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Zukunft des Michaelsberg geklärt: Karmeliten und katholisch-soziales Institut übernehmen

(gloria.tv/ PEK) Die Ordensgemeinschaft der Unbeschuhten Karmeliten (OCD) und das Katholisch-Soziale Institut der Erzdiözese Köln (KSI) werden auf den Michaelsberg in Siegburg ziehen und die Abtei nach dem Weggang der Benediktiner wieder zu einem geistlichen Zentrum machen.

Das Edith-Stein-Exerzitienhaus des Erzbistums Köln verbleibt in seinem Teil des Abteigebäudes. „Ich freue mich, dass der Michaelsberg damit wieder zu einem Leuchtturm des geistlichen Lebens wird“, betonte Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp in einer Pressekonferenz in Siegburg. Nach dem Weggang der Benediktiner Mitte vergangenen Jahres hatte sich Erzbischof Joachim Kardinal Meisner intensiv um einen Orden bemüht, der die Abtei weiterhin als geistliches Zentrum nutzt.

In zwei Sondersitzungen am 19. bzw. 20. Januar hatten auch der Kirchensteuerrat und der Priesterrat des Erzbistums Köln gemeinsam mit dem Erzbischof die jetzt vorgestellten Pläne eingehend beraten. Beide Gremien begrüßten das Vorhaben und votierten jeweils einstimmig dafür.

Sechs Priester des Ordens der Unbeschuhten Karmeliten (OCD) werden in den bisher als Jugendgästehaus genutzten Teil des Klosters einziehen, der zu diesem Zweck umgebaut wird. Die aus Indien stammenden Ordensleute werden unter anderem täglich Gottesdienste in der Abteikirche feiern und seelsorglich tätig werden. Der traditionsreiche Orden der Unbeschuhten Karmeliten wurde von Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz im Jahr 1568 in Duruelo (Spanien) begründet. Zum weiblichen Zweig des Ordens gehört auch das Karmelkloster „Maria vom Frieden“ in Köln, in das 1933 Edith Stein eintrat. „Wir freuen uns, dass für den Michaelsberg eine gute und langfristige Lösung gefunden wurde, die dem Stellenwert dieses Klosters entspricht“, erklärte Frater Linus von den Benediktinern, der mit der Auflösung des Klosters beauftragt wurde.

In die Gebäude des bisherigen Klosters auf dem Michaelsberg wird das Katholisch-Soziale Institut des Erzbistums Köln mit Sitz in Bad Honnef verlegt. Die 60 Mitarbeiter des KSI organisieren Erwachsenenbildung und stellen Tagungskapazitäten zur Verfügung. Die Kurse der Akademie befassen sich auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre mit Schwerpunkten wie Arbeitnehmerbildung, Medienkompetenz, Zukunftsfragen und Frauenbildung. Darüber hinaus gibt es ein weit gefächertes kulturelles Angebot.

Das KSI wurde 1947 von Josef Kardinal Frings als „Stätte der Erwachsenenweiterbildung auf Grundlage der katholischen Soziallehre“ gegründet. Das bisherige Gebäude des KSI in Bad Honnef soll verkauft werden. „Wir hoffen sehr und gehen auch davon aus, dass alle Mitarbeiter bereit sind, mit dem Katholisch Sozialen Institut in das 25 km entfernte Siegburg umzuziehen“, erklärte der Finanzdirektor des Erzbistums Hermann Josef Schon in der Pressekonferenz. Damit das KSI in diesem Gebäude seinem Auftrag gerecht werden kann, muss baulich noch viel getan werden. Erste grobe Kostenschätzungen gehen von mindestens 40 Mio. Euro aus. Das Siegburger Kloster auf dem Michaelsberg bietet dem KSI neue Chancen: das Gebäude entspricht nämlich der Vorstellung vom KSI – „auch die Akademie will Leuchtturm für die Gesellschaft sein“, erklärte Professor Ralph Bergold, Direktor des KSI.

Das Edith-Stein-Exerzitienhaus bleibt auf dem Michaelsberg in seinem angestammten Gebäudeteil bestehen. Zusammen mit der Ordensgemeinschaft und der Akademie entsteht damit ein Dreiklang christlich-spirituellen Lebens. „Wir freuen uns, dass für den Michaelsberg eine gute und langfristige Lösung gefunden wurde, die dem Stellenwert dieses Klosters entspricht“, erklärte Frater Linus von den Benediktinern, der mit der Auflösung des Klosters beauftragt wurde. Generalvikar Schwaderlapp betonte: „Es bleibt viel zu tun, doch ich glaube: auf diese Zukunft des Michaelsberges können wir uns alle freuen.“

Im November 2010 hatten die Benediktiner auf dem Michaelsberg bekanntgegeben, dass sie die Abtei verlassen. Als Grund gaben sie in einer Erklärung an, der Gemeinschaft von zuletzt 13 Ordensangehörigen fehle es „in jeder Hinsicht an Substanz, aus der ein neuer Anfang benediktinischer Prägung erwachsen könnte“. Am 19. Juni 2011 feierte Erzbischof Joachim Kardinal Meisner eine letzte Pontifikalvesper in der Abteikirche. Damit ging auf dem Michaelsberg eine fast 950-jährige Geschichte benediktinischen Ordenslebens zu Ende.

Die Abtei Michaelsberg war im Jahr 1064 durch Erzbischof Anno von Köln gegründet worden; seine Gebeine werden im Annoschrein in der Abteikirche aufbewahrt. 1803 unter Napoleon aufgehoben, enteignet und in der Folge als Kaserne, Sanatorium und Zuchthaus genutzt, wurde das Kloster 1914 von niederländischen Benediktinermönchen wiederbesiedelt. Bei einem Bombenangriff 1944 wurde die Abtei fast völlig zerstört und nach der Rückkehr der Mönche im Jahr darauf wieder aufgebaut. 1997 errichtete das Erzbistum Köln im Nordflügel der Klosteranlage das Edith-Stein-Exerzitienhaus.
kardinälchen
👍
cyprian
Na ja...!
Jofichtel
👍