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Der "Lust"-Mord an der Kirche

Copertino
Im September 1976 erschien in der von UNA VOCE-Gruppe München herausgegebenen Zeitschrift "Einsicht - credo ut intellegam" ein Artikel mit obigem Titel. Er schildert die Schwierigkeiten und Hinde…More
Im September 1976 erschien in der von UNA VOCE-Gruppe München herausgegebenen Zeitschrift "Einsicht - credo ut intellegam" ein Artikel mit obigem Titel. Er schildert die Schwierigkeiten und Hindernisse, denen sich junge Priesteranwärter in den Jahren nach dem Konzil gegenüber standen, wenn sie Fragezeichen zu verschiedenen Neuerungen setzten und eine Ausbildungsstätte suchten, welche den unveränderten katholischen Glauben der Väter vermittelte. Der Text vermag jüngeren Menschen einen kleinen Einblick zu geben, welche die Atmosphäre jener Jahre nicht aus eigener Erfahrung kennen. Vor allem schildert der Bericht auch, welche Massnahmen von kirchlichen Amtsträgern getroffen wurden, um solchen Priesteranwärtern das Handwerk zu legen, die nicht mehr in das neue Priesterbild des "Aggiornamento", den Gemeindevorsteher, zu passen schienen, und die es deshalb zu verhindern galt.

Der Autor schildert, wie er sich persönlich bemüht hatte, für junge idealistische Seminaristen Bischöfe zu finden, die bereit gewesen wären, sie in ihre Diözese zu inkardinieren. Schon damals sei dies oft an den Priesterräten und den Bischofskonferenzen gescheitert, welche ihre Zustimmung hätten geben müssen. Deshalb habe er aus kommunistischen Verfolgungsländern exilierte Missionsbischöfe kontaktiert, die formell noch immer als Hirten ihrer Diözesen galten. Solche Schulpflöcher habe die damalige Kongregation "Propaganda Fidei" aber bald gestopft, wie ihm ein Missionsbischof aus China zu verstehen gegeben habe. Deshalb sei als ultimative Alternative nur noch "Ecône" übrig geblieben. Die Seminaristen im ordnungsgemäss errichteten Seminar waren damals formell in irgendeiner Diözese inkardiniert, um den Kirchenrecht zu genügen. Nach der formellen Aufhebung des Seminars und der Bruderschaft St. Pius X. unter fadenscheinigen Gründen im Jahre 1975 habe im Staatssekretariat Kardinal Villot mit seinem Gehilfen Msgr. Benelli allen Residential-Bischöfen der Welt einen Brief zugestellt, nun keine Priesterkandidaten aus Ecône mehr zu inkardinieren.

Die verlinkte Zeitschrift führt auf S. 13 auch eine Liste von Orten für regelmässige tridentinische Messfeiern auf, die 1976, keine zehn Jahre nach der Einführung des NOM, oft in angemieteten Hotels, Gemeindesälen und Privathäusern stattfinden mussten.

Link zum PDF des Artikels "Der 'Lust'-Mord an der Kirche" von H.H. Alphonso di Prada

In der Juli-Nummer "Einsicht" von 1976 findet man auch den Artikel, auf den Alphonso di Prada sich bezog: "Wie man versucht, die Kirche zu ermorden" von Dr. Eberhard Heller. Er schildert, wie das Verbot der tridentinischen Messe vom 7. März 1976 mit einem rigorosen Gehorsamsappell durchgesetzt wurde, was namentlich in Frankreich da und dort auf Widerspruch stiess. Der Titel spielt an auf die damalige Hoffnung mancher Kirchenoberen, die ältere Priestergeneration, welche sich nicht an das Zelebrationsverbot halten wollte, werde in einigen Jahren sowieso ausgestorben wären.