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Irapuato

Die Schwäche von Petrus und seine Liebe
"Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben. Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." (Joh 13,37 38) Diese Worte von Petrus kamen – wie Romano Guardini sagt - aus einem ehrlichen Herzen: Petrus wollte Jesus wirklich folgen. Sie erinnern uns an unsere eigene Schwäche. Wir lieben Jesus wirklich und erneuern unser Taufversprechen. Manche legen sogar noch die Marienweihe ab, um durch Maria ganz Jesus zu gehören. Doch dann kommt der Augenblick, wo wir die Angst zulassen, nicht mehr auf Jesus schauen und unsere Schwäche nicht Ihm abgeben. Aus eigener Kraft vermögen wir nichts und verraten Jesus in unserem Alltag wegen einer Kleinigkeit. Vielleicht spüren wir nach unserem Verrat, wie Jesus mit seinem liebenden Blick auch uns anschaut – so wie Petrus – und uns zur Umkehr einlädt. Dann dürfen wir wie Petrus bitterlich weinen, dass wir die Liebe Jesu so verraten haben und zu Ihm umkehren, der uns immer wieder in Seine Arme schließt. Sehr berührend ist das Lied von Albert Frey, das an den Augenblick erinnert, wo Jesus nach seiner Auferstehung Petrus nicht verurteilt, sondern liebevoll zur Umkehr einlädt: Werd ich dir folgen, was auch geschieht? Werd ich dir treu sein, wenn keiner mich sieht? Kann ich mein Kreuz tragen, den schmalen Weg gehn? Und mich selbst verleugnen, dem Stolz widerstehn? Werd ich dir folgen, ans Ende der Welt? Alles verlassen, was mich noch hält? Werd ich im Kampf bis zum Ende bestehn? Die Hände am Pflug und nicht mehr rückwärts sehn? Dreimal werde ich schwach, Dreimal leugne ich dich, Dreimal fragst du mich nur "Liebst du mich" Du weißt alles Herr, Du weißt, das ich dich liebe. Auch wenn alles fällt, So weiß ich doch ich bliebe, In deiner Liebe.

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Kirchenkätzchen

Irapuato

Buch Jesaja 49,1-6.
Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt.
Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher.
Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.
Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott.
Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke.
Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.
Psalmen 71(70),1-2.3.5-6.15.17.
Herr, ich suche Zuflucht bei dir.
Lass mich doch niemals scheitern!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit,
wende dein Ohr mir zu und hilf mir!
Sei mir ein sicherer Hort,
zu dem ich allzeit kommen darf.
Du hast mir versprochen zu helfen;
denn du bist mein Fels und meine Burg.
Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht,
meine Hoffnung von Jugend auf.
Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich,
vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer;
dir gilt mein Lobpreis allezeit.
Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden
und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag;
denn ich kann sie nicht zählen.
Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf,
und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 13,21-33.36-38.
In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.
Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte.
Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.
Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche.
Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es?
Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.
Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald!
Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte.
Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben.
Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.
Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.
Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.
Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.
Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben.
Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
Lektionar. Rechte: staeko.net
Hl. Augustinus (354-430)
Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Vorträge über das Johannes-Evangelium, 62,4.6; 63,2 (Bibliothek der Kirchenväter, München 1913–1914)
„Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas“
Als daher der Herr, das lebendige Brot, dem Toten das Brot gereicht und durch Darreichung des Brotes den Verräter des Brotes kenntlich gemacht hatte, sprach er: „Was du tust, das tue bald!“ Er befahl nicht die schlechte Tat, sondern sagte dem Judas die Übeltat, uns die Wohltat voraus. Denn was ist für Judas schlimmer und was für uns besser als der von ihm zu seinem Schaden, aber ohne seine Absicht für uns begangene Verrat Christi? „Was du tust, das tue bald!“ O Wort, das mehr von einem Bereitwilligen als von einem Unwilligen kommt! O Wort, das weniger die Strafe des Verräters ausdrückt, als vielmehr den Kaufpreis des Erlösers andeutet! Er sagte nämlich: „Was du tust, das tue bald“, nicht so fast aus heißer Begier nach dem Verderben des Treulosen, als vielmehr aus Verlangen nach dem Heile der Treugläubigen; denn er ist hingegeben worden wegen unserer Sünden (Röm 4,25), und er liebte die Kirche und gab sich selbst für sie hin (Eph 5,25). Deshalb sagt auch der Apostel von sich selbst: „Der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20). Wenn also Christus sich nicht selbst hingeben würde, würde niemand Christus überliefern können. […] Judas gab Christus hin, Christus gab sich selbst hin; jener betrieb das Geschäft seines Verkaufes, dieser das unseres Loskaufes. „Was du tust, das tue bald“, nicht weil du es kannst, sondern weil der es will, der alles kann. […] „Als nun jener den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht.“ Auch der, welcher hinausging, war Nacht. „Als nun“ die Nacht „hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht.“ „Der Tag also verkündete dem Tag ein Wort“, d. h. Christus den gläubigen Jüngern, dass sie ihn hören und durch Nachfolge lieben sollten, […] Etwas Ähnliches wird eintreten, wenn diese Welt, von Christus besiegt, vergangen ist, und kein Unreiner im Volke Christi zurückbleiben wird; wenn, nach der Absonderung des Unkrautes vom Weizen, die Gerechten glänzen werden wie die Sonne im Reiche seines Vaters (Mt 13,43).