Kardinal Brandmüller: Deutsche Synode ist Neuauflage von Martin Luther
Die Auswahl der vier Synodenthemen Macht, Feminismus, Zölibat und Sexualmoral offenbare die Krankheit des deutschen Katholizismus: das Kreisen um sich selbst und die Autoreferenzialität, welche die Verkündigung des Evangeliums ersetzt habe.
Die Ausgangsbasis der Synode sei eine Gleichrangigkeit aller Kirchenmitglieder, die sich im gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen ausdrücke: „Wozu es dann noch einer Weihe zum Priester bedürfe, bleibt ungesagt.“
Es würden die Forderungen aus Luthers Kampfschriften wiederholt, zum Beispiel: „Was aus der Taufe gekrochen ist, das kann sich rühmen, dass es schon zum Priester, Bischof und Papst geweiht sei." Oder dessen Behauptung, dass wir "alle gleichmäßig Priester sind“ (aus: „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“, 1520).
Brandmüller findet es erstaunlich, in welchem Maße die Synodenforderungen Luthers Anliegen entsprechen.
Schlagwörter des Synodalen Wegs wie „Gewaltenteilungsverfahren“, „Deliberationen“ und „Kirchenleitung“ kommentiert Brandmüller jeweils mit der Rückfrage: "Was ist das?"
Sein Gesamteindruck: „Es geht um Politik“. Denn: „Deine Sprache verrät dich – du bist ein Galiläer“ (Matthäus 26,73). Als Ziel des Synodalen Wegs enttarnt Brandmüller die „Demokratisierung" der Kirche. Doch dieser Versuch richte sich gegen deren Wesen.
Bild: © Synodaler Weg/Malzkorn, #newsIuseawmomu