Klaus Elmar Müller

Das Evangelium lehrt keinen Pazifismus (zumal nicht gegenüber Iran)

Papst Leo XIV. hielt dem amerikanischen Angriff auf Iran das Evangelium entgegen.
Verpflichtet das Evangelium uns Christen wirklich zum Pazifismus?

Laut Markusevangelium, Kapitel 11, Verse 15-19 hat
Jesus Christus Gewalt gegen Sachen und Personen ausgeübt, als Er im Tempel die Verkaufsstände umstieß und Händler wie Käufer hinaustrieb. Sein heiliger Zorn hatte einen gerechten Grund: Der Tempel schien ihm entweiht, als wäre er eine Höhle, wo Räuber ihre Schätze sammeln.

Es gibt auch gerechte Gründe, Krieg zu führen. Das lehrt der Kirchenvater St. Augustinus, dessen Orden Papst Leo XIV. doch angehört! Ein gerechter Grund sei, einen Völkermord zu beenden (1).
Iran plant seit je einen Völkermord, will Israel vernichten.
Präventiv darf man folglich der Schaffung einer Atombombe zuvorkommen.

Jesus Christus sprach mit großer Selbstverständlichkeit vom Krieg, als er das Gleichnis von zwei Kriegsherren brachte, deren einer zwischen Waffenarsenal und Diplomatie abwägen muss (Lukasevangelium, Kapitel 14, Verse 31 und 32).
Der Apostel Paulus erwähnt unkritisch den Soldaten und vergleicht ihn mit dem Christen: „Keiner, der in den Krieg zieht, lässt sich in Alltagsgeschäfte verwickeln, denn er will, dass sein Heerführer mit ihm zufrieden ist.“
(2. Brief an Timotheus. Kapitel 2, Vers 4).

In Seiner Bergpredigt preist Jesus Christus unter anderen die Friedensstifter selig (Matthäusevangelium, Kapitel 8):
“8 Selig, die rein sind im Herzen; / denn sie werden Gott schauen. 9 Selig, die Frieden stiften; / denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. 10 Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; / denn ihnen gehört das Himmelreich.“
Reinen Herzens sind im Iran gewiss die für Christus und das Evangelium ungerecht verfolgten Christen. Krieg gegen die Unterdrücker kann aus erstarrtem Stillhalten, Friedhofsfrieden, zu lebendigem Frieden führen, kann echten „Frieden stiften“.
Jesus sagt nicht: Selig, die den Leidenden tatenlos zuschauen.

Klar ist aber auch laut St. Augustinus: Ein Krieg darf den Gegner nicht auslöschen wollen (1). Trump erklärte, die iranische Zivilisation auslöschen zu wollen (wobei das von Mullahs terrorisierte Land in mehrere Zivilisationen aufgeteilt ist). Der Heilige Vater sah das nicht als Rhetorik, sondern nahm die Äußerung ernst und tadelte sie mit Recht.
Trumps Ärger über Leo's XIV. Position in der Kriegs- und Migrationsfrage ist nachvollziehbar. Auch in seiner USA-kritschen Haltung ist Leo XIV. treuer Nachfolger von Papst Franziskus.
Dass sich der amerikanische Präsident darob zu Jesus Christus stilisiert, der einem Kranken heilend die Hände auflegt, ist eine Gotteslästerung, die ein Psychologe einem flapsigen Jugendlichen verzeihen würde.
Das Bild zeigt einen Schild der Kreuzritter, die in Jesu Zeichen und nicht ihrem eigenen kämpften.

(1) Zusammenfassend: Augustins Lehre vom „Gerechten Krieg“ - …
Mit Blick auf die Völkermorde nach dem Zweiten Weltkrieg: Gerechter Krieg - gerechter Friede
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Die Zahl der Christen im Iran wächst rasant. Also besser nicht angreifen.

Franz Xaver

Die Lehre Augustinus' ist kein Dogma und in einigen Punkten sogar Unfug; zB ein Angriffskrieg aus Rache=begangenes Unrecht durch Krieg zu rächen. Wenn man den Unfug unbeachtet lässt, dann ist - genau genommen - nur Notwehr oder Nothilfe gerechtfertigt.

Aber könnte ein Krieg aus Rache nicht auch abschreckende Wirkung haben und dadurch sinnvoll sein?

Franz Xaver

Nein, ein Krieg aus Rache ist mE weder theologisch noch moralisch vertretbar. Wie heißt es noch: „Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.«“ vgl Römer 12,19. Das allein sollte zu verstehen ausreichen, dass nicht der Mensch ein Recht zu einer "ausgleichenden Gerechtigkeit" hat, sondern darauf vertrauen kann (muss), dass Gott gerecht ist und alles richtet.

Die Bärin

Herzlichen Dank für die klaren Ausführungen!

"Klar ist aber auch laut St. Augustinus: Ein Krieg darf den Gegner nicht auslöschen wollen. Trump erklärte, die iranische Zivilisation auslöschen zu wollen (wobei das von Mullahs terrorisierte Land in mehrere Zivilisationen aufgeteilt ist). Der Heilige Vater sah das nicht als Rhetorik, sondern nahm die Äußerung ernst und tadelte sie mit Recht."
Präsident Trump ist für seine übertriebene Rhetorik bekannt. Ähnliche Worte hat er gegenüber Nordkorea gebraucht, bevor er und der nordkoreanische Dictator "beste Freunde" wurden.
Auch andere Personen haben in jüngster Zeit von Vernichtungsrhetorik gebrauch gemacht. So hat der iranische Ex-Dictator Khamenei Israel wiederholt mit Auslöschung gedroht. Und auch der russische Ex-Machthaber Medwedew hat der EU und den USA wiederholt mit Vernichtung gedroht.