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Die Offenbarung ist in Christus vollendet, aber nicht beendet

Die Offenbarung ist in Christus vollendet, aber nicht beendet

Der Satz über die „abgeschlossene“ Offenbarung (KKK66) war
bis zur Zeit St. Pius X. nicht im Katechismus zu finden und jeder
Heilige bis dahin verhielt sich in seinen Aussprüchen so, dass
der Begriff „Offenbarung“ frei heraus benutzt wurde, um den
Gläubigen mitzuteilen, dass es nach wie vor Offenbarung gibt.
Und das ist ja auch Tatsache, denn die Katholische Religion
ist und bleibt zu jeder Zeit Offenbarungsreligion. Zudem spricht
Paulus klipp und klar in seinen Gemeindeanweisungen davon,
dass es „Offenbarungen des Geistes“ geben werde. Gottes Geist
ist damit gemeint. Die Heiligen waren bekanntermaßen große
Bibelkenner und sie waren diejenigen, die die Hl. Schrift am
besten ins Leben umgesetzt haben. St. Hildegard sprach von
„Offenbarung“, St. Bonaventura, der große Pater Pio (trotz der
bereits eingeführten Katechismusaussage) und viele bedeuten-
de andere Mystiker, nämlich auf die jeweilige Gegenwart be-
zogen. Zur Mystikerin Ancilla sagte Jesus, Offenbarung gibt
es auch heute noch. Und der marianische Bischof Dr. Graber
von Regensburg sprach in Anlehnung an den geänderten Ka-
techismus davon, dass die Offenbarung nicht so „abgeschlossen“
sein kann, wie wenn Gott nun nichts mehr zu sagen hätte und
verweist dabei auf die vielen Marienerscheinungen.

Ich möchte hier ein weiteres gewichtiges Beispiel anführen,
nämlich das Gesetz des Betens. Die Katholische Kirche lehrt
sinnigerweise, denn alles andere wäre sinnlos, das Gesetz des
Betens enspricht dem Gesetz des Glaubens, lex orandi =
lex credendi
. Logisch. Ein berühmteres Beispiel dafür dürfte
die heilige Birgitta sein, deren Fest am 8. Oktober in der einzig
wahren Tridentinischen Liturgie n. Pius V. gefeiert wird. Sie
war eine zweifellos große Heilige, die zu ihrer Zeit sogar
den Papst zurechtweisen durfte. Zusammen mit der großen
Heiligen Katharina v. Siena sollte sie dem Papst in Avignon
mitteilen, dass er wieder nach Rom gehen solle. Urban VI.
hat dies dann getan, weil er einen Wink Gottes darin sah.

In der Oration vom 8. Okt., Fest der hl. Birgitta, beten wir:

Herr unser Gott, Du hast der hl. Birgitta durch Deinen
eingeborenen Sohn die Geheimnisse des Himmels geoffen-
bart
[secréta caeléstia revelásti]; gib uns, Deinen Dienern
auf ihre gütige Fürsprache die Gnade, dass wir dereinst bei
der Offenbarung Deiner ewigen Herrlichkeit in Freuden
frohlocken. Durch Ihn, unsern Herrn ...“


Erkenntnisse:
a) Die Offenbarung ist in Christus vollendet.
b) Die Offenbarung des Geistes geht ungehindert fort.
c) Christus wird wiederkommen, weswegen die Offenbarung
gar nicht abgeschlossen sein kann, sondern in Christus voll-
endet. In Lamentabili sane exitu von St. Pius X. ist nicht
von „abgeschlossener“, sondern von „vollendeter“ Offen-
barung die Rede.
d) Jene, die trotzdem auf dem Satz im KKK beharren wollen,
weil dort nun der Begriff „abgeschlossen“ verwendet wird,
müssen wissen, was damit gemeint ist: der hochsuggestive
Begriff "abgeschlossen" meint vielmehr, dass
die einzigartige Selbstoffenbarung Jesu Christi in Menschwer-
dung, Tod und Auferstehung, Himmelfahrt und Geistausgießung,
Aufzeichnung der Evangelien durch die Apostel unüberbietbar
und aus historischer Sicht geschehen ist. Doch der Geist
Gottes kann genau diese Selbstoffenbarung Christi auch heute
noch tiefer erklären und das ist mit Sicherheit nicht abgeschlossen.
Jesus kann sich auch heute noch offenbaren. Man sieht es doch
in unzähligen mystischen Schriften bewiesen!
e) Darum wäre es sehr vorteilhaft, nur von in Christus „vollendeter“
Offenbarung zu reden, weil das zu jeder Zeit gilt, während der
Begriff „abgeschlossen“ suggeriert, wie wenn da nichts mehr
kommen könnte, aber die Kirchengeschichte zeigt nun mal, dass
da noch sehr viel Offenbarung des Geistes kam. Zudem wird es
das Zweite Kommen Jesu geben und am Ende der Welt das Dritte
Kommen Jesu zu richten die Lebenden und die Toten.
f) Wenn der heutige KKK erklärt, die Offenbarung sei „abgeschlossen“,
gleichzeitig aber von „Privatoffenbarungen“ spricht, gibt er ja zu,
dass es noch weitere Offenbarungen gegeben hat. Einerseits spricht
der KKK davon, dass diese „privat“ seien, andererseits spricht
Paulus, dass keine Gabe für sich alleine ist, sondern immer für
die ganze Gemeinde. Man sieht, der heutige KKK ist hier selbst etwas
unentschlossen in der Formulierung.
g) Dann gibt es noch himmlische Botschaften an einen frz-sprachigen
Seher, der in der abgeschlossenen Offenbarung einen Irrtum sah.

h) Summa summarum macht auch nur dies Letztere Sinn: Die Offen-
barung ist in Christus vollendet, aber sie geht ungehindert weiter.
Die Katholische Religion ist und bleibt nämlich eine Offenbarungs-
religion.

Schluss: Wenn Jesus der hl. Birgitta „Geheimnisse des Himmels
geoffenbart“ hat, dann spricht die hl. Liturgie und glaubt die
Hl. Kirche hier unmissverständlich: Offenbarung auch heute noch.

Eine sehr gute Infragestellung des Suggestivbegriffes "abgeschlossen". Wer weiß, möglicherweise haben diesen (bewusst) missverständlichen Begriff in diesem so bedeutenden Zusammenhang Würdenträger freimaurischer Couleur ins Spiel gebracht.

Jedenfalls hat dieser Begriff schon viel Verwirrung gebracht. Daher ein ewiges Vergelts Gott für diese gelungene Richtigstellung!
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