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Auf die Frage eines frommen Mannes, was dem Herrn an dieser seiner Erwählten am meisten gefalle, erhält er eine überraschende Antwort

Auf die Frage eines frommen Mannes, was dem Herrn
an dieser seiner Erwählten am meisten gefalle, erhält
er eine überraschende Antwort


Als ein frommer Mann den Herrn im Gebete fragte,
was ihm an dieser seiner Erwählten am meisten gefalle,
empfing er die Antwort: „Die Freiheit des Herzens.“
Jener, hierüber staunend, weil er dies nicht genug
schätzte, sagte: „Ich, o Herr, glaubte, das sei es, dass
sie durch deine Gnade bereits zu einer größeren Er-
kenntnis und zu einer glühenden Liebe gelangt sei.“

Ihm erwiderte der Herr: „Es ist, wie du glaubst, aber
dies vermittelst der Gnade der Freiheit, die ein so
großes Gut ist, dass man durch sie geradewegs die
höchste Vollkommenheit erreicht. Denn zu jeder
Stunde wird sie für meine Geschenke tauglich erfun-
den, weil sie ihrem Herzen niemals etwas anhaften
lässt, was mich hindern kann.“


[…]

Kam ihr etwas in den Sinn, was sie zu sagen oder
zu tun hatte, so führte sie es sogleich aus, um nicht
irgendwie im Gottesdienste oder in der Beschauung
gehindert zu werden. Wie sehr dies dem Herrn gefiel,
machte er durch eine Offenbarung bekannt. Als die
hl. Mechtildis, welche Vorsängerin war, den Herrn
auf erhabenem Throne sitzen sah, erblickte sie auch
Gertrud neben ihm auf und ab wandeln und häufig
nach dem Angesicht des Herrn schauen. Da sie hier-
über staunte, hörte sie vom Herrn die Worte: „So ist
der Wandel dieser meiner Erwählten, wie du siehst,
dass sie, zu jeder Zeit vor mir auf und ab wandelnd,
gleichsam ohne Unterbrechung verlangt und begehrt,
das Wohlgefallen meines Herzens zu erkennen. Hat
sie aber in etwas meinen Willen erkannt, so eilt sie,
sogleich ihn zu erfüllen, und wendet sich dann wie-
derum zur Erforschung des mir Wohlgefälligen, und
so gereicht ihr ganzes Leben mir zur Ehre und Ver-
herrlichung.“
Hierauf sagte jene: „Aber, o mein
Herr, wenn ihr Wandel so beschaffen ist, wie kann
sie dann zuweilen fremde Fehler und Übertretungen
so streng beurteilen?“
Der Herr antwortete: „Weil
sie an ihrem eigenen Herzen nicht den geringsten
Makel haften lässt, kann sie auch die Fehler des
Nächsten nicht gleichgültig ertragen.“


Quelle: DER HL. GERTRUD DER GROßEN Gesandter der göttlichen Liebe; nach der Ausgabe der Benediktiner von Solesmes übersetzt von Johannes Weissbrodt.

Zitat des hl. Bernhard v. Clairvaux, Kirchenlehrer:
Wer Gott liebt, dem ist alles zuwider, solange er den
entbehrt, nach dem allein er verlangt.“

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Hl. Mechthild, hl. Gertrud, hl. Bernhard, bittet für uns!
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Pazzo
"Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!"
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Alles Gute: ja. Im Sinne der großartigen deutschen Gertrud.
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Interessant auch der Herausgeber:

DER HL. GERTRUD DER GROßEN Gesandter der göttlichen Liebe; nach der Ausgabe der Benediktiner von Solesmes

Man kann nachlesen, dass er die alte Liturgie pflegt, siehe auch den Link dazu!

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„Weil sie an ihrem eigenen Herzen nicht den geringsten
Makel haften lässt, kann sie auch die Fehler des
Nächsten nicht gleichgültig ertragen.“


das ist wunderbar, wie groß sind die Geheimnisse des Göttlichen Heiligsten Herzens!
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Das Interessante ist, dass der Orden der hl. Gertrud damals einige heiligmäßige Personen hatte: Die Äbtissin Gertrud, die ganz lange Äbtissin war, dann deren Schwester, die dürfte die hl. Mechtild v. Hackeborn gewesen sein. Dann gab es noch eine Mechtild (meiner Erinnerung nach) und eben die große hl. Gertrud, die schon mit 5 Jahren ins Kloster kam.
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