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Offiziöse Kirchen nach dem Konzil: Von der verfolgten Kirche zur Verfolgerkirche

Wer ist nun Sekte? "In erster Linie steht Sekte für eine von einer Mutterreligion abgespaltene religiöse Gemeinschaft. Der ursprünglich wertneutrale Ausdruck hat aufgrund seiner Geschichte und Prägung durch den kirchlichen Sprachgebrauch einen meist abwertenden Charakter erhalten und wird seit den 1960er Jahren verstärkt in negativem Sinn verwendet." So weiß es Wikipedia. Und trifft damit einen Nagel auf den Kopf. Denn es ist natürlich kein Zufall, daß ab den 60ern des letzten Jahrhunderts, also seit dem Konzil, die, die die alte ehrwürdige Mutter Kirche verraten und verbogen haben, zur Ablenkung für sich und für andere, nun mit dem anklagenden Finger auf andere zeigen.

Denn wir haben es seit dem Konzil eben nicht mit einer Abspaltung, sondern mit einer feindlichen Übernahme, mit einer Okkupation der weltlichen Reputation und des weltlichen Vermögens der Kirche zu tun. Das ist formal keine Sektengründung, materiell hingegen sehr wohl. Formal ist es Verrat und Verlogenheit - und das wissen die Proponierenden selbst sehr wohl, auch wenn sie es verdrängen, leugnen, rationalisieren und intellektualisieren, ja sogar zu theologisieren suchen. Kein Wunder also, daß wir seitdem soviel vermeintliche Theologie haben und so wenig wirklichen Glauben.

Die Anklage der Vorväter war damals leichtes Spiel, doch der Schluß von den versagenden Vätern des 1.000-jährigen Reiches auf alle Vorväter war schlicht unsachlich. Denn es war die Kirche, die damals - unter Verfolgung - die Wahrheit und die Wahrung der Sanftmut aufrechtzuerhalten suchte. Es mag teilweise, besonders durch das 1. Vatikanum, auch eine Machtattitüde hier und da die Überhand gewonnen haben, doch ob so oder so, es stand die Kirche gegen die so entsetzlich frei Gewalttätigen der Moderne.

Verstehen wir dies alles, so mögen wir zurück zu den falsch gestellten Weichen gehen und diesmal die richtige Abzweigung nehmen oder einfach wieder Kurs halten. Wir haben Erfahrung gewonnen und können in der neuen Lebenswirklichkeit unserer Tage bestehen.