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Brief von Pater Pagliarani: „Die ungerechte Verurteilung ist eine enorme Demütigung“



Am 19. Juli veröffentlichte Pater Davide Pagliarani, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX), von Menzingen in der Schweiz aus einen weiteren Hirtenbrief auf LaPorteLatine.org, in dem er die unrechtmäßige Bischofsweihe gegen den Willen von Papst Leo XIV. rechtfertigte. Schlüsselstellen (der vollständige Brief folgt weiter unten).

- „Bis zum allerletzten Tag habe ich auf eine Geste des guten Willens – oder zumindest des einfachen Verständnisses – seitens des Heiligen Stuhls gehofft.“

- „Diese völlig ungerechte Verurteilung stellt eine immense Demütigung für Menschen dar, deren einziger Wunsch darin besteht, den wahren Glauben zu verteidigen und sich für das Heil der Seelen einzusetzen.“

- „Ich möchte, dass Sie verstehen, dass diese tiefe Demütigung, die in erster Linie die Mitglieder der Bruderschaft betrifft, in den Augen Gottes eine Bedeutung hat, die Ihnen nicht entgehen darf.“

- „Die Sanktionen sollen auch Sie auf ziemlich grausame Weise treffen.“

- „Wenn es notwendig ist, den Preis einer solchen Demütigung zu zahlen, um die Verkündigung des wahren Glaubens und die Spendung der wahren Sakramente zu gewährleisten, dann ist es diesen Preis wert.“

- „Es liegt auf der Hand, dass eine solche Verurteilung vor Gott keine Gültigkeit haben kann, denn sie würde das verurteilen, was den Kern des Lebens der Kirche selbst ausmacht.“

Vollständiger Brief

Menzingen, 19. Juli 2026
Liebe Gläubige,
Einige Tage nach der Feier am 1. Juli möchte ich diese wenigen Worte an Sie richten.

Zunächst möchte ich Ihnen danken. Seit mehreren Jahren habe ich zur Gottesmutter gebetet, dass sie die Herzen auf dieses historische Ereignis vorbereiten möge. Ich muss gestehen, dass es mich tief bewegt hat zu sehen, wie Sie alle die Bischofsweihen mit Ihren Gebeten und Ihrer Dankbarkeit gegenüber der göttlichen Vorsehung begleitet haben.

Am 1. Juli waren viele Gläubige aus aller Welt in Écône anwesend, und sie repräsentierten Sie alle. Es war eine ungeheure Freude, sie so zahlreich und so inbrünstig zu sehen. Wie Sie sicherlich wissen, brach während der Feier ein heftiger Sturm los: „Im Glanz seiner Gegenwart zogen die Wolken vorüber, … Auch der Herr donnerte vom Himmel herab, und der Allerhöchste ließ seine Stimme erklingen“ (Psalm 17 [18],13–14).

In diesem Moment wuchs meine Freude nur noch mehr. Einerseits war ich privilegierter Zeuge einer Liturgie von außergewöhnlicher Schönheit; andererseits bot sich mir ein weiterer, nicht minder bewegender Anblick: eine riesige Menge von Gläubigen, die während des gesamten Unwetters an Ort und Stelle blieb und zur Muttergottes für die neuen Bischöfe, für die Kirche und für den Papst betete. Unter ihnen befanden sich ältere Frauen, die im Gebet knieten, sowie junge Mütter, die ihre Säuglinge im Arm hielten. Es war das schönste Bild, das man sich von der Bruderschaft vorstellen kann: Gläubige, beseelt von einem unerschütterlichen Glauben, den nichts erschüttern konnte; Seelen, für die das Heilige Messopfer wahrhaftig der Mittelpunkt ihres Lebens ist.

Sie können sich nicht vorstellen, welchen Trost ich in diesem Moment empfand. Diese Szene hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben, und ich werde sie niemals vergessen.

Bis zum allerletzten Tag hoffte ich auf eine Geste des guten Willens – oder zumindest auf einfaches Verständnis – seitens des Heiligen Stuhls. Doch die Weihen wurden verurteilt, und die Schwere der verhängten Sanktionen ist beispiellos. Sie richten sich in erster Linie gegen die Bischöfe, aber auch gegen die Mitglieder der Bruderschaft. Selbst die Gläubigen sind davon betroffen.

Diese völlig ungerechte Verurteilung stellt eine immense Demütigung für Menschen dar, deren einziger Wunsch es ist, den wahren Glauben zu verteidigen und für das Heil der Seelen zu wirken. Dennoch möchte ich, dass Sie verstehen, dass diese tiefe Demütigung, die in erster Linie die Mitglieder der Bruderschaft betrifft, in den Augen Gottes eine Bedeutung hat, die Ihnen nicht entgehen darf.

Letztendlich wurden diese Weihen für jeden einzelnen von Ihnen, liebe Gläubige, vollzogen. Ihre Seelen sind der wahre Schatz, der der Bruderschaft anvertraut wurde, der Schatz, den sie über alles schätzt. Eine einzige Seele besitzt unendlichen Wert. Wenn es notwendig ist, den Preis einer solchen Demütigung zu zahlen, um ihr die Lehre des wahren Glaubens und die Spendung der wahren Sakramente zu sichern, dann ist es diesen Preis wert, denn eine Seele ist von unschätzbarem Wert. Das Fest des Kostbaren Blutes unseres Herrn – der Preis unserer Erlösung – hat uns am 1. Juli eindringlich daran erinnert.

Die Sanktionen sollen Sie zudem auf recht grausame Weise treffen. Das ist sicherlich schmerzhaft, doch seien Sie nicht allzu überrascht. Letztendlich ist es die Tradition selbst – die wir über alles schätzen –, die in all jenen exkommuniziert wird, die sie verkörpern. Es liegt auf der Hand, dass eine solche Verurteilung vor Gott keine Gültigkeit haben kann, denn sie würde das verurteilen, was den Kern des Lebens der Kirche selbst ausmacht.

Doch nun, inmitten dieses neuen Sturms, stellt sich eine Frage: Was erwartet unser Herr jetzt von Ihnen?

In der Seele eines jeden von Ihnen muss der Glaube unversehrt und lebendig bleiben. Wenn die Vorsehung eine Krise zulässt, in der die Glaubenslehre auf geheimnisvolle Weise verdunkelt wird, muss derselbe Glaube dennoch in den Seelen weiterleben, trotz aller Gegenwinde, die ihn auslöschen wollen. Sollte der äußere Glanz des offiziellen Glaubensbekenntnisses der Kirche verschwinden, so muss die kleine Kerze, die jeder von Ihnen am Tag Ihrer Taufe empfangen hat, in Ihrem Herzen und in Ihrem Geist bis zu Ihrem letzten Tag weiterbrennen. Letztendlich ist das das Einzige, was wirklich zählt. Diese kleine Flamme ist das Erste, was wir zu Beginn unseres christlichen Lebens empfangen haben, und sie ist auch das Einzige, was wir bis zum Ende bewahren werden.

Ich vertraue Sie alle der seligen Jungfrau Maria an, der die Priesterbruderschaft St. Pius X. auf ganz besondere Weise geweiht ist. Möge sie Sie stets inmitten jedes Sturms und jeder Schwierigkeit beschützen und möge sie jene kleine Flamme in Ihren Seelen am Leben erhalten, wann immer alle Gegenwinde gegen sie toben.

Alle Gnaden kommen durch ihre Hände zu uns. Ihr müssen wir für die Gnade dieser Weihen danken, und zu ihr müssen wir beten, dass die neuen Bischöfe immer fügsamere Werkzeuge ihrer Eingebungen werden und bis zum Ende treu durchhalten mögen.

Die Bruderschaft wird Sie niemals im Stich lassen. Niemals werden Ihre Seelen in den Augen ihrer Priester ihren Wert oder ihre Bedeutung verlieren.
Möge Gott Sie segnen!

AI-Übersetzung

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Alfredus .

@Franz Xaver Diese Angst vor dem Antichrist ist berechtigt, denn er ist ein Teufel und wird auch Sie früher oder später ängstigen ... !

ein zeitzeuge

Katholiken wissen, dass der Teufel eine reale Macht hat, aber Jesus Christus hat das Böse bereits am Kreuz besiegt, und durch Glauben, Gebet und die Sakramente, vor allem aber durch das Wirken der Gottesmutter sowie des Hl Erzengel Michael vermag der Teufel, machtlos gegen jene, die sich an Gott binden, keine Wirkmacht zu entfalten und daher auch keine reale Angst zu verbreiten.

Josefa Menendez

Prevost kennt Christus nicht, denn er ist nicht Sein Schaf. Prevost leistet seinen Teil, um die Passion der Kirche zu vollziehen. Er strebt danach, eine neue auf eine falsche Ökumene basierende Kirche zu bauen, welche dem Antichristen als Plattform dient. Prevosts Finsternis ist mit dem Licht der FSSPX unvereinbar.

Josefa, von welchem Licht der FSSPX sprechen Sie. Erzbischof Lefebvre hat gemeinsam mit Johannes XXIII. das Missale Romanum, die einzige Messe der Katholischen Kirche verworfen. Johannes XXIII. , der Gesetzlose hat eine Abschrift des Missale Romanum, als Missale Romanum Editio typica oder Messbuch 1962 eingeführt. Als Freimaurer und Krönungseid-Brecher, Johannes XXIII. exkommuniziert. Wer diese Straftaten, wie Prevost und Sie deckt, wird zum Mittäter.

ingrid kaletka

Wir Katholiken, die JESUS CHRISTUS lieben, nehmen diese Demütigung an, da wir wissen, dass wir sie mit den VERDIENSTEN des HEILIGEN ANTLITZES vereinen dürfen!

Rosalia

Es fragt sich, wer da nicht warten konnte.
Wie wäre es mal mit Geduld? Geduld und Langmut sind Tugenden.
Die Kirche Christi ist halt in ihren Entscheidungen nicht immer so schnell, wie wir Menschen gerne hätten!

Alfredus .

@Rosalia Worauf sollen wir denn warten ... ? Etwa bis der Antichrist kommt und uns den letzten Glauben nimmt ... !

Rosalia

Wollen Sie Herrgott spielen?
Der wird auch kommen, wenn wir nicht auf ihn warten.

Alfredus .

@Piusbruder Bis zuletzt gewartet ... ! Das haben die meisten der Gläubigen getan und auch dafür gebetet ! Aber man hat den Eindruck, dass Leo XIV. in keiner Weise Notiz genommen hat von diesem wichtigen Anliegen der FSSPX ! Aber zu der noch größeren Verschärfung der Exkommunikation raffte er sich auf und das mit Blick auf die Ökumene und der Welt-Religionen . Das war kein Dienst an der Kirche und der Wiedervereinigung im Glauben, sondern ein festzementieren der Spaltung . Warum hassen gerade die Modernisten die Tradition ? Diese ist ein Spiegel in dem sie sich nicht finden können ! Selbst viele der Konzils-Päpste schauen diesen einen Spiegel nur von hinten an, sonst müßten sie weinen ... !

prince0357

Im Grunde ist die Exkommunikation a echtes Kompliment. Nur die Bischöfe und ihre Weihespender der FSSPX sind offiziell extra ecclesiam.
Kein einziges Mal hörte ich in den letzten Jahren dieses über Bischöfe der chinesischen kath patriotischen Vereinigung.

Piusbruder

"Bis zum allerletzten Tag hoffte ich auf eine Geste des guten Willens – oder zumindest auf einfaches Verständnis – seitens des Heiligen Stuhls." Nach meiner Ansicht gab es von Papst Leo, den XIV, keinerlei Interesse an einer Verständigung. Er war und ist vermutlich froh, daß er die Fußkranken des Fortschritts nun endlich los ist und nun die Kirche ungestörter zu neuen "Höhen" führen kann. Sollten sich die Pseudotraditionalisten (man kann nicht traditionell sein und VII als katholisch anerkennen) nun freuen, da sie die Guten und noch drin sind, werden sie sich vermutlich schon bald sehr wundern.

catharina

Betrachtet die FSSPX die Strafen wirklich und ganz ehrlich als "Demütigung"? Oder nicht vielmehr als Bestätigung dafür, die wahre Kirche mit wahrer Lehre und wahren Sakramenten zu sein? Wer die Einstellung der FSSPX und ihre - zumeist internen - Aussagen über das modernistische Rom kennt, dem dürfte es eher peinlich sein, solche salbungsvollen Demutsbekundungen zu lesen.

Klaus Elmar Müller

Das modernistische Rom ist für die FSSPX zugleich jenes Rom, das den Nachfolger des hl. Petrus stellt. Vom Papst gemaßregelt zu werden, schockiert ebenso wie die Diagnose einer längst gewussten Krankheit.

catharina

Ist es nicht ein Unterschied, wirklich gedemütigt oder aber in seinem Stolz bestätigt zu sein?

Josefa Menendez

Prevost liegt nichts an den Schafen, denn er ist Mietling. Nur die synkretistische Welteinheitsreligion interessiert ihn. - Liebe FSSPX: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie Mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen (Joh 15)

Ana W. Hwang teilt das

"Diese völlig ungerechte Verurteilung stellt eine immense Demütigung für Menschen dar, deren einziges Ziel es ist, den wahren Glauben zu verteidigen und für das Heil der Seelen zu wirken", heißt es in dem Schreiben.
Pagliarani zeigte sich enttäuscht über die Haltung des Papstes. "Bis zum letzten Tag habe ich auf eine Geste des Wohlwollens oder zumindest des einfachen Verständnisses seitens des Heiligen Stuhls gehofft."

1663
Hallo Tschüss

Sehr gute Worte,
Christus und der wahren Kirche treu bleiben
Wer noch nicht verstanden hat welcher geistige Kampf sich vor unseren Augen abspielt möge die Augen aufmachen was Prevost und seine Helfer tun.
Die Bischofsweihen haben der Kirche katholische Bischöfe geschenkt.
Welche Sorte Bischöfe von Rom ernannt werden kann man am Bischof von Eichstätt sehen und mit solchen Ernennungen läuft ein weltweites Programm die Kirche noch vollends zerstören zu wollen.
Dank der treuen Katholiken wird dieser Plan nicht gelingen
Bei den Bischofsweihen war ich durch ein Transparent beeindruckt, dass das katholische Elsass in Treue zum Werk von Erzbischof Lefebvre steht und das kann man auf alle Landstriche ausweiten, die treuen Katholiken halten durch!!

Alfredus .

@Guntherus de Thuringia Natürlich kann man das eine oder andere anders sehen und beurteilen, aber im Kern ist die Exkommunikation der FSSPX ein großes Leid für alle, die an der Hl. Messe aller Zeiten hängen ... ! Schon Johannes Paul II. hätte das nicht machen dürfen, hat er doch in Assisi mit Fremdreligionen gebetet . Man kann doch nicht die Ökumene und die Allerlösung predigen und jene die treu den Glauben der Väter hüten, exkommunizieren ? ! Das ist ein wahrer Widerspruch in sich selbst . Schon Benedikt XVI. hätte das ändern müssen und tat es nicht . Für Leo XIV. hätte das eine gute Chance sein können, aber auch er hat auf die anderen, die das Konzil gewollt und geleitet haben gehört und die Wunde der Kirche noch weiter vertieft ... !

Guntherus de Thuringia

@Alfredus .. gewiss ist die Exkommunikation leidvoll. Man kann sie auch als ungerecht empfinden. Aber in der Kirche gilt, ob sie rechtens und gültig ist. Wer das erkennt, sollte Konsequenzen ziehen. Vor allem: Wozu ist man überhaupt katholisch? Worauf kommt es an?

ein zeitzeuge

Zum unbedingten Gehorsam=Kadavergehorsam sei auf das Grundprinzip des Systems der Jesuiten verwiesen, wie es sich, bedauerlicherweise von der ursprünglichen Absicht des Ordensstifters Loyola abweichend, in der Folge immer schärfer entwickelt und von einigen Nichtjesuiten (und offensichtlich auch dem Verständnis des aktuellen Inhabers des Stuhles Petri gelebt) ung kopiert, dann ist der in jeder Hinsicht absurde Jesuiteneid auch ein wenig verständlich, zumal der höchste Zweck des Jesuitenordens nicht im Verborgenen bleiben kann: Es ist – er selbst und wie Bergoglio ja auch in seinen Handlungen und Unterlassungen erkennen ließ, als geistlicher Staat und Herrschaft über die ganze Welt, und die Regierungsform – eine unumschränkte Monarchie, jedoch mit dem Anscheine, daß durch den Ordensregenten der Gesamtwille der ganzen Gesellschaft vertreten sei. Der feste Zusammenhang des Jesuitenordens mit dem Papsttum blieb dabei allerdings aufrecht, jedoch in einem umgekehrten Verhältnis, entgegen der Absicht des Stifters und entgegen dem Glauben der Päpste. Anfänglich sollte nämlich der Jesuitenorden die Universalmonarchie des Papsttums stützen und ausbreiten; bald aber gab das Papsttum, ohne es zu wissen, nur den Namen her, unter dessen Schutz der Orden seine eigene Weltherrschaft stützte und ausbreitete. Da es nun die Jesuiten durch ihre erstaunliche Tätigkeit und Einigkeit, durch ihren ungeheuren Einfluß dahin brachten, daß das Papsttum sie gar nicht mehr entbehren konnte, so erschien ihr Orden gleichsam als eine neue Verkörperung der Grundidee des Papsttums; ja er war gleichsam der Geist, das herrschende Haupt des römischen Katholizismus geworden. Alle Grundsätze, wodurch das Papsttum groß und stark geworden, waren auch die des Jesuitenordens. Wie der Papst sonst als Stellvertreter Jesu Christi gegolten hatte, so galten jetzt die Jesuitengeneräle dafür; wie die Päpste behauptet hatten, unmittelbar von Gott ein höchstes Recht über jede weltliche Gewalt zu haben, welche die Könige und Fürsten erst durch Übertragung von ihnen, also von der römischen Kirche, gleichsam als Lehen erhielten, so maßte sich jetzt die Gesellschaft Jesu an, dessen herrschender Staat auf Erden zu sein, und zwar so, daß alle Könige und Fürsten eigentlich nichts mehr als Beamte seien, welchen die Untertanen nur so lange zu gehorchen brauchten, als jene selbst ihrer höheren geistlichen Herrschaft gehorsam und nützlich blieben, und welche man, sobald sie es nicht mehr wären, absetzen und sogar töten dürfe! Ebenso wie die Päpste früher jeden Freidenkenden und Andersgläubigen für einen Ketzer, für einen von Gott Verworfenen, für einen durchaus Rechtslosen erklärten, ebenso galt jetzt jeder Freidenker vor der Gesellschaft Jesu als ihr Feind, welcher vernichtet werden mußte, wenn er sich nicht bekehren wollte. Kurz, alle Grundsätze des Papsttums, das vermeintliche höchste Recht zur weltlichen Oberherrschaft, die vermeintliche Unfehlbarkeit, die strenge Unduldsamkeit, alle aus einer und derselben Quelle entsprungen und demselben Zweck: der Erhaltung der Kircheneinheit, dienten, alle faßte nun der Jesuitenorden als seine eigenen zusammen, drückte sie noch schärfer und bestimmter aus, bildete sie noch konsequenter und feiner im Einzelnen aus, brachte sie in ein vollständiges System und machte dieses System durch einen Schlußstein felsenfest, nämlich durch die Formel: »Weil jede Handlung des Ordens zur größeren Ehre Gottes geschieht, so muß der Zweck jedes Mittel heiligen.« In dieser Zauberformel lag die ganze praktische Anwendung des Systems und die ganze jesuitische Moral. Die Haupthebel aber, wodurch der Jesuitenorden das erreichte, was das alte Papsttum selbst in den Zeiten seines größten Ansehens und seiner ausgedehntesten Macht nicht hatte erreichen können, waren folgende: Erstens eben die innere Einigkeit des Ordens in Folge seiner streng staatlichen Verfassung und Einrichtung, zweitens dessen Politik, welche die offenen Kämpfe mit der weltlichen Macht vermied und desto mehr durch heimliche Bekehrungen und Umtriebe einerseits, andererseits durch unbedingten Einfluß an den Höfen wirkte, drittens endlich die Jugenderziehung.
Die Grundsätze dieser letzteren brachte Klaudius Aquaviva in ein System und in einen geordneten Lehrplan. Er war der fünfte Ordensgeneral; denn nach dem Tode des zweiten, Jakob Lainez, (1565) war Franz Borgia, früher Herzog von Gandia, ein klösterlich bigotter Mann, General gewesen, nach ihm Eberhard Mercurianus von Lüttich, und auf diesen folgte Klaudius Aquaviva, aus dem herzoglichen Hause Atri, welcher vierunddreißig Jahre lang (von 1581 bis 1615) den Orden regierte. Er erließ außer jenem Lehrplan (der »ratio atque institutio studiorum societatis Jesu«) auch noch Gesetze zur Befolgung [der Anweisungen] der verschiedenen Ordensobern und mehrere Verordnungen, um teils eingerissene Übelstände zu verbessern, teils auch jeden Widerstand zu vernichten, welcher sich im Orden selbst gegen die despotische Regierungsverfassung erhoben hatte. Kurz: Aquaviva vollendete streng und konsequent das kunstreiche Gebäude der despotischen Ordensverfassung. Dies haben auch die Päpste nach und nach durch große Privilegien befestigt; vom Jahre 1540 bis zum Jahre 1753 erhielt der Jesuitenorden von 19 Päpsten insgesamt 92 Privilegien.
Die ganze Ordensverfassung, sofern man sie aus allen jenen Gesetzen, Regeln, Anleitungen und Erläuterungen erkennen kann, welche der Orden selbst im Drucke hat erscheinen lassen, war und ist noch folgende:
Die ganze Gesellschaft Jesu besteht aus verschiedenen Klassen von Mitgliedern. Die erste und höchste Klasse bilden die Professen (nämlich von allen vier Gelübden); diese haben den höchsten Grad, als Eingeweihte in die geheimen Maximen des Ordens, den nächsten Anteil an der obersten Tätigkeit und die ersten Ansprüche auf Ehren und Würden im Orden. Zu dieser höchsten Klasse gelangen stets nur wenige auserlesene und lang geprüfte Mitglieder, nämlich nur die allerklügsten und tüchtigsten, welche die ganze ungeheure Aufgabe des Ordens völlig zu erfassen und dafür zu wirken vermögen. Sie waren und sind sozusagen der Kern und Stamm des Ordens und hatten außer jenen Gesetzen, welche durch den Druck bekannt geworden sind, auch noch geheime Verhaltensregeln (monita secreta). Dann kommt die zweite Klasse, welche aus den geistlichen Koadjutoren besteht, diese müssen Priester sein und ihre Gelübde unmittelbar vor dem Ordensgeneral ablegen. Zwischen beiden Klassen gab und gibt es auch noch eine Mittelklasse, die der Professen von drei Gelübden; diese geloben dem Papst keinen besonderen Gehorsam, sondern legen bloß die gewöhnlichen Gelübde ab; jedoch nicht als einfache Gelübde, wie die Koadjutoren, sondern als feierliche. Zur dritten Klasse gehören die angenommenen Schüler (scholastici approbati); zur vierten die Laienbrüder oder weltlichen Helfer (weltliche Koadjutoren); zur fünften und untersten die Novizen, welche sich zwei oder mehr Jahre im Orden befinden, um geprüft zu werden und bloß das einfache Gelübde ablegen: »nach dem Sinne der Konstitutionen des Ordens zu leben.« Außerdem gibt es noch eine sechste Klasse von Mitgliedern, die der sogenannten »Affiliierten« oder »Adjunkten« oder »Jesuiten in kurzen Röcken.« Das sind Laien aus allen Ständen (auch aus den höchsten), von denen man es im Weltleben gar nicht weiß, daß sie zur Gesellschaft Jesu gehören, und die eben deswegen um so besser in allen Verhältnissen für die geheimen Zwecke des Ordens, als dessen Werkzeuge, tätig sein können; dafür genießen sie alle jene vermeintlichen geistlichen Gnaden, deren man – nach der Vorspiegelung der Jesuiten – durch den Eintritt in ihren Orden und schon durch das bloße Gelübde des blinden Gehorsams gegen denselben teilhaftig wird; unter anderen vorzüglich die Gnade, daß jeder, welcher dem Jesuitenorden angehört, Vergebung seiner Sünden und die Gewißheit der ewigen Seligkeit nach dem Tode erhält. Diese Versicherung war und ist noch ein gar mächtiger Sporn für gläubige Menschen, die wenig Geisteskraft und kein gutes Gewissen haben. Daher kam es denn auch, daß der Orden zu allen Zeiten bis auf den heutigen Tag zahllose solche Mitglieder »in kurzen Röcken« bekam, Staatsmänner, Gelehrte, Offiziere, Kaufleute, Damen sogar, welche man ebenso wenig kannte und kennt, wie Spione, welche überall für den Orden aufs allereifrigste tätig waren und sind, welche dessen ungeheure Macht ausbreiten halfen und noch jetzt zu befestigen suchen. Das sind die unsichtbaren Hilfstruppen der Jesuiten, vor denen man noch mehr auf der Hut sein muß, als vor jenen Jesuiten, welche in langen schwarzen Kutten einhergehen. Die haben von jeher jedem ehrlichen Manne, der kein Jesuit war, im Wege gestanden: die haben von jeher, wenn sie nicht selber große Herren waren, die großen Herren zugunsten des Ordens bearbeitet. Endlich gehören zum Umfang des Ordens im weitesten Sinne auch zahlreiche Brüderschaften oder Kongregationen, in welchen sowohl Männer als Frauen aus allen Ständen aufgenommen werden, um gemeinschaftliche Andachtsübungen und christliche Liebeswerke vorzunehmen. Diese Kongregationen werden von den Jesuiten geleitet und zum großen Vorteil des Ordens benutzt.
Die Verfassung des Ordens ist, wie gesagt, eine absolut-monarchistische oder despotische. Der Ordensgeneral vereinigt nämlich in sich die ganze gesetzgebende, verwaltende und oberrichterliche Gewalt und alle Mitglieder des Ordens sind ihm, als dem vermeintlichen Stellvertreter Jesu Christi und Gottes, zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet, zu einem Gehorsam selbst gegen ihre Überzeugung; ja die leiseste Regung eines eigenen Denkens, eines eigenen Wollens gilt für so sündhaft wie eine Gotteslästerung. Kurz: der General ist für den Orden eben das, was der Papst für die römisch-katholische Kirche ist. Er residiert in Rom, in diesem alten Mittelpunkte der Weltherrschaft, als rechter Weltherrscher, denn sein Reich, das Reich des Jesuitenordens, ist ja die ganze weite Erde. Da darf er jedes Mitglied hinschicken, wohin es ihm beliebt; er darf jedes Mitglied richten und bestrafen, aus dem Orden ausstoßen und wieder aufnehmen, und ebenso jedes zu allen Ordensgraden, zu allen Ordensämtern befördern; er darf alle Einkünfte, alles Vermögen der verschiedenen Ordenshäuser nach Gutdünken verwalten, ja er darf sogar Vermächtnissen eine andere Bestimmung geben, als die des Stifters war; er leitet alle Kollegien, er erteilt alle Regeln; ohne seine Zustimmung hat kein Vertrag, welchen Ordensmitglieder abschließen, Gültigkeit. Seine Wahl geschieht durch eine Generalversammlung, bei welcher jedoch nur die Professen von vier Gelübden (ausnahmsweise auch solche von drei Gelübden und geistliche Koadjutoren) Sitz und Stimme haben, und zwar in einem Konklave, genau wie die Wahl eines Papstes. Zum Zwecke einer solchen Wahl schreibt der derzeitige Stellvertreter des Generals die Generalversammlung aus. Der General selbst aber muß diese dann berufen, wenn er an den Konstitutionen des Ordens etwas ändern will. Doch auch dabei macht es ihm seine sonstige unumschränkte Gewalt sehr leicht möglich, bloß seinen eigenen Willen durchzusetzen. Ebenso steht der Generalversammlung – nämlich nach dem Buchstaben der Konstitutionen – das Recht zu, den General abzusetzen, wenn er sich grober Vergehen gegen die Sittlichkeit oder gegen das Beste der Gesellschaft zu schulden kommen läßt. Aber, da der ganzen Gesellschaft stets viel an der Erhaltung ihres guten Rufes, überhaupt des Scheins vor der Welt liegen muß, so verlangt ihr eigenes Interesse, es nie wirklich auf eine Absetzung ankommen zu lassen.
Das Reich des Jesuitenordens ist, wie gesagt, die ganze weite Erde und offensichtlich in deren Blick die Schaffung einer "allerlösenden Eine-Welt-Religion", wie sie Papst Franziskus anstrebte und nun der aktuelle Papst auch weiterzubetreiben gewillt scheint; dass da alles von den Vätern Hergebrachte und Traditionellen im Wege steht, ist nur Kleingeistern nicht erfindlich und nicht erschließbar.

Pazzo 2

"Selig, wenn ihr um Meinetwillen (Weg - Wahrheit - Leben) Verfolgung leidet!"

Guntherus de Thuringia

Der Brief ist bewegend und menschlich verständlich geschrieben. Er möchte Trost, Zusammenhalt und religiöse Zuversicht vermitteln und erreicht das wohl auch bei vielen Betroffenen.
Theologisch und kirchenrechtlich enthält er jedoch gelinde gesagt problematische Aussagen: diese setzen faktisch voraus, dass die FSSPX selbst zuverlässig beurteilen kann, wann römische Sanktionen „vor Gott“ ungültig sind, und sie identifizieren die Tradition mit der eigenen Gemeinschaft.
Pater Pagliarani behauptet, die Verurteilung der FSSPX sei letztlich eine Verurteilung der katholischen Tradition selbst. Hier verteidigt Pagliarani die Tradition nicht nur, er identifiziert die Tradition mit der FSSPX. Diese Selbstidentifikation ist katholisch nicht zu rechtfertigen

Pazzo 2

Aber er meint das doch gewiß nicht auf sich alleine bezogen, sondern er spricht für alle, die sich der Tradition verbunden fühlen. Schließlich sind sie alle auf dem "Mist" (sorry) der FSSPX gewachsen.

Guntherus de Thuringia

@Pazzo 2 , das ist ja die Ursache des Dramas. Man darf, soll und kann die Tradition in der Kirche verteidigen, wie u.a. die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften beweisen. Aber die FSSPX will das in eigener Regie. Das geht aber in der katholischen Kirche nicht. Das ist der Hauptgrund für den geschehenen Bruch. Ich hoffe, ihre Oberen sehen es irgendwann ein. Die FSSPX wäre nur dann im Recht, wenn die katholische Kirche nicht mehr katholisch wäre

Pazzo 2

@Klaus Elmar Müller Kommentieren und gleichzeitig blockieren: ziemlich schwach! Was versprechen sie sich davon? Von dieser Sorte gibt es einige hier!

Klaus Elmar Müller

Oh, das wusste ich gar nicht mehr. dass ich Sie blockiert habe. Aber Ihr beleidigender Ton ("von dieser Sorte") lässt mich bei meiner Entscheidung bleiben.

Pazzo 2

Dieser Hinweis auf Ihr Verhalten ist nicht der erste. Sie haben nie darauf reagiert!

Klaus Elmar Müller

@Pazzo 2 Über das Unrecht hinweglächeln könnten nur jene, die den Nachfolger Petri verachten.

Heribert Nuhn

Was ist daran gemütigend, wenn man für das Wahre und Richtige einsteht und deshalb bekämpft wird, - von denen, die es besser wissen (sollten).

Pazzo 2

Schade, daß es als Demütigung empfunden wird.