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M.RAPHAEL
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Ein gutes Klosterleben ist immer auch ein Opfergang

@Erich Foltyn hat die gute Frage zu meinem letzten Artikel
Der Unterschied ist das Geheimnis gestellt, ob die kontemplativen Klöster vom Papst Franziskus angeblich aufgelöst werden sollen? Ich habe schon ansatzweise geantwortet, möchte das hier aber wegen der Bedeutung und Klarheit noch ausweiten.

Nein, solange kontemplative Klöster nur eine weitere menschliche Lebensform
sind, die freiwillig von einigen Menschen gewählt wird, hat er nichts gegen sie. Mönche und Nonnen sind in diesem Sinn auch nur Hippies, die ihr Ding machen, die der universellen Lebensenergie (der Christusenergie) einen bestimmten Ausdruck verleihen. Das Ziel von Bergoglio ist eine globale brüderliche Gesellschaft auf der Erde, in der die Menschen Hand in Hand ein humanistisch blühendes Leben führen. Sein Ziel ist nicht der Himmel, sein Ziel ist die Welt. Anstatt die Menschheit durch die Verwandlung in das Fleisch und Blut des Herrn in den Himmel zu heben, lehrt er die Menschen, dass die christliche Nächstenliebe nichts als ein geschwisterlicher und rationaler Humanismus ist, durch den sie das Paradies endlich hier auf der Erde verwirklichen können. Er will mit jesuitischer Vernunft menschliche Zugänge zu den Fleischtöpfen Ägyptens bauen, dann muss niemand mehr in die Wüste. Nicht hinauf, sondern hinunter, das ist Bergoglio.

Anhand meiner Erfahrungen als Zisterzienser kann ich aufzeigen, warum Bergoglios Ansatz der brüderlichen Menschlichkeit am Ende satanisch ist. Auf GTV wissen das eh die meisten.

Wer in ein kontemplatives Kloster eintritt, beginnt einen Opfergang. Dieser wird nie aufhören. Wer aus dem schönen Lichterglanz der modernen Welt in die Dunkelheit auf sein Kloster zufährt, spürt das ganz genau. Das Dunkel des Verzichts und des Opfers kommt auf einen zu. Jeder Mönch schluckt jedes mal. Die Einsamkeit und die Stille sind erst mal und immer irgendwie unmenschlich. Wer will nicht unablässig Jux und Dollerei? Im Kloster geht das nicht. Es ist ein Opfergang, der niemals endet. Es ist Buße und Sühne in einem.

Deshalb sind gute kontemplative Klöster in keinem Augenblick Selbstverwirklichungsinstitutionen irgendwelcher selbstbezogener Hippies. Kein Mensch kann dort sein Ding machen, selbst wenn er es hinter einer egoistischen Maske eines idealistischen Verzichts retten will. Er muss „sein Ding“ ans Kreuz heften. Die selbstbestimmte Selbsthingabe zerbröselt. Die gottgefällige Aufopferung beginnt. Er gehört sich nicht mehr. Er gehört Gott in einer radikalen Weise. Alle guten Klöster, wie alle frommen Kirchen, vermitteln einen leichten Schauder. Im Angesicht des Herrn wird der Mensch existentiell in Frage gestellt. Selbst ein Atheist beginnt zu frösteln, ohne zu wissen warum.

Das Klosterleben ist nicht ein Selbstverwirklichungsding von vielen, es ist ein herausgehobenes Zeugnis für die mystische Hochzeit mit dem Herrn, für Seine Realpräsenz. Es ist im wahrsten Sinn ein Schritt in Richtung Himmel. Jeder Mensch erkennt ein entsprechend frommes Kloster. Die menschliche Lust nach irdischem und selbstbestimmten Glitzerleben muss dafür verneint werden. Der Frust hört nie auf. Der Hl. Bernhard verglich den Herrn an seiner Brust mit einem bittersüßen Myrrhe Strauß.

Jetzt kommt das Wunder, das mir erlaubt, Bergoglio zu verurteilen. In all meinen Jahren in Himmerod war mir das Klosterleben nie zu viel. Ich war glücklich. In Freude bin ich zum Chorgebet geeilt. Es war wunderschön, egal in welcher Jahreszeit, egal ob in der Kirche oder im Oratorium. Sobald das „Deus in adiutorium meum intende“ erklang, war alles gut. Der Opfergang war in weiter Ferne. Die unvorstellbare Freude, vor dem Herrn zu stehen und Ihm und Maria gefallen zu dürfen, hat alles andere bei weiten ausgeglichen.

Es hat sich sogar umgedreht. Umso mehr „menschen- und konzilsfreundliche“ Mitbrüder dem Klosterleben die Strenge nehmen wollten, umso mehr haben sie die himmlische Freude geschmälert. Nie vergesse ich den Tag, an dem Vater Abt eine laut tickende Uhr in das Oratorium hängen ließ, um der Stille ihre Schärfe zu nehmen. Ich war nicht glücklich, um es gelinde auszudrücken. Warum waren die Konzilsanhänger so blöd, sich die Haare fasson gemäß wachsen zu lassen? Warum sind sie überhaupt ins Kloster eingetreten? Geht doch ins städtische Schwimmbad, dann braucht ihr nicht in die Klosterteiche.

Das ist das Problem mit dem Konzilsgeist. Das ist das Problem mit Bergoglio. Er versteht nicht, dass es keinen Gotteskontakt ohne Selbstaufopferung geben kann. Alles katholische Leben ist ein Opfergang, ist ein Aufbruch in die Wüste. Sie ist herrlich, aber sie ist Wüste. Das will Bergoglio nicht verstehen. Am liebsten würde er als Hostien von Joe Biden gelieferte Cheeseburger benutzen. Allen Menschen soll es im und mit dem irdischen Fleisch gut gehen. Alle dürfen von einem Swimming Pool mit Rundumversorgung träumen. Aber umso mehr das, umso weniger Gott. Gott testet uns gerade in Bezug auf unsere Bereitschaft, Seine Freude der irdischen vorzuziehen.

Weil Bergoglio das Selbstopfer für den Grund von Traurigkeit hält, drückt er damit aus, dass er keinen Himmel hat. Er versteht nicht, dass die Freude des Himmels jede Traurigkeit verscheucht. Es ist dieser sein Geist, der Konzilsgeist, selbst wenn er sich vor karitativem Engagement überaus lobt, der die Kontemplation nicht versteht und deshalb den Klöstern keinen Nachwuchs mehr beschert.

Für das Konzil ist der Himmel verschlossen.

Noch eine Anmerkung in privater Sache: Aus der o.g. Einsicht heraus habe ich mein Kloster und den Zisterzienserorden schweren Herzens verlassen. Zu meiner Zeit gab es keine Altritus Klöster im Orden wie heutzutage Hohenfurth. Jetzt bin ich kein Zisterzienser mehr. Ich bin ein Weltmensch. Ich lebe vogelfrei. Mein Opfergang ist jetzt ein anderer. Das immer anwesende Opfer der aktiven Zisterzienser im Chorgestühl leiste ich nicht. Deshalb könnten meine Bemerkungen, dass ich mich immer noch für einen Zisterzienser halte, zu Recht als anmaßend erscheinen. Ich senke mein Haupt. Sie sind allein auf die Identifikation durch den Herrn begründet. Er nennt mich nach wie vor bei meinem Ordensnamen. Ich habe nie aufgehört, im Gehorsam vor Ihm zu stehen.

Der Geist der Zisterzienser ist in meinen Genen. Aber streng genommen bin ich kein Zisterzienser mehr. Das ist für mich nicht leicht. Es ist fast unerträglich. Das gehört zu meinem jetzigen Opfergang. Der Herr gibt mir die Kraft. Von Zeit zu Zeit schenkt er mir wunderbare Träume, in denen ich mit meinen Mitbrüdern in Himmerod wieder vor Ihm stehen darf. Danke, du „menschenfreundliches“ Konzil. Du hast mir das Chorgestühl genommen und mir ein Geschmäckle angehängt. Jede Faser meiner Existenz ist gegen dich, für immer und ewig!!! Wir sehen uns vor dem Thron.
M.Elija
@M.RAPHAEL mein lieber Mitbruder als erstes wünsche ich dir ein besinnliches Fest. Heute kann ich mal sagen gut getroffen aber es ist nich nur Verzicht sondern es ist auch ein Glücksgefühl und ein beim Herrn sein wenn du in der Stalla stehst und dir die Freude beim Gebet anzusehen ist. Viele liebe Grüße aus der Bretagne.
M.RAPHAEL
Lieber @M.Elija. Gerne wünsche auch ich Dir ein gesegnetes Weihnachtsfest. Könnten wir doch mit allen unseren Mitbrüdern den Herrn im Chor verherrlichen! Irgendwann wird es wieder soweit sein. Grüße aus Kärnten. Wir haben zwar Berge, aber kein Meer. Die Bretagne ist schön.
Stefan Albrecht
Ich schätze ihre Gedanken sehr. Danke
Petros Patrikios
Ich möchte Ihnen ein Wort des hl. Augustinus geben. Viele sind drinnen, die sich draußen und manche sind draußen, die sind drinnen.
M.RAPHAEL
Vielen Dank. Sie kennen Himmerod. Was für ein wunderschönes Kloster!!! Irgendwann, irgendwann. Wir werden wieder singen!