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Der eucharistische Glaube in der nachapostolischen Zeit

Copertino
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Justin der Martyrer war ein in der griechischen Philosophie geschulter Konvertit. Geboren um 100 in Flavia Neapolis, heute Nablus (palästinensische Autonomiegebiete), gestorben um 165 in Rom Als …More
Justin der Martyrer war ein in der griechischen Philosophie geschulter Konvertit. Geboren um 100 in Flavia Neapolis, heute Nablus (palästinensische Autonomiegebiete), gestorben um 165 in Rom Als römischer Bürger versuchte Justinus auf der Grundlage der platonischen und stoischen Philosophie, gültige Antworten auf seine Fragen nach Gott, der Welt und dem Sinn der menschlichen Existenz zu finden. Er kannte die jüdischen heiligen Schriften und war vom Glaubenszeugnis der urchristlichen Märtyrer beeindruckt. Nach einem Gespräch mit einem geheimnisvollen alten Mann entschied er sich für den christlichen Glauben und wurde getauft.

Justinus zog als Philosoph durch Kleinasien und lehrte die Übereinstimmung des Glaubens mit den ewigen Wahrheiten der griechischen Philosophie. Er hinterliess der Kirche in seinem Schreiben an den römischen Kaiser Pius Augustus und dessen Sohn, den späteren Kaiser Marc Aurel, eine der ältesten Beschreibungen des Ablaufs eines eucharistischen Gottesdienstes in den damaligen Gemeinden. Es lohnt sich darüber hinaus, Justins ausführliche Darlegungen des christlichen Glaubens des zweiten Jahrhunderts in seinen Schriften durchzugehen.

In verdienstvoller Weise hat das patristische Institut von Prof. Georg Emmenegger an der Universität Fribourg/CH eine grosse Sammlung von wertvollen Vätertexten online gestellt (Bibliothek der Kirchenväter); so findet man leicht auch diesen Auszug aus Justins Erster Apologie darin (Kapitel 66):

Diese Nahrung heißt bei uns Eucharistie. Niemand darf daran teilnehmen, als wer unsere Lehren für wahr hält, das Bad zur Nachlassung der Sünden und zur Wiedergeburt empfangen hat und nach den Weisungen Christi lebt. Denn nicht als gemeines Brot und als gemeinen Trank nehmen wir sie; sondern wie Jesus Christus, unser Erlöser, als er durch Gottes Logos Fleisch wurde www.unifr.ch/bkv/kapitel77-65.htm, Fleisch und Blut um unseres Heiles willen angenommen hat, so sind wir belehrt worden, daß die durch ein Gebet um den Logos, der von ihm ausgeht www.unifr.ch/bkv/kapitel77-65.htm, unter Danksagung geweihte Nahrung, mit der unser Fleisch und Blut durch Umwandlung genährt wird, Fleisch und Blut jenes fleischgewordenen Jesus sei. Denn die Apostel haben in den von ihnen stammenden Denkwürdigkeiten, welche Evangelien heißen, überliefert, es sei ihnen folgende Anweisung gegeben worden: Jesus habe Brot genommen, Dank gesagt und gesprochen: „Das tut zu meinem Gedächtnis, das ist mein Leib“, und ebenso habe er den Becher genommen, Dank gesagt und gesprochen: „Dieses ist mein Blut“, und er habe nur ihnen davon mitgeteilt.
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