Kardinal: Papstrücktritt wegen «Vatileaks» ausgeschlossen

(gloria.tv/ KNA) Ein Rücktritt des Papstes im Zuge der «Vatileaks»-Affäre ist nach Einschätzung des römischen Kardinals Angelo Comastri ausgeschlossen. Benedikt XVI. leide unter dem Verrat, aber er gehe Schwierigkeiten nicht aus dem Weg und werde «niemals auf sein Amt verzichten», betonte Comastri in einem Interview der Tageszeitung «Il Messaggero» (Mittwoch).

Comastri, Erzpriester des Petersdoms und Generalvikar des Vatikanstaates, schloss zugleich aus, dass ein Kardinal an der Veröffentlichung der päpstlichen Geheimdokumente beteiligt sein könnte.

Brandmüller: Verrat hat es immer wieder gegeben

Geheimnisverrat und die Verbreitung vertraulicher Dokumente habe es in der Kirchengeschichte immer wieder gegeben, betonte der deutsche Kardinal Walter Brandmüller in einem Interview mit «La Stampa» (Mittwoch). So seien während des Ersten Vatikanischen Konzils 1870/71 Geheimpapiere in deutschen Publikationen wiedergegeben worden. Weiter verwies der langjährige Chef des vatikanischen Historiker-Komitees auf den französischen König Philipp den Schönen (1285-1314), der eine päpstliche Bulle gefälscht habe, um Papst Bonifaz VIII. (1294-1303) zu diskreditieren.

Entschieden wandte sich Brandmüller gegen die Argumentation, die Akteure der Veröffentlichungen wollten dem Papst letztlich nur helfen. «Man kann nicht behaupten, dem Papst zu helfen, indem man Verbrechen begeht. Ein solches Vorgehen hilft zu nichts, sondern schadet nur», so der deutsche Kardinal.

Seit Jahresbeginn waren mehrere als geheim eingestufte Vorgänge aus dem Vatikan in TV-Sendungen und Zeitungen publik geworden; der Vorgang ging als «Vatileaks» in die Schlagzeilen ein. Zuletzt erschien vor einer Woche ein Buch des TV-Journalisten Gianluigi Nuzzi mit neuen Enthüllungen und Faksimile zahlreicher Dokumente. Am vergangenen Mittwoch wurde ein Kammerdiener des Papstes, der 46-jährige Paolo Gabriele, wegen des Verdachts auf Diebstahl vertraulicher Dokumente verhaftet. Gabriele soll in Kürze vor Gericht verhört werden.
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Unser Benedikt XVI., so "alt & schwach"[Album, 65 Beiträge]
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"Altersschwäche"
Shuca
"Entschieden wandte sich Brandmüller gegen die Argumentation, die Akteure der Veröffentlichungen wollten dem Papst letztlich nur helfen."
Ja und genau das ist es was so in meinen Kopf herumspucken tut.
"Seit Jahresbeginn waren mehrere als geheim eingestufte Vorgänge aus dem Vatikan in TV-Sendungen und Zeitungen publik geworden; der Vorgang ging als «Vatileaks» in die Schlagzeilen ein."
Hm. Am besten …Mehr
"Entschieden wandte sich Brandmüller gegen die Argumentation, die Akteure der Veröffentlichungen wollten dem Papst letztlich nur helfen."
Ja und genau das ist es was so in meinen Kopf herumspucken tut.

"Seit Jahresbeginn waren mehrere als geheim eingestufte Vorgänge aus dem Vatikan in TV-Sendungen und Zeitungen publik geworden; der Vorgang ging als «Vatileaks» in die Schlagzeilen ein."
Hm. Am besten wir fragen die Bildzeitung. Wenn die es nicht weiß dann müssen wir eben noch warten.

"Comastri, Erzpriester des Petersdoms und Generalvikar des Vatikanstaates, schloss zugleich aus, dass ein Kardinal an der Veröffentlichung der päpstlichen Geheimdokumente beteiligt sein könnte."
Erst wenn wir den Inhalt der Dokumente und möglicherweise den Namen des Kardinals kennen werden wir den Verrat erst richtig beurteilen können.
Per Mariam ad Christum.
Monika Elisabeth
So weit kommt es noch! Das wollten die wohl erreichen, dass Benedikt XVI. sein Amt aufgibt? Als ob man sich mal eben schnell umzieht. Wenn die so über das Papsttum denken, kann ich diese verräterischen Menschen nur bedauern.
eigerhar
Mein ganzes Mitgefühl diesem grossartigen Papst, der soviel Bösartigkeiten mit soviel Vornehmheit erträgt.
Der Papst gibt Zeugnis dafür, was der Heilige Geist in einem grossen Menschen bewirken kann! 👏Mehr
Mein ganzes Mitgefühl diesem grossartigen Papst, der soviel Bösartigkeiten mit soviel Vornehmheit erträgt.

Der Papst gibt Zeugnis dafür, was der Heilige Geist in einem grossen Menschen bewirken kann! 👏