Clicks3.1K
Galahad
14

Abwehr, Notwehr und Verteidigung aus biblisch-christlicher Sicht

Von Jörgen Bauer

“Du sollst nicht töten!” (Gen 20,3) – ein Gebot, das sehr strapaziert wird. In meiner Jugendzeit habe ich mal einen “bibelfesten” Freund gefragt, ob er einen Täter, der gerade dabei ist, einen Gasometer zur Explosion zu bringen, mit einem Schuss töten würde, wenn das die einzige Möglichkeit wäre, zu verhindern, dass die Stadt verwüstet wird. Die Antwort war: “Nein, denn du sollst nicht töten, und man muss das Weitere Gott überlassen.”
Das ist eine Haltung, die ich noch nie akzeptieren konnte. Ich denke, dass ich damit nicht falsch liege, denn das besagte Gebot heißt im hebräischen Urtext: “Du sollst nicht morden”, wobei unter “morden” ein rechtswidriges, kriminelles Tun aus niederen Beweggründen zu verstehen ist – wie im Fall von Kain und Abel.

Volltext
Claudius1
@Ambrosius:

Das Gerücht, das von der Abtreibungslobby in die Welt gesetzt wurde/wird, ist vielmehr, dass Abtreibung nicht Mord sei,

und gleichzeitig wird behauptet, im Gebot stehe "morden". Das ist aber Unsinn, denn es ging um kurze einprägsame Gebote für das einfache Volk, das nicht viel über den Unterschied zwischen Mord und Totschlag weiß.

Die Übersetzung "morden" statt "töten" wird von …More
@Ambrosius:

Das Gerücht, das von der Abtreibungslobby in die Welt gesetzt wurde/wird, ist vielmehr, dass Abtreibung nicht Mord sei,

und gleichzeitig wird behauptet, im Gebot stehe "morden". Das ist aber Unsinn, denn es ging um kurze einprägsame Gebote für das einfache Volk, das nicht viel über den Unterschied zwischen Mord und Totschlag weiß.

Die Übersetzung "morden" statt "töten" wird von Interessengruppen verbreitet, die bestimmte Tötungshandlungen legitimieren wollen. Das können Todesstrafenbefürworter, Abtreiber und alles mögliche sein.
eiss
Moses handelt im Affekt (der tote Aufseher) und doch wird er zum Mann Gottes. Und diese starke Emotionalität seiner Person durchzieht die weitere Geschichte (2. Mose 32,26-28 wo diesem Zorn an die 3000 Mann zu Opfer fallen: „26 Mose trat an das Lagertor und sagte: Wer für den Herrn ist, her zu mir! Da sammelten sich alle Leviten um ihn. 27 Er sagte zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels…More
Moses handelt im Affekt (der tote Aufseher) und doch wird er zum Mann Gottes. Und diese starke Emotionalität seiner Person durchzieht die weitere Geschichte (2. Mose 32,26-28 wo diesem Zorn an die 3000 Mann zu Opfer fallen: „26 Mose trat an das Lagertor und sagte: Wer für den Herrn ist, her zu mir! Da sammelten sich alle Leviten um ihn. 27 Er sagte zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jeder lege sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nächsten. 28 Die Leviten taten, was Mose gesagt hatte. Vom Volk fielen an jenem Tag gegen dreitausend Mann.“).

Bedenklich auch Paulus, der als politischer Staatsanwalt verantwortlich zeichnet für den Tod von Stephanus, keine Affekthandlung; dann aber vor Damaskus gesagt bekommt, dass er in Stephanus indirekt den zu Tode gebracht hat, der ihm als Messias verheißen ward: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich.(Apg 9, 4)“ Ein wahres Oedipus-Drama.

Noch nachdenklicher gestaltet sich der Aufstand der Makkabäer gegen die griechisch-hellenistische Kultur. Allerdings ist damit auch das Problem schon benannt, denn bei der Übertragung des Freiheitskampfes der Makkabäer stellt sich die drängende Frage, wer denn in unserer Zeit die hellenistische Kultur ist. Also müssen die Makkabäer schweigen, denn zur Vorbereitung einer Kreuzzugsstimmung taugen sie nicht, weil offenkundig in diesem Spiel wir die Griechen sind. Am Ende siegt Rom und Jupiter ist der siegreiche Gott der Antike, aber er beugt seine Knie vor dem Kreuz. Wenn Jesus zum Sieger der Globalisierung wird, dann verlieren wir ihn. Ein hoher Preis.
Ambrosius
Lieber Claudius: Das Gerücht, das von der Abtreibungslobby in die Welt gesetzt wurde/wird, ist vielmehr, dass Abtreibung nicht Mord sei, so dass selbst manche Lebensschützer davor zurückscheuen, es als solches anzusehen. Ich war am Anfang auch verunsichert, bis ich im Strafgestzesbuch nachlas. Obwohl ein Mordmerkmal völlig ausreicht, treffen in aller Regel gleich mehrere Mordmerkmale zu: grausam …More
Lieber Claudius: Das Gerücht, das von der Abtreibungslobby in die Welt gesetzt wurde/wird, ist vielmehr, dass Abtreibung nicht Mord sei, so dass selbst manche Lebensschützer davor zurückscheuen, es als solches anzusehen. Ich war am Anfang auch verunsichert, bis ich im Strafgestzesbuch nachlas. Obwohl ein Mordmerkmal völlig ausreicht, treffen in aller Regel gleich mehrere Mordmerkmale zu: grausam immer, mit gemeingefährlichen Mitteln immer, zur Befriedigung des Geschlechtstriebes nicht selten (zügelloser Sex mit entsprechender Verhütungsmentalität, wozu wenn dies nicht klappt eben auch die Abtreibung gehört), heimtückisch immer, aus Habgier manchmal, um eine andere Straftat (z. B. Vergewaltigung) zu verdecken eher selten, aber nicht ausgeschlossen, sonstige niedrige Beweggründe (z.B. wenn ein Vater nicht zu seinem Kind stehen will und die Frau unter Druck setzt (es gibt auch umgekehrte Fälle) nicht selten
§ 211 Mord
(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
(2) Mörder ist, wer

aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,

heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder

um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,

einen Menschen tötet.
Ambrosius
Natürlich sollte man versuchen, ihn kampfunfähig zu machen, wenn dies irgendwie geht, aber in der Realität ist die Tötung zur akuten Gefahrenabwehr (z. B. zur Verhinderung des Kopfabschneidens von Kindern, des Bauchaufschlitzens von schwangeren Frauen wie jetzt im Kampf gegen die panzervorrückende ISIS) nicht immer vermeidbar/auszuschließen.
michael7
Selbst nach Kriegsrecht darf man nicht gleich einen Menschen willentlich töten, nur weil er einen Gasometer zur Explosion bringen will.
Selbst dann darf man nur versuchen ihn kampfunfähig zu machen, also nicht gleich auf den Kopf, sondern - soweit möglich -, z.B. auf die Beine zielen.

Das entspricht auch den christlichen Normen für den Fall der Notwehr.

😇 🤗
Carlus
zu @ Claudius1 31.8.2014 19:46:35
unter dem Link ist die Enzyklika als PFD-Datei kostenlos erhältlich.
www.dbk.de/…/VE_120.pdf
Carlus
zu @ Claudius1 31.8.2014 19:46:35
Lese hierzu;

Ioannes Paulus PP. II
Evangelium vitae
An die Bischöfe, Priester und Diakone
die Ordensleute und Laien
sowie an alle Menschen guten Willens
über den Wert und die Unantastbarkeit
des menschlichen Lebens

Link; www.vatican.va/…/hf_jp-ii_enc_25…


😡 👍 🤗 👍 😡
Claudius1
@Darwinist:

"Du sollst nicht widerrechtlich töten" ist inhaltsleer, weil es nicht sagt, wann die Tötung widerrechtlich ist, und widerrechtliche Dinge man ohnehin nicht tun darf.

Die korrekte Übersetzung ist "töten" als allgemeiner Grundsatz. Die Notwehr ist die einzige Ausnahme.
Darwinist
@Claudius1: Es geht hier nicht um den Unterschied zwischen Mord und Totschlag, sondern um den zwischen Mord (bzw. widerrechtliche Tötung, zu der auch Totschlag zählt) und Tötung aus Notwehr.
Carlus
zu @ Claudius1 29.8.2014 19:16:50

Zitat;
"Das ist Unsinn. Glaubst Du, daß sich damals schon jemand Gedanken über den Unterschied zwischen Mord und Totschlag gemacht hat?"

Lassen wir bei einer rein menschlichen Betrachtung das Wirken Gottes unberücksichtigt.

Die Gegenfrage;

"Glaubst Du die Menschheit konnte erst im Jahre des Heiles 1958 anfangen zu denken?"

😡 👍 🤗 👍 😡
Claudius1
@Galahad:

Hat er Totschlag erlaubt?
Galahad
Claudius1

Glauben Sie, Gott der die Gebote in den Stein gemeißelt und dem hl. Vater Moses damals am Sinai übergeben hat, war zu dumm zwischen Mord, Todschlag und Verteidigung zu unterscheiden?
Claudius1
Ich denke, dass ich damit nicht falsch liege, denn das besagte Gebot heißt im hebräischen Urtext: “Du sollst nicht morden”, wobei unter “morden” ein rechtswidriges, kriminelles Tun aus niederen Beweggründen zu verstehen ist – wie im Fall von Kain und Abel.

Das ist Unsinn. Glaubst Du, daß sich damals schon jemand Gedanken über den Unterschied zwischen Mord und Totschlag gemacht hat?

Es ist ein …More
Ich denke, dass ich damit nicht falsch liege, denn das besagte Gebot heißt im hebräischen Urtext: “Du sollst nicht morden”, wobei unter “morden” ein rechtswidriges, kriminelles Tun aus niederen Beweggründen zu verstehen ist – wie im Fall von Kain und Abel.

Das ist Unsinn. Glaubst Du, daß sich damals schon jemand Gedanken über den Unterschied zwischen Mord und Totschlag gemacht hat?

Es ist ein Gerücht, vermutlich von der Abtreibungslobby in die Welt gesetzt.
Eremitin
ich denke , dass ein Mann seine Familie und Frauen und Kinder gerade als Christ auch mit der Waffe in der Hand verteidigen MUSS-denn das ist ja Notwehr. Hätte es sonst christliche Ritter, Ritterorden etc. gegeben?????