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Prälat Dr. Robert Mäder (1875-1945) über die Notwendigkeit des Heiligen Geistes

Copertino
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Die über natürlichen Kräfte, die der heilige Geist durch die Sakramente der Seele eingiesst, sind vorerst Tugendkräfte, die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, und die sogenannten …More
Die über natürlichen Kräfte, die der heilige Geist durch die Sakramente der Seele eingiesst, sind vorerst Tugendkräfte, die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, und die sogenannten sittlichen Tugenden, welche die Aufgabe haben, unser moralisches Dasein, die tausend Handlungen des täglichen Lebens, zu regeln. Vermöge dieser übernatürlichen, eingegossenen Tugendkräfte kann der menschliche Wille, erleuchtet vom Lichte der gläubigen Vernunft, mit Anregung der helfenden Gnade das Gute tun und das Böse überwinden. Diese Handlungen sind übernatürlich, aber sie tragen ausgesprochen den Stempel der menschlichen Urheberschaft. Es sind unsere Handlungen und darum unvollkommen, schwach und schwerfällig und armselig. Die tägliche Erfahrung beweist, dass wir auf diesem Wege gewöhnlich nichts Grosses fertig bringen.

Es muss zu einem wahrhaft christlichen Leben und über den sittlichen Tugendkräften noch höhere Seelenkräfte geben. Kräfte, die im Menschen übermenschlich wirken. Kräfte ganz göttlicher Art. Kräfte, bei denen der Heilige Geist in den Vordergrund tritt und den Handlungen seinen Stempel aufdrückt. Also etwas Göttlich-Menschliches, im Gegensatz zu den Tugenden, die etwas Menschlich-Göttliches darstellen. Diese ausserordentlichen höheren Seelenkräfte nun sind das, was wir die Gaben des Heiligen Geistes nennen.

Die Gaben des Heiligen Geistes wirken wie das Feuer. Feuer ist mehr als Licht allein. Feuer ist flammendes, loderndes, brennendes Licht. Vom Glauben erleuchteteter Verstand ist auch Licht. Man weiss, was man zu tun hat. Man sollte es wenigstens wissen. Aber es ist doch nur wie Licht im Halbdunkel. Wie Sonnenschein im Nebel. So erleuchtet auch die Vernunft durch die Religion auch sein mag, so kann sie doch nicht allein mit Klarheit erkennen. Sie kann dann und wann in praktischen Fällen das Opfer von Täuschungen werden. Sie kann in Einzelfragen irren, trotz der Sicherheit des Glaubens. Anders bei den Gaben des Heiligen Geistes.

Die Gaben des Heiligen Geistes, Weisheit, Verstand, Wissenschaft, Rat sind ein plötzlich aufleuchtendes, blitzhelles Licht von oben. Wie eine feurige Zunge, die über dem Haupte schwebt und die, ohne dass es dabei eine Vision oder Offenbarung braucht, klar erkennen lässt, was ist und was gemacht werden muss. Wie eine Inspiration! Wie ein zündender Gedanke, der keine Unsicherheit mehr zulässt, sondern den ganzen Menschen durchglüht.

Die Gaben des Heiligen Geistes wirken wie der Sturm. Die Tugenden ziehen an. Die Gaben reissen hin. Die Tugenden ermöglichen und erleichtern die gute Handlung. Die Gaben packen. Die Tugenden sind vereinbar mit gewissen Bedenken und Widerständen der Natur. Die Gaben dulden keine Diskussionen, sondern verlangen gebieterisch die sofortige Zustimmung. Die Tugenden sind die Rufer auf dem Schiffe. die Gaben der treibende Wind. Die Tugenden gehen zu Fuss. Die Gaben fliegen. Darum nennt sie die Heilige Schrift Geister.

Wo die Gaben in Aktion treten, da ist göttliche Begeisterung, da ist vorwärtsstürmendes Leben. Wo die sieben Motoren des Heiligen Geistes brausen, da beginnt der Seele Höhenflug. Da treten die grossen Christen in Erscheinung: die Apostel, die Märtyrer, die Helden und Heiligen aller Alter, aller Stände. Die Menschen, bei denen das Wort "unmöglich" nicht mehr vorkommt. Das Ausserordentliche wird zum Ordentlichen.

Wenn die Zeit der weltentscheidenden Auseinandersetzung mit der revolutionären Gottlosigkeit zum Heldenzeitalter werden soll, dann müssen wir die Gaben des Heiligen Geistes popularisieren, ins christliche Volk hineintragen. Wir haben die Gaben des Heiligen Geistes außerordentliche Hilfsmittel genannt. Das muss richtig verstanden werden. Sie sind außerordentlich in dem Sinne, dass sie in ihrer Wirksamkeit die Tätigkeit der gewöhnlichen sittlichen Tugenden weit überragen, etwas Übermenschliches sind.

Aber sie sind nicht außerordentlich in dem Sinne, dass sie nur für eine kleine Zahl von Elitemenschen bestimmt wären. Sie sind für alle! Sie liegen keimhaft und wurzelhaft in jedem Getauften und Gefirmten, der in der heiligmachenden Gnade lebt. Es kommt nur darauf an, dass Platz und Luft und Licht da sind zum Wachsen. Das Wachsen kommt vom Heiligen Geist. Aber Platz und Raum zu beschaffen ist Sache des Menschen.

Da locum Spiritui Sancto Paraclito! Macht Platz für den Heiligen Geist! sagen wir mit dem Taufritus. Vertreibt den Ichgeist und den Weltgeist. Bekämpft Materialismus und Sinnlichkeit. Werdet leer von euch. Entsagt allem Eigenwillen und aller Eigenliebe. Und dann öffnet das Tor der Seele nach oben! Hungert und dürstet nach dem Heiligen Geist. Überlasst euch bedingungslos und widerstandslos seinen Anregungen. Übergebt euch ganz seiner Herrschaft. Alles andere macht sich von selbst. Der Heilige Geist wird kommen und von euch Besitz nehmen durch seine sieben Gaben und mit ihnen die Heiligkeit, die Stärke und der Friede. Macht Platz für den Heiligen Geist und es wird wieder Pfingsten kommen über die Christenheit. Ein kirchliches Heldenzeitalter.

Quelle: Broschüre "Die 7 Gaben des Heiligen Geistes" von Robert Mäder, aus der Reihe "Katholisch" Nr. 12, Robert Mäder Sekretariat, Berikon (vergriffen)

Bücher und Broschüren von Prälat Mäder sind im Verax-Verlag CH-Müstair neu aufgelegt worden:

www.verax-verlag.ch/robert-maeder.html
Ursula Wegmann
Diese flammenden Worte sind erlittene, erbetete Früchte eines außerordentlichen, von tiefer Erkenntnis geprägten Lebens im Willen Gottes, eines Seelenführers, der sich selbst vom Hl. Geist durch große Stürme führen ließ, über Generationen wirkt und zu gleichen tiefen Erkenntnissen befähigt:

>>....Wo die Gaben in Aktion treten, da ist göttliche Begeisterung, da ist vorwärtsstürmendes Leben. Wo …
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Diese flammenden Worte sind erlittene, erbetete Früchte eines außerordentlichen, von tiefer Erkenntnis geprägten Lebens im Willen Gottes, eines Seelenführers, der sich selbst vom Hl. Geist durch große Stürme führen ließ, über Generationen wirkt und zu gleichen tiefen Erkenntnissen befähigt:

>>....Wo die Gaben in Aktion treten, da ist göttliche Begeisterung, da ist vorwärtsstürmendes Leben. Wo die sieben Motoren des Heiligen Geistes brausen, da beginnt der Seele Höhenflug. Da treten die grossen Christen in Erscheinung: die Apostel, die Märtyrer, die Helden und Heiligen aller Alter, aller Stände. Die Menschen, bei denen das Wort "unmöglich" nicht mehr vorkommt. Das Ausserordentliche wird zum Ordentlichen......<<
Hannes Eisen
Copertino
@Hannes Eisen Vielen Dank für den Link auf das Buch "Gedanken eines Reaktionärs"
B-A-S
Nicht ohne Grund hat der heiligmäßige Priester Albert Drexel diesen Priester in seiner Heimat so verehrt!
Copertino
Ein gerahmtes Porträt von Prälat Mäder stand auf Prof. Drexels Schreibtisch, und 1955 verfasste Drexel das biografische Buch "Ein Kämpfer für Christus" über diesen grossen Schweizer Priester.
Copertino
Dieses Foto von 1955 zeigt Prof. Drexel am Grabe von Prälat Mäder im schweizerischen Mümliswil.
Hannes Eisen
Bei den Privatoffenbarungen von Albert Drexel bin ich skeptisch, ob sie echt sind, und verweise auf die Analysen von Felizitas Küble:
- charismatismus.wordpress.com/…/prof-albert-dre…
- charismatismus.wordpress.com/…/erhielt-prof-dr…
Copertino
@Hannes Eisen Bei den Kommentaren von Felizitas Küble zu Privatoffenbarungen bin ich skeptisch und verweise auf die Kommentare unter ihren Artikeln, z.B. im zweiten Link von "Alex" vom 7. Oktober 2015. Nur um ein kleines Beispiel der Demut von Prof. Drexel anzuführen: Bei einem Besuch meines Vaters in seinem Heim in Egg/ZH erfuhr mein Vater von Sr. Antonia Meyers, welche Drexel zur Seite stand,…More
@Hannes Eisen Bei den Kommentaren von Felizitas Küble zu Privatoffenbarungen bin ich skeptisch und verweise auf die Kommentare unter ihren Artikeln, z.B. im zweiten Link von "Alex" vom 7. Oktober 2015. Nur um ein kleines Beispiel der Demut von Prof. Drexel anzuführen: Bei einem Besuch meines Vaters in seinem Heim in Egg/ZH erfuhr mein Vater von Sr. Antonia Meyers, welche Drexel zur Seite stand, am Morgen, dass er im Bett des Gastgebers übernachtet hatte, während Prof. Drexel in einem Lehnstuhl die Nacht vorweigend betend verbracht hatte.