - ein Pius-Pater

Pater Régis Babinet wurde am 2. November 1945 in La Rochelle als drittes von acht Kindern geboren.

Einer seiner Vorfahren war Mitarbeiter und Nachfolger von André-Marie Ampère (+1836) sowie wissenschaftlicher Berater der Romane von Jules Verne. Ein anderer war ein päpstlicher Zuave und eine Familientradition behauptete, Pius IX. habe ihm und seinen Nachkommen erlaubt, freitags Fleisch zu essen!

Pater Babinet hatte in seiner Verwandtschaft auch zwei Priesterbrüder, beide Generalvikare des Bischofs von Luçon während der Revolution: André-Georges Brumauld de Beauregard, der die Zivilverfassung des Klerus ablehnte, war 1792 mit seinem Bischof nach Paris gereist, um mit den revolutionären Behörden eine Erleichterung für die überall inhaftierten Priester auszuhandeln, wurde dann aber in Poitiers verhaftet und guillotiniert.

Sein Bruder Jean, der 1792 inhaftiert und dann nach England verbannt worden war, kehrte 1795 heimlich in die Vendée zurück und berief unter dem Schutz der Truppen von Charette eine Synode ein, an der die 56 überlebenden Priester seiner Diözese teilnahmen. Sie organisierten sich, um nach den Kultgegenständen zu suchen, neu Kontakt aufzunehmen zu den ehemaligen Seminaristen, zu den überall verstreuten Ordensmännern und Klosterfrauen, gemeinsame Regeln für die von vereidigten Priestern gespendeten Sakramente festzulegen und so die bevorstehende Wiedergeburt der Kirche vorzubereiten. Jean Brumauld de Beauregard wurde 1797 angezeigt und zur „trockenen Guillotine“, d. h. zur Zwangsarbeit in Guyana, verurteilt, das er 1800 verließ, um später Bischof von Orléans zu werden. Pater Régis Babinet bewahrte dessen Kelch, der ihn überallhin begleitete, sehr sorgfältig auf.

Der Vater von Pater Babinet wurde 1940 in der Schlacht von Dünkirchen schwer verwundet und starb 1968 an Krebs. Frau Babinet, geborene Martine Maître, war eine Frau von großer Frömmigkeit. Ihre Schwester Gilberte, Mutter Marie-Jean, war eine der drei Schwestern, die zusammen mit Pater de la Chevasnerie die Petites Servantes de l’Agneau de Dieu [Die kleinen Dienerinnen des Gotteslammes] gründeten, die Menschen mit gesundheitlichen Problemen bei sich aufnahmen.

Während seines Studiums in Poitiers machte der junge Régis seiner Familie einige Schwierigkeiten, da er mehr Interesse an seinen Erkundungen in Afghanistan oder in Amerika fand als an seinen fünf Jahren Hochschulstudium der Wirtschaftswissenschaften.

Nach einem Unfall in Peru, bei dem sein Renault 4L einen Totalschaden hat, überquert er mit einem Freund auf eigene Faust die Anden. Sie wurden für Guerillas gehalten und in Bolivien gefangen genommen, erreichten später Feuerland und kehrten dann nach Peru zurück, von wo Régis mit anderen Gefährten nach Kanada reiste, um die Weltausstellung zu besichtigen.

Doch bereits seit einigen Jahren fühlte sich Régis Babinet von Gott berufen. In Poitiers diente er manchmal bei der heiligen Messe in der Kapelle der Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu, die von der heiligen Madeleine-Sophie Barat gegründet wurde, wo Schwester Josefa Menendez, eine bevorzugte Seele des Heiligsten Herzens, lebte.

Er sprach darüber mit Msgr. Marty, dem Erzbischof von Paris, und dann mit Msgr. Riobé, der ihn aufforderte, „seine Berufung mit der Realität der Welt zu konfrontieren“, indem er seine Studien fortsetzen solle.

Doch während seines Militärdienstes in Kamerun traf er auf Schwester Marie de Magdala, die ehemalige Ökonomin der Petites Servantes de l’Agneau de Dieu, die ihn an das Priesterseminar in Ecône verwies, welches Msgr. Lefebvre, der ehemalige apostolische Delegierte für das französischsprachige Afrika, eröffnet hatte. Um der Tradition treu zu bleiben, gründete auch diese Ordensschwester zusammen mit Mutter Antoinette-Marie bald die Petites Servantes de Saint-Jean-Baptiste (Rafflay), eine Gemeinschaft, die später unseren kranken Mitbruder während seiner letzten fünf Jahre in Lourdes aufnahm.

Auf Empfehlung seines geistlichen Leiters unterrichtete Babinet zwei Jahre an einer Schule in der Bretagne, bevor er 1974 ins Priesterseminar eintrat. Von Erzbischof Msgr. Lefebvre am 29. Juni 1979 zum Priester geweiht, wurde er zunächst in die Vereinigten Staaten und dann nach Mexiko entsandt, ein Land, das ihm stets sehr am Herzen lag.

Er genoss die langen Fahrten zu den Indianerstämmen, die ihn manchmal baten, Angelegenheiten auf seine ganz besondere Art zu regeln: „Ich habe genickt, ich habe ein klein wenig Verständnis gezeigt, und sie haben sich untereinander geeinigt!“

Er liebte es, seine Gäste zu überraschen. Eines Abends kam er völlig außer Atem und ohne Vorwarnung mit einem Bus voller junger Texaner an, die von einer Schwester mit Gipsbein beaufsichtigt wurden. Für die ganze Gruppe musste eine Mahlzeit und eine Übernachtung improvisiert werden.

Manchmal wurde er selbst überrascht: In Oaxaca kaufte unser Mitbruder, bestrebt, eine regelmäßige Geldeinnahme zu finden, hundert Küken, in der Hoffnung auf viele Eier. Es waren aber alles Hähne! Doch der Alltag in Mexiko warnicht ungefährlich. Am 3. November 1986 war unser Mitbruder mit einer Oblatin, Sr. Mary-Barbara Lankenau, im Bus unterwegs; der Fahrer, der sich mit Tequila berauscht hatte, kam zu schnell vom Berg herunter, verpasste die Kurve und überschlug sich, wobei die Schwester leider ums Leben kam.

Pater Babinet übte sein Amt danach in Frankreich, dann in Australien und Neuseeland aus. Er wurde 1991 nach Lourdes ernannt und arbeitete in Domezain, dann in Nantes, Le Pointet, Le Brémien, Marseille, bevor er 2004 nach Quiévrain und 2005 nach Irland ging. Im Jahr 2016 kehrte er nach Lourdes zurück und wohnt in der Maison Saint-Ignace, die von den Petites Servantes de Saint-Jean-Baptiste, die er gut kennt, unterhalten wird.

Über sein Apostolat ist nur wenig bekannt, denn Pater Babinet sprach wenig und nie über sich selbst. Trotz der großen körperlichen und moralischen Belastungen, die er über viele Jahre hinweg ertrug, behielt er sein kleines diskretes Lächeln, mit einem neckischen Glitzern in den Augen. Das war umso verdienstvoller, als er unter schwerenDepressionen litt.

Pater Babinet war ein guter Mensch von großer seelischer Einfachheit und Demut. Seine tiefe Frömmigkeit zählte nicht die Stunden, die er vor dem Allerheiligsten oder an der Grotte in Lourdes verbrachte. Er liebte die Messe, er liebte die Bruderschaft und ihren Gründer, er liebte es, seine Mitbrüder zu treffen.

Wir können hoffen, dass die Mitbrüder, die ihn in seinen Prüfungen unterstützt haben, heute im Himmel einen Fürsprecher haben, der ihnen in ihrem Apostolat beisteht. Pater Babinet, der an Covid litt, starb am 4. Juni 2021, dem Herz-Jesu-Freitag, im Krankenhaus von Tarbes.

Nach dem Requiem in der Kapelle des Maison Saint-Ignace in Lourdes wurde er in der Grabstätte der Bruderschaft auf dem Friedhof Bon Pasteur (route de Pau, Lourdes) beigesetzt.

Requiescat in pace!
Der Text ist der Montagsaussendung von P. Schmidberger entnommen
Carlus
R.I.P.
Heilwasser
O Herr, gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm.
Herr, lasse ihn ruhen in Frieden. Amen.