Also, kyriake, wenn Sie meinen, Carlus, verfüge über die Gabe der Unterscheidung der Geister, dann fordere ich Sie - und selbstverständlich auch den Unterscheidungsgeistbegabten - auf, mir den Nachweis zu erbringen, in welchem meiner Postings und mit welchen konkreten Ausführungen ich dem Jesuiten und Freimaurerpapst Franziskus auch nur im Ansatz Gehorsam geleistet habe! Gerade das Gegenteil ist der Fall! Mit Verlaub, aber trottelhafteres habe ich noch nirgendwo gelesen!?
Ich halte es mit Papst Benedikt XIV, dem folgendes zugeschrieben wird: „Angehaucht von dem göttlichen Geiste, wie wir vertrauen, durch die Pflicht getrieben, die Eintracht der Kirche zurückzuführen, überzeugt, daß die Gesellschaft Jesu den Nutzen nicht mehr leisten kann, zu dem sie gestiftet worden, und von anderen Gründen der Klugheit und Regierungsweisheit bewogen, die wir in unserem Gemüte verschlossen behalten, heben wir auf und vertilgen wir die Gesellschaft Jesu, ihre Ämter, Häuser, Institute.“
Ich halte die Aufhebung des Bannes für einen kardinalen Fehler, und meine, so wie viele andere, deren Ansichten mit meinen nachfolgenden Ausführungen übereinstimmen, dass auch die aktuelle Palastrevolution im Vatikan, so manche Häresie, Apostasien und schismatischen Ansätzen von einem Jesuitenpapst selbst und seinen jesuitischen Prätorianern ausgehen, die auch alle Fehler der Vergangenheit in sich vereinigen und übersteigern. Wenn man dies alles, die bisherigen Synoden, die liturgische Vergewaltigung und in der nächsten, drohenden Synode auch an die Relativierung der katholischen Wesenszüge des Priestertums angehen wird, dann nimmt dieses Pontifikat unübersehbar bereits apokalyptische Züge an.
Die totale Akkommodation der Kirche an den Zeitgeist legt heute eine echte „Unterscheidung und Prüfung der Geister“ völlig lahm. Die Risiken der um sich greifenden, liberalen Situationsmoral und die zahlreichen, aus den Fugen geratenen Entscheidungen übersteigen bei weitem das Desaster, das die Jesuiten im XVII. und XVIII. Jahrhundert angerichtet haben. Die unverhältnismäßigen Akkommodationskrisen waren zwar damals brandgefährlich, aber in fernliegende Länder wie China, Indien, Südamerika ausgelagert. Wenngleich, wie wir schmerzhaft feststellen müssen, die Weltkirche vom Jesuitenorden in ihrer Substanz erschüttert wird, ist und bleibt sie die von Christus gestiftete Heilige Kirche.
Ungeachtet der bestehenden schwierigen Situation bedarf es keiner Verteufelung heiligen römischen katholischen und apostolischen Kirche, sondern natürlicher Kriterien des gesunden Menschenverstandes, das Studium der Heiligen Schrift und der kirchlichen Lehre, der festen Sitten und Bräuche der Tradition. Im Labyrinth des modernistisch jesuitischen Bösen müssen wir besonders sorgfältig achtgeben, damit wir nicht irregeführt werden (Lukas 21,8)! Christus versicherte seinen Jüngern: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6). Lässt Er uns – dem Anschein nach mag das möglicherweise so sein – im Sturm der Geschichte, in den heiklen Wechselfällen des kirchlichen und unseres Lebens allein, hat - wie nicht wenige behaupten - seine Heilige Kirche ein Ende gefunden? Keine Fragen, sicher nicht! Allen Unkenrufern und Verunglimpfungen angeblicher Propheten und Geistunterscheidungscharismatikern, die in völliger Unkenntnis des von Christus gestifteten mystischen Kirchenbegriffes seine Kirche pauschaliter als zB Afterkirche, Konzilskirche, uma Unsinnsbezeichnungen bedenken, sei ins Stammbuch geschrieben: Christus versprach allen seinen Gläubigen den Heiligen Geist, den Wegweiser und Tröster, um das Wahre zu erkennen und zu tun (Johannes 16,13).
Zurück zu den Jesuiten. Bereits nach dem Tridentinum (1545–63) entfachte ein Dauerstreit über die Frage, inwieweit sich die Kirche heidnischen Riten und Bräuchen öffnen dürfe und wie sie sich in der Missionsarbeit, die im XVII. Jahrhundert in China, aber auch in Indien erblühte, richtig verhalten solle. Die führenden Jesuiten sprachen sich für eine breite Front der Akkommodation aus, die Dominikaner und Franziskaner lehnten dagegen jeden Synkretismus kompromisslos ab (1633). Rom entschied den Streit mal gegen die Akkommodation, mal dafür, neuerlich dagegen, nach einem Rekurs der Jesuiten wieder dafür. Der Konflikt hat sich jedes Mal verschärft.
Der Orden der Jesuiten wurde im kleinen Kreis von sieben Kameraden um Ignatius von Loyola in der höchsten Not der protestantischen Kirchenspaltung gegründet und durch allerhöchste päpstliche Verfügung anerkannt (1540). Neben Armut und Ehelosigkeit verpflichteten sie sich zu Gehorsam und zu einem besonderen Gehorsam dem regierenden Papst gegenüber. Sie hatten sich von Anfang an keine eigene Ordenskleidung und auch kein gemeinsames Chorgebet in festen Niederlassungen wie Klöstern und Stiften vorgeschrieben. Bis heute leben sie in lockeren Kommunitäten, mit liberaler Anpassungsfähigkeit und ungebundener Mobilität, aber ordensintern mit paramilitärischer Disziplin. Sie konnten sich daher jederzeit, auch im übertragenen Sinne, frei verkleiden und somit oft hervorragende wissenschaftliche und erzieherische Posten in Gymnasien, Kollegien und an Universitäten annehmen, aber auch in allerlei missionarische und politische Rollen schlüpfen. Freilich ging das Liberale, Legere und Saloppe immer schon mit einer übergroßen Portion an Flexibilität und Laxheit im allgemeinen Sittenbild und im breiteren Brauchtum einher. Entgegen der offiziellen Papsttreue, verwickelten sie sich in zahlreiche, schwerwiegende Zerwürfnisse nicht ohne Renitenz und Ungehorsam, weiters auch nicht nur gegen die Pontifikate von JOHANNES PAUL II. und BENEDIKT XVI., sondern bereits gegen CLEMENS XI. und Benedikt XIV. im Laufe des XVII. und XVIII. Jahrhunderts. Sie fühlten sich immer schon päpstlicher als die Päpste.
Die häufigsten Vorwürfe, die immer wieder gegen den Orden erhoben wurden, sind deshalb vor allem:
- Der ethische Probabilismus: d. h. eine liberale Auslegung des Moralgesetzes mit kühler Berechnung der zu erwartenden Wahrscheinlichkeiten. Dabei unterscheiden die Jesuiten gern zwischen dem strengen, „metaphysisch Notwendigen“ und dem lediglich „moralisch Notwendigen“. Wohl kann aus Wahrem nichts Falsches folgen, aber auf der Ebene der moralischen Konsequenz klaffen dabei Theorie und Praxis nicht selten auseinander. Wenn das Gesetz anspruchsvoll ist, dann degradiert man es zu einem bloßen, praktisch irrelevanten Ideal.
- Die Reservatio mentalis: d. i. eine verdeckte, nicht erkennbare Absicht mit geistigem Vorbehalt, das in einer Willenserklärung Erklärte in Wirklichkeit nicht zu wollen. Ach, wie oft kommt uns das aus dem laufenden Pontifikat bekannt und schmerzlich vor!
Die Heiligung der Mittel durch den Zweck: Theoretisch wird diese Haltung freilich stets geleugnet. Wenn aber der Pferdefuß nicht allzu derb und offensichtlich aus der Soutane heraushängt, dann gehört sie zur „Angewandten Moral“ der höheren Politik.
- Die Beichtpraxis: Als noch zahlreiche Jesuiten Beichtväter und Berater hochgestellter Persönlichkeiten in den katholischen Herrscherhäusern von Wien, München, Paris, Madrid, Lissabon waren, erlangten sie historische Berühmtheit nicht nur dafür, daß sie damit die Zügel der Weltpolitik in der Hand hielten, sondern auch, daß man im allgemeinen bei ihnen „flotter“ durchkommt, wenn man ihnen nur geschmeidig pariert. Mätressen wurden katholischen Königen stets nachgesehen, falls sie sonst auf Linie waren. Der Jesuitenpapst Franziskus unterstellte einmal seinen Priesterkollegen mit seiner gewohnten, nicht allzu ziselierten Grobheit, den Beichtstuhl nicht in eine „Folterkammer“ zu verwandeln und großzügig zu vergeben. So wurde „Barmherzigkeit“ oft mit spitzfindiger „Liberalität“ verwechselt. Vielsagend ist das Bonmot, das der ordensinternen Weisheit nachgesagt wird: Darf man während des Betens rauchen? Nein, natürlich nicht! Darf man während des Rauchens beten? Ja, natürlich immer, das Beten ist ja in jeder Situation erlaubt.
Nie und nimmer habe und werde ich einem Jesuiten und Freimaurer einen Gehorsam im Glauben leisten!