Clicks1.6K
Nicky41
12

Aber Umweltschutz kannten wir nicht

Beim Bezahlen an der Kasse im Supermarkt schlägt die Kassiererin der vor mir bezahlenden alten Dame vor, sie möge doch beim nächsten Einkauf ihre Einkaufstasche mitbringen, denn Plastiktüten seien schlecht für die Umwelt.

„Da haben Sie Recht“ entschuldigt sich die alte Dame „doch leider war ich in Eile und habe meine Einkaufstasche entgegen meiner Gewohnheit zu Hause vergessen".

Die junge Frau erwidert:
„Ja wissen sie, unser Problem ist nämlich, dass Ihre Generation sich keine Gedanken darüber gemacht hat, in welch schlechtem Zustand sie die Umwelt uns und den zukünftigen Generationen hinterlässt. Umweltschutz ist sicherlich ein Fremdwort für Sie".

„Das stimmt. Unsere Generation kannte keinen Umweltschutz – war auch gar nicht nötig, denn Sprudel- und Bierflaschen gaben wir an den Laden zurück in dem wir sie gekauft hatten. Von dort gingen sie an den Hersteller, der die Flaschen wusch, sterilisierte und auffüllte, so dass jede Flasche unzählige Male benutzt wurde. Die Milch holten wir beim Milchhändler in unserer eigenen Milchkanne ab. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Für unsere Gemüseeinkäufe benutzten wir Einkaufsnetze, für den Resteinkauf unsere Einkaufstaschen. Vergaßen wir sie, so packte uns der Händler den Einkauf in braune Papiertüten, die wir zu Hause für viele Zwecke weiter verwendeten, z.B. zum Einpacken der Schulbücher, die uns von der Schule unter der Auflage, dass wir sie gut behandeln, kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Nach Beendigung des Schuljahres wurden sie wieder eingesammelt und in gutem Zustand an den nachfolgenden Jahrgang weiter gereicht. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Wir stiegen Treppen hoch, denn Aufzüge oder Rolltreppen gab es nicht so wie heute in jedem Kaufhaus oder Bürogebäude. Wir gingen zu Fuß die paar Schritte zum nächsten Lebensmittelgeschäft und benutzten dazu keinen 300 PS starken Geländewagen. Sie haben Recht, Umweltschutz kannten wir nicht.
Damals wuschen wir die Babywindeln, weil es keine Einwegwindeln gab. Wir trockneten die Wäsche nicht in einem Strom fressenden Trockner, sondern mit Wind- und Solarenergie auf der Wäscheleine aus Hanf. Die Kleidung der Kinder ging stets an die jüngeren Geschwister, denn immer neue Kinderkleidung konnten wir uns nicht leisten. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Im Haus hatten wir ein einziges Radio und später einen kleinen Fernseher mit einem Bildschirm in Taschentuchgröße. In der Küche gab es keine elektrischen Maschinen. Alles wurde von Hand geschnitten, geraspelt, geschält. Als Polstermaterial für Päckchen oder Pakete benutzten wir alte Zeitungen, kein Styropor oder Plastikblasen. Der Rasenmäher wurde mit der Hand geschoben, machte keinen Krach und keinen Gestank. Das war unser Fitnesstraining, weshalb wir keine Fitnessstudios mit elektrischen Laufbändern und anderem Energie fressenden Unsinn benötigten. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Das Wasser tranken wir aus der Leitung und benötigten dazu keine Plastiktasse oder Plastikflasche. Unsere leeren Schreibfüller wurden wieder mit Tinte gefüllt, anstatt neue zu kaufen. Papier wurde beidseitig beschrieben. Stumpfe Rasierklingen wurden ersetzt, und nicht gleich ein neuer Rasierapparat gekauft. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
Damals fuhren unsere Kinder mit dem Bus, der Straßenbahn, dem Fahrrad oder gingen zu Fuß zur Schule. Einen 24-stündigen Taxiservice der Mutter mit dem 50.000 EUR teuerem Auto gab es nicht. Aber Umweltschutz kannten wir nicht.
In jedem Zimmer gab es eine Steckdose und keine Steckdosenleisten für unzählige Stromfresser, und wir benötigten auch kein von einem 35.000 Kilometer entfernten Satelliten gesteuertes System, um die nächste Imbissbude zu finden. Jedoch Umweltschutz kannten wir nicht.

Aber bedenken Sie:
Es ist traurig, wenn die junge Generation sich darüber beklagt, wie verschwenderisch wir Alten gelebt haben, nur weil wir keinen Umweltschutz kannten? Glaubt sie wirklich, wir Alten benötigen eine Belehrung von euch Grünschnäbeln? Und dann auch von einem Mädchen,das mir noch nicht einmal das Wechselgeld heraus geben kann, ohne die elektronische Kasse zu befragen.
Schönen Tag noch – und vergiss den Umweltschutz nicht!“

Gefunden bei FB
Gottfried von Globenstein
Ja, da gab es doch noch das "Gemeindebad", gegen billig Geld war man sauber.
Elista
Inzwischen gehe ich wieder mit der Milchkanne zum Bauern Milch holen wie in meiner Kindheit, allerdings nun an einem Automat 🥛
Heilwasser
Ja, Eier kriegen wir jetzt auch vom Bauern (weil meine Schwester auf einen 2km entfernten Bauernhof geheiratet hat und ihr Kleiner jetzt Hühner gekriegt hat) ab und zu Fleisch oder auch Milch, wobei wir die immer noch selber gekauft haben. 😊
viatorem
Manche kaufen sich bei uns jetzt Hühner, wegen den zu erwartenden Eiern.

Wer Eier .Mehl und Milch hat, kann sich lange davon ernähren.

Ja und natürlich Honig und Nüsse, so wie ich gelesen habe und das auch gut nachvollziehen kann.

Die regional anfallenden Ernteerträge, wie Kartoffeln, Äpfel ,Bohnen ,Kohl etc. gibt es auf dem Wochen-Markt recht günstig und man kann sie gut konservieren.

Dann …More
Manche kaufen sich bei uns jetzt Hühner, wegen den zu erwartenden Eiern.

Wer Eier .Mehl und Milch hat, kann sich lange davon ernähren.

Ja und natürlich Honig und Nüsse, so wie ich gelesen habe und das auch gut nachvollziehen kann.

Die regional anfallenden Ernteerträge, wie Kartoffeln, Äpfel ,Bohnen ,Kohl etc. gibt es auf dem Wochen-Markt recht günstig und man kann sie gut konservieren.

Dann braucht man nicht dauernd umweltschädlich in den Supermarkt fahren.

Ah ja, auch Wein ist im Angebot der regionalen Erzeuger dabei. 😉

Beim Bier weiß ich es nicht, ich glaube da muss man doch ins Getränkecenter fahren und Treibstoff oder Elektroenergie verbrauchen. 🤔
Fischl
Im Klo meines Firmpaten gab es passend zugeschnittene Zeitungsklopapiere. Und dazu eine Anweisung: "Merk dir dieses Ortes Wesen, er ist nicht da zum Zeitunglesen!"
Josef aus Ebersberg
Oder: 60er Jahre, Firmenklo bei meiner Oma für die Mitarbeiter im Schwarzwald: "Halte deinen Platz so sauber wie die Katz, damit ihn auch dein Hintermann genauso sauber nutzen kann."
Andreas Tauschner
Auf der Str./ Fußweg fuhren wir Roller, spielten mit Murmeln (Glaskugeln), in der Küche drehte ich den "Wolf" ( Zwickauer Unternehmer-Erfindung ), Wäsche wurde auf dem Rasen "gebleicht" nicht mit Chemikalien, die Briefmarke wurde angeleckt zum kleben, das Badewasser benutzte die ganze Familie ohne zu meckern . . . . . .
Elista
Wenn wir heißes Wasser wollten, mussten wir vorher den Badeofen anheizen. Das Feuermachen war lange meine Lieblingsbeschäftigung 🔥😉
viatorem
Im Winter haben wir in den ungeheizten Zimmern die Eisblumen an den Fenstern bewundert und wer raussehen wollte , hat sich ein kleines Guckloch durch anhauchen des vereisten Fensters verschafft.

An den Heizkosten lag es nicht, es gab einfach zu wenig Öfen und Kamine .
viatorem
Als Wärmflasche wurden mancherorts Backsteine benutzt, die in den Küchenherden , die Küchen waren meist der einzig warme Ort im Winter ,vorher gut angeheizt wurden. In Tuch eingepackt hielten sie stundenlang das Bett warm.

Mann, waren das Zeiten, dass wir das alles überlebt haben 😉

Baden-Duschen etc.? Waschschüsseln waren der Renner bei dem Auto, das mit allerlei Utensilien( die hingen gut …More
Als Wärmflasche wurden mancherorts Backsteine benutzt, die in den Küchenherden , die Küchen waren meist der einzig warme Ort im Winter ,vorher gut angeheizt wurden. In Tuch eingepackt hielten sie stundenlang das Bett warm.

Mann, waren das Zeiten, dass wir das alles überlebt haben 😉

Baden-Duschen etc.? Waschschüsseln waren der Renner bei dem Auto, das mit allerlei Utensilien( die hingen gut sichtbar außen am Fahrzeug , einmal im Monat die entlegeneren Dörfer anfuhr.Einmal die Woche, Samstags begaben sich viele Bürger zu den Badehäusern, die meist in Schulen untergebracht waren. Da hatte man seine Badesachen, frische Kleidung etc. dabei, setzte sich in die Reihe und wartete bis eine Badewanne freiwurde. Dann gab es ein Stück Fichtennadeltablette und man badete ausgiebig , indem man neugierig und ganz ohne Energieverbrauch ( Radio, Handy ) das oftmals sehr interessante und aufschlussreiche Gespräch der draußen Wartenden verfolgte.

Dann aber ging die Entwicklung rasant in Richtung, wo wir uns jetzt befinden und Umweltprobleme haben.
Gottfried von Globenstein
@viatorem: An einem Haus zu sehen: GEMEINDEBAD. - - Wärmflasche wurde mit dem heißen Wasser aus dem "OFENTOPF" gefüllt. (Herd in der Küche mit Bevorratungstopf )
Gottfried von Globenstein
Der Artikel ist mir DIREKT AUS DEM HERZEN geschrieben. Zeitungspapier und Tüten schafften wir zum Lebensmittel-Händler im Eckladen, der freute sich. BUTTER gabs von BLOCK. Fidibusse ( gerollte Papierstäbchen) fertigte ich für "die Flamme weiterreichen, zum nächsten Gasbrenner. Zeitung wurde geschnitten fürs Klo, es gab keinen Druckerschwärze-Popo. . . . .ist das lange her.