Die Kirche sei "keine Kaserne, in der militärischer Gehorsam gefordert wird", sagte Kardinal Gerhard Müller am 22. Februar in Neapel vor der Ortsgruppe der Organisation für die lateinische Messe 'Una Voce': "In der Kirche muss der Gehorsam in der geistlichen Dimension verstanden werden: als Gehorsam gegenüber Christus."
Im Jahr 2024 hat Kardinal Domenico Battaglia von Neapel drei diözesane Messen des römischen Ritus abgeschafft, die seit 20 Jahren bestanden hatten. 250 Gläubige unterzeichneten im letzten Herbst eine Petition, damit sie wieder eingeführt werden, aber ohne Erfolg.
Am Rande der Konferenz erklärte Kardinal Müller gegenüber IlRoma.net, dass die Bischöfe in Bezug auf den römischen Ritus liberaler sein sollten. Die Kirche sei nicht dazu da, "die Sakramente zu unterdrücken, sondern sie den Gläubigen zu öffnen". Er fügte hinzu, dass "keine Neuerung ohne Tradition möglich ist".
Und: "Die Feier und der Empfang der Sakramente sind wichtiger als die Vereinheitlichung der mehr als 20 Riten der Kirche."
Kardinal Müller weiß, dass die Gläubigen des römischen Ritus "keine Distanz oder Trennung von der Kirche ausdrücken". Die Bischöfe sollten sich auf die Menschen konzentrieren, die in die Kirche kommen, und nicht auf den Novus Ordo als einzige Form des lateinischen Ritus.
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