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Tina 13

PALMSONNTAG

17. PALMSONNTAG

letzter Sonntag vor Ostern

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute hält Jesus Einzug in Jerusalem. Jerusalem war als 'heilige Stadt' gemeint, etwa als Symbol für Gottes Reich auf Erden. In Wirklichkeit allerdings, war die Stadt – genauso wie jede Stadt – eine Brutstätte der Sünde, und somit vielmehr Symbol für die Herrschaft der Finsternis in den Seelen: Gottes Reich war von Satan besetzt. Der Einzug Jesu in Jerusalem lässt sich somit als die Ankündigung von Gottes Absicht betrachten, Sein Reich von der Finsternis zurückzuerobern. Wenige Tage später sollte der Messias tatsächlich mit Seinem Blut das Urteil unterschreiben, durch welches Satan seine faktische 'Allmacht' über die Seelen für immer verlieren sollte.

'Allmacht', tatsächlich, denn ohne das Erlösungswerk Jesu sollte keine einzige Seele je noch das Himmelreich sehen, weil es keine einzige Seele gibt noch jemals eine gegeben hat, die nicht wiederholt in die von Satan gesetzten Fallen geht bzw. Gegangen ist – auβer Maria, der Gottesmutter.

Gott tut nichts ohne die freiwillige aktive Mitwirkung seitens der Menschenseele. Er nötigt Seine Wohltaten nicht auf. Als das Volk Jerusalems dem Erlöser zur Begrüβung mit Palmen zuwinkte und jubelte, setzte Gott ein Zeichen, für welches durch die Jahrhunderte leider sehr viele blind bleiben sollten:

Die Palme steht symbolisch für den Sieg der Seele über sich selbst. Die Seele muss tatsächlich sich selbst, jegliche Neigung, den unzähligen Einflüsterungen und Einflüssen von Seiten der Finsternis nachzugeben, besiegen, um in das Reich des Lichtes eintreten zu können. Dieses Reich darf nicht als etwas betrachtet werden, das der Seele zusteht und ihr im Himmel in den Schoβ fällt, sondern als Zustand, den die Seele bereits während ihres Lebens auf Erden bewusst und aktiv leben soll. Das Leben im Reich des Lichtes ist das Göttliche Leben, das Tag für Tag breiter erobert und tiefer eingebaut werden muss. Es ist der Zustand der Seele, die sich freiwillig für Gott und Seine Werke entscheidet, für ein Leben im Dienst der Vollendung von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung, und die mit diesem Ziel vor Augen ihren eigenen Schwächen und all demjenigen den Krieg ansagt, was sie unwürdig macht, in diesem Reich des Lichtes zu leben und fruchtbar zu werden.

Palmsonntag ist eine Einladung, aktiv an unserer eigenen Erlösung zu arbeiten. Dieser Tag beinhaltet ebenfalls eine Einladung, in diesem Kampf auszuharren, denn die Palme der Selbstüberwindung verwelkt sehr bald, wenn die Seele eines Tages den Erlöser verrät, so wie Judas dies einige Tage nach Palmsonntag tat. Bedenken wir dabei, dass die Seele nicht Jesus in einer physischen Gestalt zu begegnen braucht um Ihn zu verraten und Ihn dem Kreuz auszuliefern: Die Seele tut dies dadurch, dass sie ihren Mitmenschen verfolgt und den Wunsch nährt, ihn zu zerstören, unwirksam zu machen, seine Berufung oder seine guten Werke zu zerstören, ihn anzuschwärzen oder für die Augen der Menschen zu verleumden. Dies alles macht die Palme der eigenen Werke in Wahrheit zu einem Zeichen des Verrates Christi im Mitmenschen, und zu einem Zeichen der Selbstsucht und des Hochmuts: Die Seele darf nie das Gefühl bekommen, der Sieg über sich selbst könne jemals endgültig sein solange sie auf Erden lebt, denn die Finsternis gibt ihre Beute nicht leicht auf.

Lasset uns heute Christus, das wahre Licht, mit Sehnsucht in das Jerusalem unserer Seelen aufnehmen, damit Er unsere Erlösung nochmals für uns aufschlieβt. Lasset uns Ihn dabei mithin eindringlich um die Gnade anflehen, unsere Palme möge stark und frisch bleiben, damit sie in der Stunde, in welcher unser inneres Jerusalem vor Gott erscheinen darf, die Schönheit und Reinheit unseres Herzens bezeugen möge, und Er uns die Palme schenken möge, die in Ewigkeit nicht mehr verwelken kann.

www.maria-domina-animarum.net/de/buecher/schleier-aus-gold