Tina 13
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„Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden“ (Lk 23,38)

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407)

Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Predigt über das Kreuz und den Schächer, 1, 3−4; PG 49, 403 (Homélie sur la croix et le larron, in Les Pères commentent l'Évangile, Éd. Brepols 1991, p. 462; ins Dt. übers. © Evangelizo)

„Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden“ (Lk 23,38)

„Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Der Schächer wagte diese Bitte erst auszusprechen, nachdem er durch sein Geständnis die Last seiner Sünden abgelegt hatte. Du siehst, o Christ, welche Macht die Beichte hat. Er bekannte seine Sünden und das Paradies tat sich auf. Er bekannte seine Sünden und hatte genug Zuversicht, um nach seinen Raubzügen die Aufnahme in das Reich Gottes zu erbitten. […] Du willst das Reich Gottes kennenlernen? Was siehst du denn hier, was danach ausschaut? Du siehst die Nägel und ein Kreuz; aber eben dieses Kreuz, sagte Jesus, ist das Zeichen des Reiches. Und ich, ich rufe ihn, den ich am Kreuz hängen sehe, zum König aus. Ist es nicht die Aufgabe eines Königs, für seine Untertanen zu sterben? Er selbst hat es gesagt: „Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe“ (Joh 10,11). Das gilt auch für einen guten König: Auch er gibt sein Leben hin für seine Untertanen. Ich werde ihn also zum König ausrufen, weil er sein Leben dahingab: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Verstehst du jetzt, auf welche Weise das Kreuz Zeichen des Königreichs ist? Hier ist noch ein weiterer Beweis: Christus hat sein Kreuz nicht auf der Erde zurückgelassen, sondern es erhoben und mit sich in den Himmel genommen. Wir wissen das, weil er es bei sich haben wird, wenn er in Herrlichkeit wiederkommt. Um dich zu lehren, wie sehr dieses Kreuz der Verehrung würdig ist, hat er es zu einem Ruhmeszeichen gemacht. […] Wenn der Menschensohn kommt, „wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen“. Es wird dann eine so intensive Klarheit herrschen, dass selbst die strahlendsten Gestirne sich verfinstern. „Die Sterne werden vom Himmel fallen. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen“ (vgl. Mt 24,29–30). Siehst du, welche Macht das Zeichen des Kreuzes hat? […] Wenn ein König in eine Stadt einzieht, greifen die Soldaten zu den Fahnen, nehmen sie auf die Schultern und marschieren vor ihm her, um sein Kommen anzukündigen. So werden auch die Legionen von Engeln und Erzengeln Christus voranschreiten, wenn er vom Himmel herabkommt. Sie werden auf ihren Schultern dieses Zeichen tragen als Vorboten für die Ankunft unseres Königs.
Elista
Guter Gott,
du hast dem Menschensohn,
unserem Herrn Jesus Christus,
Herrschaft, Würde und Königtum verliehen
und alle müssen ihm dienen.
Doch wissen wir auch,
dass er sich selbst erniedrigte um uns dir zuführen zu können.
Deshalb bitten wir:
Lass uns begreifen, was uns reich macht:
nicht das, was wir haben macht uns reich,
sondern nur das, was wir geben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus...
Tina 13
🙏🙏🙏